Kaum ein Tier fasziniert Menschen so sehr wie der Schwarze Leopard und das ist kein Wunder, denn er gilt als eines der seltensten Raubtiere Afrikas. Elegant, lautlos und von einer geheimnisvollen Aura umgeben, ranken sich schon immer Legenden und Gerüchte um dieses scheue Tier. Weltweit gibt es nur sehr wenige bestätigte Sichtungen schwarzer Leoparden. Jahrelang galt es als quasi unmöglich, diese Katze in freier Wildbahn vor die Linse zu bekommen und nur wenigen Fotografen gelang das Kunststück. Doch alles änderte sich, als 2018 bekannt wurde, dass in der Wildnis Laikipias, Kenia, ein schwarzer Leopard in eine Kamerafalle getappt war. Die wissenschaftlich bestätigten Aufnahmen von Will Burrard Lucas waren eine Sensation, die weltweit für Furore sorgte.
In den darauffolgenden Jahren wurden das Verhalten und der Bewegungsradius dieser seltenen Tiere von einem Team von Rangern und Wildhütern genau erforscht und studiert. Es gilt mittlerweile als erwiesen, dass Laikipia eine der größten Populationen von schwarzen Leoparden in ganz Afrika beherbergt. Die Tiere sind scheu, doch eine Leopardin wird mittlerweile regelmäßig gesichtet und fotografiert. Ihr Name ist “Giza Mrembo”, was aus dem Swahili übersetzt “dunkle Schönheit” bedeutet. Mittlerweile wurde das Tier zu einer globalen Ikone und millionenfach fotografiert.
Sie gilt als Symbolfigur für die Region und als der lebende Beweis, dass das Hochland von Laikipia einer der wenigen Orte der Welt ist, wo ein einst hauptsächlich als Mythos bekanntes Lebewesen frei und wild durch die Savanne streift.
Inhaltsverzeichnis
Was ist ein schwarzer Leopard?

Der schwarze Leopard wird häufig auch als schwarzer Panther bezeichnet und oft wird fälschlich angenommen, dass es sich dabei um eine eigene Art handelt. Dem ist aber nicht so, denn die dunkle Fellfarbe entsteht durch Melanismus, eine Genmutation, die dazu führt, dass vermehrt schwarze Pigmente produziert werden. Als „Schwarzer Panther” wird daher jede Großkatze mit schwarzem Fell bezeichnet, egal ob es sich um einen Leoparden oder einen Jaguar handelt. Melanistische Leoparden sind daher normale Leoparden, auch wenn sie in Afrika nur sehr selten gesichtet werden.

Abhängig vom Lichteinfall kannst du auch im dunklen Fell die typischen, als Rosetten bezeichneten Flecken im Fell sehen. Am besten erkennt man sie bei direkter Sonneneinstrahlung. Die dunkle Fellfarbe bietet in der offenen Savanne weniger Tarnung und kann das Tier vor Herausforderungen bei der Jagd stellen.
Warum ist der schwarze Leopard schwarz?

Melanismus entsteht bei Leoparden durch ein rezessives Gen, das auch bei normal gefärbten Elterntieren vorhanden sein kann. Paaren sich zwei Tiere, die beide Träger des für die Schwarzfärbung verantwortlichen Gens sind, besteht eine 25% Chance, dass ein schwarzes Jungtier zur Welt kommt. Es ist aber auch möglich, dass alle Jungtiere normal gefärbt sind, auch wenn ein Elternteil schwarz ist. So war es auch bei Giza, die in ihrem ersten Wurf zwei Jungtiere mit der klassischen Gelbfärbung und den schwarzen Flecken zur Welt brachte. Die Wildhüter hoffen nun, dass beim nächsten Mal ein melanistisches Jungtier dabei ist.
Melanismus ist übrigens das Gegenteil von Albinismus, wo das Fehlen von Melanin zu völliger Weißfärbung führt!
Wo kommt der schwarze Leopard vor?

Da es sich um eine genetische Mutation handelt, kann der schwarze Leopard theoretisch überall dort vorkommen, wo es Leoparden gibt. Die größten Populationen gibt es laut meinen Recherchen in den tropischen Regenwäldern Asiens, während schwarze Panther in Afrika extrem selten sind. Es gibt Aufzeichnungen über Sichtungen in Äthiopien, in Kenia rund um die Aberdare-Berge, in den dichten Wäldern des Mount Kenia und eben am Laikipia-Plateau nördlich von Nairobi.
Im Hinblick auf Fototourismus hat sich Laikipia in den letzten Jahren zum absoluten Hotspot entwickelt, was unter anderem auch daran liegt, dass die schwarze Leopardin von Laikipia durch die jahrelange Forschungsarbeit extrem gut an Autos und die Präsenz von Menschen in ihrem Revier gewöhnt ist.
Wie selten ist ein schwarzer Leopard?


Wie selten der schwarze Leopard ist, hängt von der Region ab. Generell geht man davon aus, dass etwa 11% aller Leoparden weltweit melanistisch sind. In Asien, beispielsweise auf der Malaiischen Halbinsel, kommen sie verhältnismäßig häufig vor. In Afrika gelten Sichtungen dagegen als absolute Sensation. Die 2018 und 2019 entstandenen Aufnahmen aus Kenia, die weltweit für Furore sorgten, galten als die ersten Fotobeweise für die Existenz eines schwarzen Leoparden in Afrika seit über 100 Jahren!
Gibt es Unterschiede im Verhalten zwischen schwarzen und normalen Leoparden?
Nein, wie bereits erwähnt handelt es sich nicht um eine eigene Art, sondern um eine besondere Fellfarbe auf Grund einer Genmutation. Dementsprechend verhalten sich schwarze Leoparden genauso wie ihre normal gefärbten Verwandten. Sie sind ausgezeichnete, lautlose Jäger und verfügen über erstaunlich viel Kraft. So kann ein ausgewachsener Leopard das Doppelte seines Körpergewichts auf einen Baum hieven, um die Beute vor anderen Fleischfressern in Sicherheit zu bringen.

Zu ihren bevorzugten Beutetieren zählen mittelgroße Gazellen und Antilopen wie Impalas, Thomson-Gazellen und Buschböcke. Aber auch kleinere Tiere, wie Dik Diks, Perlhühner und Hasen werden gerne gejagt. Viele Leoparden spezialisieren sich bei der Jagd auch auf bestimmte Beutetiere, abhängig vom Lebensraum. Giza, die schwarze Leopardendame aus Laikipia, hat beispielsweise eine besondere Vorliebe für Dik Diks.

Leoparden leben in strikten Revieren und sind hauptsächlich nacht- und dämmerungsaktiv. Sie jagen bevorzugt im Schutz der Dunkelheit und ruhen tagsüber in Astgabeln oder im hohen Gras. Leoparden sind territoriale Einzelgänger und treffen nur in der Paarungszeit zusammen. Nach einer Tragezeit von etwa drei Monaten bringt das Weibchen normalerweise zwei Jungtiere zur Welt. Diese bleiben 1,5 bis 2 Jahre bei der Mutter, bis sie sich eigene Reviere suchen müssen.
Ist der schwarze Leopard gefährlich?

Ein schwarzer Leopard ist für den Menschen nicht gefährlicher als ein normal gemustertes Tier. Generell sind Leoparden sehr scheu und meiden das Zusammentreffen mit Menschen. Wird ein Leopard in die Enge getrieben, ist er krank oder verletzt, kann er unabhängig von seiner Fellfärbung aber sehr gefährlich für den Menschen werden. Auf Grund seiner Größe und Beißkraft kann ein Leopard einen Menschen töten.
Fakt ist aber, dass durch Lebensraumverlust, Wilderei und Konflikte mit Nutztierhaltern mehr Gefahr für den Leoparden durch den Menschen als umgekehrt ausgeht.
Auf einer Safari brauchst du keine Angst haben, solange du den Anweisungen deines Guides folgst und das Tier aus sicherer Entfernung bzw. dem Auto beobachtest und fotografierst.
Wo hat man die besten Sichtungswahrscheinlichkeiten für einen schwarzen Leoparden?

Die besten Chancen, einen schwarzen Leoparden zu sehen und zu fotografieren, hast du im Moment in Laikipia, Kenia. Von dort stammen aktuell die meisten Sichtungen melanistischer Leoparden in Kenia. Rund um das Mpala Research Gebiet gibt es dank wenig menschlicher Störung nachweislich eine stabile Population von schwarzen Leoparden. Die bekannteste und am häufigsten gesichtete schwarze Katze heißt Giza, aber es gibt noch andere schwarze Individuen in der Region. Das Ol Donyo Lomboro Naturschutzgebiet hat sich in den letzten Jahren zu einem Rückzugsort für eine wachsende Population der seltenen Katze entwickelt. Kürzlich wurde zum Beispiel die schwarze Leopardin Namunyak (Deutsch: “Gesegnet”) mit ihrem ebenfalls schwarzen Jungtier gesichtet und fotografiert.
Diese Tiere sind allerdings deutlich scheuer als Giza und man braucht eine große Portion Geduld, einen sehr guten Guide und natürlich Glück, um sie zu sehen.
Wenn der schwarze Leopard dein fotografisches Hauptziel ist, solltest du deine Reise sorgfältig planen und genug Zeit einplanen sowie in einer strategisch günstig gelegenen Lodge unterkommen. Als Top-Adressen gelten unter anderem das Laikipia Wilderness Camp, das Sidai-Camp oder die Ol Gaboli Lodge.
Kann man den schwarzen Leoparden auf Safari sehen?

Ja, man kann den schwarzen Leoparden auf Safari sehen, allerdings benötigt es neben dem Quäntchen Glück auch eine gute und professionelle Organisation. Die Lage der Lodge, die Vernetzung der lokalen Agentur mit den Wildhütern vor Ort und die Dauer des Aufenthaltes sowie die Anzahl der Permits entscheiden über Erfolg oder Misserfolg beim Leoparden-Tracking.
Generell gilt, für das Tracking der schwarzen Leoparden benötigt es extra Permits, da die Anzahl der Fahrzeuge pro Tag begrenzt wurde. Auf Grund des weltweiten Hypes kam es sehr schnell zu Over-Tourism und teils tumultartigen Szenen vor Ort, die die Tiere sehr unter Stress setzten. Daher wurden die Rahmenbedingungen für die Safaris zum schwarzen Leoparden letztes Jahr verschärft. Man benötigt eine extra Genehmigung und muss einen lokalen Ranger im Auto mitnehmen. Game Drives auf eigene Faust sind nicht mehr erlaubt.
Es bekommt auch nicht jede Lodge in der Gegend Permits, daher ist es auch wichtig, das richtige Camp auszuwählen. Plane mindestens drei Nächte und 3 Permits ein, um deine Sichtungschancen zu erhöhen!
Was ist die beste Reisezeit, um den schwarzen Leoparden in Kenia zu sehen?

Theoretisch kannst du den schwarzen Leoparden das ganze Jahr über sehen. Die beste Reisezeit, für eine Begegnung mit der seltenen Großkatze, ist die Trockenzeit, wenn das Gras kurz und das Buschland weniger dicht ist. Dann sind die Bedingungen für die Pirschfahrten besser und die Tiere besser aufzuspüren. In Laikipia sind das die Monate Dezember bis März und Juni bis Oktober.
Fotoreise Kenia – Begleite mich zum schwarzen Leoparden

Falls du Lust hast, den schwarzen Leoparden in freier Natur zu fotografieren, aber dich nicht mit den organisatorischen Details befassen willst, dann hast du im Rahmen der Fotoreise Kenia die Möglichkeit, dich gemeinsam mit mir auf die Spuren dieser seltenen Katze zu heften. Ich leite diese Reise für Thürmer Tours, einem renommierten deutschen Anbieter für Fotoreisen mit viel Erfahrung in Afrika. Das Programm wurde so zusammengestellt, dass die Chancen auf Sichtungen wirklich hoch sind. Wir kommen in einer Unterkunft direkt im Mpala Research Gebiet unter und haben uns 4 Permits für das Leoparden-Tracking gesichert. So können wir jeweils zwei Mal nach Sonnenaufgang und zwei Mal vor Sonnenuntergang auf Pirschfahrt gehen, um unseren Aufenthalt bestmöglich auszunutzen.
Bei der ersten Reise 2026 hatten wir 3 Permits und konnten Giza und ihre Jungtiere zwei Mal beobachten. Der erste Blick auf den schwarzen Leoparden – unbezahlbar und ein Moment, der jedes Fotografen-Herz höher schlagen lässt! Ich kann mich noch gut an das Hochgefühl im Jeep und die Begeisterung in den Augen der TeilnehmerInnen erinnern!

Zudem fahren wir mit 2 großen Jeeps, so dass jeder Kunde genug Platz für sein Equipment und ausreichend Bewegungsfreiheit im Jeep hat. Wir sind mit unseren privaten Jeeps unterwegs und müssen diese nicht mit anderen Besuchern teilen. Dies garantiert ungestörtes Fotografieren und beste Chancen auf großartige Fotos!
Neben dem schwarzen Leoparden kannst du in Laikipia auch Netzgiraffen, Grevy-Zebras und mit etwas Glück afrikanische Wildhunde sehen. Kenia zählt definitiv zu den Highlights meiner Fotoreisen!
Beim nächsten Termin Anfang März 2027 sind (Stand Juli 2026) noch zwei Plätze frei. Unter diesem Link findest du alle Informationen zur Reise und das Anmeldeformular.
Ethik bei der Fotografie

Den schwarzen Leopard vor die Kamera zu bekommen ist ein einzigartiges Erlebnis, das du niemals vergessen wirst. Bei allem Verständnis für den Wunsch nach den perfekten Bildern oder einem spektakulären Video sollte aber immer das Wohl des Tieres im Vordergrund stehen. Da der Hype um Giza in den letzten Jahren immer extremere Ausmaße angenommen hat, wurden auch die Spielregeln für das Leoparden-Tracking deutlich verschärft.
Und das ist gut so, denn es handelt sich um ein wildes Tier und jede Sichtung ist ein Geschenk der Natur. Natürlich ist man nicht immer zufrieden mit dem Blickwinkel, dem Licht oder der Position. Doch in der Wildtierfotografie muss man mit dem arbeiten, was man bekommt und am Ende hat immer das Wohlergehen des Tieres Priorität!
