Nachdem ich schon soviel positives über Sydney gehört hatte, konnte ich es kaum erwarten diese Metropole endlich kennenzulernen. Ganze 5 Tage hatte ich mir für Sydney und Umgebung eingeteilt, um sicher zu gehen, dass ich die Stadt mit allem ihren Facetten erfahren könnte. Da ich für meine Reise nur etwas mehr als 3 Wochen Zeit habe, buchte ich einen Inlandsflug, um von Brisbane nach Sydney zu kommen. Inlandsflüge sind in Australien ob der enormen Distanzen zwischen den Ballungsräumen etwas alltägliches und daher auch ziemlich günstig zu bekommen. Ich habe für meinen Flug am Ende 80 $ bezahlt, das sind etwa 55 €.

Es hätte diesen Flug auch günstiger gegeben, aber man muss immer etwas aufpassen, was das Gepäck angeht. Das erste Angebot der Airlines, bei Inlandsflügen sind meist die Billigairlines Virgin, Jetstar und Tigerair am Zug, bezieht sich nämlich grundsätzlich auf den Preis nur mit Handgepäck. Aufgegebenes Gepäck kostet extra. Deshalb habe ich den Flug dann auch nicht über eine Flugsuchmaschine, sondern direkt über die Homepage des Anbieters gebucht. Hier kann man klar zwischen den verschiedenen Angeboten wählen und sieht sofort, welche Leistungen inkludiert sind. Mein Tipp: spare nicht am falschen Ort und buche immer genug Gepäck dazu, denn Aufzahlen am Flughafen ist weitaus teurer als wenn du gleich bei der Buchung Gepäckmenge richtig angibst.

Nachdem ich mich online eingecheckt hatte, hieß es also auf Wiedersehen Brisbane und auf zum Flughafen. Dort lernte ich gleich einmal die Eigenheiten australischer Billigflieger kennen. Neben Online-Check-in ist dort auch die Gepäckaufgabe als Selfservice ausgelegt, das heißt Gepäck-Tag selber drucken, aufkleben und ab aufs Band und hoffen, dass ein grünes Licht erscheint. Tat es natürlich nicht und meine Tasche wollte sich partout nicht einchecken lassen, egal in welche Richtung ich den Gepäckanhänger drehte und wendete, es wurde immer ein Fehler angezeigt. Ziemlich hilflos hielt ich dann nach einem Mitarbeiter von Jetstar Ausschau und konnte tatsächlich einen jungen Mann ausfindig machen, der natürlich meinte, dass ich einfach was falsch aufgeklebt hätte und er das schon richten würde. Ja genau, im Endeffekt erging es ihm genau wie mir, und auch er brachte meinen Trolley nicht auf das Band bzw. das Lesegerät dazu, grünes Licht zu geben. Irgendwann meinte er, ich könnte ruhig gehen, er würde sich schon darum kümmern. Naja, das Ganze sah so aus, dass er, kaum dass ich mich Richtung Gates gewandt hatte, den Koffer einfach ohne Registrierung auf das Gepäckband bugsierte. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich übrigens schon geistig darauf eingestellt, ohne meinen Koffer in Sydney anzukommen.

Aber damit nicht genug der Schwierigkeiten, kaum am Gate angekommen, sah ich schon die fette Meldung „Verspätung“ am Bildschirm prangen. „das kann ja heiter werden“ dachte ich mir und sollte Recht behalten. Im Endeffekt saß ich ein paar Stunden am Flughafen fest und begann mir ernsthaft Sorgen zu machen, wie ich denn meine Unterkunft erreichen sollte. Ich hatte nämlich um Ruhe zu suchen, ein Guesthouse etwas außerhalb vom Zentrum, auf der Halbinsel Kirribilli gebucht, das am einfachsten mit der Fähre zu erreichen war. Allerdings hatte ich meine Ahnung, wann die letzte Fähre fahren würde und auch keinen Plan, ob es alternativ einen Bus oder Zug geben würde. Das konnte ja noch spannend werden…

Lange Rede, kurzer Sinn. Am Ende ist aber alles gut gegangen, meine Zeit am Gate vertrieb ich mir mit Blog schreiben und Internet (immerhin gab es Wlan), der Flug selbst war, sobald endlich in der Luft, absolut angenehm und problemlos (bis auf die Tatsache, dass es auf australischen Billigfliegern nicht einmal gratis Wasser gibt) und sogar mein Koffer ist angekommen. Wie sich dann herausstellte ist die Zugverbindung vom Flughafen in die Stadt wirklich hervorragend und es dauert nur ungefähr 15 min, um am Circular Quay, dem größten Verkehrsknotenpunkt der Stadt, wo auch die diversen Fähren wegfahren, anzukommen. Ich hatte zudem noch ein Riesenglück, eine der letzten Fähren nach Kirribilli zu erwischen und konnte so mein Guesthouse problemlos erreichen. Die erste Fährenfahrt in Sydney ist übrigens wirklich beeindruckend. Der Circular Quay befindet sich nur wenige Schritte vom weltberühmten Opernhaus entfernt und somit müssen quasi alle ausfahrenden Fähren dieses passieren. Der erste Blick auf das erleuchtete Opernhaus und die Skyline sowie die gigantische Harbour Bridge ist wirklich beeindruckend und sorgt sofort für Gänsehautgefühl. Sooft hat man dieses Bild im Fernsehen oder auf Fotos gesehen, aber es hat schon etwas ganz eigenes, wenn man endlich wirklich davor steht bzw. auf der Fähre vorbei fährt und das ganze Szenario vor Augen hat. Irgendwie fast sureal.

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Die weltberühmte Skyline von Sydney

Die Fährenfahrt selbst vom Zentrum nach Kirribilli dauert nur 6 min, aber man ist sofort in einer anderen Welt. Ruhige Nebenstraßen, viel grün, hübsche Häuschen und noble Apartments machen Kirribilli aus. Noch dazu liegen dort in exquisiter Lage auch das Admiral House und das Kirribilli House. Ersters gehört dem Governor General und damit eigentlich der Queen und zweiteres ist der Wohnsitz des Premiers von Australien. Kein Wunder also, dass es in der Gegend, die ich als Döbling von Sydney bezeichnen würde, außergewöhnlich ruhig und sicher ist.

Dr. Mary Booth Park & Lookout
Dr. Mary Booth Park & Lookout

Kirribilli punktet zudem mit einem weiteren Highlight, speziell für Fotografie Enthusiasten, denn der Ausblick von Kirribilli auf den CBD von Sydney gehört zu den besten, die die Stadt zu bieten hat. Nur wenige Meter vom meinem Guesthouse entfernt, zwischen Beulah St und Jeffrey St Wharf liegt der Dr. Mary Booth Park & Lookout der mit seiner grandiosen Aussicht das Herz eines jeden Fotojägers höher schlagen lässt. Eine absolute Muss- Location für jeden, der auf der Suche nach dem perfekten Foto von Sydney ist. Und nur wenige Schritte entfernt, zwischen dem Eingang zum Luna Park und Milsons Point, lockt eine weitere spektakuläre Aussicht, bei der die Harbour Bridge selbst im Vordergrund steht. Ihr könnt euch vorstellen, dass ich Stunden an den beiden Locations verbracht habe, um das perfekte Foto zu schießen und aber auch, um einfach nur diesen fantastischen Anblick zu genießen.

Glenferrie Lodge Kirribilli
Glenferrie Lodge Kirribilli

Abschließend noch ein Wort noch zum Guesthouse, für das ich mich entschieden habe. Die Glenferrie Lodge ist ein liebevoll restauriertes, viktorianisches Gebäude, das über verschieden große Zimmer verfügt. Von „Suiten“ mit Balkon, bis zu einfachen „Budget“ Rooms ist alles dabei. Budget Room bedeutet übrigens einfach nur klein, kein Balkon und Fenster in den Innenhof. Aber auch dieses Zimmer verfügt über Kühlschrank, Wasserkocher und TV- absolut ausreichend! Im Preis inkludiert ist ein umfangreiches Frühstücksbuffet, das neben Toast und Cereals auch Eier jeglicher Art, Pancakes und andere warme Speisen sowie Obst und Joghurt bietet. Das Frühstück kann man bei schönem Wetter im hauseigenen Garten einnehmen, einer wunderschöne Ruheoase in Mitten der Stadt. Das Preis-Leistungsverhältnis ist definitiv außer Konkurrenz, ungefähr 50€ hat mich die Nacht hier gekostet, inkl. dem umfangreichen Frühstück. Falls ihr euch jetzt fragt, ob es irgendeinen Kritikpunkt gibt, nun ja, die (geteilten) Badezimmer sind wirklich winzig und schauen dementsprechend schnell saumäßig aus, vor allem, wenn andere Reisende es augenscheinlich nicht schaffen, die Tür der Dusche ordentlich zu schließen und ständig den Boden fluten. Und 1 Minibad für 5 Zimmer ist wirklich etwas knapp bemessen. Das ist aber auch wirklich der einzige kleine Kritikpunkt, ansonsten überzeugte mich die Glenferrie Lodge auf ganzer Linie und ich kann sie nur aus vollster Überzeugung weiterempfehlen. (außer an Badfetischisten ;-))

EDIT: bei meinem zweiten Aufenthalt vor meinem Abflug nach Alice Springs hatte ich ein Zimmer im ersten Stock und dort gab es absolut genug Badezimmer bzw. Duschen sowie einen Ausblick in den Garten! Dafür war das Zimmer selbst kleiner als im Erdgeschoß!

Was ich sonst noch so in Sydney erlebt habe und wie ich meine Tage in dieser Traumstadt gestalten habe, erzähle ich euch im nächsten Artikel!

Unterkunft: Glenferrie Lodge, 12A Carabella St, Kirribilli NSW 2061, Australien, Tel: +612 9955 1685, E-Mail: mail@glenferrielodge.com, Genial: Diese Unterkunft inkludiert ein warmes, umfangreiches Frühstücksbuffet. Das Frühstück nimmt man am besten im malerischen Garten ein!

Tipp: Diese Unterkunft kannst du bequem über Booking.com buchen

Bester Fotospot: Dr. Mary Booth Park & Lookout, Waruda St, Kirribilli New South Wales 2061, Australien

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Autor

Hat 1 Jahr in Mexiko gelebt, ist solo durch Neuseeland & Australien gereist und war im Overlander im südlichen Afrika unterwegs. Lisa liebt Abenteuer- und Aktivreisen, spannende Herausforderungen und ist dabei immer auf der Suche nach dem perfekten Fotomotiv. Dafür schleppt sie auch gerne ihre gesamte Kameraausrüstung auf einen Berg.

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