Ich kenne keine Stadt, die geographisch schöner gelegen ist, als Rio de Janeiro. Die Schönheit der Stadt erkennt man aber nicht unbedingt, wenn man durch die engen und schmutzigen Straßenschluchten wandert. Rio de Janeiro ist eine Stadt, die man unbedingt von oben gesehen haben muss, da erst aus der Vogelperspektive die atemberaubende Topografie sichtbar wird. Von oben siehst du aber auch, dass Rio eine Stadt der Gegensätze: Weiße Traumstrände und bitterarme Favelas liegen mitunter nur wenige hundert Meter voneinander entfernt.

Rio besucht man nicht wegen der tollen Gebäude und Architektur, sondern wegen des Panoramablicks, der Strände und dem Charme der Stadt. Dementsprechend empfehle ich dir für deinen Besuch in Rio, die folgenden Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten:

Zuckerhut – Pão de Açúcar

DSC_0995 Kopie

Der fast 400 Meter hohe Zuckerhut ist vor allem aufgrund seiner Glockenform und seiner Lage zwischen Copacabana und Botafogo einer der markantesten Berge der Stadt. Auf portugiesisch wird der Berg Pão de Açúcar genannt. Übersetzt bedeutet das soviel wie Zuckerbrot.

Es erübrigt sich zu sagen, dass der Ausblick vom Gipfel fantastisch ist. Wenn du sportlich bist, kannst du auf die Spitze wandern, bequemer ist jedoch der Gipfelsturm per Seilbahn. Diese ist seit 1912 in Betrieb und erlange vor allem durch den James Bond Film Moonraker eine weltweite Bekanntheit.

Cristo Redentor Statue

cristo (12 von 60) Kopie

Die bekannteste Sehenswürdigkeit in Rio de Janeiro ist die 30 Meter hohe Cristo Redentor Statue. Diese Statue war über mehrere Jahrzehnte lang, die höchste Christusstatue der Welt und gilt heute noch als sechsthöchste Statue dieser Art. Da der Cristo auf dem Gipfel des mehr als 700 Meter hohen Corcovados steht, ist die Art Deco Statue in vielen Teilen Rios sichtbar.

2007 wurde die Christusstatue zum siebten Weltwunder gewählt. Das mag übertrieben wirken, so toll ist die Statue wirklich nicht, aber solche Abstimmungen sind sowieso nicht ernstzunehmen. Die Auffahrt zur Statue zahlt sich vor allem wegen des grandiosen Panoramablicks über Rio aus. Offen gesagt fand ich den Ausblick von der Aussichtsplattform weitaus interessanter, als die Statue. Wer ein paar Tage in Rio verbringt, kommt am Besuch des Corcovados jedenfalls nicht vorbei.

Keinesfalls sollte man die Besichtigung der Statue am Wochenende planen, viel weniger stressig ist dieser Ausflug unter der Woche. Am bequemsten ist die Auffahrt mit der Zahnradbahn, aber auch ein Aufstieg zu Fuß und die Auffahrt per Taxi ist möglich

Copacabana und Ipanema Strand

DSC_0937 Kopie

Der sichelmondförmige Strand der Copacabana ist weltbekannt, leider sind der Strand sowie der angrenzende Stadtteil eher touristisch ausgelegt, die besten Zeiten hat Copacabana schon hinter sich. Trotzdem zahlt sich der Besuch des Strands aus, da du einen schöneren Stadtstrand wohl kein zweites Mal auf der Welt finden wirst. Zum Baden ist der Strand von Ipanema bei den Einwohnern von Rio – den Cariocas – populärer.

Falls du gerne surfst, wirst du aufgrund der hohen Wellen in Ipanema oder Copacabana ebenfalls auf deine Kosten kommen. Beachte, dass das Wasser je nach Strömung sehr kalt sein kann. Mitunter kostet es daher einige Überwindung in den Ozean zu steigen.

Wenn die Strände von Rio besuchen willst, solltest du das unter der Woche machen. Am Wochenende ist auf beiden Stränden die Hölle los. Eines der liebsten Freizeitvergnügen der meisten Brasilianer scheint es zu sein, an den freien Tagen an den Strand zu gehen, um zu sehen und gesehen zu werden.

Wichtig! Wenn du die Strände Rios besuchst, pass unbedingt auf deine Sachen auf und nimm keine Wertsachen mit.

Escadaria Selarón

selaron (1 von 1) Kopie

Einen Besuch im Szeneviertel Lapa solltest du unbedingt für einen Abstecher zu der Selarón-Stiege nützen. Diese Stiege verbindet die beiden Stadtviertel Lapa mit Santa Teresa. Das alleine wäre noch nicht spektakulär,  was die Esadaria Selarón jedoch einzigartig macht, sind die mehr als 2000 bunten Fliesen, die vom Chilenisch-Brasilianischen Künstler Jorge Selarón in jahrelanger Arbeit von 1990 bis zu seinem Tod 2003 angebracht wurden. Das Kunstwerk ist die Hommage des Künstlers an seinen Lieblingsort Rio. Die meisten der Fliesen wurden aus allen Teilen der Welt gespendet.

Besuchen solltest du die Treppe während der Mittagszeit, da sich in der Mittagshitze nur wenige Touristen dort herumtummeln und du relativ ungestört Fotos machen kannst.

Favela Tour

Favela

Favelas ist der Name für die Armenviertel und Slums in Brasilien. Die ersten Favelas wurden Ende des 19. Jahrhunderts von brasilianischen Soldaten gegründet. Die Bezeichnung Favela stammt von einer gleichnamigen brasilianischen Kletterpflanze, die ähnlich wie die informellen Siedlungen die Bergrücken emporwächst.

Landflucht und Bevölkerungswachstum führten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einem enormen Wachstum der Favelas in Rio de Janeiro. Zwar sind die meisten Favelas nicht automatisch ein Hort des Verbrechens, sie werden jedoch in der Regel von Drogenbanden kontrolliert, die im dortigen Machtvakuum quasi-staatliche Strukturen gründen.

In den letzten Jahren wurde versucht die Favelas in Rio zu pazifizieren. Dazu wurden sie von der Militärpolizei besetzt, das führte über mehrere Jahre zu blutigen Konfrontationen mit der ansässigen Drogenmafia. Heute scheint die Situation stabiler zu sein, was aber nicht bedeutet, dass es in den Favelas keine Zusammenstöße zwischen Polizei und Drogenmafia mehr gibt.

Seit Anfang der 90er Jahre werden von verschiedenen Anbietern Touren durch die Favelas von Rio organisiert. Ich besuchte im Rahmen einer solchen Tour die größte Favela in Brasilien Rocinha und die deutlich kleinere Favela Vila Canoas. Wenn du ein Interesse an der Thematik hast, kann ich dir den Besuch einer solchen Tour nur nahelegen.

Ich selbst bekam durch die Tour ein differenzierteres Bild vom Alltag in einer solchen informellen Siedlung. Sie zeigte mir, dass die Favelas mehr sind als Kriminalität und Armut. Im Endeffekt war ich überrascht, wie viel kommerzielles Leben sich in Rocinha auf der Straße abspielte, selbst Banken existieren in Rocinha.

Keinesfalls musst du befürchten, dass du im Rahmen der Favela Tour eine Art Arme-Leute-Safari unternimmst. Ein Teil der Einnahmen wird an ein Schulprojekt gespendet, die Führer kommen teils selbst aus der Favela, als Teilnehmer hilfst du den Leuten in der Favela ein unabhängigeres Leben zu führen. Natürlich solltest du dir aber bewusst sein, dass ein Teil der Einnahmen auch als Schutzgeld an die lokale Drogenmafia gezahlt wird, um eine sichere Tour zu gewährleisten.

Welche Sehenswürdigkeiten in Rio würdest du noch empfehlen?

Hat dir dieser Artikel gefallen?

Um keine Infos zu verpassen, folge mir auf Facebook, Twitter, Pinterest und Instagram. Alternativ kannst du meinen Blog auch auf Bloglovin' oder via RSS Feed abonnieren!

Möchtest du meine Reiseberichte und Fototipps direkt in deine Mailbox erhalten? Melde dich jetzt für meinen kostenlosen Newsletter an. Zusätzlich erhältst du als Dankeschön für deine Anmeldung gratis Zugriff auf das E-Book "Günstig Reisen"!

Melde dich für meinen Newsletter an und erhalte 4-6 Mal pro Jahr eine Extraportion Reiselust, spannende Fototipps und exklusive Infos zu meinen Projekten direkt in deine Mailbox.


P.S. Kein Spam, nur viel Fernweh!




Dir gefällt dieser Beitrag? Dann teile ihn doch!
Autor

Reisejunkie, Autor, Solopreneur. Mag es, ungewöhnliche Orte zu entdecken und nach seinen eigenen Regeln zu leben.

Schreibe ein Kommentar