Dieser Beitrag ist ein Auszug aus meinem Reise-Tagebuch, das ich (Lisa) während meiner Rundreise durch Neuseeland 2011 geschrieben habe. Teil 6 findest du hier. Weitere Beiträge folgen bald.

Liebe Daheimgebliebenen,

ich melde mich einmal wieder aus dem schönen, ruhigen, friedlichen, unglaublich grünen und stets von Wetterkapriolen, die ihresgleichen suchen geprägtem Land der Kiwis. Habe ich euch eigentlich schon den Witz des Tages erzählt?

Ich bin ja brav und achte auch als Reisende auf eine halbwegs gesunde Ernährung. Daher esse ich brav Obst und Cereals zum Frühstück, anstatt Erdnussbutter und Nutella Sandwiches, wie es der Großteil der Backpacker macht. Natürlich ging ich davon aus, mich hier im gerühmten Land der Kiwis hauptsächlich von diesen kleinen, Vitamin- C reichen Früchten zu ernähren. Aber wisst ihr was das Beste ist? Hier kommen 90% der Kiwis aus Kalifornien! Neuseeland scheint nämlich so viele Kiwifrüchte zu exportieren, dass nichts mehr für den Eigenbedarf überbleibt und daher muss dieser durch Importe aus den USA gedeckt werden. Das ist mal ein richtiges Praxisbeispiel für Globalisierung und sinnlose Co2 Verschleuderung, oder? Ein Wahnsinn sage ich euch…

Ansonsten tingle ich auf meinem Backpacker Trip durch Neuseeland gerade an der Westküste der Südinsel entlang. Nach zwei wirklich wunderschönen Bilderbuchtagen in Abel Tasman ging es am Sonntag weiter in ein kleines Kaff namens Barrytown. Hier gibt es zwei Attraktionen: Eine Messer- und Knochenschmiede, wo man sein eigenes Messer bzw. seinen eigenen Knochenschmuck herstellen kann und das lokale Pub.

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Weltstadt Barrytown

Angesichts der Einwohnerzahl von knapp 10 Schafen, gesichteten 4 Personen bei drei Häusern und eben diesem Pub, kann man davon ausgehen, dass das Überleben dieses Lokals direkt von den Horden an Rucksackreisenden abhängt, die hier Tag für Tag zu einem „Overnight-Stay“ verdammt werden. (wenn man mit Stray reist)

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Was tut man so in Barrytown? Kreative Outfits im Pub basteln und dem Bier frönen!

Wenn man also persönlich dem Alkohol und gemeinschaftlichen Saufgelagen nicht zu sehr geneigt ist bzw. es die Finanzlage es nicht zulässt, den Abend lang dem Bier oder Hauswein zu frönen, so hat man in „good old Barrytown“ recht wenig zu lachen. Abgesehen vom Alkohol, gibt es dann nur noch die hauseigene Kostümsammlung, aus der man sich recht kreative Outfits basteln kann. Wir haben brav mitgemacht, waren aber angesichts des Zustandes der Garderobe und ob der Tatsache, dass wir uns nicht sicher waren ob diese Kleidungsstücke jemals eine Waschmaschine gesehen hatten, dann doch recht froh, wieder aus unseren Outfits schlüpfen zu können.

Am Tag danach schüttete es wieder einmal wie aus Kübeln, daher fiel auch der geplante Strandspaziergang und die Suche nach Jadesteinen im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser und wir hatten einen seltenen „Ausschlaftag“.

Zu Mittag ging es dann weiter westwärts Richtung südliche Alpen und den großen Gletschern. Einer der bekanntesten Gletscher ist der Franz Josef Glacier. Kommt euch der Name bekannt vor? Richtig, dieses schöne Stück Natur ist nach unserem allerliebsten und allseits bekannten Kaiser Franzl benannt, da ihn ein österreichischer (in manchen Reiseführern auch als Deutscher bezeichneter) Forscher namens Julius Haast entdeckt und benannt hat. Nach Herrn Haast ist übrigens auch einer der wichtigsten Alpinpässe hier, der Haast- Pass, benannt.

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Franz Josef Glacier

Wie auch immer, Franz Josef Glacier ist jetzt nur nicht einfach ein Gletscher, sondern er zeichnet sich durch ein paar Besonderheiten aus. So ist er einer der wenigen Gletscher, der quasi bis in den Regenwald an der Küste hineinreicht und von dessen höchstem Punkt man das Meer sehen kann. Diese Aussicht bleibt allerdings denjenigen vorbehalten, die sich mit einem Fallschirrmsprungs (hier der letzte Schrei!) todesmutig aus einem Flugzeug stürzen oder auch den oberen 10.000, die den Gletscher im Rahmen eines Helikopterflugs besichtigen.

Früher reichte diese Eismasse übrigens bis zu 15 Kilometer in den tasmanischen Ozean hinein, zum heutigen Zeitpunkt ist er, wie viele andere Gletscher auf der Welt, auf dem Rückzug und verliert laut letztem Stand bis zu eineinhalb Meter pro Tag.

Nachdem ich ja auf Urlaub bin und man sich hin und wieder etwas gönnen sollte, habe ich hier eine ganz besondere Tour gebucht, nämlich einen ganztägigen, geführten Gletscherwalk. Es ist ja grundsätzlich nicht so, dass wir in Österreich nicht selbst Gletscher hätten, aber ist jemand von euch schon einmal auf die Idee gekommen, diese zu begehen, sich in Gletscherspalten abzuseilen oder in Eishöhlen herumzukriechen? Eben, so etwas macht man halt nur im Urlaub und fernab von zu Hause.

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Franz Josef Glacier Walk

Ich muss zwar gestehen, dass dies nicht unbedingt die billigste Aktivität hier im Rahmen meines fünfwöchigen Aufenthalts war, aber es hat sich wirklich gelohnt. Nach mahnenden, einführenden Worten ob der Gefährlichkeit und des Risikos, das wir trotz aller Vorkehrungen eingehen würden, Übergabe der Ausrüstung (Schuhe, Steigeisen, Hauben, Handschuhe, Regenhosen usw.) machten wir uns mit unseren Guides in Gruppen von je 11 Personen auf den Weg ins Eis. Es hatte schon etwas angeberisches, als wir über die Absperrungseile klettern durften und die Warnschilder („Lebensgefahr“, „kein Schritt weiter“, „Eis- und Steinschlag“ etc.) unter den neidischen Blicken der restlichen Touristen passieren durften.

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Franz Josef Glacier Walk

Wir verbrachten dann 5-6 Stunden im Eis und kletterten, professionell ausgerüstet mit unseren Steigeisen, hoch auf den Gletscher hinauf. Dabei zwängten wir uns durch Gletscherspalten, krochen in natürliche Eishöhlen und überwanden mit Seilen und mit Hilfe der von unserem Guide ins Eis gehauenen Stiegen, riesige Eismassen. Besonders die Gletscherspalten waren so richtig eng, man konnte sich nur seitwärts vorwärts bewegen und lief ständig Gefahr, mit dem Rucksack stecken zu bleiben. Also einer Person mit Klaustrophobie oder ähnlichen Problemen definitiv nicht zu empfehlen…. Besonders, wenn unser Guide mal wieder ein Schwätzchen hielt mit den vorderen Tourengehern, während man selbst eingezwängt zwischen, riesigen, sich auftürmenden Eiswänden auf sein Vorwärtskommen wartete.

Es war aber definitiv ein großartiges Erlebnis, das man wohl nicht so schnell wieder wiederholen wird. Vom Anstrengungsfaktor war es o.k., zurück im Hotel konnte man aber schon spüren, dass man nicht alltäglich mit „Spikes“ im Eis herumklettert. Das Wetter war übrigens besser als am Tag davor, aber entgegen der Vorhersage großteils leider nicht sonnig sondern eher bedeckt und grau. Trotzdem wie gesagt, ein tolles Erlebnis, super gute, top informierte Guides und wirklich unvergessliche Eindrücke, sowie das Gefühl, etwas sehr Besonderes erlebt zu haben.

Ich gehe mich jetzt vom Gestapfe mit den Eiskrallen erholen und auf schnellstem Wege ab ins Bett. Morgen steht uns ein Trip durch die Alpenpässe bevor, aber da mal wieder Regen angesagt ist, stellt sich die Frage inwiefern wir das genießen können bzw. inwieweit wir das mitbekommen. Ab 3. Februar bin ich für 3 Tage in Queenstown, einer der boomenden Städte auf der Südinsel und angeblich das „Adventure Capital of the World“. Egal ob Rafting, Jetboating, Bungy- Jumping, Fallschirmspringen, hier findet jeder Adrenalinjunkie seine Bestimmung.

Und die die es ruhiger angehen, sowie meine Wenigkeit, finden hier zahlreiche Wanderungen jeglichen Schwierigkeitsgrades in den neuseeländischen Alpen oder reiten auf den Spuren von Legolas und Co. durch diese gewaltige Landschaft, die als Hauptkulisse für die „Herr der Ringe“ Triologie diente. Genau das mache ich nämlich am 4. Februar, meine letzte große (und teure) Aktivität hier, einmal meiner Dali fremdgehen und Neuseeland 6 Stunden hoch zu Ross erkunden. Wie ihr euch alle denken könnt, freue ich mich wahnsinnig darauf und bete für schönes Wetter!

In diesem Sinne, „sweet as“, Ciao, Bussi und Baba!!!

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus meinem Reise-Tagebuch, das ich (Lisa) während meiner Rundreise durch Neuseeland 2011 geschrieben habe. Die anderen Teile findest du hier. Weitere Beiträge folgen bald.

Unterkunft: Rain Forest Retreat, 46 Cron Street, Franz Josef, West Coast, South Island, New Zealand, Tel: +64 3 752 0220, E-Mail: comestay@rainforestretreat.co.nz

Gletscherwanderungen: Franz Josef Glacier Walks, Tel: +64 3 752 0763, E-Mail: walks@franzjosefglacier.com,

Heiße Quellen: Glacier Hot Pools, Cron Street, Franz Josef Glacier, New Zealand, Tel: +64 (3) 752 0099, Email:  info@glacierhotpools.co.nz

Fallschirmspringen: Skydive Franz, Main Street, Franz Josef Glacier, New Zealand (gegenüber der Busstation) Tel: +64 3 752 0714

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Autor

Hat 1 Jahr in Mexiko gelebt, ist solo durch Neuseeland & Australien gereist und war im Overlander im südlichen Afrika unterwegs. Lisa liebt Abenteuer- und Aktivreisen, spannende Herausforderungen und ist dabei immer auf der Suche nach dem perfekten Fotomotiv. Dafür schleppt sie auch gerne ihre gesamte Kameraausrüstung auf einen Berg.

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