Dieser Beitrag ist ein Auszug aus meinem Reise-Tagebuch, das ich (Lisa) während meiner Rundreise durch Neuseeland 2011 geschrieben habe. Teil 7 findest du hier.

Hallo liebe Daheimgebliebenen,

Was soll ich euch sagen: Es regnet!!! Mal wieder! Juhu! Mein ganzer Urlaub ist irgendwie sehr nass. Aber da der Mensch sehr anpassungsfähig ist, habe ich mich nach fast drei Wochen schon relativ an diese Massen von feuchtem Etwas gewöhnt, die fast täglich in irgendeiner Form vom Himmel fallen!

Wie ihr meinen vorhergegangenen Blogs entnehmen konntet, habe ich das neuseeländische Klima ja schon ordentlich gerügt. Nachdem ich aber das Vergnügen hatte, während meines Ausritts hoch zu Ross mit einer Neuseeländerin zu tratschen, muss ich meine Kritik fast zurücknehmen. Die hat mir nämlich verraten, dass dieser Sommer so ziemlich der schlimmste seit Jahren ist. Der Frühling sei viel zu heiß und trocken gewesen, dafür haben sie jetzt viel zu viel Regen und es sei auch viel zu kalt. Klimawandel halt :-), ich dachte mir ja schon, dass diese Zustände irgendwie unnatürlich sind. Zudem ich heute erfahren habe (von einer anderen Backpackerin), dass deren Bruder letztes Jahr um diese Zeit 5 Wochen Sonnenschein hatte..

Schön das zu hören, während man die Sonnentage des eigenen Urlaubs an einer Hand abzählen kann…

Wie auch immer, eine positive Seite hat das Ganze, fast immer, wenn etwas sehr besonderes anstand, hat das Wetter bisher brav mitgemacht und die Schleusen geschlossen gehalten. Immerhin!

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Queenstown- Adventure Capital of the World

Ich habe jetzt gerade 2 Tage Queenstown hinter mir, wie im vorhergehenden Blog erwähnt, die Abenteuerhauptstadt der Welt. Nachdem mein Verlangen, mich von Brücken oder aus Flugzeugen zu stürzen nicht allzu ausgeprägt ist, wendete ich mich während meines Aufenthalts hier den körperlich anstrengenden Dingen zu. Queenstown ist ja Gott sei Dank nicht nur Treffpunkt für Lebensmüde sondern liegt auch in einer der reizvollsten Gegenden Neuseelands. Im Winter Anlaufstelle für Wintersportler aller Sparten, bietet es im Sommer eine Vielzahl an Wanderungen und Spaziergängen jeglichen Schwierigkeitsgrades. Und dann gibt es hier natürlich auch eine große Anzahl an Reitställen und Pferden, was einer der Gründe war, warum viele der großen Kampfszenen in „Herr der Ringe“ in dieser Gegend gedreht wurden.

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Ausritt in einer Traumkulisse

Ich musste natürlich beides ausprobieren und hatte für 4. Februar einen Tag lang hoch zu Ross eingeplant und am Tag darauf eine achtstündige Wanderung. Was mein Reiterlebnis angeht hatte ich schon zu Hause recherchiert und mich für einen (bzw. zwei) Ausritte mit dem Dart Stable aus Glenchory entschieden. Diese bieten u.a. Ausritte durch die Filmsets von Herr der Ringe und auch Ritte für Fortgeschrittene, was sehr erleichternd ist, da es oft vorkommt, dass diese „Touristenställe“ einfach jeden aufs Pferd packen und sich der Ritt dementsprechend gestaltet. Ich buchte also ein Kombipack und hatte so die Gelegenheit, am Vormittag durch die atemberaubend schöne Filmkulisse zu schaukeln, während es am Nachmittag in einem irren Tempo am Fluss entlang ging. Und wenn ich irres Tempo sage, dann meine ich es auch so. Ich muss hier kurz erwähnen: Ich habe ein Pferd und dachte, ich wüsste was auf mich zukommt, aber anscheinend gehören Daliah und ich zur Pensionistenfraktion. Mir tut nämlich grundsätzlich so jeder Körperteil weh, plus Muskeln, von denen ich nicht wusste, dass sie existieren. Intelligenterweise (und angeregt durch den sanften Ritt am Vormittag) habe ich nämlich auch noch meine Kamera, ein riesiges, schweres, unhandliches Teil, mitgeschleppt und musste so ein fremdes Pferd im gestreckten Renngalopp einhändig zügeln, während ich mit der anderen Hand verzweifelt versuchte mein Fotoequipment in Balance zu halten. Eine wahre Herausforderung, die ich glücklicherweise irgendwie zu meistern schaffte.

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Ausritt vor einer Traumkulisse

Nachdem es hier ja ständig regnet, war der Boden in dementsprechendem Zustand, was weder Pferd noch Guide zu stören schien, des es ging im gestreckten Galopp durch Matsch, unter Bäumen hindurch den Fluss entlang. Ebendiesen haben wir auch mehrmals gequert, die Pferd ob der Flut teils bis zum Bauch im Wasser. Das Wetter war uns, wie angesprochen, äußerst gnädig und es ließ sich kaum ein Wölkchen blicken, ein strahlend schöner Sommertag, wie aus dem Bilderbuch.

Nach diesem dreistündigen Abenteuer, sah ich in etwa so aus wie nach einem Schlammcatch. Gatsch im Gewand, im Gesicht und in den Haaren, das Pferd übrigens detto. Netterweise wurde mir auch gesagt, dass noch nie jemand so dreckig von einem Ausritt gekommen ist… Wie auch immer, es war ein riesen Spaß, auch wenn ich mein Kamerateil das nächste Mal sicher zu Hause lassen würde, da ich bei dem Ritt in diesem Tempo sowieso nicht zum Foto machen gekommen bin!

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Dreckig aber glücklich nach dem rasanten Ausritt „River Wild“

Nachdem ich meinen Aufenthalt in Queenstown auch richtig ausnutzen wollte und Queenstown neben seinem Ruf als Abenteuerhauptstadt ob der beeindruckenden Bergkette der „Remarkables“ auch noch mit herrlichen Wanderungen lockt, ging es am Tag darauf trotz körperlichen Schmerzen auf den Berg. An sich hat man hier ja die Möglichkeit, das erste Stück mit der Skyline Gondola hinaufzufahren, aber Sportler wie ich erklimmen den Berg natürlich zu Fuß. Nach etwa 1,5 Stunden erreichten wir also die Bergstation und wurden für unsere Mühen mit einer herrlichen Rundumaussicht auf die Stadt und die Berge belohnt. Aber das sollte bei weitem noch nicht alles sein!

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Wir, das waren übrigens eine Schweizerin, eine Engländerin, ein Deutscher, ein Australier und meine Wenigkeit, hatten es uns zum Ziel gesetzt, „Ben Lommonds Summit“ zu erklimmen. Das ist einer der Gipfel hier, 1760 m hoch und gilt als eine der anspruchsvollsten Wanderungen der Gegend, die nur bei guter körperlicher Fitness und sehr gutem Wetter empfohlen wird. Von der Bergstation der Gondel sind es noch gut 3 Stunden zum Gipfel- One- Way! Wie der begabte Mathematiker sich leicht ausrechnen kann, sollten wir also an diesem Tag wieder einmal mehr als 8 Stunden unterwegs sein!

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Aufstieg zu Ben Lommonds Summit

Das erste Stück der Wanderung ging recht flott dahin und schlängelte sich mit einem mäßigen Aufstieg auf den Sattel hinauf. Die Aussicht wurde dabei von Kurve zu Kurve spektakulärer. Je näher wir aber an den Gipfel rückten, desto beschwerlicher wurde es. Am Schluss kletterten wir über Stock und Stein aufwärts, der ursprüngliche Weg war kaum mehr erkennbar und wir mussten zum Teil sogar unsere Hände einsetzen. Was uns aber ganz oben erwartete, nachdem wir endlich komplett schweißgebadet eben dort angekommen waren, übertraf unsere kühnsten Vorstellungen! Eine komplette 360° Sicht über das Gebirge ringsherum bis in das Fjordland hinein, den See und die Stadt. Es war fast schade, dass der Tag nicht ganz klar war, denn die Wolken hingen tief in den Gipfeln und auf der Spitze blies ein gnadenloser, eiskalter Wind. Für den Aufstieg an sich waren es aber die idealen Bedingungen, da es eben nicht zu heiß war.

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Der Ausblick von Ben Lommonds Summit ist spektakulär!
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Der Aufstieg hat sich gelohnt!

So zogen wir uns alle Kleidungsstücke an, die wir finden konnten und hielten dort oben unseren Lunch ab. Die Atmosphäre und die Aussicht die wir dabei hatten, waren definitiv unbezahlbar und sind mit Worten kaum zu beschreiben! Nachdem es aber, wie bereits erwähnt, in diesen luftigen Höhen empfindlich kalt war, mussten wir uns recht bald von diesem grandiosen Ausblick trennen und mit dem Abstieg beginnen. Dieser gestaltete sich, nach den ersten mühsamen Metern zurück über die Felsbrocken, recht flott und angenehm. Unterwegs trafen wir übrigens noch ein paar verlorengegangene Ziegen an und rätselten den Rest der Tour ob es sich wohl um wilde oder entlaufene Exemplare handeln würde.

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Neugierige Ziegen

Nach anstrengenden 8,5 Stunden kamen wir dann am späten Nachmittag wieder wohlbehalten im Ort an und gönnten uns als Belohnung einen echten Fergburger. „Ferg“ gilt weit über die Grenzen von Queenstown hinaus als bester Burgerladen und ich kann das nun auch aus eigener Erfahrung durchaus bestätigen. Danach ging es auf direktem Wege ins Bett, denn an den folgenden Tagen sollten ja noch weitere, unvergessliche Highlights folgen. Dazu komme ich aber dann in meinem nächsten Blog und wünsche euch bis dahin alles Liebe!

Eure Lisa

Allgemeine Informationen: Queenstown NZ

Übernachten: Hostels & Backpacker Unterkünfte oder auf Hostelworld.com buchen

Reiten: Dart Stables Glenorchy, Coll Street, Glenorchy, New Zealand, Tel: +64 3 442 5688, E-Mail: info@dartstables.com (Kostenlose Shuttlebus von Queenstown zum Stall und retour!)

+64 3 442 5688
Dart Stables, Coll Street, Glenorchy
Dart Stables, Coll Street, Glenorchy
Dart Stables, Coll Street, Glenorchy

Wandern: Queenstown/Wakatipu Hikes

Seilbahn: Skyline Queenstown, Brecon St, Queenstown, New Zealand, Tel: +64 3 441 0101, E-Mail: queenstown@skyline.co.nz

Essen: Fergburger, 42 Shotover Street, Queenstown, New Zealand, Tel: +64 3-441 1232, E-Mail: admin@fergburger.com 

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Autor

Hat 1 Jahr in Mexiko gelebt, ist solo durch Neuseeland & Australien gereist und war im Overlander im südlichen Afrika unterwegs. Lisa liebt Abenteuer- und Aktivreisen, spannende Herausforderungen und ist dabei immer auf der Suche nach dem perfekten Fotomotiv. Dafür schleppt sie auch gerne ihre gesamte Kameraausrüstung auf einen Berg.

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