Nach Bogotá und Medellín steht eins fest: Genug mit großen Städten. Ich möchte keinen Stau sowie Lärm mehr ertragen müssen und keine Menschenmassen mehr sehen. Wir wollen entspannen, die Natur genießen und sie vor allem entdecken. Dafür hält der Norden Kolumbiens einiges bereit.

Das Ausspannen und Genießen beginnt in der traumhaften, hügeligen Landschaft San Jeronimos – genauer gesagt in der zauberhaften Unterkunft „La Finca“. Dort hüllen uns völlige Gelassenheit, landschaftliche Schönheit, familiäre Herzlichkeit und angenehme Ruhe ein. Auch in der nächsten Unterkunft „Los Angeles“ in der Nähe des Parque Nacional Natural Tayrona nehmen wir diese entspannte Atmosphäre wahr und genießen neben dem einsamen Strand, den spektakulären, mehrstufigen Wasserfall. Das Hostel „Casa Loma“ in Minca gewinnt uns indes durch seine fantastische Aussicht über Santa Marta und die schönen Ausflüge in die Natur. Letztere erwarteten uns ebenfalls in Palomino, wobei uns vor allem das sanfte Tuben, vorbei an der atemberaubenden Natur, begeisterte.

La Finca

Die Natur respektieren. Den Moment genießen. Abschalten. Hier spielt Zeit keine Rolle. Hektik existiert nicht. Es scheint, als schwebe ein Schleier der Harmonie und Gelassenheit über diesem paradiesischen Ort. Umgeben von den kolumbianischen Anden liegt diese schöne Finka mitten in der Natur. Nach der zweistündigen Fahrt werden wir von Alexis und Matilde herzlich empfangen. Wir fühlen uns sofort wie zu Hause. So ist die eine oder andere Flasche Wein bei interessanten Gesprächen über Gott und die Welt schnell geköpft.

 

Hostel La Finca
Hostal La Finca

Doch auch das Hostal begeistert durch seine ruhige Lage, die angenehme Atmosphäre und die vielen Möglichkeiten, die Umgebung genauer zu entdecken. Wobei für jeden etwas geboten ist: Adrenalinjunkies wagen eine Mountainbiketour, während Sonnenanbeter am riesigen Pool relaxen und von dort die atemberaubende Landschaft genießen. Für Naturliebhaber sind die vielen Wanderwege, wie auch der Spaziergang zum nahe gelegenen Wasserfall ideal. Diejenigen, die es gerne entspannt angehen, können von einer Hängematte zur nächsten schleichen und an den Yogastunden teilnehmen. Und falls Du Interesse an Volunteering hast: Auch das ist hier möglich.

Kontakt: Hostal La Finca

Die Natur rund um das Hostel La Finca
Die Natur rund um das Hostal La Finca
Meine Tipps für Deine Reise
  • In der Nähe gibt es keinen Geldautomaten. Nimm daher genügend Bargeld mit.
  • Du hast die Möglichkeit in der offenen Küche zu kochen. Ich empfehle Dir vor Deiner Ankunft im Hostel einzukaufen, da Einkaufsmöglichkeiten weiter entfernt liegen.

Los Angeles

Es war einmal …
… ein kleines Mädchen, das die große weite Welt entdecken wollte. Dabei suchte sie vor allem nach coolen Abenteuern, einer idyllischen Natur, herzlichen Menschen und nach einer entspannten Atmosphäre. Ihre Erfahrungen lehrten sie bereits, dass ein Ort, bestehend aus einer guten Interaktion dieser Eigenschaften, schwer zu finden ist. Doch schwer bedeutet nicht unmöglich. So geschah es, dass das kleine Mädchen und ihre Zwergenfreunde eines Tages die Unterkunft “Los Angeles” erreichen. Und es wirkt wie eine Utopie. Morgens erwacht sie mit Vogelgezwitscher und dem Rauschen des Meeres. Sie öffnet den Verschluss ihres Zeltes und blinzelt. Die Sonne lacht ihr entgegen, während sie die Wellen beobachtet, welche kurz vor dem Strand brechen und die Umgebung in Rauschen einhüllen.

Los Angeles
Los Angeles

Barfuß läuft sie zur Bar, empfängt das strahlende Grinsen ihrer Amiga und bestellt einen frisch gepressten Mango-Bananensaft. Das kühle Getränk berührt ihre Lippen. Dabei wird es sie nicht vergiften, sondern für den Tag stärken. Sie tänzelt zum Strand und lässt sich auf ihrem Handtuch nieder, sodass sie Yoga und Ruhe in den Tag führen werden.

Der einsame Strand Los Angeles
Der einsame Strand Los Angeles

Später machen sich das Mädchen und ihre Freunde auf, um die Umgebung zu erkunden. Über Stock und Stein spazieren sie zum nahen Aussichtspunkt, der eine atemberaubende Aussicht über die Landschaft bietet. Die Freunde beschließen noch mehr zu entdecken und fahren zum Wasserfall “Quebrada Valencia“. Auf dem 40-minütigen Fußmarsch durch die Natur und zu den Stufen des Wasserfalls erwartet sie kein böser Wolf und auch kein Jäger. Keine Flüche werden sie verfolgen. Hingegen stoßen sie auf zahme Hunde und herzliche Kolumbianer, die ihnen einen schönen Tag wünschen.

So kommt es, dass sie den Wasserfall bald erreichen. Doch dem Mädchen und ihrer abenteuerlustigen Freundin ist das Baden in dem kleinen Becken, welches ihnen zu Füßen liegt, nicht genug. Sogleich klettern sie die Felsen empor. Die zwei Mädchen passieren weitere Stufen des Wasserfalls, kämpfen sich immer höher und erreichen schließlich ein großes Becken. Sie entspannen und erfrischen sich. Mitten in der Natur beschwört sie keine Schlange zu Untaten und kein Affe verdreht ihnen die Köpfe. Die Mädchen sind allein von der idyllischen Flora und Fauna eingehüllt.

Beim Wasserfall
Beim Wasserfall

Doch einen Feind gibt es: die Zeit. Diese vergessen die vier Freunde, wodurch sie auf dem Heimweg von der Dunkelheit überrascht werden. Unsicherheit macht sich breit. Denn keiner hatte sich den Weg so richtig gemerkt. Natürlich hatten sie auch nicht daran gedacht, Brotkrumen zu verstreuen. Und bei Nacht sieht alles so anders aus. Doch da zog das kleine Mädchen ihren hellen Stern, namens Stirnlampe, aus ihrer Tasche. Während sie den Freunden den Weg leuchtet, werden sie vom “dueño de la selva“ geführt. So fürchten sie keine Angst und geraten auch nicht in die Fänge böser Hexen.

Zurück in ihrer Herberge beobachten die Freunde Sternbilder am Strand. Aus der Ferne nehmen sie Musik wahr und sehen fremde Zwerge um ein Feuer tanzen. Sie nähern sich ihnen und kommen sogleich in ein Gespräch. Die Fremden aus fernen Ländern teilen ihren Schlummertrunk, ihre Snacks und alles Weitere. Das kleine Mädchen ist glücklich. Sehr glücklich. Am heutigen Tag traf sie auf keine bösen Stiefschwestern. Keine lästigen Arbeiten erwarteten sie. Später wird das Mädchen zu den Geräuschen der Natur einschlafen. Und das Beste: Sie wird nicht in einen 100 jährigen Schlaf fallen, sondern das Paradies auf ein Neues entdecken und erleben dürfen.

Kontakt: Cabañas Los Angeles

Meine Tipps für Deine Reise
  • In der Nähe gibt es keinen Geldautomaten. Nimm genügend Bargeld mit.
  • Die Unterkunft bietet kein WLAN.
  • Es gibt eine kleine, offene Küche, wo sich Snacks gut zubereiten lassen. Daneben bietet das kleine Restaurant drei Mahlzeiten.
  • Ich empfehle Klopapier, Kerzen und eine Stirnlampe mitzunehmen. Sobald die Sonne untergegangen ist, werden die Lichter der Rezeption und des überdachten Bereichs beim Restaurant angeknipst (alle anderen Bereiche liegen im Dunkeln).
  • Deine elektronischen Geräte kannst Du bei der Rezeption aufladen.

Parque Nacional Natural Tayrona

Lust auf ein bisschen Natur? Auf Affen, Leguane, weiße Strände, kleine Buchten und den tropischen Regenwald …? Dann bist Du in diesem 15.000 Hektar großen und 1969 gegründeten Park genau richtig. Er beginnt östlich des Ortes Taganga, verläuft ca. 35 km entlang der Karibikküste und endet beim Fluss Río Piedras. Außerdem ist er nach dem indigenen Stamm der Tayrona-Indianer benannt, die diese Region früher beheimateten.

Parque Tayrona

Klingt nach einem kleinen Paradies? Das ist es auch. Der einzige negative Aspekt: die vielen Besucher. Die zwei Eingänge lassen jedoch verschiedene Teile des Parks entdecken und tragen damit auch etwas zur Verstreuung der Touristen bei. Da sich diese Wege relativ stark unterscheiden und zu differenten Orten führen, solltest Du Dir Dein Ziel vorher überlegen. Der Eingang “Palangana” lässt Dich Neguanje, Gayraca, Playa del Muerto und “playa cristal” entdecken. Wir entscheiden uns aber für den Haupteingang “El Zaíno”. Die kleinen Orte Cañaveral, Arrecifes, Cabo de San Juan de Guía und Pueblito lassen sich hier erforschen, wobei Du ebenfalls die Möglichkeit hast in Zelten und Hängematten zu übernachten.

Im Parque Tayrona
Im Parque Tayrona

Sobald wir den Parkplatz hinter uns lassen und ein Stück laufen, nimmt mich die Natur völlig ein. Wir stapfen auf den präparierten Wegen durch das sattgrüne Dickicht und an einsamen Stränden vorbei (das Baden ist hier aus Sicherheitsgründen verboten). Wir klettern über riesige Felsen und durchqueren seichte Flüsse, bis wir unsere Unterkunft erreichen. An der Badestelle “La piscina” treffen wir auf einige Besucher, sodass wir dem Strand weiter folgen und uns an einer ruhigen Stelle zum Baden und Ausspannen niederlassen.

Bei der Badestelle "La Piscina"
Bei der Badestelle „La Piscina“
Meine Tipps für Deine Reise
  • Mitzunehmen sind: Stirnlampe / Taschenlampe, Mücken- und Sonnenschutz, Studentenausweis für den Parque Tayrona (Rabatt abstauben).
  • Für die Übernachtung: Nackenkissen, dicke Klamotten (Tuch).
  • Da der Park sehr gut besucht ist, die Unterkünfte überteuert sind und an Massenlager erinnern, empfehle ich (nur) einen Tagesausflug.

Casa Loma

Diese lebendige Unterkunft überzeugt durch ihre idyllische Umgebung und die wunderschöne Aussicht auf Santa Marta, die Karibik, den Dschungel sowie die Sierra Nevada. Den steilen Weg vom Dörfchen Minca zu diesem schönen Hostel nehmen wir also gerne in Kauf. Neben der einmaligen Aussicht erwarten uns Yogakurse, gemütliche Musikabende und superleckeres Essen. Weiterhin lädt die Umgebung zu einigen Ausflügen ein. Du kannst Dich in den Becken kleiner Wasserfälle erfrischen, aber auch die Natur und viele Tiere entdecken. Und während Mountainbiketouren Adrenalinräusche auslösen, lässt Dich der Besuch einer Familienfarm Einblicke in das Leben der Einheimischen gewähren.

Kontakt: Casa Loma

Aussicht auf Santa Marta
Aussicht auf Santa Marta
Meine Tipps für Deine Reise
  • Den besten Ausblick bietet die cabaña „Casa Luna“. Reserviere im Voraus!
  • In Minca gibt es keinen Geldautomaten. Nimm genügend Bargeld mit.
  • Es gibt kein WLAN.
Aussicht von der
Aussicht von der cabaña „Casa Luna“

Palomino

Wir decken uns gut ein. Mit allem, was wir während so eines Erlebnisses gebrauchen können. Dafür lassen wir aber auch Wertvolles zurück. Schließlich stapfen wir, mit einem großen Reifen bewaffnet, den kleinen Weg durch den Wald entlang. Anfangs noch fröhlich quatschend, später schwer atmend und jammernd. Dann erreichen wir jedoch das Ziel und der eben bestrittene Weg ist schon vergessen. Das erfrischende Wasser zieht uns förmlich an, sodass wir direkt in unseren Lkw-Reifen springen und den Fluss hinabtreiben.

Beim Tuben
Beim Tubing

Für mehrere Stunden nimmt uns der Fluss Richtung Süden mit. Auf dem Weg bestreiten wir waghalsige Abenteuer á la das verlorene Bier wieder einfangen und Stromschnellen mitnehmen bzw. ausweichen. Während sich im Hintergrund die artenreiche Natur erstreckt, erfüllen wir Missionen wie “wer entdeckt die schönste Pflanze“. Wir treiben an am Wasser spielenden, indigenen Kindern vorbei und an Frauen, die ihre Kleidung waschen. Diese Natürlichkeit und landschaftliche Schönheit nimmt an der Stelle, an der der Fluss schließlich auf das Meer trifft, seinen Höhepunkt.

Indigene Kinder beim Spielen auf einem Baum
Indigene Kinder beim Spielen auf einem Baum
Meine Tipps für Deine Reise
  • In Palomino gibt es neben dem Tuben einige Möglichkeiten die Natur und Landschaft zu entdecken. Nutze sie!

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Autor

Reisejunkie, Autor, Solopreneur. Mag es, ungewöhnliche Orte zu entdecken und nach seinen eigenen Regeln zu leben.

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