Heute ist der Tag des vorläufigen Abschieds von meinen Freunden und Kolumbien gekommen. Gleichzeitig ist es der Beginn eines neuen Abenteuers. Kuba erwartet mich. Das Land, das von Musik und Tanz dominiert wird. Das Land, in dem mich herzliche, heißblütige und bodenständige Menschen erwarten würden. Dessen Flora und Fauna mich begeistern wird. Und das Land, das ich schon seit einer geraumen Zeit bereisen wollte.

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Mein Flugzeug landet in La Habana, der Haupstadt Kubas. Eigentlich wollte ich zuerst ankommen und alles erkunden. Doch vor der schlechten Wetterfront flüchtend, blieb ich nur drei Tage und reiste, mit neuen Bekanntschaften, nach Trinidad. In der kleinen Stadt machten wir Ausflüge in die Natur, tanzten in Höhlen und nahmen an den Veranstaltungen der semana de la cultura teil. Nach ein Paar Tagen zog es uns weiter in den Osten, sodass wir, nach einem kurzen Stopp in Camagüey, Santiago de Cuba erreichten. Und während die Stadt ein einzigartiges Flair versprühte, lehrten mich ihre Bewohner Salsa tanzen und lästige Rufe einfach zu ignorieren. Vom karibischen Flair weiter angezogen fand ich mich in Baracoa wieder, das mich begeisterte. Die wunderschöne Flora und Fauna sowie eine ruhige Atmosphäre hüllten diesen Ort ein und ließen mich eine andere Facette Kubas erkunden. Gerne hätte ich an diesem Ort die Zeit vergessen und mich weiter treiben lassen. Doch es gab noch ein Paar Orte, die ich erleben wollte. So ging es zurück – genauer gesagt nach Cienfuegos. Die Perle des Südens mit ihrer Landzunge Punta Gorda hielt mich für zwei Tage. Die Ruhe vor und auch nach dem touristischen Sturm suchte und fand ich in Playa Larga, einem kleinen, ruhigen Dorf in der Schweinebucht. Und dann kam es: La Habana. Die Hauptstadt, auf die ich mich schon sehr gefreut hatte. Die Stadt, die ein einzigartiges Flair versprüht. Diese bunte, historische und beeindruckende Stadt. Ja und dann ging es noch nach Viñales, das mich voll und ganz begeisterte.
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Trinidad

Diejenigen, die mich kennen wissen, dass ich von touristischen Orten eigentlich nicht viel halte. Trotzdem hat es mir diese kleine, bunte Stadt angetan. Was mich über die Scharen an Touristen hinwegsehen lässt? Es ist es der Charme, der diesen Ort einhüllt und sich in den freundlichen Bewohner widerspiegelt. Sie sitzen auf den Stufen ihrer Häuser, beobachten das Geschehen und unterhalten sich. Dabei ist eins gewiss: die Haustür ist offen. Hier ist dieses Verhalten normal. Die Türen stehen immer offen. Für Freunde, Nachbarn und Fremde. Zum anderen begeistern mich die wunderschöne Natur und die zum Teil jahrhundertealte Architektur. Diese lässt sich besonders gut vom Turm des Museo Nacional de Lucha Contra Bandidos erkunden.

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Aussicht vom Turm über Trinidad

Daneben kannst Du die Natur auf einer Fahrradtour zum nahegelegenen Strand entdecken. Der hügelige Weg führt Dich vorbei an grünen Feldern und durch das kleine Dorf Boca. Sobald Du das Meer sichtest, hast Du an verschiedenen Plätzen die Möglichkeit, einen Stopp einzulegen, wobei der touristischste Strand „Playa Ancon“ ca. 9 Kilometer von Trinidad entfernt liegt. Auch kannst Du auf Pferden zum nahe gelegenen Wasserfall reiten und dabei die sattgrünen Felder und Hügel Kubas entdecken. Auf eben diesem Weg passieren wir arme Dörfer, deren Häuser teilweise Ruinen darstellen. Und trotzdem schenken uns die Einheimischen Früchte. Kinder spielen in dreckiger Kleidung mit kaputten Bällen auf der Straße. Und trotzdem hören wir sie lachen. Beim Wasserfall angekommen springen wir von den Felsen in das erfrischend kühle Wasser, schwimmen in die kleine Höhle und gönnen uns einen Mojito an der minimalistischen Bar. Zu den akustischen Gitarrenklängen Pablos genießen wir das Ambiente und die Natur.

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Abends spielt sich das Geschehen auf den Stufen vor dem Casa de la música ab. Wir haben Glück und befinden uns in der semana de la cultura, sodass jeden Abend Musik und Tanz auf dem Plaza Major geboten sind. Mehrere Hundert Menschen versammeln sich dort. Jugendliche, Väter mit ihren Kindern und alte Frauen, die ihre Hüften schwingen, wie die 15 jährigen Chicas. Alkohol fließt in Strömen und gelacht wird viel. Die Stimmung ist ausgelassen und friedlich. Und während wir den rhythmischen Klängen lauschen, tauchen wir gänzlich in die kubanische Kultur ein.

Meine Tipps für Deine Reise
  • Was Du dir auf keinen Fall entgehen lassen solltest, ist die Disco la cueva (die Höhle). Ja, die Disco befindet sich in einer echten Höhle. Und ja, es ist ziemlich cool! Neben hohen Decken und Tropfsteinen erwarten Dich dort bunt gemischte Musik, Einheimische und weitere Touristen.

 

 

Santiago de Cuba

Santiago de Cuba vibriert nur so von Tumba Francesa, der Wurzel vieler lateinamerikanischer Rhythmen, welche von der UNESCO als Kulturgut deklarierte wurde. Malerisch liegt die zweitgrößte Stadt vor der bergigen Landschaft und wird von dem UNESCO-Welterbe, San Pedro de la Roda, der steilen, in Felsen gebauten Festung, bewacht. Durch ihren Charme und ihre Schönheit gewinnt mich die pulsierende Stadt für sich.

Am besten lernst Du Santiago de Cuba kennen, indem du einen Rundgang durch das Zentrum machst. Vom Parque Céspedes erreichst Du alles super schnell und einfach. Die im Süden des Parks liegende Catedral, Santa Iglesia Basílica Metropolitana, musste bisher, aufgrund von Erdbeben und Piratenangriffen, vier Mal neu errichtet werden. Das Casa de Diego Velázquez aus dem 16. Jahrhundert ist das älteste Haus und liegt westlich des Parks. Das nahe gelegene Museo del Carneval gibt Dir hingegen einen Eindruck vom bunten Karneval der Stadt. Das Highlight ist aber die riesige Festung Fortaleza de San Pedro de la Roda del Morro, die drohend, auf einer ca. 60 Meter hohen Klippe, die schmale Einfahrt zur Bahía de Santiago de Cuba bewacht.

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Die temperamentvollen Kubaner verwandeln diesen Ort ebenfalls in etwas Besonderes. Während Du Dich tagsüber von ihren durchdringenden Blicken fast nicht retten kannst, lassen sie Dich abends voller Energie und sangre calliente (heißem Blut) über die Tanzfläche schweben. Dabei holen sie Dir, sanfte Worte ins Ohr säuselnd, die Sterne vom Himmel. Doch auch die hüftschwingenden Kubanerinnen werden, durch ihre heißen Tanzeinlagen, Deine Blicke auf sich ziehen.
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Meine Tipps für Deine Reise
  • Restaurant: Lucky Churros
  • Fiesta: La Caqueta (live-Band, viele Kubaner als Gäste), Casa de la música
  • Fortbewegungsmittel: zu Fuß, Moto-Taxi (3-5 CUP), Taxi (zum Morro)
  • das Zentrum ist nicht weit von der Bushaltestelle entfernt. Lass Dir bei der Ankunft kein teures Taxi aufquatschen.

 

 

Baracoa

Ich schließe die Augen. Sanft streicht mir der Fahrtwind über das Gesicht. Meine nackten Füße baumeln aus dem Fenster. Während ich tief einatme, breitet sich eine heiße Welle des Glücks in mir aus. Ich öffne die Augen und möchte alles festhalten. Die Natur, die in all ihrer Blüte und Vielfalt erstrahlt. Intensiver und mächtiger als an den von mir zuvor bereisten, kubanischen Orten. Nur wenige bunte Häuser durchbrechen diese grüne Wand und werden von Kubanern bewohnt. Einige von ihnen beobachten, auf den Stufen ihrer Häuser sitzend, das Geschehen. Andere stehen an der Straße und verkaufen Cucurucho (Süßigkeit), Obst und Mani (Mandeln).

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30 Kilometer zieht sich La Farola, die 1960 gebaute Straße, die Baracoa mit dem Rest Kubas verbindet. Sie schlängelt sich durch kleine Dörfer und führt an weiten, grünen Bergen vorbei. Allein für diese Naturspektakel lohnt sich die Fahrt nach Baracoa, das Christopher Columbus am 27. November 1492 erstmals erreichte und kurz darauf ein hölzernes Kreuz in den Boden schlug. Und so bin ich fast ein wenig traurig, als es heißt „ya estamos.“ Ich steige aus dem Taxi und blicke mich um. Eingehüllt von der reichen, tropischen Vegetation liegt dieser Ort direkt am Atlantischen Ozean und ich denke nur: Ja, hier kann ich länger ausspannen.

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Das kleine Zentrum Baracoas wird nicht nur durch das französische Flair, sondern auch durch den touristischen Einfluss bestimmt. Gleichzeitig erinnern viele Gebäude an den Aufenthalt Columbus, wie El Castillo, das älteste Gebäude und heutige Hotel Castillo.
Besonders sticht jedoch die Natur aufgrund ihrer Vielfalt hervor. Hier, in der UNESCO-Biosphäre, kannst Du Dich in mehr als 10 Flüssen und in vielen, schönen Wasserfällen erfrischen. Auf jeden Fall solltest Du Dir ein Fahrrad mieten und die Natur entdecken. Der Strand, Playa Managua (20 km), ist sehr idyllisch und hält drei Strandabschnitte bereit, wobei Du im gleichnamigen Dorf auch übernachten kannst. Auf dem Weg passierst Du außerdem den Playa Duaba (6 km), an dem Meer und Fluss aufeinandertreffen. Die Finca Duaba ist nicht weit entfernt und bietet eine Tour an (2 CUC), in der Du alles über die Produktion von Schokolade erfährst. Ihr Abschluss ist der Genuss einer heißen Schokolade in Kokosmilch.

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Strand Playa Managua

Von Baracoa Richtung Osten, über den Strand laufend und eine lange Brücke überquerend, erreichst Du das Dorf Boca de Miel. Der dortige Strand, Playa Blanca, lädt zum entspannen ein. Doch auch die Natur hält einige Entdeckungen bereit. Neben einem Aussichtspunkt, der Dich über ganz Baracoa blicken lässt, werden Dich die eindrucksvollen Höhlen, die teilweise auch natürliche Quellen beinhalten, begeistern. Daneben ist eine Tour durch den Parque Alejandro de Humboldt ein Erlebnis, welches Du Dir nicht entgehen lassen solltest. 2001 wurde der Park, nicht zuletzt aufgrund seiner außergewöhnlichen Flora und Fauna zum Weltkulturerbe ernannt.

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Boca de Miel

Ein besonderer Tipp für Dich ist der Besuch meines Freundes Popi. Seiner Passion und der Familientradition folgend, stellt er seit mehreren Jahrzehnten Süßigkeiten her und hält sich dabei streng an das geheime Rezept. Neben Mandelriegeln, Cucurucho und Schokoladentafeln, verkauft er auch super leckere Schoko-/Kokusnusstafeln. Besuche ihn in seinem kleinen Haus und lasse Dir die Produktion dieser Leckereien vorführen sowie erklären. Auch ermöglicht er Touren in die Umgebung, auf denen er Dich mit seinem einmaligen Humor und seiner liebevollen Art unterhält.
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Meine Tipps für Deine Reise
  • Probiere: Cucurucho: ein leckerer, traditioneller Mix aus Kokosnuss, Früchten und Zucker, das in Palmblättern eingewickelt wird
  • Fortbewegungsmittel: Fahrrad, zu Fuß, Bici-Taxi
  • Popi: Produktion und Verkauf von Schokolade und Touren in die Umgebung: Adresse: Puente Miel Calle 9 # 11 Int. Telefon: (+53) 53469507

 

 

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Autor

Reisejunkie, Autor, Solopreneur. Mag es, ungewöhnliche Orte zu entdecken und nach seinen eigenen Regeln zu leben.

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