Russland ist insbesondere wegen der beiden Metropolen St. Petersburg und Moskau eine Reise wert, aber auch landschaftlich hat das größte Land der Welt viel zu bieten. (Philipps Bericht über St. Petersburg erscheint hier übrigens in Kürze). Viele Reisende werden jedoch von den (angeblich) strengen Visum-Anforderungen vor einer Russlandsreise abgeschreckt. Die Angst vor dem Visum-Antrag ist aber unbegründet.

Eines ist klar: Aufgrund der Visapflicht gestaltet sich die Einreise logischerweise etwas komplizierter,  als im Vergleich zur Einreise in typische Urlaubsländer, die keine Visapflicht kennen. Zum Glück lässt sich ein russisches Visum mit entsprechender Planung aber mit wenig Aufwand beschaffen.

Visum für Russland in wenigen Schritten beantragen

Bevor du ein Touristen-Visum für Russland beantragen willst, musst du sicherstellen, dass du die nötigen Voraussetzungen erfüllst:

  • Dein Reisepass muss noch mindestens 6 Monate gültig sein, wenn die Reise beendet ist
  • Eine Doppelseite des Reisepass muss frei sein, damit das Visum eingeklebt werden kann

Einladung und Reisebestätigung

Für die Einreise nach Russland ist eine Reisebestätigung erforderlich. Eine Ausnahme gibt es nur für Touristen die Russland via Kreuzfahrtschiff erreichen, nicht länger als 72 Stunden bleiben und in geführten Gruppen unterwegs sind. Außerdem benötigst du kein Visum, wenn du mit dem Flugzeug reist und in Russland nur eine Zwischenlandung einlegst, sofern du nicht länger als 24 Stunden im Land bleibst und die Transitzone des Flughafens nicht verlässt.

In der Regel bekommst du eine Einladung, wenn du ein Zimmer in einem russischem Hotel buchst. Es ist jedoch auch möglich über registrierte Touristenorganisationen eine Einladung zu „bestellen“. Meine Einladung wurde mir von www.visarussia.at um 29 Euro beschafft.

Eine Reisekrankenversicherung ist erforderlich

Für das Visum benötigst du außerdem eine gültige Reisekrankenversicherung. Die Reiseversicherungspolizze muss weltweite Deckung aufweisen und die Deckungssumme muss mindestens 30.000 EUR betragen. Empfehlenswert ist zum Beispiel die HanseMerkur Auslandsreise-Krankenversicherung – für beliebig viele Reisen bis zu 30 Tage. Diese Versicherung lässt sich schon für 19 Euro abschließen. (Achtung: es handelt sich dabei um die österreichische Variante, die deutsche Variante ist für beliebig viele Reisen bis zu 56 Tage am Stück gültig und kostet 17 Euro)

Den Visumantrag online ausfüllen

Hast du diese Grundlagen erledigt, musst du den Visumantrag online ausfüllen. Der ausgefüllte Antrag wird gespeichert und ausgedruckt.  Danach musst du noch ein aktuelles Passfoto auf den Antrag kleben.

Nun kann der Antrag auf ein Visum gestellt werden: Das kann bei der jeweiligen Konsularabteilung der Botschaft der Russischen Föderation unternommen werden. Einen besseren Service bieten die jeweiligen russischen Visazentren. Ich beantragte mein Visum beim Russischen Visazentrum Österreich. Selbstverständlich gibt es solche Einrichtungen auch in Deutschland:

Wie viel kostet ein Visum für Russland?

Diese Frage kann pauschal nicht beantwortet werden. Die Gesamtkosten berechnen sich vor allem aus der Visumart, der Reisekrankenversicherung und den Kosten für die Einladung.

Die Kosten meines Visumantrags für Russland schlüsselten sich folgendermaßen auf:

Passfoto 12,99
Einladung 29
Reisekrankenversicherung 19
Bearbeitungsgebühr 25
Visumantrag 70
Gesamtkosten 155,99

Das ist sicher nicht der billigstmögliche Preis für ein russisches Visum: Die Einladung hätte ich mir selber besorgen können und die Bearbeitungsgebühr fällt nur im Visazentrum an. Mir ging es jedoch eher darum den Beantragungsprozess für das Visum für Russland möglichst reibungslos zu durchlaufen.

Einreise nach Russland

An der russischen Grenze (Meistens am Flughafen, in meinem Fall beim Grenzübergang Narva) musst du ein Migrationsformular ausfüllen. Eine Seite davon wird abgegeben, die andere musst du bis zur Ausreise sicher aufbewahren und dann abgeben. Sowohl bei der Einreise als auch bei der Ausreise wurden mir keine Fragen gestellt (die Beamten sprechen scheinbar keine Fremdsprachen), insgesamt ist die Atmosphäre an der Grenze deutlich entspannter als zum Beispiel in den USA.

Weitere Einreisebestimungen findest du auf der Seite des Auswärtigen Amts.

Russland Meldepflicht

Ein wichtiger Punkt den du bei einer Reise nach Russland beachten musst, ist die Meldepflicht: Du bist verpflichtet, dich anzumelden, wenn du länger als 7 Tage in Russland verbringst. (In meinem Fall musste ich mich nicht anmelden, da ich nur eine Woche in St. Petersburg verbrachte)

Solange du dich in Hotels aufhältst tangiert dich dieser Punkt nicht, da dich jedes seriöse Hotel automatisch melden wird. Schwieriger wird es, wenn du bei Freunden oder in Apartments absteigen willst. Hier muss dich der Gastgeber anmelden, diese Registrierung erfolgt beim Postamt oder einem Büro des Förderalen Migrationsdienstes (FM). Die Registrierung im Postamt ist kostenpflichtig (aber sehr günstig), die Registrierung bei der FM dafür kostenlos.

Du erhälst nach der Registrierung ein Meldedokument, dass du genauso wie den Reisepass immer mit dir herumtragen musst.

Wichtig ist auch, dass du dich jedes Mal neu registrieren musst, wenn du die Unterkunft wechselst und dort länger als 7 Tage bleibst. Hier ein paar Beispiele um diesen bürokratischen Prozess zu erläutern:

  • Wenn du dich drei Tage in St. Petersburg, dann drei Tage in Moskau und dann noch zwei Tage in Rostow aufhältst, insgesamt 8 Tage) brauchst du dich nur einmal in einer der drei Städte registrieren.
  • Wenn du einen Tag in St. Petersburg und dann sieben Tage in Moskau (insgesamt 8 Tage) bleibst, dann musst du dich nur in Moskau registrieren.
  • Wenn du einen Tag in St. Petersburg und dann sechs Tage in Moskau (insgesamt 7 Tage) bleibst, musst du dich nirgends registrieren.

PS: Viele Airbnb-Gastgeber wollen Gäste nicht registrieren, da der Prozess mehrere Stunden in Anspruch nimmt. Wenn du trotzdem Airbnb nutzen willst, kannst du die erste Nacht in einem Hotel verbringen, und dort darum bitten, dich dort für die Zeit deines Stadtaufenthaltes registrieren zu lassen.

Welche Sicherheitstipps musst du in Russland beachten?

Falls du von der Polizei kontrolliert wirst, solltest du das Migrationsformular, den Meldezettel und deinen Reisepass immer dabei haben. Am besten steckst du diese in eine Bauchtasche.

Ich empfand St. Petersburg als relativ sicher, aber natürlich kann der subjektive Eindruck täuschen. Es gelten die selben Sicherheitstipps wie in allen anderen Metropolen:

  • Pass auf teure Gegenstände auf
  • Nimm dich in Acht, wenn du Geld wechselst oder vom Bankomaten abhebst. Viel Bargeld benötigst du übrigens nicht, in fast allen Lokalen und Geschäften kannst du mit Karte zahlen.
  • Informiere dich im Voraus über unsichere Stadtviertel

Wie kommst du ohne Russischkenntnisse durch?

In St. Petersburg waren viele Straßenschilder überraschenderweise zweisprachig angeschrieben. In der Stadt bzw in den Touristenzonen zu navigieren, ist deshalb relativ leicht. Die Englischkenntnisse der einheimischen Bevölkerung sind jedoch sehr bescheiden, den Kellnern steht zum Beispiel die Angst ins Gesicht geschrieben, wenn du anfängst auf Englisch zu sprechen

Die Leute sind trotzdem sehr hilfsbereit und suchen notfalls jemanden mit Fremdsprachenkenntnissen. Daher zahlt es sich aus nach dem Weg oder um Hilfe zu fragen, wenn du dich nicht mehr auskennst.


Warst du schon einmal in Russland? Wie hat es dir gefallen und wie hast du den Visa-Beantragungsprozess empfunden? Wir freuen uns über deine Erfahrungen und weitere Tipps in den Kommentaren!

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Autor

Reisejunkie, Autor, Solopreneur. Mag es, ungewöhnliche Orte zu entdecken und nach seinen eigenen Regeln zu leben.

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