Bis vor kurzem waren Selfie-Stangen – auch Selfie-Sticks und Narzissten-Stangen genannt – vornehmlich Accessoires von chinesischen und japanischen Touristen.

Dementsprechend lautete eine beliebte Analogie: Samurais verließen früher ihre Burg nie ohne Katana. Heute verlassen japanische Touristen das Hotel nie ohne Selfie-Stange. 

Anfangs wurden diese Stangen in unseren Breiten ignoriert, dann lachte man über sie, später bekämpfte man sie, aber wenn man sich heute in den Fußgängerzonen der europäischen Innenstädte so umschaut, haben die Stangen gewonnen.

Egal ob Wien, Budapest, Berlin, Paris oder London. Überall drängen sich Europäer, Araber, Amerikaner und natürlich Asiaten, mit Selfie-Stangen bewaffnet, zu den besten Fotoplätzen, um auswechselbare Selbst-Portraits für ihre Instagram- und Facebook-Accounts zu schießen.

Das Bedürfniss nach einem Selfie scheint über alle Kulturen und Landesgrenzen hinweg, universell zu sein. Lange wird es nicht mehr dauern, bis „Das Recht auf ein Selfie“ in die Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte aufgenommen wird.

Während Selfies nichts neues sind, hat es recht lange gedauert, bis sich die Selfie-Stange durchsetzte. Was ist also die Geschichte hinter diesem modernen Zauberstab?

Wo liegt der Ursprung des Selfie-Sticks?

Laut Wikipedia tauchte der Selfie-Stick das erste Mal im Buch „101 nutzlose japanische Erfindungen“ aus dem Jahr 1995 auf. Dort hatte der Stick jedoch nicht den Zweck ein Selfie des Stangenhalters zu machen, sondern mit der Kamera schwer zu erreichende Fotopositionen zu erreichen. Zum Beispiel von einem Tiger in seinem Käfig.

Dieser Guardian-Artikel behauptet sogar, dass der erste Selfie-Stick im Jahr 1926 in England von Arnold Hogg erfunden wurde. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass Hogg bloß einen Gehstock benutzte, um seine Kamera auszulösen.

Wie auch immer: Als Halterung für das Smartphone mit Selbstauslöser wurde der Selfie-Stick schließlich im Jahr 2005 vom Kanadier Wayne Fromm patentiert. Wayne ahnte wohl nicht, was für eine revolutionäre Erfindung er da erschaffen hatte, den in den ersten Jahren war die Nachfrage nach der Smartphone-Stange recht gering. 2014 ging es jedoch Schlag auf Schlag. In diesem Jahr wurde die Selfie-Stange sogar vom Times Magazine zu den besten Erfindungen des Jahres gekührt.

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Wie funktionieren Selfie-Stangen?

Selfie-Sticks sind meistens Teleskopstangen, an deren Ende das Smartphone befestigt wird. Die Stangen dienen dem Fotografen als Verlängerung des Armes, wodurch der Blickwinkel vergrößert wird und mehrere Personen aufs Selfie-Bild passen. Das Handy wird mittels Kabel oder Blue-Tooth mit der Stange verbunden. Der Auslöser ist normalerweise am Griff der Selfie-Stange integriert. Manche Stangen benötigen auch eine Fernsteuerung.

Wie gefährlich sind Selfie-Stangen?

Selfie-Sticks sind sicher ungefährlicher als Samurai-Schwerter. In der Regel verletzten sich Selfie-Stick-Benutzer eher selbst. So wie der Spaziergänger aus Wales, der vom Blitz getroffen wurde, als er ein Foto mit seinem metallenen Selfie-Stick machen wollte.

Dennoch werden Selfie-Sticks in immer mehr Vergnügungsparks verboten, weil einige Besucher den Stick sogar während der Achterbahnfahrten benutzen und damit sich selbst und die anderen Mitfahrer gefährden. Auch mehrere Fussballstadien haben schon ein Verbot verhängt, da dort Selfie Sticks als Wurfgeschosse verwendet wurden.

Schließlich gibt es auch noch Verbote in den Uffizien in Florenz, den Vatikanische Museen und der Albertina in Wien, da Besucher beim Selfiemachen mit ihrem Stick Kunstwerke zerstören könnten.

Kein Wunder, dass einige Leute eine eher negative Meinung über Selife-Stick-Benutzer haben:

Ich find Selfiestangen sehr nützlich. Sie erlauben einem, Idioten schon auf große Entfernung zu erkennen – Anonyme Meinung aus einem Onlineforum

Die Zukunft des Selfie-Stick

Bisher wurde ich noch nicht vom Smartphone-Selfie-Trend mitgerissen, was wohl auch daran liegt, dass mein veraltetes Smartphone einfach keine guten Bilder schießt.

Selfie Sticks für Spiegelreflexkameras (Monopads) soll es zwar auch schon geben, aber auch das überzeugt mich noch nicht. Erst für diesen Artikel kaufte ich mir meine erste Selfie-Stange. Dass sie auf meine Reiseliste kommt, bezweifle ich. 😉

Technologisch bin ich hier wohl ein Nachzügler, aber das könnte sich ändern, wenn ich mir den potenziellen Nachfolger des Selfie-Sticks ansehe.

Selfie-Drohnen (Narzissten-Drohnen)

Bisher dachte man, dass Drohnen nur zur Bekämpfung von Terroristen, dem Filmen von verunglückten Hochzeitsvideos oder zur Störung des Flugverkehrs gut seien. Es fehlte die Killerapplikation, die Drohnen auch für Normalverbraucher interessant macht. Aber das wird sich bald ändern, denn die erste Selfie-Drohne sind schon am Markt.

Die Drohne Nixie kann zum Beispiel als Armband bequem zum Radfahren, Joggen oder Sightseeing mitgenommen werde. Sobald man ein Selfie bzw. ein Bild von einer spektakulären Situation machen will, wirft man die Drohne einfach in die Luft. Mittels Peilsender bleibt Nixie dem Besitzer auf den Fersen und schießt dabei Fotos am laufenden Band.

Ein ähnliches Konzept verfolgt die Zano-Drohne. Bei einer spektakulären Kickstarter-Kampagne sammelte die Entwickler dieser Selfie-Drohne 3 Millionen Euro ein. Erste Exemplare können schon heute auf flyzano.com vorbestellt werden.

Selfie Stangen kaufen

Die meisten Selfie-Stangen kosten zwischen 10 und 15 Euro. Auf Amazon findest du eine große Anzahl an Herstellern. Hier ist eine kurze Übersicht der beliebtesten Modelle:

Gerät Max Länge Blue-Tooth/Kabel Mehr Infos
Movoja® 1 Meter Kabel Amazon
JETech® 91 cm Kabel Amazon
TaoTronics 88 cm Bluetooth Amazon
Mpow® 1 Meter Bluetooth Amazon
Ipow 105 cm Bluetooth Amazon

Selfie Stick selber machen?

Wenn du keine 10 Euro für eine Selfie-Stange ausgeben willst, besteht noch immer die Möglichkeit einen Haushaltsgegenstand als Selfie-Stange zu missbrauchen:

russian-selfie-stick

Quelle: rebrn.com

Wer sich nicht mal die Schaufel-Variante leisten kann, muss auf Hilfe von Freunden zurückgreifen:

selfie-stick-meme

Quelle: img.memecdn.com

Manche Leute meinen ja, dass es nur eine richtige Anwendung für den Selfie-Stick gibt:

selfie-beer

Quelle: img.memecdn.com

Was ist deine Meinung über Selfie-Sticks: Geniale Erfindung oder nerviges Tool für Foto-Narzissten? Wir freuen uns auf dein Kommentar!

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Autor

Reisejunkie, Autor, Solopreneur. Mag es, ungewöhnliche Orte zu entdecken und nach seinen eigenen Regeln zu leben.

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