Hast du schon einmal davon geträumt wilde Bären in ihrer natürlichen Umgebung zu fotografieren? Dann habe ich eine gute Nachricht für dich: Es ist möglich, dir diesen Traum zu erfüllen und dafür musst du nicht einmal nach Kanada oder Alaska fliegen. 

Braunbär Fotografie ist mitten in Europa möglich, nur wenige Autostunden von Österreich oder Deutschland entfernt. Genauer gesagt in Slowenien, dem kleinen, aber feinen Naturjuwel im Herzen von Europa. Wo das genau in Slowenien das möglich ist, wie dieses Erlebnis abläuft und was du beim Fotografieren von Bären beachten musst, erzähle ich dir in diesem Artikel. 

Bären fotografieren in Slowenien

Wo kann man in Slowenien Bären fotografieren?

bären fotografieren
Die dichten Wälder Sloweniens beherbergen eine der größten Braunbär- Populationen weltweit.

Slowenien ist ein echtes Juwel. Das Land ist nicht nur mit einer wunderschönen, abwechslungsreichen Landschaft gesegnet, sondern überzeugt auch mit seiner wilden, unberührten Natur. Obwohl flächenmäßig sehr klein, verfügt Slowenien über überdurchschnittlich viel Waldfläche. Die Region Kočevsko beheimatet mit dem Urwald Krokar einen der wenigen erhaltenen Urwälder Europas. 91% der Fläche sind mit Bäumen bedeckt und werden nicht bewirtschaftet. Die Bedeutung dieser ursprünglichen Buchenwälder wurde 2017 durch die Aufnahme in die Liste des UNESCO Weltnaturerbes bestätigt.

Kein Wunder, dass in dieser mystischen Waldlandschaft auch der in Europa vielerorts bereits ausgerottete Braunbär eine Heimat gefunden hat. Etwa 560 Stück leben schätzungsweise in den Notranjskoer und Kočevskoer Wäldern, somit beheimatet das Gebiet in Südslowenien eine der weltweit größten Braunbär- Populationen. 

Um diese Braunbären beobachten und fotografieren zu können, werden spezielle Bären- Safaris und Fototouren angeboten. Natürlich ist Tierbeobachtung immer eine Glückssache, doch an kaum einem anderen Ort Europas lassen sich Bären so gut aufspüren und fotografieren wie in den dichten Wäldern Sloweniens. Die Erfolgschancen sind dementsprechend hoch, vor allem, wenn man mehrere Tage in der Gegend verbringt. 

Ablauf der Bären Safari in Slowenien

bären fotografie slowenien
Wilder Braunbär in der Nähe von Markovec

Ausgangspunkt für die Bären- Fotografie ist der kleine Ort Markovec im Süden Sloweniens, nahe der kroatischen Grenze. Der Veranstalter verfügt dort über zahlreiche Gasthäuser und Lodges für die Übernachtung und Verpflegung der Gäste. Die Bärenbeobachtung selbst finden am Nachmittag in speziellen Ansitzhütten im Wald statt. Mittlerweile gibt es in der Gegend 20 Ansitzhütten für jeweils 2-4 Personen an insgesamt 8 Standorten. Diese Hütten sind einfach gehalten, aber speziell auf die Bedürfnisse von Fotografen zugeschnitten. Die Standorte sind hinsichtlich Lichteinfall optimiert und so konstruiert, dass die Fotografie auf Augenhöhe mit dem Bären möglich ist. Außerdem sind sie mit Bohnensäcken ausgestattet und bieten auch die Möglichkeit, Stativköpfe anzuschrauben, um die Kamera samt großem Teleobjektiv sicher zu befestigen.

ansitzhütten Bärenfotografie
Hier siehst du die Ansitzhütten von außen und von innen (Handy- Foto). Die roten Rohre sind das Entlüftungssystem in die Baumkronen.

Selbstverständlich befinden sich diese Hütten nicht in unmittelbarer Nähe des Ausgangspunkts, sondern tief in den naturbelassenen Wäldern der Region. Um sie zu erreichen benötigt man ein geländegängiges Auto, oder man nutzt den kostenlosen Transferservice des Anbieters. 

Ein kurzer Fußweg über teilweise recht unwegsames Gelände ist aber immer nötig, um den finalen Fotostandpunkt zur Bären- Fotografie zu erreichen. Dort hat man dann, je nach Jahreszeit, zwischen 5 und 7 Stunden Zeit, um auf Bärenbesuch zu hoffen. DIe Abholung erfolgt so, dass man spätestens zum Sonnenuntergang wieder aus dem Wald heraus ist. 

Der Weg zu den Ansitzhütten erfolgt immer in Begleitung eines Rangers und alle Gäste werden vorab über den Verhaltenskodex im Wald und ganz besonders in den Hütten instruiert. Es ist wichtig, sich an diese Regeln zu halten, denn sie können einen entscheidenden Einfluss auf Erfolg oder Misserfolg der Bärenbeobachtung haben. Denn auch wenn der Braunbär vielerorts einen wirklich schlechten Ruf hat: Es handelt sich trotz des beeindruckenden Erscheinungsbildes um ein äußerst scheues und  vorsichtiges Tier. Schon die kleinste, falsche Bewegung oder ein unbeabsichtigtes Geräusch können den Bären in die Flucht treiben.

Wichtig: Es gibt in den Ansitzhütten keine Toilette und es ist streng verboten die Hütte zu verlassen. Einerseits wegen deiner eigenen Sicherheit, andererseits, weil die Bären sich nicht an den menschlichen Geruch gewöhnen sollen. Wer eine schwache Blase hat sollte sich daher vorher um eine Notfall- Toilette, ein so genanntes Taschen- WC, umsehen. 

Equipment zum Fotografieren der Bären

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Dieses Bild entstand mit dem Nikon 70- 200 f/2,8 Objektiv

Die meisten Ansitzhütten zum Fotografieren und Beobachten von Bären befinden sich mitten im Wald, was bedeutet, dass die Lichtverhältnisse recht schwierig sind. Daher ist es unbedingt notwendig ein möglichst lichtstarkes Teleobjektiv dabeizuhaben sowie idealerweise eine Kamera mit einem sehr guten Rauschverhalten

Glaub mir, wenn man erstmal unter dem dichten Blätter- Baldachin sitzt, ist man immens froh über jedes bisschen Lichtstärke. Dazu kommt, dass man mit langen Brennweiten ein bewegtes Motiv fotografiert, was bedeutet, dass die Verschlusszeit möglichst kurz gehalten werden sollte, um Bewegungsunschärfe zu vermeiden. 

Diese ungünstige Konstellation bringt viele Standard- Teleobjektive, deren größte Blendenöffnung meist irgendwo zwischen 4 und 6,3 liegt, an ihre Grenzen. Und lichtstarke Festbrennweiten kosten schnell einmal den Gegenwert eines Gebrauchtwagens, weshalb sie sich für Hobbyfotografen, aber auch Profis, die nicht ausschließlich im Bereich Naturfotografie arbeiten, kaum lohnen. 

Das Gute ist, dass Kameras der neuesten Generation auch im Hobby- bzw. semi- professionellen Bereich mittlerweile über ein erstaunlich gutes Rauschverhalten verfügen. Es ist also durchaus möglich, fehlende Lichtstärke mit höheren ISO- Werten zu kompensieren, ohne starke Qualitätseinbußen zu riskieren. 

Sehr empfehlen kann ich dir auch ein Teleobjektiv mit 70- 200 mm Brennweite und einer kleinsten Blendenzahl von f/2,8. Dabei handelt es sich keineswegs um ein billiges Glas, aber es ist deutlich günstiger als eine Festbrennweite von 300 oder gar 400 Millimeter mit dieser Lichtstärke. Und da die Bären oft recht nahe herankommen, erzielt man mit 200 mm auch schon erstaunlich gute Ergebnisse. 

Lesetipp
Bist du auf der Suche nach einem neuen Objektiv? In meinem großen Objektiv- Vergleich findest du eine Übersicht aller gängiger Linsen für die wichtigsten Einsatzzwecke!

Neben Kameras und Objektiven benötigst du natürlich geladene Akkus, ausreichend Speicherkarten und eventuell einen Stativkopf, den du in der Hütte auf eine Vorrichtung aufschrauben kannst, um deine Kamera zu fixieren. Manche Hütten sind außerdem mit Bohnensäcken ausgestattet, aber es macht durchaus Sinn, zur Sicherheit einen eigenen mitzubringen. 

Was muss man beim Fotografieren von Bären beachten?

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Die Lichtverhältnisse im Wald stellen auch Profis vor eine Herausforderung

Vom technischen Aspekt her ist die richtige Belichtung die größte Herausforderung bei der Bären- Fotografie in Slowenien. Naturgemäß ist es im Wald recht dunkel, was die interne Belichtungsmessung der Kamera schnell an ihre Grenzen bringt. Da die Kamera immer auf einen mittleren Grauwert belichtet, wird ein mehrheitlich dunkles Motiv im Automatikmodus gerne überbelichtet und erscheint dann ausgewaschen und flau mit ausgebrannten Highlights. 

Vor allem am frühen Nachmittag hat man außerdem mit starken Kontrasten zwischen den einzelnen hellen und mehrheitlich dunklen Bereichen zu kämpfen, was es schwierig macht ein korrekt belichtetes Foto zu erhalten. 

Ich würde dir daher unbedingt zum manuellen Modus raten und empfehlen, das Motiv bewusst etwas unterzubelichten. Achte darauf, dass in den hellen Bildbereichen noch Zeichnung erhalten ist und hole die Tiefen in der Nachbearbeitung wieder hervor. 

In der Halbautomatik würde ich dir zu einer Belichtungskorrektur von etwa -1 raten, je nach Lichtsituation. 

Öffne die Blende soweit wie möglich (kleinste Zahl) und wähle eine Verschlusszeit von mindesten 1/500 Sekunden (oder kürzer), um Bewegungsunschärfe zu vermeiden. Den ISO- Wert passt du abhängig von der Lichtsituation so an, dass du ein korrekt belichtetes Foto erhältst. Obwohl ich persönlich in der Tier- und Safari- Fotografie normalerweise gerne mit ISO- Auto arbeite, würde ich es bei der Bären- Fotografie im Wald nicht empfehlen. Grund ist, dass, wie bereits erwähnt, dunkle Motive im Automatikmodus gerne zu hell belichtet werden, sprich die Kamera wählt den ISO- Wert höher, als er tatsächlich sein müsste. 

Ich mache lieber ein paar Testbilder und passe die Werte manuell an, bis ich das gewünschte Ergebnis erreicht habe. Wichtig ist auch, dass du dich bei der Bildkontrolle nicht auf das Display deiner Kamera, sondern das Histogramm verlässt. In der dunklen Hütte wirkt das Bild am Display nämlich definitiv heller als es tatsächlich ist.

Weitere Tipps zum Braunbären fotografieren in Slowenien

fotoworkshop wilde bären
Braunbären sind erstaunlich scheu, es ist viel Geduld notwendig, um sie entsprechend in Szene zu setzen!

Neben der Technik und den Einstellungen ist auch das richtige Verhalten ein wichtiger Faktor, um erfolgreich Bären fotografieren und beobachten zu können. Oft werden Bären als gefährliche Räuber dargestellt, doch tatsächlich sind sie extrem scheu und misstrauisch und ergreifen beim kleinsten, ungewohnten Geräusch die Flucht. 

Daher ist es besonders wichtig, dass du dich ganz ruhig verhältst. Sprechen ist absolut verboten, Telefone sollen auf lautlos gestellt und das Vibrieren deaktiviert werden. Auch das Auslösegeräusch der Kameras kann die Bären irritieren, wenn du also eine Systemkamera besitzt, die lautlos auslösen kann, dann nutze diese Funktion unbedingt.

Bei Spiegelreflexkameras kann man ein gewisses Geräusch nicht vermeiden, daher ist es wichtig, die Reaktion des Bären genau zu beobachten und nicht sofort drauf los zu schießen. Warte, bis der Bär sich akklimatisiert hat und gib ihm Zeit, sich an die Situation zu gewöhnen. Es macht auch Sinn, nicht wie wild Serienbilder zu knipsen, sondern wohl überlegt abzudrücken, um den Lärmpegel so gering wie möglich zu halten. 

Außerdem musst du dir bewusst sein, dass du in Slowenien wilde Tiere fotografierst. Die Bedingungen dort sind optimal, doch natürlich kann ein Erfolg nicht garantiert werden. Die Natur hat immer ihre eigenen Gesetze und eine Begegnung mit einem wilden Tier kann nicht erzwungen werden.

Sei dir daher bewusst, dass du möglicherweise auch stundenlang in der kleinen Hütte sitzt, ohne dass sich viel tut. Im schlimmsten Fall verbringst du 6 Stunden im Wald, ohne nennenswerte Ergebnisse. Das ist nicht die Regel, kann aber natürlich passieren. 

Mein Tipp an dieser Stelle: Nimm dir etwas zu lesen oder einen anderen lautlosen Zeitvertreib, wie Kreuzworträtsel, mit, um die Wartezeit zu überbrücken!

Wo kann ich die Bären Fotografie buchen?

Der bekannteste Anbieter von Bären Safaris und Fototouren zu den Braunbären ist Slovenian Bears. Das Unternehmen wurde von Miha Mlakar gegründet. Er wuchs am Rande der wilden Wälder Sloweniens auf und beschäftigt sich seit seiner Jugend mit dem Beobachten und Studieren von wilden Tieren. 2014 begann er mit dem Bau von strategisch günstig gelegenen Ansitzhütten und gründete sein Unternehmen, um Naturfotografen aus aller Welt unvergessliche Foto- Momente zu bieten. 

Und das mit einem Hauptaugenmerk auf ethischen Umgang mit der Natur und dem Wohlbefinden der Bären. Diese sollen durch den Fototourismus nicht beeinflusst und vor allem nicht an Menschen gewöhnt werden. Daher gilt bei der Beobachtung ein strenger Verhaltenskodex.

Die Ansitzhütten von Miha kannst du auch individuell reservieren. Allerdings musst du dir bewusst sein, dass du nur die Infrastruktur und kein Foto- Coaching buchst. Wenn du alleine anreist, wirst du zur Hütte gebracht und wieder abgeholt, erhältst aber keine Fototipps oder Hilfestellung zu technischen Problemen. Falls du lieber mit Gleichgesinnten unterwegs bist und bei Problemen oder Fragen auf kompetente Hilfe zurückgreifen möchtest, dann empfehle ich dir meine neue Mini- Fotoreise zu den Bären Sloweniens. 

Meine Fotoreise zu den wilden Bären Sloweniens

Nach einem erfolgreichen Testshooting Mitte Juni, konnte ich kürzlich meine Mini- Fotoreise zum Bären fotografieren in Slowenien online stellen. Der erste Termin war über meine Facebook- Gruppe innerhalb von Stunden ausgebucht, für den zweiten Termin im September sind noch ein paar Restplätze frei, die auf firstcome, first serve Basis vergeben werden.

Wenn du gerne mit mir die Bären Sloweniens fotografieren möchtest, dann zögere nicht und sichere dir gleich deinen Platz bei dieser neuen Mini- Fotoreise. 

Hast du Fragen zum Thema Bären Fotografie in Slowenien oder benötigst du noch mehr Informationen zur Fotoreise? Hinterlasse mir einfach einen Kommentar oder schicke mir eine kurze E-Mail und ich melde mich verlässlich bei dir!

Transparenz: Ich wurde von Miha eingeladen, einen Nachmittag lang die Ansitzhütte zu nutzen und sein Angebot im Hinblick auf mögliche Fotoreisen zu testen. Meine Anreise habe ich selbst bezahlt. 




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Autor

Hat 1 Jahr in Mexiko gelebt, ist solo durch Neuseeland & Australien gereist und war im Overlander im südlichen Afrika unterwegs. Lisa liebt Abenteuer- und Aktivreisen, spannende Herausforderungen und ist dabei immer auf der Suche nach dem perfekten Fotomotiv. Dafür schleppt sie auch gerne ihre gesamte Kameraausrüstung auf einen Berg.

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