Die malerischen Landschaften der Provence in Südfrankreich standen schon lange auf meiner Bucket-Liste. Speziell die Lavendelblüte im Frühsommer wollte ich als passionierte Fotografin unbedingt einmal sehen und mit meiner Kamera festhalten. Allerdings hielten mich die chaotischen Bilder von Influencerinnen in Sommerkleidchen und Hut und übermotivierten Fotografen, die sich um die besten Plätze prügelten, immer davon ab. Nachdem im Frühjahr 2021 die Reisebeschränkungen in Europa langsam gelockert wurden entschied ich mich relativ spontan für eine einwöchige Provence Rundreise mit Fokus auf Landschaftsfotografie und ich sollte nicht enttäuscht werden.

Die Woche in der Provence zählt zu den schönsten Reisen, die ich in den letzten Jahren unternommen habe und ich werde wohl noch viele Wochen und Monate von diesem Erlebnis zehren. Auch die Entscheidung dieses Jahr zu fahren, erwies sich als goldrichtig, denn von Touristenhorden und rücksichtslosen Fotojägern blieben wir über weite Strecken verschont. Teilweise hatten wir die hübschen Dörfer und duftenden Felder ganz für uns alleine. 

Was du, neben der Lavendelblüte, in der Provence alles erleben kannst und welche Orte du auf gar keinen Fall verpassen solltest, habe ich dir in diesem Artikel zusammengefasst. Er enthält viele Tipps für deine Provence Rundreise sowie persönlich Hotel- und Restaurantempfehlungen rund um Valensole und Luberon. 

Das sind die besten Tipps für deine Provence Reise

Provence Karte- diese Orte darfst du nicht verpassen!

Als “Provence” bezeichnet man eine Gegend in Südfrankreich, die nördlich der Côte d’Azur ungefähr zwischen den Städten Nizza und Marseille gelegen ist. Sie grenzt im Osten an Italien und im Süden an das Mittelmeer und ist bekannt für ihre abwechslungsreiche Landschaft mit Weinbergen, Lavendelfeldern, Pinienwäldern und mittelalterlichen Dörfern. 

Auf dieser Google- Karte habe ich dir die wichtigsten Provence Sehenswürdigkeiten, interessante Orte und die Unterkünfte sowie Restaurants markiert. Ich weise gleich an dieser Stelle darauf hin, dass ich die Geodaten der Lavendelfelder nicht veröffentliche, da die Felder nicht jedes Jahr gleich bepflanzt werden. Dementsprechend sind diese Informationen nicht sehr zuverlässig, wie ich selbst im Zuge meiner eigenen Recherche erlebt habe. 

Provence Sehenswürdigkeiten & Highlights

In der Provence hat viele Sehenswürdigkeiten und zahlreiche landschaftliche Highlights, so dass man locker mehrere Wochen in der Region verbringen könnte, um alle sehenswerten Orte zu entdecken. Für einen ersten Eindruck reicht aber auch eine Provence Rundreise von etwa einer Woche. Kürzer würde ich persönlich diese sehenswerte Gegend aber nicht bereisen. Wir waren 6 volle Tage unterwegs und kamen davon 3 Nächte bei Valensole, 2 Nächte im Naturpark Luberon und eine Nacht in Nizza unter. 

Die mittelalterlichen Dörfer der Provence

Provence Rundreise Tipps Dörfer
Provenzalischer Charme wie aus dem Bilderbuch

Neben den malerischen Lavendelfeldern sind es besonders die pittoresken Bergdörfer, die der Provence ihren Charme verleihen. Wie ein verschachteltes Häusermeer schmiegen sie sich an die Hügel und bezaubern die Besucher mit ihren kopfsteingepflasterten Gässchen, den bunten Fensterläden und einer üppigen Blumenpracht. Kleine Boutiquen mit lokalen Produkten laden zum Stöbern ein und dazwischen finden sich immer wieder ein kleines Kaffee oder ein Eisladen, um sich zu erfrischen und die Stimmung auf sich wirken zu lassen. 

Innerhalb einer Woche ist es natürlich nicht möglich, alle sehenswerten Dörfer und Städtchen der Region zu erkunden, daher erhebt diese Auflistung natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Den Besuch folgender Orte während deiner Provence Rundreise kann ich dir auf jeden Fall ans Herz legen:

Moustiers-Sainte-Marie
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Beeindruckend: Das Bergdorf Moustiers-Sainte- Marie

In der Nähe von Riez und dem wunderschönen Stausee Lac Sainte Croixe befindet sich das malerische Bergdorf Moustiers- Sainte-Marie, das sich offiziell als eines der schönsten Dörfer Frankreichs bezeichnen darf. Und das zu Recht, denn die Lage, eingebettet zwischen Bergen und Pinienwäldern ist wirklich spektakulär. Hoch über dem Dorf thront eine kleine Kapelle, die man über einen kopfsteingepflasterten Weg (Achtung rutschig) erreichen kann. Zwischen den Felswänden hängt in schwindelerregender Höhe ein goldener Stern, der der Legende nach das Dorf beschützen soll. 

Aber auch die verwinkelten Gässchen, die Häuser mit ihren pastellfarbenen Fassaden und bunten Fensterläden sowie die pittoresken Plätze tragen zum unvergleichlichen Charme dieses Ortes bei. 

Bauduen
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Malerisches Bauduen am Lac de Sainte Croixe

Dieses kleine Dorf Bauduen mit laut offizieller Statistik 316 Einwohner liegt am Lac Sainte Croixe und bezaubert mit seiner außergewöhnlichen Lage direkt am See. Wir haben das Städtchen nicht besucht, sondern nur vom gegenüberliegenden Aussichtspunkt bestaunt. Jedenfalls ein französisches Dorf wie aus dem Bilderbuch und auch ein sehr dankbares Fotomotiv!

Viens
Das vergessende Bergdorf Viens

Auf dem Weg von Valensole in die Region Luberon liegt das bezaubernde Dörfchen Viens hoch oben auf einem Hügel. Viens wird oft auch als “vergessenes Dorf” bezeichnet, denn im Gegensatz zu Gordes oder Roussillon blieb Viens bis dato vom Massentourismus weitgehend verschont. Diese Tatsache trug aber auch nicht unwesentlich dazu bei, dass das hübsche Dorf sich bis heute seinen ursprünglichen Charakter erhalten konnte und Besucher mit seinem provenzalischen Charme bezaubert. 

Souvenirshops Fehlanzeige, dafür findet man einige gut erhaltene Häuser aus dem Mittelalter, verträumte Gässchen mit Kopfsteinpflaster und ein kleines Schloss aus dem 12. Jahrhundert.

Saignon
saignon sonnenaufgang
Saignon zu Sonnenaufgang

Ebenfalls auf dem Weg von Valensole nach Luberon, in unmittelbarer Nähe der Stadt Abt, liegt das Dorf Saignon. Typisch für die Region befindet sich das seit der Antike bewohnte Dorf in strategisch günstiger Lage auf einem Hügel. Früher war es befestigt, Teile der alten Stadtmauern können heute noch besichtigt werden. Vom Aussichtspunkt oben am Felsen hat man auch einen tollen Blick auf die Umgebung und den bekanntesten Berg der Region, den Mount Ventoux. 

Mittlerweile ist das Dorf natürlich über die Wälle hinausgewachsen und bezaubert die Besucher mit seinem für die Region typischen Charme. Pastellfarbene Häuserfassaden, enge, gepflasterte Gassen und zahlreiche kleine Cafés dominieren das Bild. Es ist fast verwunderlich, dass Saignon sich trotz dieser idyllischen Kulissen den ursprünglichen Charme erhalten konnte und noch nicht von Touristenmassen überrannt wurde. 

Tipp: Am Fuß des Dorfes befindet sich ein Lavendelfeld, das sich perfekt als Vordergrund eignet, um Saignon frühmorgens abzulichten, wenn die ersten Sonnenstrahlen die ockerfarbenen Häuser beleuchten.

Gordes
gordes blaue stunde
Gordes in der blauen Stunde

Das komplette Gegenteil von Viens oder Saignon ist das Bilderbuchdorf Gordes, das im Naturpark Luberon auf einem Felsvorsprung über dem Fluss Calavon thront. Gordes gilt als eines der schönsten Dörfer Frankreichs und ist deshalb eines der beliebtesten Fotomotive in der Region. Kein Wunder, dass sich auf dem offiziellen Aussichtspunkt ständig dutzende Menschen drängen, um den klassischen Blick auf die mittelalterlichen Häuser mit ihren Kameras festzuhalten. 

Auf Grund seiner malerischen Lage inspirierte Gordes in den vergangenen Jahren auch viele Künstler zu ihren Werken. Noch heute zeugen zahlreiche Kunstgalerien von Gordes Geschichte als Künstlerdorf und Treffpunkt von Kreativen. 

Tipp: Da Gordes ein sehr beliebtes Reiseziel ist, sind die engen Gassen schnell überlaufen. Am besten besuchst du Gordes sehr zeitig in der Früh und idealerweise nicht an Wochenenden. Falls du in Gordes essen möchtest, empfiehlt es sich dringend, einen Tisch zu reservieren!

Bonnieux
Bonnieux sonnenuntergang
Bonnieux zu Sonnenuntergang

Nur ein paar Kilometer von Gordes entfernt liegt umgeben von Zedernwäldern und ebenfalls auf einem Hügel die hübsche Stadt Bonnieux. Bonnieux ist etwas größer als Gordes, aber nicht weniger attraktiv. Auch hier dominieren kopfsteingepflasterte Gässchen, lauschige Plätze mit gemütlichen Cafés und Jahrhunderte alte Häuser mit bunten Fensterläden und opulentem Blumenschmuck das Stadtbild. 

Die Stadt teilt sich quasi in 2 Teile: Den unteren Bereich mit zahlreichen kleinen Lokalen und der neuen Kirche sowie dem oberen Bereich mit der alten Kirche, von wo aus man auch den besten Ausblick über die verschachtelten Dächer und die Umgebung hat. Das beste Foto dieses malerischen Bergdorfes gelingt allerdings von der Straße D36, kurz nachdem man den Ort verlässt. 

Roussillon
Auf Grund des bedeckten Himmels kommen die intensiven Ockerfarben leider nicht zur Geltung

Ein weiteres Dorf, das du dir bei deiner Provence Rundreise nicht entgehen lassen solltest ist das Ockerdorf Roussillon, das sich ebenfalls in der Region Luberon befindet. Der Name kommt von der Lage an den Ockerfelsen, deren Erde schon von den Römern zur Gewinnung von Farbe benutzt wurde. Mehr über die Bedeutung und den Abbau von Ocker in der Region kann man auf dem gut ausgeschilderten Ocker- Lehrpfad erfahren, der sich am Ortsrand von Roussillon befindet.

Roussillon selbst reiht sich mit seinem Erscheinungsbild in die Reihe der anderen Provence- Dörfer ein. Es liegt verschachtelt an einem Hügel und ist geprägt von engen Gassen mit Kopfsteinpflaster und mittelalterlichen Häusern mit bunten Fensterläden. Die Fassaden allerdings erstrahlen in den typischen, warmen Ockerfarben von erdigem Geld bis hin zu kräftigen Rottönen. 

Bei diesem Erscheinungsbild ist es kein Wunder, dass auch Roussillon sich zu den schönsten Dörfern Frankreichs zählen darf. 

L’Isle-sur-la-Sorgue
provence rundreise ile-sur-la-sorgue
Île-sur-la-Sorgue gilt auch als Klein- Venedig der Provence

Das letzte Dorf, das ich dir für deinen Besuch in der Provence empfehlen möchte, auch wenn es auf unserer Route einen kleinen Umweg bedeutet, ist Île-sur-la-Sorgue. Auf Grund seiner Lage am Fluss, umgeben von Kanälen, ist es auch als Klein- Venedig der Provence bekannt. 

Was du rasch feststellen wirst, sobald du dich auf dem Weg ins Zentrum gemacht hast, ist, dass in Île-sur-la-Sorgue deutlich mehr los ist, als in den verschlafenen Bergdörfern der Provence. Hier gibt es zahlreiche Läden und Boutiquen, unzählige Cafés und sogar beeindruckende Streetart-Kunstwerke. Das Zentrum ist sehr überschaubar und fußläufig und das Wasser nie weit, da der gesamte Stadtkern von einem Kanal umgeben ist. Nach dem obligatorischen Sightseeing- Rundgang bieten sich daher ein gemütlicher Kaffee oder ein kühler Drink in einem der Lokale an der Promenade an. 

Tipp: In unmittelbarer Nähe zur Stadt befindet sich mit der Fontaine de Vaucluse eine der bekanntesten Quellen des Landes. Hier entspringt die Sorgue mit unbändiger Kraft den schroffen Felsen und bietet ein beeindruckendes Naturschauspiel.

Die Verdon Schlucht (Gorge du Verdon)

Verdonschlucht, Provence
Blick in die beeindruckende Verdon Schlucht

Zu den bekanntesten Naturdenkmälern der Provence zählt die beeindruckende Verdonschlucht, die von einem türkisfarbenen Fluss durchlaufen wird. Der bis zu 700 m tiefe Canyon zählt zu den größten Schluchten Europas und ist die bekannteste Sehenswürdigkeit des gleichnamigen Verdon Nationalparks. 

Du kannst die Schlucht bei einer Fahrt über die schwindelerregende Serpentinenstraße erkunden und an den Aussichtspunkten auf das smaragdgrüne Wasser herabblicken oder dir einfach ein Tret- oder Elektroboot mieten und das Naturwunder vom Wasser aus bestaunen. Wer mehr Zeit hat und fit ist, kann die unberührte Natur der Umgebung auch im Rahmen von einer der zahlreichen Wanderungen oder Klettertouren erkunden. 

Der Canyon mündet an der Galeta- Brücke in den Stausee Lac de Sainte- Croixe. Dieser gilt als Paradies für Wassersportler und bietet sich mit im Sommer angenehmen 24 Grad Wassertemperatur zum Baden an.

St. Croixe Stausee (Lac de Sainte-Croix)

Stausee Sainte Croixe
Die Farbe des Lac de Sainte- Croixe erinnert ein bisschen an die Karibik

Mit seiner eindrucksvollen türkisen Farbe gilt der künstlich errichtete See Lac de Sainte- Croix als einer der schönsten Seen der Region. Es versteht sich daher von selbst, dass du im Zuge deiner Provence Rundfahrt unbedingt einen Abstecher einplanen solltest. Außerdem ist er der perfekte Ausgangspunkt, um die berühmte Verdonschlucht mit dem Boot zu erkunden. An der Mündung des Canyons in den See bei der Galeta Brücke kannst du (zu recht stolzen Preisen) Tret- und Elektroboote sowie Kayaks und SUPs mieten. 

Wer lieber baden oder einfach nur Sonne tanken möchte, kann das an einem der drei offiziellen Naturstrände tun. Der Eintritt ist kostenlos, auch Parkplätze stehen zur Genüge zur Verfügung.

Lavendelblüte Plateau de Valensole

Lavendelfeld Valensole
Valensole ist weltberühmt für die Lavendelfelder

Egal wie viele Gründe ich hier aufzähle, dass die Provence ein absolut lohnenswertes Reiseziel ist, im Fokus steht trotz allem die Lavendelblüte. Es gibt einfach kein anderes Naturphänomen oder Highlight in der Region, das es nur annähernd mit dem Zauber der blühenden Lavendelfelder aufnehmen kann. Es wundert daher nicht, dass viele Provence Urlaube rund um den Höhepunkt der Blüte im Juni und Juli geplant werden. 

Auch ich wollte dieses Naturschauspiel unbedingt einmal sehen und vor allem fotografieren. Und ich wusste, dass die Nachwehen der Corona- Krise 2021 die einmalige Chance bieten würden, diesen Zauber halbwegs ungestört und frei von Touristenmassen zu erleben.  

Lesetipp
So fotografierst du die Lavendelblüte in der Provence!
Straßenschilder warnen die Autofahrer vor unaufmerksamen Touristen

Unter normalen Umständen musst du leider damit rechnen, das zwischen Mitte Juni und Ende Juli zumindest rund um Valensole die Hölle los ist. Denn die Provence hat, vor allem rund um die Lavendelblüte, durch den Hype auf Social Media ein gewaltiges Problem mit Over- Tourism und allen seinen negativen Folgen. Daher war ich kaum verwundert, dass es auf den klassischen Lavendelrouten sogar Straßenschilder gibt, welche die Autofahrer vor unaufmerksamen und abgelenkten Touristen warnen. Auch die Bauern, für die der Anbau des Lavendel die Lebensgrundlage darstellt, stöhnen natürlich unter den immer rücksichtsloseren Touristen, die oft durch die Felder trampeln, den Lavendel pflücken und dabei große Schäden hinterlassen. 

Aus diesem Grund habe ich beschlossen, auf dem Blog keine Geodaten und Koordinaten meiner Fotospots zu veröffentlichen. Dazu kommt, dass die Felder nicht jedes Jahr gleich angebaut werden, um den Boden fruchtbar zu halten. Was 2020 noch ein Lavendelfeld war, ist 2021 vielleicht ein Weizenfeld oder liegt überhaupt brach.

Provence Tipps Lavendelblüte Valensole
Orte wie diesen findest du, wenn du dir Zeit nimmst abseits der bekannten Pfade zu suchen

Die besten Locations findet man sowieso, wenn man mit offenen Augen durch die Gegend fährt und auch mal einen Blick abseits der bekannten Routen riskiert. Ich empfehle dir die Straßen D8, D6 und D15 als Ausgangspunkt für die Erkundung rund um Valensole. Das bekannteste Lavendelfeld (und beliebteste Fotomotiv) ist das Feld von Lavandes Angelvin, direkt an der D6. Hier stauten sich sogar in Corona- Zeiten die Massen, aber ich versichere dir, es gibt schönere Felder in der nächsten Umgebung!

Ich möchte auch darauf hinweisen, dass du Hinweis- und Verbotsschilder selbstverständlich respektieren und immer darauf achten solltest, beim Fotografieren nichts kaputt zu machen. Nutze Teleobjektive, um Objekte näher heran zu holen, anstatt für das perfekte Foto durch das halbe Feld zu trampeln. Falls du für ein Bild posieren möchtest, tue das dort, wo Platz ist und stelle dich nicht mitten in den Lavendel. Viele Felder sind von “Wegen” durchzogen oder mit großem Abstand zwischen den Reihen angelegt, da die Bauern dort auch mit dem Traktor fahren. 

Provence Rundreise Lavendelblüte
Dieses Feld bei Riez eignete sich gut zum Fotografieren, da viel Platz zwischen den Reihen war

Außerdem solltest du wissen, dass es im Lavendelfeld viele Bienen gibt. Normalerweise sind diese sehr friedlich, aber besonders Allergiker sollten aufpassen und auf lange Hosen und feste Schuhe setzen.

Senaque Kloster 

Senaque Kloster
Senaque Kloster, bei meinem Besuch leider mit Gerüst und in der Mittagssonne (Handyfoto)

Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten in der Provence ist Notre-Dame de Sénanque, ein Kloster des Zisterzienserordens , das in der Hauptsaison von einem blühenden Lavendelfeld umgeben ist. Kein Wunder, dass es sich um eines der begehrtesten Fotomotive der Region handelt.

Gegründet wurde das Kloster, das abseit der Hauptverkehrsrouten in einem Tal liegt, bereits im 12. Jahrhundert und Teile davon werden noch heute von Mönchen genutzt. Es ist möglich, einige Räume zu besichtigen, doch ich vermute, dass der Großteil der Besucher kommt, um das klassische Foto des Klosters mit dem blühenden Lavendel zu schießen. 

Wenn du das tun willst, dann komme idealerweise nicht zur Mittagszeit, sondern in der Früh, da das Morgenlicht für sattere Farben sorgt. Außerdem muss ich ehrlich sagen, dass es in der Umgebung deutlich schönere Motive und vor allem Lavendelfelder gibt und das Kloster – aus fotografischer Sicht –  meiner Meinung nach etwas überbewertet ist.

Lavendelfelder im Luberon & rund um Sault

Lavendelblüte Luberon
Lavendelfeld bei Bonnieux, Luberon

Du möchtest die Lavendelblüte erleben, hast aber keine Lust dich mit übermotivierten Fotografen und rücksichtslosen Instagirls um den besten Platz zu prügeln? Dann empfehle ich dir die Lavendelfelder im Naturpark Luberon sowie im Hochland rund um Sault in der Vaucluse

Die Felder in dieser Region müssen sich hinsichtlich ihrer Farbenpracht nicht vor den berühmten Flächen rund um Valensole verstecken, sind aber deutlich weniger überlaufen. Gerade rund um Sault war bei unserem Besuch wirklich wenig los, was möglicherweise aber auch daran lag, dass die Lavendelblüte im Hochland erst Ende Juli ihren Höhepunkt erreicht. 

Lavendelblüte Sault
Lavendelfeld auf der Hochebene von Sault

Es ist für deine Planung wichtig zu wissen, dass je höher das Anbaugebiet liegt, desto später blüht der Lavendel und desto später wird geerntet. Im Luberon haben mir persönlich die Felder rund um Bonnieux am besten gefallen. Dort findest du auch zahlreiche herrschaftliche Landhäuser, die sich zusammen mit dem Lavendel ausgezeichnet in Szene setzen lassen. Der Lavendel blüht im Naturpark Luberon ungefähr zur gleichen Zeit, wie auf den Feldern rund um Valensole, daher lässt sich der Besuch dieser Regionen hervorragend verbinden.

Hinweis: Verhalte dich auch, wenn du alleine im Feld stehst, respektvoll und hinterlasse jeden Ort so (oder besser) als du ihn vorgefunden hast.

Abstecher an die Cote d’Azur

Nizza, Frankreich
Blick auf den Hafen von Nizza

Den krönenden Abschluss einer Rundreise durch die Provence bildet ein Abstecher an die Côte d’Azur mit ihren weltberühmten Badeorten Nizza, Cannes und St. Tropez. Die französische Riviera ist bekannt für ihren Jet-Set, wilde Parties und ist ein beliebter Treffpunkt der Reichen und Schönen. Man kann allerdings auch als “Otto- Normalverbraucher” eine sehr schöne Zeit an der Côte d’Azur verbringen, ohne dafür gleich eine Bank ausrauben zu müssen. 

Wasser Cote d'azur
Glasklares Wasser erwartet dich an der weltberühmten Côte d’Azur

Welche Stadt du besuchst und wie lange du Zeit an der Küste verbringen willst, ist natürlich Geschmackssache. Wir haben uns für Nizza entschieden, da es einen Direktflug ab Wien nach Nizza und zurück gibt und wir so den Urlaub entspannt ausklingen lassen konnten. Außerdem hat Nizza laut meiner Recherche die schönste Altstadt und es gibt deutlich mehr zu sehen als in Cannes oder St. Tropez. Wer mehr als einen Tag Zeit hat, kann die anderen Städte oder auch das Fürstentum Monaco ganz einfach mit dem Bus im Rahmen eines Tagesausflugs besuchen. 

Wir hatten einen Abend und auf Grund des späten Rückfluges einen ganzen Tag in Nizza und konnten einen sehr guten Eindruck der Stadt gewinnen. 

Weitere Tipps für deine Provence Rundreise

Unterkünfte in der Provence

In der Provence gibt es Unterkünfte für jeden Geldbeutel und für jeden Geschmack. Wahlweise kannst du in einem prächtigen Château, einer kleinen Ferienwohnung oder einem gemütlichen Bed & Breakfast unterkommen. Ob und wie oft du Quartier wechselst ist ebenfalls Geschmackssache. Ich persönlich wollte nicht jeden Tag meine Koffer packen und entschied mich daher für 2 Unterkünfte in der Provence in denen wir jeweils 3 bzw. 2 Nächte verbrachte. Abschließend blieben wir noch eine Nacht in Nizza, um unseren Provence Urlaub ohne Stress ausklingen zu lassen. 

Folgende Hotels in der Provence kann ich dir sehr empfehlen:

Le „M“ Maison d’Hôtes

12 Place Saint-Antoine

04500 Riez, Frankreich

Hotel Riez
Das gemütliche Bed & Breakfast „M“ befindet sich in einem alten Haus aus dem 17. Jhdt.

Ein süßes Bed & Breakfast mit 4 Zimmern und einem Studio, das sich in einem historischen Haus aus dem 17. Jahrhundert im Zentrum von Riez befindet. Die Eigentümerin ist sehr freundlich und kommunikativ und gibt gute Tipps für die Planung. Sie spricht wenig Englisch, ist aber entgegen aller Vorurteile sehr bemüht mit den Gästen zu kommunizieren. 

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Le Chant du Coeur

85 Chemin de la Mutte

84220 Roussillon, Frankreich

Le chant du coeur
Das traumhafte Boutique- Hotel „Le chant du coeur“

Wunderschönes Boutique- Hotel mitten im Naturpark Luberon bei Roussillon. Adults- only und dementsprechend ruhig und beschaulich. Die Zimmer sind sehr sauber und mit einer Klimaanlage ausgestattet und die Betten unfassbar bequem. Das Frühstück nimmt man auf der Terrasse mit einem gewaltigen Fernblick über die Umgebung ein. 

(diese Unterkunft auf Booking.com* ansehen)

Mietwagen in der Provence

Die Provence ist absolut prädestiniert für einen Roadtrip, daher würde ich dir unbedingt empfehlen, einen Mietwagen zu buchen. Falls du mehr Zeit hast kannst du natürlich auch mit dem eigenen Auto oder Camper anreisen, die reine Fahrtzeit aus Wien über Italien beträgt etwa 10 Stunden. Für einen Aufenthalt von nur einer Woche lohnt sich das aber natürlich nicht wirklich, da mindestens 2 Tage nur durch An- und Abreise wegfallen. 

Daher entschieden wir uns für einen Mietwagen, den wir schlussendlich im Zuge unserer Hotelbuchung auf Booking.com* dazu buchten. Alternativ kann ich dir auch Vergleichsplattformen wie billiger-mietwagen.de empfehlen, um das passende Auto zu den besten Konditionen zu finden. 

Tipp: Wenn du hauptsächlich zum Fotografieren anreist, buche, falls es im Budget ist, einen kleinen SUV oder ein etwas höher gelegtes Auto, da sich viele schöne Lavendelfelder abseits der befestigten Straßen befinden und nur über recht abenteuerliche Schotterstraßen erreichbar sind. Für einen “normalen” Provence Roadtrip reicht ein Kleinwagen, was auch die Parkplatzsuche in den engen Gassen erleichtert. 

Beste Reisezeit in der Provence

Provence Urlaub Luberon
Wer die Lavendelblüte in ihrer vollen Pracht erleben will, sollte zwischen Mitte Juni und Mitte Juli in die Provence reisen

Rein vom Klima her ist die Provence ein ganzjähriges Reiseziel, wobei die beste Reisezeit in der Provence mit Mai bis Oktober angegeben ist. Wer wegen der Lavendelblüte kommt, sollte seinen Urlaub zwischen Mitte Juni und Mitte Juli buchen, wobei es auch hier, abhängig von der Region Unterschiede gibt. Während in Valensole Mitte Juli bereits geerntet wird, findet im Hochland rund um Sault der Höhepunkt der Blüte deutlich später statt. 

Beachte auch, dass die Franzosen im Juli und vor allem August Ferien haben und sich in diesem Zeitraum auch viele einheimische Touristen unter die Besucher mischen. Außerdem kann es im Hochsommer in der Region sehr heiß werden, was gerade beim Besichtigen von Städten unangenehm sein kann. 

Wenn es also nicht unbedingt Lavendel sein muss, dann würde ich zu einer Provence Reise Anfang Juni oder im Monat September raten, um den Massen zu entgehen. 

Ist die Provence überlaufen?

Provence Rundreise Roussillon
Selbst an beliebten Orten, wie Roussillon, war 2021 wenig los

Den Sommer 2021 kann man mit Sicherheit nicht mit einem normalen Jahr vergleichen und ich habe meine Provence Rundreise ganz gezielt in diesem Jahr geplant, das noch unter den Folgen von Covid19 leidet. Während meines Aufenthaltes in der Provence war absolut keine Spur von Overtourism oder überlaufenen Sehenswürdigkeiten, obwohl ich in der Hauptsaison unterwegs war. Selbst die meisten Lavendelfelder waren vollkommen verwaist, was definitiv nicht mit den Berichten von Blogger- und Fotografenkollegen einhergeht, die ich vor meiner Abreise gelesen hatte. 

Stelle dich also darauf ein, dass gewissen Orte in einem normalen Reisejahr sehr voll werden können. Man kann dem Problem aber sehr gut entkommen, indem man die überlaufenen Orte, wie die Lavendelfelder direkt rund um Valensole oder berühmte Orte wie Gordes auslässt und gezielt Alternativen anfährt. Der Lavendel wächst im Luberon rund um Bonnieux und Saignon oder in der Hochebene von Sault genauso schön, wie in Valensole, mit deutlich weniger Besucherandrang. Bergdörfer wie Viens und Saignon versprühen den gleichen Charme wie Gordes, blieben aber bisher von den Touristenmassen verschont. 

Und falls du doch einmal ein sehr beliebtes Ziel ansteuern willst, wie eben Gordes oder auch das Lavendelfeld von Lavandes Angelvin, dann tue dies bevorzugt in den frühen Morgenstunden. Es gibt tatsächlich sehr wenig Leute, die für ein gutes Foto oder ein bisschen Ruhe auf ihren Schlaf verzichten und das kann man sich zu Nutze machen.  

Fazit unserer Provence Rundreise

Provence Rundreise Fazit
Wir hatten eine wunderschöne Woche in der Provence

Die Rundreise durch die Provence hat meine Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern eindeutig übertroffen. Das lag nicht nur an der atemberaubenden Schönheit der Region, sondern definitiv auch daran, dass wirklich wenig los war und wir die Schönheiten der Natur ohne Stress und Trubel genießen und uns fotografisch austoben konnten. Auch die Gastfreundschaft der Franzosen und ihre Freundlichkeit überraschten mich sehr, immerhin genießen sie diesbezüglich nicht immer den besten Ruf. Ein Vorurteil, dass ich nach dieser Reise überhaupt nicht bestätigen kann. Wir haben ausschließlich nette, hilfsbereite und bemühte Leute getroffen und viele wertvolle Tipps von Einheimischen erhalten. 

Abschließen kann ich nur sagen, dass ich dir eine Provence Rundreise von ganzem Herzen empfehlen kann. Idealerweise möglichst zeitnah, bevor der internationale Tourismus wieder mit voller Härte zuschlägt und viele Orte ihre kurzfristig zurückgewonnene Beschaulichkeit wieder verlieren werden. 




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Autor

Hat 1 Jahr in Mexiko gelebt, ist solo durch Neuseeland & Australien gereist und war im Overlander im südlichen Afrika unterwegs. Lisa liebt Abenteuer- und Aktivreisen, spannende Herausforderungen und ist dabei immer auf der Suche nach dem perfekten Fotomotiv. Dafür schleppt sie auch gerne ihre gesamte Kameraausrüstung auf einen Berg.

1 Kommentar

  1. Hallo Lisa, vielen Dank für deinen Beitrag. Nächstes Jahr wollen wir auch mal den Südosten von Frankreich erkunden und in die Provence fahren. Bei der Recherche bin ich auf deinen Beitrag gestoßen. Vielen Dank für die Tipps! Generell finde ich deinen Blog super inspirierend!
    Wir waren dieses Jahr das erste Mal in Frankreich. Aber an der Ostküste. Auch sehr empfehlenswert einen „Roadtrip“ dorthin zu machen. Wir haben auch ein paar Tage im Surfcamp verbracht. https://www.surfcamps.de/surfcamps/frankreich/ Das war wirklich super! Auch für Anfänger und Familien geeignet. Es ist eigentlich ein muss am Atlantik surfen zu gehen.
    Vielleicht haben wir uns gegenseitig inspiriert und du hast auch Lust auf den Atlantik bekommen. 🙂
    Liebe Grüße Melanie

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