Das ist ein Gastbeitrag von Benjamin Fickelscher, der auf www.kreta-reise.guru über seine Lieblingsinsel schreibt.

Mit rund 15.000 Kilometer Küste bietet die griechische Insel Kreta die besten Voraussetzungen für einen gelungenen Urlaub am Mittelmeer. Eine Reise nach Griechenland ist jedoch nie nur von tollen Stränden geprägt. All die Sehenswürdigkeiten, die fantastische Küche, der kulturelle Ursprung der europäischen Kultur sowie die unglaubliche Gastfreundschaft der Einwohner machen die Insel im Süden Griechenlands zu etwas ganz besonderen. Einst war Kreta in selbständige Präfekturen eingeteilt, welche mit der Verwaltungsreform 2010 (Kallikratis-Programm) abgeschafft wurden. Heute ist Kreta in vier Bezirke gegliedert:

  • Regionalbezirk Chania
  • Regionalbezirk Rethymno
  • Regionalbezirk Iraklio
  • Regionalbezirk Lasithi

Die Landschaft der Insel ist sehr vielfältig – die bekannten Bilder aus den Reiseführern stellen häufig nicht das dar, was der Süden Griechenlands wirklich aufzeigen kann. Deshalb möchte ich dir tolle Fotospots der südgriechischen Insel darstellen, die eine Reise lohnenswert machen. Weitere Informationen zu den einzelnen Regionen erhältst du im Reiseführer vom Kreta Reiseguru.

Agios Nikolaos im Bezirk Lasithi

Agios Nikolaos liegt im Regionalbezirk Lasithi an der Nordküste von Kreta. Hier am Golf von Mirabello zeigt sich die südgriechische Insel modern und wenig traditionell – zumindest auf den ersten Blick. Die Hafenpromenade ist gespickt mit Bars und Diskotheken, wo die jungen Griechen gemeinsam mit den Touristen die Nacht zum Tag machen. Trotzdem befindet sich in Agios Nikolaos der wahrscheinlich bekannteste Fotospot Ostkretas oder gar der ganzen Insel.

Agios Nikolaos Fotospot

Das Bild entstand am Voulismeni-See, in dem bereits Göttin Athene gebadet haben soll. Der Bildausschnitt ist ein beliebtes Postkartenmotiv und sämtliche Reiseveranstalter werben damit. Auf beiden Seiten liegen nahe dieser Location übrigens sehr gute Restaurants. Ein besonderer Tipp ist das „Karnagio – Pita tou Riga“, mit klassischer kretischer aber auch moderner griechischer Küche (in Google Maps als Ristorante Per Clara eingezeichnet).

Agios Nikolaos Taverne Karnagio Pita tou Riga

Matala im Bezirk Iraklio

An der Südküste von Kreta geht es wesentlich gediegener zu, auch wenn der Tourismus in vielen Regionen ebenfalls zunimmt. Matala liegt im Regionalbezirk Iraklio und lockt viele Reisende jedes Jahr vor allem mit seinen Wohnhöhlen an, welche aus der Jungsteinzeit stammen. In den 1960er und 1970er Jahren siedelten sich Hippies in den Höhlen an, darunter auch bekannte Namen wie Joan Baez, Joni Mitchell, Bob Dylan und Cat Stevens.

Kreta Matala Höhlen

Auch, wenn Matala im Süden von Zentralkreta längst kein verschlafenes Fischerdorf mehr ist und täglich viele Tagesausflügler hier landen, hat sich der kleine Ort seinen Zauber bewahrt. Vor allem außerhalb der Saison kann man den tollen Strand und das klare Wasser genießen. Der Sonnenuntergang über dem Meer von der lang gezogenen Strandbucht aus gehört zu den schönen Fotospots auf der griechischen Insel.

Kreta Matala Strand

Jedes Jahr findet das Matala Beach Festival statt (vor allem griechische Bands). Die Höhlen können nur noch gegen ein kleines Eintrittsgeld betreten werden und sind umzäunt. Das Festival direkt am Strand ist trotzdem ein absolutes Highlight.

Kreta Matala Baum Hippies

Preveli im Bezirk Rethymno

Der Palmenstrand von Preveli liegt mit dem Auto rund 1,5 Stunden westlich von Matala im Regionalbezirk Rethymno. Neben dem Palmenstrand von Vai an der Ostküste ist Preveli der zweitgrößte Palmenhain der Insel und einer der bekanntesten Strände der Südküste Kretas. Der Strand ist mit dem Fahrzeug nicht unmittelbar zu erreichen, lediglich ein Parkplatz weit oberhalb ist nutzbar. Wer glaubt mit dem Auto trotzdem zum Strand zu kommen täuscht, nur der kleinere Nachbarstrand ist direkt anzufahren. Wegen dem Zustand der Schotterposte ist dieser Weg jedoch nur mit einem geländetauglichen Fahrzeug zu empfehlen. Wer sich das trotzdem zutraut, kann über einen Pfad zum Palmenstrand steigen. Aber auch mit dem Linienbus zum Kloster Preveli (hält am Abzweig zum Parkplatz) kommt man in die Nähe des Strandes.

Preveli auf Kreta Ausblick

Der Ausblick von den Felsen weit oberhalb des Strandes ist herrlich, jedoch solltest du dich nicht abschrecken lassen, die 434 Stufen nach unten zu gehen. Der Serpentinenweg ist nur schlecht angelegt und vor allem der Rückweg in der Sonne entsprechend anstrengend. Das grüne Flusstal mit klarstem Wasser unterhalb der kargen Felslandschaft ist jedoch die Mühe wert. Landeinwärts auf der linken Seite des Flusses lässt sich der Palmenhain gut erkunden. Neben den Palmen breiten sich unzählige andere Straucharten und Baumarten am Ufer des Megalopotamos-Flusses aus. An diesem Platz offenbart sich für Naturfotografen ein wahres Paradies.

Preveli auf Kreta Palmenstrand Foto

Chania im gleichnamigen Bezirk

Nach den kleineren Orten und Siedlungen möchte ich auf einen vierten Fotospot eingehen, der noch wesentlich vielfältiger ist. Chania ist die zweitgrößte Stadt auf Kreta und liegt im gleichnamigen Regionalbezirk. Gleichzeitig zählt die Stadt in Westkreta zu den Schönsten der Insel. Der Tourismus hat im westlichen Teil ebenfalls zugenommen, ist jedoch nicht mit den Hotelburgen im Zentrum der Insel zu vergleichen. Bis 1971 war der Ort übrigens die Hauptstadt von Kreta (heute Iraklio).

Chania enge Gassen in der Altstadt

Die engen, autofreien, romantischen Gassen in der Altstadt suchen auf Kreta ihresgleichen. Auch beim Durchblättern von einem Reiseführer kommen keine neuen Konkurrenten auf. Überall sind kleine Tavernen, Cafés und Bars zu finden – alles stilvoll und ruhig. Lediglich die vielen Touristen an der Promenade des alten venezianischen Hafens stören das Bild ein wenig. Unterkünfte sind oberhalb der Hafenmole zwischen all den historischen Häuserfassaden ebenfalls leicht zu finden – die meisten davon sehr ordentlich, sauber und bezahlbar. Der Treppenwege durch die Altstadt entlang finden sich viele kleine Souvenirgeschäfte, welche nicht ausschließlich den importierten Touristenkram verkaufen.

Chania Souvenirs und Kunst

Für Kunst und Kultur gibt es im geschichtsträchtigen Chania viele Anlaufstellen. Die Janitscharen-Moschee (auch Hassan-Pascha-Moschee), aus der türkischen Besatzungszeit, dient heute wechselnden Kunst-Ausstellungen. Eine der beiden Synagogen Chanias (die Etz Hayyim Synagoge) ist auch noch erhalten und steht zur Besichtigung offen. Das andere Gotteshaus wurde während des zweiten Weltkriegs zerstört und nur noch eine kleine jüdische Gemeinde lebt in der kretischen Stadt. Die Markthalle (Agora) zählt zu den klassischen Sehenswürdigkeiten, sie wurde 1911 bis 1913 nach dem Vorbild der Markthalle in Marseille errichtet und verschiedene Stände bieten heute vor allem traditionelle griechische Produkte an. Spaß macht hier vor allem die Verkostung von gutem Olivenöl, dem kretischen Raki und all den Süßigkeiten.

Chania Hafen

Darüber hinaus hat Chania mit seinen Sehenswürdigkeiten Urlaubern und Besuchern noch viel mehr zu bieten. Die beiden Strände Nea Chora und Koum Kapi liegen wenige Minuten zu Fuß entfernt jeweils westlich und östlich von der Altstadt. Tavernen grillen hier frischen Fisch und traditionelle Gerichte, wobei du bei den Meerestieren einen entsprechenden Preis erwarten darfst – wenn dieser nicht Tiefgekühlt sein soll – das Mittelmeer ist leider leergefischt. Direkt an der Hafenmole des venezianischen Hafens gibt es unzählige Restaurants und Tavernen. Möchtest du wirklich gut Abendessen, halte Ausschau nach Lokalen, wo viele Griechen Essen gehen (tendenziell ab 21 Uhr). Eine gute Anlaufstelle ist zum Beispiel das Palazzo Almare direkt im Hafenbereich.

Chania Sehenswürdigkeiten

Weitere tolle Fotospots auf Kreta, die nicht von allen Reiseführern aufgezeigt werden und trotzdem gut zu erreichen sind:

  • Nordküste:
    • Kissamos
    • Agia Marina
    • Souda
    • Georgioupoli und Kournas (-lake)
    • Rethymno
    • Bali
    • Limenas Chersonisou
    • Sisi
    • Sitia (im Osten)
  • Ostküste:
    • Palmenstrand von Vai (im Osten)
  • Südküste:
    • Makri Gialos
    • Ierapetra (eher außerhalb der Stadt)
    • Myrtos
    • Das Hinterland ab Ano Viannos
    • Die Bergdörfer oberhalb von Agii Deka
    • Phaistos/Festos
    • Agia Galini
  • Westküste:
    • Phalasarna
    • Elafonisi

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Autor

Reisejunkie, Autor, Solopreneur. Mag es, ungewöhnliche Orte zu entdecken und nach seinen eigenen Regeln zu leben.

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