Alexander Müller bietet Fotokurse in Wien und Umgebung und Fotoreisen an. Wir haben mit ihm ein Interview geführt und über seinen Werdegang und seine Fotografie-Leidenschaft geplaudert.

Seit wann fotografierst du? 

Angefangen hat es 2002, damals mit einer sehr einfachen Kompaktkamera mit 16MB Speicherkarte. 2003 bekam ich eine Spiegelreflexkamera, mit der dann das richtige Fotografieren langsam begann.

Kannst du dich eigentlich noch an dein allererstes Foto erinnern?

Das müsste wohl ein Landschaftsfoto in Niederösterreich sein. Mit der Spiegelreflex war’s ein Foto vom Christbaum.

Hast du damals schon gedacht, dass du die Fotografie beruflich betreiben wirst? 

Das hat sich erst im Laufe der Jahre so herauskristallisiert als ich immer öfter Fotoaufträge angeboten bekommen habe. Bis 2010 wollte ich eigentlich hauptberuflich Journalist werden und für eine Zeitung schreiben. Das Fotografieren hat mir dann aber doch mehr Spaß gemacht und ist mir mehr gelegen.

Warum hast du damit begonnen, Fotokurse anzubieten?

Ich wurde 2009 von einem Bekannten gefragt, ob ich mit ihm Fotokurse halten möchte. Meine Rolle war dabei das Thema Bildgestaltung. Schon bald hat er sich aber beruflich aus der Branche zurückgezogen. Ich habe dann thematisch alles übernommen und mich Anfang 2011 auch unter eigenem Namen selbstständig gemacht. Ich liebe meinen Job, denn Fotokurse verbinden so viele meiner Vorlieben und Qualitäten: Ich fotografiere gerne, arbeite gerne mit Leuten und erkläre sehr gerne.

Mit welcher Kamera fotografierst du? 

Meine erste Kamera war eine Canon 300D, seit damals bin ich Canon treu geblieben und fotografiere mittlerweile mit der 5D Mark 3. Ohne gute Objektive wäre aber auch mit der 5D nicht viel möglich. Da vertraue ich auf eine Mischung aus guten Canon L- und Sigma ART-Linsen.

Neben Fotokursen bietest du auch Fotoreisen an.

Die Fotokursteilnehmer haben Fotoreisen sehr intensiv nachgefragt. Als ich selbst begonnen habe, viel zu reisen, habe ich Städte und Gegenden auch immer mehr auf ihre „Fotoreise-Tauglichkeit“ analysiert. Für die organisatorischen Punkte arbeite mit einem Reisebüro und Partnern vor Ort zusammen.

Es gibt natürlich viele Highlights und jede Reise hat ihre besonderen Momente, aber die genialste Fotoreise war sicher jene nach Nordnorwegen im März 2016, als wir eine Woche in Tromsö und im Lyngenfjord verbracht haben und bei bestem Wetter einige Male – teilweise sogar sehr starkes – Nordlicht fotografieren konnten. Im Schnee liegend zu erleben, wie eine Aurora-Corona direkt über dir ist – das sieht aus, als ob das Nordlicht wie ein Tunnel in den Himmel ist und auf dich hinabregnet –, ist ein sehr euphorisierendes Erlebnis.

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Wie würdest du deine Fotoreisen in drei Worten beschreiben?

Locker, Gleichgesinnte, Licht-Suche

Bei welcher deiner Fotoreisen sollte man unbedingt dabei sein? 

Jede Reise hat ihre Vorzüge. Hamburg überzeugt von der Stadt her, Budapest hat einige Programm-Schmankerl inkludiert, Porto-Lissabon bietet Stadt und Landschaft, Norwegen im Winter ist aber sicherlich meine spektakulärste Reise im Programm.

Welches Reiseland muss man als Fotograf unbedingt besucht haben? 

Ich liebe Länder mit beeindruckenden Landschaften, wenig Touristen und angenehmen Leuten. Skandinavien steht auf meiner Liste ganz oben. Island und Norwegen kann ich aus eigener Erfahrung sehr empfehlen. Aber auch von Bolivien, Chile und Kanada erwarte ich mir sehr viel. Wenn es gut geht, kommt im 1. Halbjahr 2017 eine 3-wöchtige Fotoreise nach Bolivien und Chile zustande.

Welches Foto würdest du als dein bestes Reisefoto bezeichnen?

Auch wenn Nordlichter über verschneiten Bergen natürlich auch geniale Bilder liefert, ist ein Foto aus Porto zur Blauen Stunde, eher jenes, das meinen Zugang zur Reisefotografie am besten beschreibt: zur richtigen Zeit den richtigen Ort in der richtigen Stadt technisch richtig einfangen. 🙂

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Welche Objektive gehören in die Tasche eines ambitionierten Hobbyfotografen auf Reise? 

Ein Ultraweitwinkel (inkl. Polfilter) und ein Tele sollten keinesfalls fehlen. Eine lichtstarke 35mm-Fixbrennweite passt immer. Und lieber ein Objektiv zu viel dabei haben als eines zu wenig.

Deine drei Tipps für bessere Reisefotos?

Das Licht spielt eine unglaublich große Rolle. In der Goldenen Stunde (die knappe Stunde vor Sonnenunter- bzw. nach Sonnenaufgang) sowie in der Blauen Stunde (etwa eine halbe Stunde lang blau leuchtender Himmel, bevor es Nacht wird bzw. nachdem diese zu Ende ist) entstehen bei mir etwa drei Viertel aller guten Fotos. Überlegt euch schon vorab, wo ihr zu dieser Zeit fotografieren könnt und beachtet dabei die Position der Sonne sowie Öffnungszeiten. Gute Spots sind meistens Brücken oder erhöhte Plätze. Eine Bildrecherche vorab (Google oder einfach das Betrachten von Postkarten) ist sicher kein Fehler.

Zeit nehmen! Tagsüber könnt ihr euch die Stadt primär touristisch anschauen. Aber am Abend, wenn das Licht spannend wird, solltet ihr euch die Zeit zum Fotografieren nehmen, rechtzeitig vor Ort sein und auch Unterschiedliches ausprobieren: andere Objektive, andere Einstellungen (Weißabgleich, Helligkeit, Belichtungszeit, usw), andere Positionen. Falls ihr in nicht-fotografierender Begleitung unterwegs seid und sich diese fadisiert, verbringt diese 2 Stunden lieber getrennt.

Nehmt Abstand von Universalobjektiven. Damit entstehen meistens nur die üblichen, wenig spannenden Fotos. Ich fotografiere bei einem Spaziergang durch eine Stadt gerne ausschließlich mit einer Fixbrennweite – besonders 35mm 1.4 bzw. das 50mm 1.4 haben es mir angetan. Die Fotos bekommen einen roten Faden und ihr sucht (und findet) ganz andere Motive als sonst. Und wenn es ein Zoom-Objektiv sein soll, bevorzugt ein Tele-Objektiv gegenüber einem Weitwinkel. Details sind meistens spannender als das x-te Foto von einem Gebäudeblock mit Straße und Himmel. 😉


Alexanders Fotokurse und Fotoreisen kannst du auf http://www.alexander-mueller.at/ buchen.

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Autor

Reisejunkie, Autor, Solopreneur. Mag es, ungewöhnliche Orte zu entdecken und nach seinen eigenen Regeln zu leben.

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