Neben dem Ausflug ins Okavango Delta war die Safari im Chobe Nationalpark für mich das größte Highlight meiner Botswana Reise. Genauergesagt, die Safaris, denn ich verbrachte insgesamt 3 Tage an der Chobe River Front und konnte den Park sowohl vom Boot aus bei zwei Sunset Cruises, als auch bei einem geführten Game Drive im Allrad-Fahrzeug erkunden.

Der Chobe Nationalpark ist nicht der größte Park des Landes, doch seine Tierdichte und Artenvielfalt sind wahrlich einzigartig. Offiziellen Stellen zur Folge verfügt der Chobe Nationalpark sogar über die größte Wildtierpopulation Afrikas!

Chobe Nationalpark Fakten & Informationen

Der Chobe Nationalpark liegt im Norden Botswanas direkt an den Grenzen zu Namibia,  Sambia und Simbabwe. Er ist Teil der Kavango-Zambezi Transfrontier Conservation Area (KAZA TFCA, KAZA), ein grenzüberschreitendes Wild- und Naturschutzgebiet im südlichen Afrika, das bereits bestehende Parks in Angola, Namibia, Botswana, Sambia und Simbabwe einschließt.

Der Chobe Nationalpark wurde nach der Unabhängigkeit Botswanas als erster Park des Landes gegründet und erstreckt sich über eine Fläche von knapp 11.700 km2. Benannt ist er nach dem Fluss Chobe, der die Nordgrenze des Parks bildet.

Der Park gliedert sich in vier verschiedene Ökosysteme: Chobe Riverfront, Savuti-Marsch, Linyanti-Sümpfe und das trockene Buschland. Während meines Aufenthaltes im Chobe Nationalpark hielt ich mich ausschließlich an der Chobe Riverfront auf, daher steht diese auch im Fokus dieses Artikels und immer wenn ich „Chobe Nationalpark“ schreibe, beziehe ich mich ausschließlich auf dieses Teilstück!

Besonders bekannt ist der Chobe Nationalpark für seine riesige Elefantenpopulation – an die 50.000 sollen es in der Trockenzeit sein – die sich dank rigoroser Schutzmaßnahmen in Botswana gut erholen konnte.

Safari im Chobe Nationalpark Elefanten
Es ist quasi unmöglich im Chobe Nationalpark KEINE Elefanten zu sehen

Eine Safari ist immer eine Glücksache, doch wer im Chobe Nationalpark keine Elefanten zu Gesicht bekommt muss wirklich ein besonderer Pechvogel sein. Ich traue mich sogar zu behaupten, dass es unmöglich ist, den Chobe Nationalpark zu verlassen, ohne dabei Elefanten gesehen zu haben.

Im Chobe Nationalpark gibt es fast ausschließlich Sandpisten, daher lässt er sich – anders als der Etosha Nationalpark in Namibia oder der Krüger Nationalpark in Südafrika – nur mit Allradfahrzeugen befahren. Wer hier selber fahren möchte – was grundsätzlich möglich ist – sollte unbedingt ein geeignetes Fahrzeug mieten, über Offroad Erfahrung verfügen und zumindest einen Reifen wechseln können! Wer sich das nicht zutraut, begibt sich besser in die Hände eines professionellen Safarianbieters!

Safari im Chobe Nationalpark Allradfahrzeug
Die tiefen Sandpisten des Chobe Nationalparks sind nichts für Anfänger

Wer in Botswana auf eigene Faust unterwegs ist sollte außerdem beachten, dass man das Permit für den Park nur nach Vorweisen einer gültigen Reservierung für ein Camp erhält. Da die Plätze oft begrenzt sind und Botswana sehr auf Klasse statt Masse setzt, sollte man sich vor allem in der Hauptsaison nicht darauf verlassen, kurzfristig noch einen Platz in einem Camp zu bekommen. Es empfiehlt sich dringend, alle Reservierungen von zu Hause aus zu erledigen, um am Ende nicht abgewiesen zu werden. Ich selbst war mit einer Tour unterwegs und kann euch daher keine Insider-Tipps geben, aber auf dieser Seite findet ihr detaillierte Informationen (auf Englisch), wie man bei der Buchung vom Camps in Botswana vorgehen soll und was man dabei beachten muss.

Unterkunft im Chobe Nationalpark

Direkt im Chobe Nationalpark gibt es nur eine einzige Lodge, die Chobe Game Lodge, die direkt am Ufer des Chobe Rivers liegt und herrliche Ausblicke auf die Natur und die Tiere verspricht. Besonders hervorzuheben ist hier der neue Boardwalk, der auf rund 250 m Länge von der Lodge wegführt und dank seiner erhöhten Lage fantastische Aussichten auf den Fluss und das Überflutungsgebiet bietet.

Die exklusive Lage dieser Lodge hat allerdings ihren Preis und so kommen die meisten Besucher in der Stadt Kasane unter, die direkt vor den Toren des Parks liegt und eine Vielzahl an Unterkünften für jeden Geldbeutel bietet.

Vom einfachen Campingplatz bis zum luxuriösen 5-Sterne Resort ist alles dabei. Generell sollte man sich aber bewusst sein, dass Botswana ein ziemlich hochpreisiges Reiseland ist und man hier auch für einfache Unterkünfte mehr zahlt als in anderen afrikanischen Ländern.

Camping Chobe Nationalpark Osprey Farpoint
Mein hübsches Zelt im Campingbereich der Thebe River Lodge

Bei meinem Aufenthalt übernachetet ich in der Thebe River Safari Lodge. Wir schliefen in Zelten am Campingplatz, deshalb kann ich zu den Zimmern selbst nichts sagen, die Rezeption und allgemeinen Einrichtungen machten aber einen guten Eindruck. Zur Abkühlung an heißen Tagen gibt es übrigens auch einen kleinen Pool, von dem aus man direkt auf den Fluss blicken kann.

Wer Luxus 5- Sterne Komfort sucht wird hier vermutlich nicht glücklich, aber allen, die das Hauptaugenmerk auf ein gutes Preis-Leistungsverhältnis und eine saubere Unterkunft legen, kann ich die Thebe River Lodge nur weiterempfehlen.

Beste Reisezeit für den Chobe Nationalpark

Botswana ist grundsätzlich ein ganzjähriges Reiseziel, wobei sich die Monate Mai bis Oktober (Trockenzeit) am besten für eine Safari eignen. Die Vegetation ist verdorrt und trocken, das Gras niedrig und die Tiere versammeln sich um die wenigen verbliebenen Wasserlöcher, um ihren Durst zu stillen. Diese Konzentration an Wildtieren auf überschaubarem Raum verspricht ein ereignisreiches und unvergessliches Safarierlebnis.

Safari im Chobe Nationalpark Kudu
Trockenzeit: das Gras ist niedrig, die Vegetation verdorrt, was die Tierbeobachtung erleichtert

Beachten sollte man auch in Botswana, dass die Nächte in der Trockenperiode empfindlich kalt werden können. Speziell von Juni bis August können die Nachttemperaturen auf bis zu 0 Grad fallen, was unbedarfte und schlecht informierte Besucher immer wieder überrascht.

Wer in den afrikanischen Wintermonaten auf einen Morning Game Drive geht, sollte unbedingt eine warme Fleecejacke und lange Hosen anziehen, denn der Fahrtwind verstärkt die kühle Morgenluft noch. Falls du im Zelt übernachtest achte darauf, einen Schlafsack mit einer Komforttemperatur von 0-5 Grad zu wählen, sonst kann es ziemlich ungemütlich werden. Frieren in Afrika, ja das ist definitiv möglich!

Safari im Chobe Nationalpark – welche Möglichkeiten gibt es?

An der Chobe Riverfront gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten auf Safari zu gehen. Ein Game Drive im Allradfahrzeug (organisiert oder auf eigene Faust) oder eine Bootsfahrt auf dem Fluss Chobe, der die nördliche Grenze des Nationalparks bildet. Ich habe beides gemacht und würde auch beide Varianten weiterempfehlen, da man total unterschiedliche Eindrücke gewinnt.

River Cruise im Chobe Nationalpark

Eine Bootsfahrt auf dem Chobe River ist mit Sicherheit die entspannteste und angenehmste Art auf Safari im Chobe Nationalpark zu gehen. Während das Schiff über den Fluss gleitet, sitzt du mit einem kühlen Getränk am Deck (Kühltruhe nicht vergessen!) und genießt die Aussicht auf das saftige Grünland und die unglaublich vielfältige Tierwelt. Am Abend, wenn die untergehende Sonne den Park in ein warmes, goldenes Licht taucht, ist die Bootsfahrt besonders schön und auch ideal für tolle Fotos.

Safari im Chobe Nationalpark Elefanten
Eine Herde Elefanten durchquert vor uns den Fluss – ein traumhafter Anblick

Ich unternahm zwei abendliche Bootsfahrten auf dem Chobe River und war einfach nur begeistert und sprachlos. Irgendwie fühlte ich mich wie in Jurassic Park, denn die Anzahl an Tieren, die uns auf beiden Ausfahrten begegnete war einfach enorm. Besonders die Elefanten faszinierten mich. Noch nie zuvor hatte ich so große Herden gesehen und nie hätte ich zu träumen gewagt, dass einmal eine Gruppe Elefanten vor mir durch einen Fluss schwimmen würde!

Safari im Chobe Nationalpark Hippo
Hippo im Sumpfgebiet

Eine Bootsafari eignet sich super, um einen ersten Eindruck des Parks zu bekommen und natürlich vor allem, um Elefanten, Büffel, Hippos und Krokodile zu beobachten. Diese Arten tummeln sich in großer Zahl im und rund um den Fluss, sodass Sichtungen fast garantiert sind.

Safari im Chobe Nationalpark Krokodil
Krokodil im Chobe Nationalpark
Safari im Chobe Nationalpark Büffel
Büffel am Ufer des Chobe River

Game Drive im Chobe Nationalpark

Eine Safari im Allradfahrzeug bringt dich tiefer in den Park hinein und bietet etwas mehr Flexibilität, sich den Tieren zu nähern, als ein Boot. Allerdings sind auch bei den Game Drives entlang der Chobe Riverfront die Routen fix vorgegeben. Der Fahrer erhält am Parkeingang die Auskunft, welche Route zu befahren ist und muss sich strikt daran halten. Das liegt daran, dass die Anzahl der Fahrzeuge, die im Park unterwegs sind, kontrolliert und auch reduziert werden soll.

Safari im Chobe Nationalpark Game Drive Allradfahrzeug
Ein Game Drive im Allradfahrzeug bringt dich tief in den Park hinein

Rein theoretisch müssen sich alle – auch Selbstfahrer – registrieren und eine Referenznummer beantragen. Ziel ist, die Anzahl der Fahrzeuge pro Route auf maximal 25 zu reduzieren, sodass höchstens 75 Autos gleichzeitig im Park unterwegs sind. Die attraktiven Safarizeiten von 6-9 Uhr Morgens und 14:30 bis 18:30 Nachmittags sollen dabei Veranstaltern und Lodges vorbehalten bleiben, während Selbstfahrer nur noch in der Mittagszeit zwischen 9 und 14:30 unterwegs sein dürfen. Laut verschiedenen Quellen im Internet werden diese Vorgaben aber nur schleißig umgesetzt und nicht kontrolliert.

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Da ich mit einer Tour unterwegs war, kann ich das weder bestätigen noch dementieren, von daher ist es sinnvoll, sich im Voraus zu erkundigen, um böse Überraschungen zu vermeiden. Mehr Infos zu diesem Thema findest du auch hier.

Wir fuhren jedenfalls auf der als Einbahnstraße geführten River Front Route, der angeblich tierreichsten Route des Parks. Zu Beginn war ich noch etwas schockiert, denn am Gate herrschte schon um sechs Uhr Morgens ein Stau wie auf der Tangente in Wien am Freitag Nachmittag, doch Gott sei Dank löste sich das Verkehrschaos nach den ersten Kilometern auf und es wurde ein wenig ruhiger.

Das änderte sich allerdings wieder, als wir auf einen Löwen mit Beute trafen. So ein Anblick ist nicht alltäglich und logischerweise staute es dort wieder, da jeder diesen seltenen Moment genießen und natürlich auch fotografisch festhalten wollte.

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Der Löwe und sein Frühstück waren natürlich das absolute Highlight dieses morgendlichen Game Drives, aber auch sonst war er ziemlich erfolgreich. Wir konnten viele Antilopen, wie Springböcke und Kudus, sehen, majestätische Adler beobachten und uns an verspielten Pavianen erfreuen. Auch auf Elefanten trafen wir wieder, allerdings waren diese etwas weiter weg, als es tags zuvor bei der Safari im Boot der Fall war.

Safari im Chobe Nationalpark Paviane
Paviane sind besonders lustige Gesellen
Safari im Chobe Nationalpark Elefanten
Elefantenherde im Chobe Nationalpark

Insgesamt dauerte unsere morgendliche Safari ca. drei Stunden und führte uns in einer großen Schleife durch den Park. Obwohl wir nur einen Löwen und leider keinen Leoparden gesehen haben, war die Tierausbeute insgesamt betrachtet ziemlich gut und wir konnten auf jeden Fall einen guten Eindruck vom Artenreichtum des Chobe Nationalparks bekommen.

Meine Empfehlung an dich ist auf jeden Fall, auch eine Bootsafari mit einem Game Drive zu kombinieren. Dies ist sogar möglich, wenn du nur einen Tag Zeit hast, da du den Game Drive am Morgen und die Bootstour zu Sonnenuntergang absolvieren kannst.

Auf diese Weise kannst du zwei Seiten des Chobe Nationalparks kennenlernen und deine Chancen auf unvergessliche Wildlife-Sichtungen drastisch erhöhen!

Mir persönlich hat der Chobe Nationalpark wahnsinnig gut gefallen, auch wenn er – verglichen mit dem Etosha Nationalpark – ziemlich überlaufen war. Speziell der Stau am Sedudu Gate hat mich zu Beginn ziemlich irritiert.

Ich möchte auf jeden Fall noch einmal nach Botswana zurückkehren und die abgelegeneren Gegenden rund um Savuti und Linyanti erkunden. Besonders Savuti interessiert mich, da man dort laut Hörensagen sehr gute Chancen auf Großkatzen Begegnungen hat. 

Jedenfalls hat mich meine Namibia-Botswana-Sambia Rundreise nur weiter darin bestärkt, das Afrika eines meiner liebsten Reiseziele ist und daher auch in Zukunft regelmäßig auf dem Reiseplan stehen wird. Von Safaris und der afrikanischen Tierwelt, kann ich einfach nicht genug kriegen!

Anbei habe ich dir noch eine Galerie mit meinen schönsten Bildern der Safaris im Chobe Nationalpark zusammengestellt.

Galerie Chobe Nationalpark


Warst du schon einmal im Chobe Nationalpark und hat es dir ebenso gut gefallen wie mir? Oder hast du ein anderes Safariziel, das du mir empfehlen kannst? Ich freue mich über dein Feedback in den Kommentaren!

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Autor

Hat 1 Jahr in Mexiko gelebt, ist solo durch Neuseeland & Australien gereist und war im Overlander im südlichen Afrika unterwegs. Lisa liebt Abenteuer- und Aktivreisen, spannende Herausforderungen und ist dabei immer auf der Suche nach dem perfekten Fotomotiv. Dafür schleppt sie auch gerne ihre gesamte Kameraausrüstung auf einen Berg.

5 Kommentare

  1. Da hast du wirklich viel gesehen, im Chobe Nationalpark. Coole Fotos. Wir waren Ende Mai dort. Ich war genauso begeistert wie du. Die Kombination Wasser / Land Safari macht Botswana zu etwas Besonderem. Bin allerdings nicht so schnell mit dem Aussortieren der Fotos wie du 🙂

    • Hallo Andrea,

      ja Botswana ist der Hammer. Auch das Okavango Delta hat mich so verzaubert! Lass dir mit deinen Fotos ruhig Zeit, ich war im September dort und habe bis jetzt gebraucht, den Artikel fertigzustellen. Also kein Stress 😉

      Liebe Grüße

      Lisa

    • Hallo Anna!

      Danke für dein nettes Feedback! Eine Safari solltest du dir wirklich nicht entgehen lassen. Südafrika ist toll (da hab ich auch einen Bericht über den Kruger Park geschrieben vor 2 Jahren) aber mein liebstes Safari Ziel bis dato ist Botswana. Das Land ist so schön und so reich an Tieren, es ist einfach ein Traum!

      Liebe Grüße
      Lisa

  2. Anita und Erwin Sax Antworten

    Man muss sagen ,für uns war das ein hilight diese Reise .Zuerst waren wir im Zumbese Suns Hotel was ein Wahnsinn ist was da Super geboten wurde .Und natürlich nicht weit 10 Minuten zu Fuß zu den Victoriafällen eine Sensation.Und natürlich dann eine Safari in den Chobe Nationalpark und natürlich in freierWildbahn im Zeltlager sensationell.Wir waren im Krüger und Adoo Elephantpark aber Chobe ist Super.Aber Organisiert hat das meine Verwandtschaft aus Knysna vom Hotel Lagoona Inn Familie Alison und Günther Picnler.So zum Schluss eine solche Reise kann man nur weiterempfehlen .Schöne Grüße aus Salzburg Familie Anita und Erwin Sax

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