Dies ist ein Gastbeitrag von Lennart. Er ist der Gründer des Testportals Kofferfuchs.de. In seiner Freizeit reist er gerne und testet Gepäckstücke auf Herz und Nieren. Auf seiner Seite informiert er die Leser darüber, welche Reisebegleiter eine gute Wahl sind und von welchen man eher die Finger lassen sollte.

Während für viele Weltreisende, Backpacker und Digitale Nomaden der Rucksack der Reisebegleiter Nummer 1 geworden ist, schwört der Großteil der Urlauber und Touristen immer noch auf den klassischen Reisekoffer. Im Grunde genommen ist das auch nicht verwunderlich, da Koffer für traditionelle Urlaubsreisende ziemlich praktisch sind.


Um nur ein paar Vorteile zu nennen:

1.    Sie lassen sich leicht transportieren
2.    Sie bieten viel Platz und Ordnung
3.    Wenn der Koffer eingecheckt werden muss, wird der Inhalt angemessen geschützt

Aber welchen Koffer soll man denn am besten kaufen? Wenn ich mich beim Schlangestehen am Gepäck-Check-In oder beim Warten auf den nächsten Zug am Bahnsteig dabei erwische, wie ich – Mal wieder – die Gepäckstücke der Passagiere inspiziere, merke ich, dass es bei der Auswahl eines guten Koffers noch großen Nachholbedarf gibt.

Manchmal denke ich, dass sich der gemeine Kofferreisende beim Kauf des Gepäckstücks gar keine Gedanken gemacht hat und der erstbeste Koffer gekauft wurde, der halbwegs zuverlässig aussah und ein paar Rollen besaß.

Welchen Koffer soll ich kaufen
Abb.1: Koffer gibt es wie Sand am Meer – Aber auch viele schlechte

Dabei müssen gute Koffer gar kein Vermögen kosten, wenn man weiß auf welche Details man achten muss. In den folgenden Zeilen teile ich meine Erfahrungen und verrate Insider-Tipps, wie auch du fündig wirst.

Welchen Koffer soll ich kaufen? Die Frage aller Fragen:

Sobald du dich dazu entschieden hast, dir tatsächlich einen neuen Koffer zu besorgen, stellt sich die Frage aller Fragen: Hart– oder Weichschalenkoffer?

Du bist eher der harte Typ, wenn du mit wertvollem Inhalt reist, den du schützen musst. Eigentlich selbsterklärend – oder hast du schon mal einen Geldkoffer mit 100.000 € in Bar gesehen, der aus Stoff besteht? Ich jedenfalls nicht! Hartschalenkoffer schützen wesentlich besser gegen Druck– und Stoßeinwirkungen als Gepäckstücke mit weicher Außenhülle.

Welchen Koffer soll ich kaufen?
Abb. 2: Harte oder weiche Schale? Eine Frage des Geschmacks und Gebrauchs!

Weichschalenkoffer bieten immer noch deutlich mehr Schutz gegen äußere Einflüsse als der gewöhnliche Rucksack, da sie ein inneres Gerüst besitzen. Dieses Gerüst besteht aus Kunststoff und wird anschließend mit Stoff umspannt. Das verleiht dem Weichgepäck an den Kanten eine hohe Stabilität, sodass nur die großen Stoffoberflächen etwas nachgeben. Ein positiver Effekt der damit einhergeht, ist die zunehmende Dehnbarkeit. Weichschalenkoffer sind deshalb genau das richtige für dich, wenn du deinen Koffer gerne randvoll packst und du auf das Mitbringsel für den Schwippschwager nicht verzichten kannst!

Merke dir: Rollen sind das eigentliche Herzstück des Koffers!

Nach der Grundsatzfrage kommen die Details. Egal, ob es ein Hart- oder Weichschalenkoffer werden soll, die Rollen müssen stimmen. Die Rollen sind wohl das wohl wichtigste Bauteil eines soliden Koffers. Gute Rollen halten zig Reisen und dutzende Kilometer des Rollens aus, ohne dass ihre Laufeigenschaften darunter leiden. Schlechte Rollen hingegen halten kaum Belastungen aus. Sie brechen oder nutzen sich so schnell ab, dass sie in alle Richtungen, nur nicht in deine laufen wollen.

Wenn du zu einem bestimmten Modell gehäuft Rezensionen findest, in denen beschrieben wird, wie schnell die Rollen abgebrochen sind, sollte bei dir die Alarmstufe Rot angehen: Diesen Koffer unter keinen Umständen kaufen! Zugegebenermaßen kann es immer Mal passieren, dass ein Koffer wirklich unglücklich beim Verladen eingeklemmt oder fallen gelassen wird und eine Rolle abbricht.  Wenn sich solche Berichte allerdings häufen, ist das ein klares Zeichen für eine Materialschwäche. Dann stimmt etwas mit der Verankerung der Rollen an der Kofferschale nicht und es kann jederzeit zu einem Totalausfall kommen.


Aber wie sehen denn nun zuverlässige Rollen aus?

Welchen Koffer soll ich kaufen
Abb. 3: Die Rollen des Koffers sind kaufentscheidend

So zum Beispiel:

Welchen Koffer soll ich kaufen?
Die Rollen sind das Herzstück eines guten Koffers!

Beide Koffer zeichnen sich durch hervorragende Rollen aus, die mehrere wesentliche Merkmale gemeinsam haben:

⁃    Doppelrollen: Doppelrollen lassen sich unter schwerer Last leichter manövrieren als einfache Rollen. Hast du dich jemals gefragt, wieso Flugzeuge fast immer auf Doppelreifen fahren? 
Richtig, weil das enorm schwere Gewicht des Flugzeugs auf mehrere Reifen einfacher verteilt wird. Das gleiche Prinzip kommt zum Tragen, wenn du mit deinem fast 25 kg schweren Reiseklotz in Richtung Hotel rollst.

⁃    Gummierung: Immer wenn ich Koffer sehe, deren Rollen keine Gummioberfläche haben, stelle ich mir vor, wie ein Auto statt auf Reifen direkt auf den Felgen fährt. Auf Dauer kann das gar nicht gut gehen. Deswegen empfehle ich Koffer mit Rollen, die eine gummierte Oberfläche besitzen. Das Gummi nutzt sich schlichtweg viel langsamer ab als reine Plastikrollen.

⁃    Eine gewisse Größe: Große Rollen besitzen zwei Vorteile: Erstens müssen sie sich nicht so oft drehen, um dieselbe Distanz zurückzulegen wie kleinere Rollen und zweitens überwinden sie Unebenheiten im Untergrund müheloser.

Überlegungen zur Größe des Koffers

Wenn du dir schon einen neuen Koffer für die nächsten Reisen kaufen möchtest, solltest du darauf achten, dass er die zugelassenen Maße der Fluggesellschaften ausfüllt. Während Handgepäckstücke meistens Maße um die 55 x 40 x 20 cm aufweisen dürfen, beläuft sich das zugelassene Gurtmaß für aufgegebenes Gepäck bei den meisten Fluglinien auf 158 – 160 cm. Das Gurtmaß berechnet sich aus der Höhe, Breite und Länge des Gepäckstücks und wird meistens nicht genau nachgemessen, es sei denn, du rollst mit dem XXL-Koffer 3000 an den Check-In-Schalter.

Es gibt viele Übergangsgrößen zwischen zugelassenem Handgepäck und dem zulässigen Gurtmaß. Koffer in einer solchen Übergangsgröße sind etwa 65 cm hoch und verfügen über ein Gurtmaß von rund 140 cm. Ich persönlich bin ein Fan davon das Erlaubte auch auszunutzen, anstatt sich für nichts Halbes und nichts Ganzes zu entscheiden.

Du hast deinen perfekten Koffer gefunden? Jetzt will ich dir zwei Tipps ans Herz legen, die dir nicht bei der Suche helfen sollen, sondern dir vielleicht etwas Geld sparen.

Geheimtipp Nr. 1: Mein Koffer ist kaputt – Was jetzt?

Kofferhersteller werben gerne mit ihrer vieljährigen Garantie auf ihre Produkte. Dass sich der Garantieanspruch des Kunden meistens jedoch nur auf Material- und Verarbeitungsfehler bezieht, findet man oft erst im Kleingedruckten. Was also, wenn dein Koffer am Flughafen doch zu Schaden kommt? Meistens bezieht sich ein solcher Schaden nicht auf einen Materialfehler des Koffers, sondern auf eine Beschädigung durch das Transportunternehmen. Du solltest den Schaden umgehend deiner Fluggesellschaft melden und einen Schadensreport ausfüllen, anstatt damit zu warten bis du zu Hause bist. Die Fluggesellschaft wird sich im Anschluss um deinen Fall kümmern und dir (hoffentlich) einen Schadenersatz gewähren.

Welchen Koffer soll ich kaufen?
Abb. 4: Erste Anlaufstelle im Schadensfall: Die Fluggesellschaft am Flughafen

Eine beliebte Masche mancher Fluggesellschaften ist im Schadensfall das Ansetzen eines falschen Zeitwerts deines Koffers. Für einen Standard-Markenkoffer wird in den allermeisten Fällen tatsächlich eine Nutzungsdauer von 10 Jahren kalkuliert. Folglich verliert dein Koffer jedes Jahr 10 % an Wert.


Stell dir als Beispiel vor, dass dich dein Koffer 200 € gekostet hat und er nach 3 Jahren beschädigt ankommt. Manche Fluggesellschaften würden versuchen eine Nutzungsdauer von 5 Jahren anzusetzen. Der jährliche Wertverlust von 20 % würde einem Zeitwert des Koffers von 80 € statt der eigentlichen 140 € entsprechen. Besonders bei höherpreisigen beschädigten Koffern kann es daher Sinn ergeben, sich in dieses Thema einzulesen und der Ansetzung eines zu niedrigen Zeitwerts zu widersprechen.

Achtung: Dieser Abschnitt soll für dich keine Rechtsberatung darstellen, sondern dich lediglich über die Abläufe im Falle eines Schadens informieren!

Geheimtipp Nr. 2: Steuerlicher Abzug des Koffers

Wenn du viel beruflich mit dem Koffer unterwegs bist oder ihn vielleicht sogar nur zu diesem Anlass gekauft hast, solltest du mit deinem Steuerberater abklären, inwieweit du die Anschaffungskosten steuerlich geltend machen kannst. In der Vergangenheit gab es Urteile von Finanzgerichten der Länder, aber auch des BFHs, die den steuerlichen Abzug des Koffers als Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben durchgesetzt haben.

Bei gemischt betrieblicher und privater Nutzung ist üblicherweise ein anteiliger steuerlicher Abzug der Anschaffungskosten möglich. Auch das soll für dich keine Steuerberatung darstellen, sondern dir nur die Möglichkeiten aufzeigen, die viele Geschäftsreisende aus den Augen verlieren.


Bildnachweise:

Abb. 1: https://pixabay.com/de/gesch%C3%A4ft-gep%C3%A4ck-farben-flugzeuge-2148839/
Abb. 2: https://unsplash.com/photos/OiiThC8Wf68

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Autor

Hat 1 Jahr in Mexiko gelebt, ist solo durch Neuseeland & Australien gereist und war im Overlander im südlichen Afrika unterwegs. Lisa liebt Abenteuer- und Aktivreisen, spannende Herausforderungen und ist dabei immer auf der Suche nach dem perfekten Fotomotiv. Dafür schleppt sie auch gerne ihre gesamte Kameraausrüstung auf einen Berg.

3 Kommentare

  1. Wie wichtig die Wahl des Koffers sein kann, weiß ich spätestens seit meinem 3-wöchigen Nordamerika Urlaub, wo recht viel umhergereist wurde & auf dem Weg zum Flughafen gen Heimat die Rollen kaputt gingen.. mitten in der Nacht, der Koffer selbst platzte eh schon fast aus allen Nähten.. Am liebsten reise ich ja persönlich einfach mit Handgepäck; geht natürlich nicht immer 😉 Jedenfalls: ein sehr hilfreicher Post & Portal!

  2. Man merkt meistens erst, dass man den falschen Koffer gekauft hat, wenn es schon zu spät ist. So ging es mir leider in meinem letzten Sommerurlaub. Katastrophe!! Der nächste wird besser – auch wegen diesem Beitrag! Vielen Dank für die Informationen!

    LG Philip

  3. Der rechtliche Teil ist sehr hilfreich, danke! Da ich beruflich sehr oft über 1-2 Tage mit dem Flieger unterwegs bin, reise ich meist nur mit Handgepäck, da ich mir so das endlose Warten an der Gepäckausgabe sparen kann. Die Vorschriften sind meist sehr streng und variieren teilweise auch von Airline zu Airline. Ich habe mir einen Business Trolley gekauft und war positiv überrascht, dass es hier sogar eine Filterfunktion für Handgepäck gibt https://www.koffer-schweiz.ch/de/business-kollektion/business-trolley/#/reisedauer-handgep%C3%A4ck_55x40x20 . Das hat mir den Einkauf wirklich erleichtert. Der Trolley begleitet mich nun schon über ein Jahr auf alle möglichen Reisen und hilft mir dabei schnell von Terminal zu Terminal zu kommen. Und ein weiterer Pluspunkt: ich konnte diesen wirklich von der Steuer absetzen. 🙂

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