Meine Erlebnisse in Trinidad, Santiago de Cuba und Baracoa, die Du in Entdecke Kuba: Teil 1 nachlesen kannst, zeigten mir viele schöne Facetten Kubas. Nachdem wir Baracoa, mein kleines Paradies erreicht hatten, ging es für uns zurück nach La Habana. Doch nicht, ohne einen Zwischenstopp in Cienfuegos und Playa Larga zu machen.

 

Cienfuegos

„Te gusta el helado?“ die alte Frau blickt mich mit ihren kastanienfarbenden Augen lächelnd an. Tiefe Falten zeichnen sich um ihre Augen und Mundwinkel ab. „Es super bueno!“, antworte ich breit grinsend. Und ja, das stimmt. Es ist viel zu lange her, dass ich gutes Schokoladeneis gegessen habe.

So oft ist es mir schon passiert. Ich habe auch viele andere Reisende davon erzählen hören. Und Dir wird es, wenn Du mit einer toleranten und offenen Herangehensweise das Land entdeckst, bestimmt auch so ergehen. Du wirst zu Kubanern nach Hause eingeladen. Und während Du dort mit ihren Kindern spielst, wirst Du von Nachbarn sowie Freunden ausgequetscht. Frauen werden dich bekochen und Viejitos (ältere Menschen) von damals berichten. Diese besondere Art der Gastfreundschaft, Herzlichkeit und Offenheit, ist eben auch Teil der hiesigen Kultur. Hier wird das Sprichwort „Mi Casa, su casa“ gelebt.

Doch nicht nur diese Erfahrung lässt mich Sympathien für „die Perle des Südens“ entwickeln. Es ist auch die erholsame Atmosphäre, die Du am Punta Gorda sitzend, mit Blick auf die schöne Umgebung gerichtet, erfährst. Hier strahlt die Stadt eine gewisse Ruhe aus und lässt Dich für einen Moment alles um Dich herum vergessen.

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Zu Anfang des 19. Jahrhunderts besiedelten französische Immigranten den Ort und beeinflussten dessen Entwicklung und Architektur. Das kleine Zentrum versprüht somit einen Mix aus französischem und karibischem Flair. Über die Hauptstraße, genannt Prado, schlendernd gerätst Du nach kurzer Zeit an den Malecón. Mit dem Blick über die Bahía de Cienfuegos (Bucht) lädt er zu einem erholsamen Spaziergang am Nachmittag ein. Daneben solltest Du über den Boulevard flanieren. Zwar ist dieser von Touristen überlaufen, jedoch wurden merklich viel Arbeit und Geld in diesen Teil der Stadt gesteckt, sodass er im Vergleich zu den üblichen Boulevards Kubas besonders schön ist.

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In Richtung Westen laufend erreichst Du nach kurzer Zeit den Parque José Martí, der Schulkindern, Pärchen, internetnutzenden Kubanern und Touristen als Ort der Erholung dient. Der Turm westlich des Parks symbolisiert den Eingang zur Stadt und wurde nach dem Abbild des Arc de Triomphe in Paris erbaut. Den Park umgeben weiterhin alte, koloniale Gebäude, wie die Catedral Purísima Concepción aus dem Jahre 1868, das Colegio San Lorenzo und das Teatro Tomás Terry, welches 1889 erbaut wurde. Daneben erstreckt sich westlich des Parks der Palacio de Ferrer, das jetzige Casa de Cultura Benjamín Duarte. Aufgrund seines Turms, der Dir eine super Aussicht über die Stadt und den Hafen liefert, ist es definitiv einen Abstecher wert.

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Musik ist zu hören. Dann das dumpfe Geräusch schneller Schritte. Es folgt eine Männerstimme, die Anweisungen gibt. Vorbei an modernen Gemälden laufen wir neugierig durch die Flure – auf der Suche nach dem Auslöser dieser Geräusche. Wir biegen um ein paar Ecken und sehen plötzlich einige Tänzer, die eine Choreografie einstudieren. Sie lassen ihre Hüften kreisen, reißen ein Bein in die Höhe, drehen sich und lassen sich von ihrem Trainer umherwirbeln. Ziemlich beeindruckend. Auch dafür wird also das Casa de la Cultura genutzt und bietet Dir so eine super Möglichkeit Kunst, Musik und Tanz live und hautnah zu erleben.

 

Meine Tipps für Deine Reise

  • Restaurant: Casa Prado. Auf den ersten Blick wirkt das Restaurant, das von einem Kubaner geführt wird, sehr fresa (Schickimicki). Sobald Du jedoch die lachenden Köche hörst und mit den super witzigen Kellnern quatschst, wird Dir wieder bewusst, dass Du in Kuba bist. Die Portionen sind riesig (Paella kannst Du Dir zum Beispiel teilen) und das Essen ist lecker  (4-10 CUC). Probier den Rum Legendario.
  • Hostal Luisa & Tony: dieses super zentrale casa particular wird von Andres geleitet. Wir hatten eine erholsame und witzige Zeit, Adresse: Ave. 54 #4916 e/49 y 51, Telefonnummer: 53(43)515377
  • Viele Veranstalter bieten Ausflüge und Exkursionen in die Umgebung an
  • Mit einem carro particular zahlst Du 50 pesos (2 CUC) von Santa Clara nach Cienfuegos

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Playa Larga

Mich zog es zu einem idyllischen Strand. Ich wollte ein paar Tage auschillen, tauchen und interessante Leute treffen, bevor ich meine relativ große Abneigung gegenüber touristischen Orten deckeln und nach Viñales sowie zurück nach La Habana gehe würde. Meine Intention bestand also darin, ein mentales Polster zu schaffen und noch ein bisschen Ruhe zu genießen. Darum das Ziel: Strand.
Wenn Du Dich fragst, warum ich in Playa Larga landete, dann muss ich drei zentrale Gründe nennen.  Punkt eins: Für mich fiel Varadero direkt flach. Warum? Weil die unzählbaren Hotelanlagen sowie der Aspekt, dass alles dem Tourismus untergeordnet ist, überhaupt nichts für mich sind. Doch das ist theoretisch kein Problem. Denn es gibt ja noch die vielen kleinen, wunderschönen Inseln, die Kuba umgeben. Deren Flora und Fauna jeden Besucher begeistern und die Kuba einzigartig macht. Doch auch hier gibt es einen riesigen negativen Aspekt: Die unbezahlbaren Unterkünfte in den dortigen Resorts und die hohen Kosten für Hin- und Rückfahrt. Somit musste ich mich leider von dieser Idee verabschieden. Und landete letztendlich, durch die Empfehlung von Bekannten, in Playa Larga.

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Dieser kleine Ort liegt an der Bahía de Cochinos oder auch Schweinebucht genannt und zeichnet sich besonders durch seine erholsame Atmosphäre aus. Dieses Ambiente geht mit dem Aspekt einher, dass es in Playa Larga nicht viele Sehenswürdigkeiten und auch kein richtiges Zentrum gibt, weshalb Du abends auch nur an wenigen Plätzen ein Bierchen trinken gehen kannst. Generell nehmen nicht allzu viele Touristen dieses Örtchen, in dem sich vor allem Naturliebhaber wohlfühlen, ein.

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Meinen paradiesischen Strand suche ich leider vergebens und auch das Tauchen kann ich hier vergessen. Der Strand ist zwar schön, vor allem, wenn Du Richtung Hotel Playa Larga gehst, aber nichts Besonderes. Dies trifft wohl auch auf die hiesigen Tauchgänge zu, was ich aus den Beschreibungen der Taucherlebnisse zweier Argentinier entnehme. Mein Trostpflaster: die Aussicht auf Mexiko!
An meinem zweiten Tag passiert das, was ich am Reisen so sehr schätze. Was das Reisen für mich so spannend macht. Ich treffe auf den jungen Fischer Juan. Wir kommen direkt ins Gespräch und er lädt mich kurzerhand zum Angeln ein. Mit seinem neunjährigen Sohn, José, sitze ich so kurze Zeit später in seinem alten Fischerboot. Sie quetschen mich über Deutschland und über die von mir bereisten Länder aus, während ich im Gegenzug alles über sie erfahren möchte. Abends laden sie mich zum Essen ein. Wir sitzen mit Juans Familie und Freunden beisammen, trinken Rum, spielen Karten und essen die frisch gefangenen Fische. Wir tauschen uns über die verschiedenen Systeme wie Politik, Bildung und Wirtschaft aus. Über hiesige und deutsche Kuriositäten und Gewohnheiten. Über Lebensphilosophien und Künstler. Es wird viel gelacht und getanzt.

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Meine Tipps für Deine Reise

  • Besonders empfehle ich Dir eines der vielen schönen casa particulares im Wald, hinter der Schnellstraße. Dort kannst Du die Natur genießen und entspannen.
  • vergiss nicht dein Moskitospray
  • es werden auch Touren in die Umgebung angeboten. Erkundige Dich jedoch nochmals vor Ort

 

 

 

 

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Autor

Reisejunkie, Autor, Solopreneur. Mag es, ungewöhnliche Orte zu entdecken und nach seinen eigenen Regeln zu leben.

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