Während meines Städtetrips im April verlor ich mein Herz ziemlich rasch und heftig an das zauberhafte Lissabon. Die traumhafte Lage in den Hügeln direkt am Wasser, die hübschen Häuser mit den bunten Mosaiken, das angenehme Klima und vor allem auch die super freundlichen Menschen sind die ausschlaggebenden Gründe, dass ich nun eine neue Lieblingsstadt in Europa gefunden habe.

Nachdem ich euch bereits einen Einblick in die Highlights meines Lissabon Aufenthaltes gegeben habe und euch auch schon mit organisatorischen Tipps zur Planung eurer perfekten Lissabon Städtereise versorgt habe, möchte ich euch heute drei weitere Aktivitäten bzw. Orte vorstellen, die unbedingt auf eurer Lissabon To-Do-List stehen sollten.

Meine Lissabon Highlights Teil 2

Immer spannend: eine Fahrt mit der Straßenbahnlinie 28E

Lissabon Highlights: Straßenbahnlinie 28E
Die immer gut gefüllte Straßenbahnlinie 28E

Auch wenn es sich hierbei um eine richtig touristische Aktivität handelt, die in jedem Reiseführer empfohlen wird (weshalb du auch mit einem dementsprechendem Andrang rechnen musst), solltest du dir eine Fahrt mit der legendären Straßenbahnline 28E nicht entgehen lassen. Die alten, aus den 30er Jahren stammenden Wagons bieten nicht nur eine nette, günstige Möglichkeit an zahlreichen Sehenswürdigkeiten vorbeizutingeln, sondern haben auch selber bereits Kultstatus erreicht. Wie sich die alte Straßenbahn ächzend und schnaufend (und dabei meistens heillos überfüllt) ihren Weg durch das verwinkelte Straßennetz Lissabons bahnt und dabei die zahlreichen Hügel erklimmt hat schon etwas für sich.

Standfest solltest du jedenfalls sein, denn die Bahn verfügt nur über einige wenige Sitzplätze (ungefähr 20 an der Zahl) so dass du grundsätzlich damit rechnen solltest den größten Teil der Fahrt im Stehen zu verbringen. Und auch Berührungsängste sind in der Linie 28E fehl am Platz, denn hier ruckelt und rumpelt es und plötzliche Bremseinlagen stehen an der Tagesordnung- unfreiwillig enger Körperkontakt zum Sitz- oder Stehnachbarn inklusive!

Übrigens auch Geduld lernt man bei einer Fahrt mit der nostaligischen Straßenbahn zur Genüge. Rund 40 Minuten sollte die Fahrt vom Startpunkt an der Praça Martim Moniz bis zur Endstation Cemitério dos Prazeres laut Plan dauern, tatsächlich kannst du im Schnitt mit einer Stunde und mehr rechnen. Mal ist es ein parkendes Auto, das den Weg in den engen Gassen und Häuserschluchten versperrt, dann geht der altersschwachen Bahn auch manchmal an den Steigungen schlichtweg die Luft aus. Immerhin müssen an der steilsten Stelle unglaubliche 13,5% Steigung überwunden werden!

Achtung Taschendiebe!

Bei aller Euphorie und Begeisterung für die Fahrt, empfehle ich dir dringend auf deine sieben Sachen aufzupassen. Die Straßenbahnlinie 28E ist wie gesagt nicht nur eine der bestbesuchtesten Sehenswürdigkeiten der Stadt, sondern regelmäßig auch hoffnungslos überfüllt. Ein ideales Terrain für ausgefuchste Taschendiebe, um den von den spektakulären Ausblicken und der rasanten Fahrt abgelenkten Touristen die Geldbörsen aus den Taschen zu ziehen.

Ticket für die Straßenbahnlinie 28E

Die Straßenbahnlinie 28E kannst du mir einem normalen Tagesticket für die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen (Kostenpunkt 6 €) oder auch mit der wiederaufladbaren Metrokarte „Via Viagem“ (1,25 €/ Fahrt) benutzen. Für eine Einzelfahrt werden 2,85 € fällig, diese Fahrscheine kannst du direkt an Bord kaufen. Bitte beachte, dass es sich eben nicht um eine Sighseeing Bahn handelt und die Rückfahrt nicht in dem Ticketpreis enthalten ist. Diese muss daher wieder extra bezahlt werden.

Roof-Top Bars in Lissabon: herrliche Aussichten entdecken

Während Roof-Top Bars in vielen anderen Städten Europas bereits seit Jahren zu den absoluten Hotspots zählen, ist die Szene in Lissabon noch jung, auch wenn die Lage auf den Hügeln mit Ausblick auf das verschachtelte Häusermeer und den Tejo-Fluss quasi prädestiniert für Roof-Top Locations ist.

In den vergangenen Jahren hat sich Gott sei Dank so einiges getan und Roof-Top Chic konnte sich langsam auch in Lissabon etablieren. Ich habe während meines Aufenthaltes zwei tolle Locations entdeckt, die ich euch in weiterer Folge vorstellen werde. Die angeblich 10 besten Lissaboner Roof-Top-Bars sind übrigens in diesem Artikel zusammengefasst, der auch mir als Inspiration für mein Reiseprogramm diente.

Lissabon: Roof-Top Bar Portas do Sol
Die Terrasse der Roof-Top-Bar „Portas do Sol“

Die erste Roof-Top-Location in Lissabon, über die wir eher zufällig stießen, war die schicke Bar „Portas do Sol“, die sich direkt über dem Stadtteil Alfama und nur wenige Schritte neben dem Aussichtspunkt „Miradouro de Santa Luzia“ befindet.

Es handelt sich um ein geschmackvoll und modern eingerichtetes Lokal, das zudem über eine weitläufige, begrünte Terrasse verfügt, wo du neben Tischen auch bequeme Sofas und Liegestühle findest. Während im Hintergrund entspannte Lounge Musik dahin plätschert genießt du, je nach persönlicher Präferenz, bei einem Cocktail oder einem Bierchen herrliche Ausblicke auf das verschachtelte Häusermeer der Alfama und den Fluß Tejo! Auf Grund der exponierten Lage bietet sich die Terrasse auch optimal für ein kleines Sonnenbad zwischendurch an. Ein herrlicher Ort um die Seele baumeln zu lassen und dem Sightseeingstress kurzfristig zu entfliehen.

Fazit: Hier lassen sich Drinks und Snacks in besonders entspannter Atmosphäre genießen!

Am Samstag Abend wollten wir dann auch noch Lissabons Nachtleben unter die Lupe nehmen und machten uns auf dem Weg zu einer weiteren Roof-Top-Bar im Trendviertel Barrio Alto. Das „Park“ liegt ungewöhnlich und versteckt auf dem Dach eines Parkhauses und überzeugt mit einer weitläufigen, begrünten Terrasse und gemütlichen Holzmöbeln. Serviert werden verschiedene Drinks und eine Auswahl an Burgern und kleinen Speisen. Zu meiner Freude stand auch ein erstaunlich geschmackvoller Veggie-Burger auf der Karte!

Da es während unseres Aufenthaltes im April noch ungewöhnlich kalt war, war ein großer Teil der Terrasse noch mit durchsichtiger Plastikfolie abgetrennt und mit Heizstrahlern bestückt. So ließ es sich auch in einer frischen Aprilnacht gut aushalten und man fühlte sich wie in einem großen Garten über den Dächern von Lissabon.

Besonders toll fanden wir neben den leckeren Drinks und dem ungezwungenen Ambiente übrigens den Ausblick von der Terrasse direkt auf die Ponte 25 de Abril.

Lissabon: Roof-Top Bar Parks
Ausblick von der Roof-Top-Bar „Parks“

Tipp: die Bar liegt wirklich versteckt auf dem Dach eines unscheinbaren Parkhauses mitten in der Stadt und es gibt keinen separaten Eingang. Du musst also mit dem Aufzug auf die letzte Etage fahren und dann noch einen Halbstock hochlaufen. Lass dich übrigens vom schmuddeligen Eindruck im Stiegenhaus nicht täuschen, am Dach erwartet dich wirklich eine herrliche grüne Oase mitten in der Stadt!

Historisches Alfama: Eintauchen in Lissabons morbiden Charme

Eines der schönsten weil ursprünglichsten Stadtviertel ist der zwischen Castel und Tejo Fluß gelegene Stadtteil Alfama. Der Name „Alfama“ stammt übrigens von dem arabischen „Al-Hamma“ und bedeutet übersetzt „heiße Quellen“. Doch nicht nur der Name erinnert an die maurische Herrschaft in Portugal, wenn man durch die verwinkelten Gassen schlendert, wähnt man sich fast ins ein anderes Jahrhundert oder gar in den Orient hineinversetzt.

Die Alfama konnte sich ihren ursprünglichen Charme erhalten, da der Stadtteil von dem großen Erdbeben in Lissabon 1755 weitgehend verschont blieb.

Heute bekommst du hier einen Eindruck, wie Lissabon vor einigen hundert Jahren ausgesehen haben mag: ein Labyrinth von engen, steilen Gassen und ineinander verschachtelte Häuser prägen dieses Viertel. Dazwischen führen immer wieder schwindelerregende Treppen zu versteckten Aussichtspunkten, von denen aus sich ein grandioser Blick über die Stadt offenbart. Über allem thront das weltbekannte Castelo de Sao Jorge, wo bis ins 16. Jahrhundert der portugiesische König wohnte.

Lissabon: Stadtteil Alfama
Der Stadtteil Alfama gilt als das ursprünglichste Stadtviertel Lissabons

Das historische Stadtviertel Alfama lässt sich am besten zu Fuß erkunden, da sich hinter jeder Häuserecke neue ungeahnte Einblicke und romantische Plätze verbergen können. Falls dir das hoch- und runterlaufen durch die steilen Gassen zu mühsam wird, bietet sich aber auch die oben erwähnte Straßenbahnlinie 28E an, deren Streckenführung direkt durch dieses Stadtviertel verläuft. Zusteigen kannst du beispielsweise in der Rua do Limoeiro, wo die Bahn den bekannten Aussichtspunkt Miradouro de Santa Luzia passiert.

Lissabon: Alfama
Schmiedeisene Balkone, Wäscheleinen und bunte Häuser prägen die Alfama

Wie auch immer du die Alfama erkundest, nimm dir genug Zeit alle Eindrücke in dir aufzunehmen und riskiere auch mal einen Blick in die Innenhöfe und versteckten Plätze. Hier und nur hier findest du das ursprüngliche Lissabon mit seinen bunten, maroden Häusern, den zwischen Balkonen gespannten Wäscheleinen und den hübschen Mosaiken an den Fassaden.

In den Läden türmt sich frisches Obst und Gemüse und draußen sitzen alte Männer auf klapprigen Holzstühlen und spielen Schach oder bieten dir für wenig Geld einen frischen Kirschlikör „Ginjinha“ an.

Und auch wenn du an dem portugiesischen Nationalgesang Fado interessiert bist, ist die Alfama die richtige Adresse für dich. Nirgends gibt es eine größere Dichte an Fadolokalen als in dem ehemaligen Maurenviertel und Abend für Abend wird fast im Wettstreit über verlorene Lieben und Herzschmerz gesungen.

Lissabon Alfama
Ausblick auf das verschachtelte Häusermeer der Alfama

In diesem Artikel sowie dem ersten Teil haben wir dir unsere Must-Sees und Geheimtipps für Lissabon vorgestellt. Warst du schon einmal in Lissabon und hast noch Tipps für uns? Was sind deine Lissabon Highlights, die man unbedingt gesehen haben muss und welche Ausflugsziele lohnen sich noch?

Wir freuen uns auf dein Kommentar!

Meine Lissabon Highlights

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Autor

Hat 1 Jahr in Mexiko gelebt, ist solo durch Neuseeland & Australien gereist und war im Overlander im südlichen Afrika unterwegs. Lisa liebt Abenteuer- und Aktivreisen, spannende Herausforderungen und ist dabei immer auf der Suche nach dem perfekten Fotomotiv. Dafür schleppt sie auch gerne ihre gesamte Kameraausrüstung auf einen Berg.

4 Kommentare

  1. vonortzuortreisen Antworten

    Super Bilder von der Stadt. Alfama habe ich mir notiert und werde bestimmt mit Begeisterung durch die Gassen schlendern.
    Danke, Susanne

  2. Oh tolle Bilder! Genauso habe ich Portugal auch erlegt. Wir sind gerade dabei den Jahresurlaub für nächstes Jahr zu organisieren, gibt es Tipps für eine Unterkunft? Wir sind ca. 8 Personen und würden gerne auch geführte Touren machen. Tolle Gruppenreisen habe ich hier gefunden: https://www.picotours.de/de/portugal/gruppenreisen.html. Habt ihr hier einen Tipp? Vielen Dank lg Tina

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