Dieser Beitrag ist ein Auszug aus meinem Reise-Tagebuch, das ich (Lisa) während meiner Rundreise durch Neuseeland 2011 geschrieben habe. Teil 3 findest du hier. Weitere Beiträge folgen bald.

Hallo an alle fleißigen Leser,

der Norden Neuseelands, also mit genauer gesagt die Nordinsel gilt quasi als Stiefschwester der Südinsel. Weniger schön, weniger abwechslungsreich, weniger spektakulär usw. Ich habe ehrlich gesagt noch keine Ahnung, was mich weiter südlich erwarten wird, aber ich habe meine Reise noch keine Sekunde bereut.

Nach einem schönen Tag auf der Coromandel Peninsula, deren Stränden und einem Kiwi BBQ am Abend verschlug es uns danach in den verschlafenen Surferort Raglan. Während sich die Wasserratten beim Surfen bewiesen, versuchte ich mich als Captain Cook und unternahm einen Kiwi-Bushwalk.

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Surferparadies Raglan

Freundlicherweise wurde ich übrigens von einem aufmerksamen Leser auf die schlimmen Rechtschreibfehler hingewiesen, die ich in meinem letzten Bericht verbrochen hatte. Ich muss mich dafür entschuldigen und gleichzeitig rechtfertigen: Erstens, weil Internet hier nicht nur teuer, sondern gleichzeitig auch unverschämt und unglaublich langsam ist und ich meine Berichte und Texte zumeist in rekordverdächtigem Tempo in die Tasten hauen muss. Und Zweitens, weil ich natürlich noch nicht einmal eine Woche hier bin und 12 Stunden Zeitunterschied sogar einen hartgesottenen Weltreisenden wie mich zwar nicht beeinträchtigen, aber doch Spuren hinterlassen, was die Konzentrationsfähigkeit angeht.

Kiwi Barbecue
Typisches Kiwi Barbecue

Wie auch immer, ich werde mich jetzt aber wieder den wichtigen Dingen zuwenden und ein wenig erzählen, was ich in den vergangenen Tagen sonst noch hier erlebt habe. Letztens habe ich ja schöne Grüße vom „schönsten Ende der Welt gesendet“ und ich muss leider sagen, genauso, nur definitiv ohne schön, präsentiert sich das Land gerade. Was meinen Trip und die geplanten Aktivitäten angeht, so fallen diese zur Zeit reihenweise und ohne Gnade auf meinen Zeitplan, ins Wasser. Es regnet seit 2 Tagen am Stück durch und schon langsam ist das wirklich zu viel Nässe und auch unser Busfahrer Rob, ein Native mit jahrelanger Reiseleiter- Erfahrung meinte, dass dieses Wetter auf keinen Fall typisch sei für die Jahreszeit. Da wir uns hier ja auf der Südhalbkugel befinden, sollte hier eigentlich Hochsommer herrschen bei grundsätzlich angenehmen Temperaturen und viel Sonne.

Unter Regen und Nässe dürft Ihr euch natürlich auch nicht einfach so ein paar Tropfen vorstellen, wie sie bei uns desöfteren vorkommen. Selbst das, was wir zuhause als einen Wolkenbruch empfinden, würde im Vergleich zu dem, was hier zur Zeit vom Himmel kommt, in der Rubrik „Kindergeburtstag“ abgelegt werden.

Kurz gesagt kann man sagen, dass wir hier unter den Stürmen und sintflutartigen Regenfällen leiden, die weite Teile Australiens lahmgelegt haben. Felder unter Wasser, Flüsse treten über die Ufer, Straßen sind zum Teil nicht befahrbar und auf meinem heutigen Weg zum Supermarkt, bin ich knöcheltief im Wasser gestanden… auf der Hauptstraße dieses lieblichen Örtchens „Taupo“, wo ich mich gerade befinde.

Taupo liegt übrigens am gleichnamigen See, Lake Taupo, dem größten See des Landes, der nach einem gewaltigen Vulkanausbruch entstanden ist. Aus dem See entspringt auch der Waikato River, der größte Fluss Neuseelands.  Ein lohnender Abstecher hier in der Gegend sind die Huka Falls, gewaltige Wasserfälle, die angeblich (laut Rob, meinem derzeitigen Tourguide) innerhalb von drei Sekunden ein ganzes Olympisches Becken füllen.

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Waikato River

Taupo an sich ist ein nettes Städtchen, der See wäre bei Schönwetter sicher ein lohnendes Reiseziel aber besonders berühmt in dieser Gegend ist der Tongariro Nationalpark, dessen gewaltige Gipfel sich hinter dem binnenmeerartigem See erheben. Dieser Nationalpark, wo sich die gewaltigsten Vulkane des Landes, Mt. Tongariro, Mt. Ngauruhoe und Mt. Ruapehu, befinden gilt als einer DER Höhepunkte der Nordinsel und war auch Drehort für die „Herr der Ringe“ Triologie (Mordor). Im Winter ein beliebtes Skigebiet, ist der Nationalpark im Sommer besonders für seine Wanderungen durch die Vulkangipfel berühmt. Das sogenannte „Tongariro Alpine Crossing“ gilt als DIE schönste 1-Tages Wanderungen der Welt und stand auf meiner „Must- Do“ Liste ganz, ganz weit oben. Über 18 km schlängelt dich der Wanderweg 7-8 Stunden durch Wälder, Krater, Seen, heiße Quellen usw.

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Lake Taupo im Regen

Leider ist diese Wanderung sehr wetterabhängig und bei Schlechtwetter aus Sicherheitsgründen nicht begehbar. Würde wohl auch keinen Spaß machen auf 2000 m bei Regen und Wind. Was haben wir allerdings hier seit Tagen? Richtig, Regen, Regen, Regen. Es schaut also zur Zeit sehr schlecht aus für diesen Track, auf den ich seit meiner Buchung hingefiebert habe… Einen kleinen Lichtblick gibt es aber doch, angeblich wird das Wetter besser und die Wanderung am Dienstag möglich sein, und da ich hier wohlüberlegt einen Extratag eingelegt habe, lebt die Chance also noch. Ihr müsst mir natürlich alle Daumen drücken!!!! Klar und sonnig wird es allerdings auf keinen Fall und die Sicht jedenfalls eingeschränkt…

Dazu kommt noch eine zweite Hiobsbotschaft, nämlich, dass in drei Tagen ein Sturm folgen soll, der noch viel schlimmer ist, als der, der zur Zeit über uns hinwegfegt. Jetzt kann es zwar sein, dass ich den Track bezwingen kann, aber schaut es zum heutigen Zeitpunkt so aus, als ob meine drei Tage am Strand des Abel Tasman Nationalparks im Norden der Südinsel, für die ich Segeln, Coastal Track und Seelöwen beobachten eingeplant hatte, auch ins Wasser fallen würden. 🙁

starke Regenfälle setzten die Straßen unter Wasser
starke Regenfälle setzten die Straßen unter Wasser

Und daher bin ich zur Zeit natürlich nicht unbedingt bei bester Laune, wie ich euch abschließend nun ehrlicherweise sagen muss. Dass man in 5 Wochen nicht jeden Tag strahlenden Sonnenschein haben kann ist logisch, aber was zur Zeit abgeht hätte ich mir nicht erwartet und je nach dem wie lange dieser Ausnahmezustand noch andauern wird, beeinträchtigt er meine als ultimativer Selbstfindungstrip geplante Reise ins Paradies schon sehr im negativen Sinn. 🙁

In diesem Sinne: betet für mich an den Wettergott und drückt mir die Daumen, dass sich die Zyklonfront aus Australien hier bald verzieht, dass ich doch noch in den Genuss komme, dieses definitiv sehr schöne Land, noch in seiner ganzen Pracht und bei Sonnenschein bewundern zu dürfen, so wie es sich mir an meinem zweiten Reisetag auf Hahei Beach kurz präsentiert hat.

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Autor

Hat 1 Jahr in Mexiko gelebt, ist solo durch Neuseeland & Australien gereist und war im Overlander im südlichen Afrika unterwegs. Lisa liebt Abenteuer- und Aktivreisen, spannende Herausforderungen und ist dabei immer auf der Suche nach dem perfekten Fotomotiv. Dafür schleppt sie auch gerne ihre gesamte Kameraausrüstung auf einen Berg.

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