Dieser Beitrag ist ein Auszug aus meinem Reise-Tagebuch, das ich (Lisa) während meiner Rundreise durch Neuseeland 2011 geschrieben habe. Teil 8 findest du hier.

Liebe Daheimgebliebenen,

ich bin im Paradies! So einfach lässt sich dieses schöne Fleckchen Erde, wo ich gerade bin beschreiben. Ich weiß im Moment gar nicht, wie ich mich in Worte fassen soll, hier ist es einfach so unglaublich schön. Es gibt, in der Nähe unserer Unterkunft keine befestigten Straßen, keine Geschäfte, keine Lokale nur ein paar braungebrannte Einheimische und Horden von krebsroten Touristen. Wenn man von A nach B will, geht man zu Fuß oder nimmt ein Wassertaxi.

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Einblick in Old McDonald’s Farm

Wir wohnen hier mitten im Nirgendwo auf „Old Mc Donald’s Farm“, einem idyllischen Fleckchen Erde mit Hütten, Zelt- und Campingplatz. Hier ist die Welt noch in Ordnung und Lamas, Schafe und Kühe in der Überzahl. Beim Frühstück kann es passieren, dass dir ein Huhn über den Teller läuft, die streifen hier nämlich frei herum und haben längst mitbekommen, dass man in der Gemeinschaftsküche ständig etwas Essbares findet, vor allem, wenn man etwas doof schaut und herzzerreißend gurrt. Der Eingang zum Nationalpark und dessen weltberühmten „Coastal Track“, liegt nur wenige Meter von der Farm entfernt, ideal also für ausgedehnte Entdeckungstouren wie ich sie liebe.

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Abel Tasman Coastal Track

Bevor ich nun zu meinen Aktivitäten (und Sonnenbränden) komme, möchte ich kurz etwas für die Allgemeinbildung tun und euch ein bisschen über dieses außergewöhnliche Plätzchen erzählen.

Der Name dieses Nationalparks, übrigens mit 225 km² flächenmäßig der kleinste aller neuseeländischen Parks, Abel Tasman, geht zurück auf einen holländischen Seefahrer, der vor vielen hundert Jahren die glorreiche Idee hatte, auf Entdeckungssegelung zu gehen. Wie wir alle heute wissen, ein nicht unbedingt ungefährliches Vorhaben. Wie auch immer machte sich Herr Tasman im Jahre 1642 dann also mit ein paar lebensmüden Mitseglern auf die Reise und die Suche nach einem unbekannten Land. Laut unserem Tourguide wollte er die „Terra Australis“ finden, von der er glaubte, sie sei der Gegenpol zu Europa. Damals herrschte nämlich angeblich der Glaube, dass ein großer Kontinent wie Europa ein Gegengewicht bräuchte. Gelandet ist er aber dann schlussendlich etwas weiter südlich, im Norden des heutigen Abel Tasman Nationalparks.

Herr Tasman hatte ja keine Ahnung was ihn erwarten würde und auch kein Wissen darüber, dass sich ein paar hundert Jahre zuvor schon polynesische Seefahrer auf diesem unbekannten Land eingenistete hatten. Auch ahnungslos von deren Bräuchen und Riten, trötete er also zur Begrüßung wie wild das Horn seines Schiffes. Dummerweise wurde das von den ansässigen Maori als Kriegserklärung betrachtet, großes Pech für die entsandten holländischen Kundschafter, die wurden nämlich, so sie an Land angekommen waren, eiskalt abgemurkst.

Nach diesem schlechten Einstand, entschied sich Herr Tasman dann dafür, wieder abzusegeln und notierte, dass dieses „Land voller Wilder nicht erkundenswert sei“. Von den riesigen Goldvorräten hatte er übrigens (Gott sei Dank?) keine Notiz genommen. Erstmals an Land ging dann erst fast ein Jahrhundert später ein anderer Bekannter, Captain Cook, was im Übrigen auch der Grund ist, warum man hier heute Englisch und nicht Holländisch spricht.

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Die traumhaften, goldenen Strände von Abel Tasman

Der Abel Tasman Nationalpark liegt im Norden der Südinsel an der Westküste und ist besonders bekannt für seine von sattgrünem Busch umrandeten goldenen Strände, das klare türkisfarbene Wasser und natürlich für den weltberühmten „Abel Tasman Coastal Track“, ein 51 km langer Wanderweg, der von Lagune zu Lagune, Strand zu Strand führt und in 3-5 Tagen begangen werden kann. Alle paar Kilometer laden idyllische Camping- und Zeltplätze zur Rast ein. Es gibt auch ein paar Hütten, aber auf Grund der Beliebtheit des Tracks, ist es im Sommer ratsam, sein eigenes Zelt mitzuschleppen.

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Abel Tasman Nationalpark- Glasklares Wasser

Wer so wie ich nur wenig Zeit hat, kann sich mit einem Wassertaxi an der Küste hinauffahren lassen und dann den Wanderweg zurückwandern. Es gibt alternativ auch diverse Segel- oder Kajaktouren, die sich mit Wandern verbinden lassen. Ich hatte hier 2 ganze Tage und versuchte aus dem Vollen zu schöpfen. Freitag ging es mit dem Segelboot die Küste hinauf bis Anchorage Bay, einer Bucht, etwa 12 km vom Eingang des Parks entfernt. Nach 2 Stunden sonnenbaden am Strand, wanderten wir den Weg bis zu unserer Unterkunft zurück und bewunderten dabei einen schönen Strand nach dem anderen. Hier ist es an jeder Ecke so wunderschön, dass man sich eigentlich kaum eine Steigerung vorstellen kann. Aber kaum wandert man ein paar Meter weiter wird man bei der nächsten Lagune eines besseren belehrt.

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Abel Tasman Nationalparl- Coastal Track

Da wir Samstags wieder fantastisches Wetter hatten (unglaubliche 2 Tage strahlenden Sonnenscheins hintereinander) wollten wir noch mehr von dem Park sehen und ließen uns von einem Wassertaxi ca. 12 km nördlich von Anchorage absetzen (Bark Bay), um dann diesen Abschnitt des Tracks, der im Übrigen als der Schönste gilt, zurückzuwandern. Abgeholt wurden wir dann nachmittags bei unserem gestrigen Ausgangspunkt, Anchorage Bay. Auf diese Weise konnten wir ca. die Hälfte des Parks sehen und wirklich viele unvergessliche Eindrücke gewinnen.

So hatten wir auf der Hinfahrt Gelegenheit, ein paar Seelöwen beim Sonnenbaden beobachten zu können und auf der Rückfahrt begleitete uns in Schwarm Delfine, ein unglaublich schönes Erlebnis, vor allem auch weil es gerade Babydelfine gab.

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Delfine mit Babies begleiteten unser Wassertaxi

Die vergangenen drei Tage waren wirklich wunderschön und im Übrigen sehr lehrreich, was das Wetter hier angeht. Vergisst man nur einen Fleck auf seinem Körper einzuschmieren und wagt es z.B. sein T-Shirt auszuziehen, ist man brutzelkrebsrot. Ich habe es geschafft einen Sonnenbrand auf meinem Handgelenk aufzureißen mit schönen, modischen weißen Streifen dort wo mein Haargummi war, einen roten Fleck mitten auf der Stirn zu haben und einen knallroten Streifen rund um meinen Bauch. Sehe also ungefähr so aus wie eine Kreuzung aus Fleckvieh und Streifenhörnchen.

Und ich war eigentlich brav eingeschmiert! So was passiert dann einfach, wenn man sich z.B. die Hände abwischt und danach nicht sofort wieder eincremt. Ich glaube, ich habe hier eine halbe Flasche Sonnencreme in 2 Tagen verbraucht….

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Der Schein trügt, das Wasser im Abel Tasman Nationalpark ist eiskalt!

Ein paar Worte noch zum Wasser, wenn wir schon dabei sind. Wer sich meine Fotos ansieht, wird aus dem Schwärmen nicht herauskommen, ob des goldenen Strandes und des glasklaren Wassers aber ich sage euch eins, der Schein trügt, in natura war das Wasser eiskalt (ich schätze keine 18 Grad) und der Wind immens. Am Segelboot bin ich mit Fleecejacke gesessen und habe gefroren. Heute war ich dann ja ganz mutig und habe gemeint schwimmen gehen zu müssen, Halleluja, das glich beinahe einem Kälteschock! Ich schwamm dann brav für das Protokoll eine Runde bevor ich zähneklappernd flüchtete…

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Abel Tasman Nationalpark- Segeltouren

Überhaupt ist das Wetter hier, jetzt abgesehen von den absolut unnatürlichen und immensen Regenfällen, die es hier geben kann, wirklich komisch. Es wird kaum so richtig heiß und sobald einmal Wind aufkommt bzw. die Sonne hinter den Bergen verschwindet, wird es sofort kühl. Laue, warme Sommernächte, wie wir sie zu Hause im Hochsommer kennen, gibt es hier anscheinend nicht oder kaum. Ein warmer Pullover und eine winddichte Jacke gehören also auch im neuseeländischen Hochsommer ins Reisegepäck!

Mit dieser Insider-Reiseinfo beende ich für heute meinen Bericht und sende allen Lesern ganz liebe Grüße aus Neuseeland!

Unterkunft: Old Mc Donalds Farm & Holiday Park, Harvey Rd, Marahau, New Zealand, Tel. +64 3-527 8288

Wassertaxis: Abel Tasman Aquataxi, Tel: +64 3 527 8083, E-Mail: info@aquataxi.co.nz,

Segelausflüge: Abel Tasman Sailing Adventures, 46 Martin Street, Monaco, Nelson 7011, New Zealand, Tel: +64 3 527 8375, E-Mail: info@sailingadventures.co.nz

Fallschirmspringen: Abel Tasman Skydive, Tel: +64 3 528 4091, E-Mail: tandem@skydive.co.nz

Wandern: Abel Tasman Coastal Track

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Autor

Hat 1 Jahr in Mexiko gelebt, ist solo durch Neuseeland & Australien gereist und war im Overlander im südlichen Afrika unterwegs. Lisa liebt Abenteuer- und Aktivreisen, spannende Herausforderungen und ist dabei immer auf der Suche nach dem perfekten Fotomotiv. Dafür schleppt sie auch gerne ihre gesamte Kameraausrüstung auf einen Berg.

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