Melbourne markierte für mich das Ende einer großartigen Australienrundreise. In den vergangenen drei Wochen hatte ich unzählige wundervolle Plätze besucht, die mir mit Sicherheit auf ewig in besonderer Erinnerung bleiben werden. Egal ob die Sanddünen auf Fraser Island, die spektakuläre Skyline von Sydney, der mystische Uluru im Zentrum des roten Kontinenten oder das paradiesische Kangaroo Island vor der Küste Südaustraliens, jeder dieser Orte ist auf seine Art besonders und hat auf irgendeine Weise mein Herz berührt.

Nun in Melbourne angekommen, hatte ich noch einige Tage Zeit um das Erlebte Revue passieren zu lassen und nebenbei eine Stadt kennenzulernen, die immer wieder als eine der lebenswertesten der Welt bezeichnet wird.

Melbourne City Centre
Melbourne City Centre

Ein Image, das ich nach meinem dreitägigen Aufenthalt in der Metropole übrigens nur Unterschreiben kann. Melbourne ist für eine Großstadt überdurchschnittlich sauber, sowohl die Straßen selbst als auch die öffentlichen Verkehrsmittel. Großzügig angelegte, saubere Parks und Grünflächen laden zum Verweilen ein und lenken vom quirligen Großstadtleben ab. Die Stadt selbst erkundest du am besten zu Fuß, da die Hauptattraktionen bzw. Interessenspunkte alle leicht zu erlaufen sind. Aber natürlich gibt es auch ein großartig ausgebautes öffentliches Verkehrsnetz, das hauptsächlich aus Bussen und Straßenbahnen besteht. Die Bezahlung erfolgt am besten über eine sogenannte „Myki“ Karte, die sich einfach mit einem Betrag nach Wunsch aufladen lässt. Über 800 autorisierte Standorte gibt es in Melbourne, wo man die Karte nicht nur kaufen sondern auch aufladen kann. Dazu zählen z.B. auch die 7-Eleven Shops, die man in den australischen Städten an fast jeder zweiten Ecke findet.

Mietfahrräder stehen ebenfalls zur Verfügung, beachte allerdings, dass Helmpflicht für Kinder und Erwachsene herrscht, was Reisende oft vor ein Problem stellt, denn wer schleppt schon seinen Fahrradhelm mit ans andere Ende der Welt?

Einstieg ins Melbourner Nachleben

Nach unserer Ankunft am frühen Abend in Melbourne verabredeten wir uns mit unserem legendären Tourguide Steve noch zu einem Abschiedsdrink in einer Bar. Diese sollte sich in der bekannten und bei Nachtschwärmern beliebten „Hardware Lane“ befinden, einem engen Gässchen im Zentrum der Stadt, wo sich eine Bar an die andere reiht.

Typisch verplant wie Steve war, nannte er uns natürlich ein Lokal, das anscheinend seit Jahren nicht mehr existierte, aber irgendwie schafften wir es am Ende trotz des nicht vorhandenen Treffpunks, uns in der Millionenmetropole Melbourne über den Weg zu laufen. Wir verbrachten noch einen lustigen gemeinsamen Abend, an dem wir bei einem Glas Rotwein das in den vergangenen drei Tagen Erlebte Revue passieren ließen.

Queen Victoria Market & Melbourne Aquarium

Den Sonntag nutzte ich um mich einmal so richtig auszuschlafen. Ich genoss, dass ich an Stelle eines Hostel-typischen Vierbettzimmers meine eigenen vier Wände hatte und mich außerdem kein Wecker um 6 Uhr morgens aus dem Bett klingelte. Er jetzt merkte ich, wie müde ich eigentlich war und wie anstrengend die Touren der vergangenen Tage augenscheinlich gewesen waren.

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Der Queen Victoria Market in Weihnachtsdeko

Ausgeschlafen und erfrischt zog es mich dann als erstes zum bekannten Queen Victoria Market, der sich von meiner sehr zentral gelegenen AirbnB Unterkunft (dazu mehr in einem eigenen Artikel) leicht zu Fuß erreichen ließ. Seit mehr als einem Jahrhundert gelten die riesigen Markthallen als das Herz und die Seele der Stadt. Hier kannst du neben Gemüse, Obst und Fleisch auch Kleidung, Souvenirs und andere Mitbringsel kaufen. Zudem bietet er mit seinem abwechslungsreichen und bunten Sortiment natürlich auch eine spannende Fotokulisse für Hobbyfotografen.

Queen Victoria Market
Buntes Angebot am Queen Victoria Market

Der Markt hat an 5 Tagen pro Woche geöffnet, Montag und Mittwoch ist geschlossen. Für einen Besuch plane ruhig etwas mehr Zeit ein, denn das Areal ist riesig und es gibt viele nette kleine und größere Geschäfte, wo es sich lohnt einen Blick hineinzuwerfen. Außerdem kann man im Foodcourt gut und verhältnismäßig günstig essen, was ich gleich nutzte um mein Frühstück nachzuholen.

Danach vertrieb ich mir die Zeit am Markt, kaufte ein paar Souvenirs, schlenderte herum und machte Fotos. Leider begann es nach einiger Zeit heftig zu regnen und ich musste mir eine Alternative zu meinem im Anschluss geplanten Stadtspaziergang überlegen.

SEALIFE Melbourne Aquarium
SEALIFE Melbourne Aquarium

Und was bietet sich an einem grauen und verregneten Sonntag mehr an als ein Besuch im SEA LIFE, einem der größten und bekanntesten Aquarien Australiens? Allerdings hätte ich mir denken können, dass ich an so einem Tag nicht alleine mit dieser glorreichen Idee war und sich ungefähr die halbe Stadt ebenfalls auf den Weg ins Aquarium gemacht hatte. Ich kann dir also nur empfehlen, einen etwaigen Besuch dieser Attraktion, sofern es dir möglich ist auf einen Wochentag zu verlegen. Und falls es sich bei dir nicht ausgeht ist es auch nicht schlimm, das Aquarium ist zwar sehr schön und informativ, aber es unterscheidet sich nicht wirklich von vielen anderen Aquarien, die ich bereits im Zuge meiner Reisen besucht hatte. Quallen, Haitunnel, Pinguin Welt, ein riesiges Krokodil und künstliche Korallenriffe. Die Klassiker eben. (ok das Krokodil ist wirklich beeindruckend riesig!)

Flinders Street Railway Station
Flinders Street Railway Station

Nach dem Aquariumbesuch hatte es Gott sei Dank zu regnen aufgehört und ich konnte meinen Stadtspaziergang fortsetzen. Ich besuchte die Flinder’s Street Station, den zentralen Bahnhof und damit einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte der Stadt. Zudem gilt das archetektonisch wirklich imposante Gebäude als eines der wichtigsten Wahrzeichen und Kulturdenkmäler Melbournes.

Weiter gings zur gegenüber gelegenen St. Paul’s Cathedral und dann zügig durch das Stadtzentrum zur Collins Street, wo man neben einigen sehr schön restaurierten viktorianischen Gebäuden auch die entzückenden St. Michael Uniting Church findet. Besonders interessant, speziell auch für Fotos, ist meiner Meinung nach der Kontrast zwischen der kleinen Kirche und dem sich direkt dahinter befindlichen modernen Hochhaus.

St. Michael Uniting Church
St. Michael Uniting Church
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Das Parlament

Danach lief ich noch die Straße hoch bis zum Parlament, ebenfalls ein für Australien recht beeindruckendes Gebäude, das definitiv einen Besuch wert ist. Da sich zu diesem Zeitpunkt bereits mein Magen bemerkbar machte, beschloss ich einen Tipp aus meinem Lonely Planet Reiseführer auszuprobieren, da sich das Lokal in unmittelbarer Nähe befand. Es handelte sich um das indische Lokal Red Pepper, das sich hinter einer ziemlich unscheinbaren Glastüre in einem noch unscheinbareren Gebäude verbirgt. Davon solltest du dich allerdings nicht verunsichern lassen, denn sofern man sich für die indische Küche begeistern kann, lässt sich im Red Pepper tatsächlich sehr gut und für australische Verhältnisse ausgesprochen günstig speisen. (Günstig heißt für mich unter 20 $ pro Person inklusive Getränk)

Melbourne’s berühmte Arkaden & Seitenstraßen

Satt und zufrieden setzte ich meine Stadttour fort. Ich hatte gelesen, dass Melbourne besonders bekannt für seine Seitenstraßen und Arkaden war und davon wollte ich mich unbedingt selbst überzeugen.

Die elegante Royal Arcade
Die elegante Royal Arcade

Grundsätzlich ist das Zentrum von Melbourne ja wie in jeder anderen größeren anglophonen Stadt im Schachbrettmuster angelegt, was die Orientierung deutlich erleichtert. Dazwischen verstecken sich allerdings immer wieder entzückende kleine Seitengassen, wo man gemütliche Kaffeehäuser, zahlreiche Geschäfte und Designerläden sowie köstliches Take-away Food findet. Zudem gibt es die altehrwürdigen Arkaden, die meistens zwei Blocks miteinander verbinden. Einige dieser sind noch im ursprünglichen Zustand erhalten und geben dir einen Eindruck wie die eleganten Einkaufsarkaden im 19. Jahrhundert ausgesehen haben könnten. Während du in den kleinen Seitenstraßen draußen eher über schrille Boutiquen, ausgefallene Designershops, kreative Bars und bunte Wandmalereien und Graffiti stolperst, findest du in den noblen Arkaden hauptsächlich sehr gepflegte Ware in kleinen aber feinen Geschäften. Besonders gut gefallen haben mir übrigens die elegante Royal Arcade und die nicht minder beeindruckende Block Arcade.

Melbournes Seitenstraßen und Arkaden kannst du entweder so wie ich auf eigene Faust erkunden (besorge dir davor am besten den gratis Plan Melbourne Walk 4 „Arcades & Lanes bei der Touristeninformation) oder auch im Rahmen einer von Locals geführten Shopping Tour erleben. Mehr Information zu dem geführten Spaziergang von „Hidden Secret Tours“ findest du hier.

Sehenswürdigkeiten:

Queen Victoria Market, an der Ecke Elizabeth und Victoria street, Melbourne CBD

Flinders Street Railway Station, Flinders St, Melbourne VIC 3000, Australien, Tel: +61 3 9610 7476

Royal Arcade, 335 Bourke St, Melbourne VIC 3000, Australien

SEA LIFE Aquarium, King Street & Flinders St, Melbourne VIC 3000, Australien, Tel: +61 3 9923 5925

Essen:

Red Pepper Indian Restaurant, authentische indische Küche, 14 – 18 Bourke Street, Melbourne, Victoria 3000, Australien

Tours:

Hidden Secret Tours, z.B. „Lanes & Arcades Tour“, The Nicholas Building, Suite 2, level 7, 37 Swanston Street, Melbourne, VIC, 3000, Australien, E-Mail: tours@hiddensecretstours.com, Tel: +61 3 9663 3358

Fitzroy, Melbourne CBD, Docklands & spektakuläre Nachtaufnahmen

Am nächsten Morgen machte ich mich mit meinem Host Duy auf nach Fitzroy, um einen weiteren spannenden Stadtteil von Melbourne zu erkunden. Freundlicherweise hatten meine großartigen Aribnb Gastgeber nämlich angeboten ein wenig für mich den Reiseführer zu spielen, was ich gerne annahm, da man eine Stadt einfach am besten mit Locals kennenlernt.

Trendviertel Fitzroy
Trendviertel Fitzroy

Das nördlich vom Stadtzentrum gelegene Fitzroy gilt als kreatives Herzstück der Metropole und beherbergt Melbourne’s alternative Szene. Hier treffen Kunst und Design auf südländisches Flair und australische Gemütlichkeit. Es gibt kaum einen besseren Ort in der Stadt, um in ausgefallenen Geschäften zu stöbern, Second-Hand Läden zu durchforsten und Street-Art zu bewundern. Zusätzlich lockt das Viertel mit einer Reihe von coolen Lokalen und kreativen Bars. Auch die Bio- und Vegetarische Szene boomt in diesem Viertel, z.B. beherbergt Fitzroy mit der Vegie Bar eines der besten vegetarischen Lokale der Stadt.

"Naked in the Sky" Dachterrasse
„Naked in the Sky“ Dachterrasse

Es machte mir unglaublich Spaß mit Duy durch dieses Viertel zu laufen. Ohne meinen local Guide hätte ich wahrscheinlich nur die Hälfte mitbekommen und manche Geheimtipps schlicht und einfach übersehen. Wer denkt schon, dass sich in einem abbruchgefährdeten Lokal eine der besten und günstigsten Pizzerien der Stadt befindet oder eine Bar namens „Naked for Satan“ berühmt für ihre Häppchen ist und zudem über eine grandiose Dachterrasse verfügt?

Wenn du dich also für Street Art und kreative Designs interessierst, gerne in Nostalgieläden oder Antiquitätengeschäften stöberst, ein Faible für Retro-Mode hast und zudem gut und günstig essen möchtest empfehle ich dir einen Besuch in Fitzroy unbedingt!

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Das Bimbo, Pub mit Pizza Happy Hour um 4 $ (köstlich!)

Wie du dort hin kommst? Nun, du kannst durch den CBD nach Fitzroy laufen (was ich dir an einem schönen Tag absolut empfehle) oder nimmst alternativ einfach die Straßenbahnlinie 112 ab Collins Street bzw. die 86 ab Bourke Street.

Nachdem das Wetter an meinem zweiten Tag in Melbourne alle Stücke spielte und mit strahlendem Sonnenschein überraschte, beschloss ich nach meinem Besuch in Fitzroy ein weiteres Mal durch das Stadtzentrum zu laufen und ein paar Fotos vom Sonntag erneut zu schießen. Zu trist und grau war mir die Stimmung vom Vortag auf den Fotos erschienen, was leider bedeutete dass sie dem Flair und der Schönheit der Stadt absolut nicht gerecht wurden.

Danach machte ich mich auf in die Docklands, ein relativ neues und junges Stadtviertel von Melbourne, das gerade einen Bauboom erlebt. Ursprünglich ein weniger attraktives Hafenviertel, das es zu meiden galt, überzeugen die Docklands nun mit modernen Apartments, Erholungsgrünen und zahlreichen schicken Lokalen.

Melbourne Docklands
Interessante Fotomotive in den Docklands

Mich interessierten allerdings vorwiegend die Fotomöglichkeiten an der Uferpromenade. Für Hobbyfotografen bieten die Docklands wirklich unbegrenzte Motive und sehr reizvolle Kontraste, speziell in den Abendstunden. Nachdem der Tag wirklich wundervoll war mit viel Sonnenschein und kaum Wind, bot er sich auch hervorragend für Nachtaufnahmen an und so machte ich mich direkt von den Docklands auf zum Yarra River, um dort den Zauber von Melbourne bei Nacht einzufangen.

Melbourne bei Nacht
Melbourne bei Nacht

Ich gebe zu, dass meine Erwartungen anfangs nicht so hoch waren, schließlich gibt es in Melbourne nicht DIE Skyline, wie wir sie in Sydney haben oder einfach nur ein spezielles Gebäude, das alle Blicke auf sich zieht. Ich war mir anfangs gar nicht sicher, was ich eigentlich fotografieren wollte, doch sobald ich auf der Kings Bridge stand und über den Yarra River links auf den CBD und rechts auf die Southbank blickte, waren augenblicklich alle Zweifel verflogen. Melbourne ist auf den zweiten Blick tatsächlich eine verdammt fotogene Stadt. So fotogen, dass ich in weiterer Folge mehrere Stunden im Stadtzentrum und vor allem entlang des Yarra Rivers verbrachte und versuchte, meine Begeisterung in Fotos festzuhalten. Das Ergebnis, so denke ich, kann sich durchaus sehen lassen, nicht zuletzt weil das klare und windstille Wetter mir perfekt in die Karten spielte.

Ziemlich erfroren und k.o. kam ich dann zu später Stunde in meiner Unterkunft an, wo ich schon von meinen Gastgebern erwartet wurde. Diese hatten noch eine besondere Überraschung für mich und begleiteten mich in die nahe gelegenen Flagstaff Gardens, wo sie mich unbedingt mit den dort lebenden Bewohnern bekannt machen wollten. Irgendwie hatten Ben und Duy nämlich herausgefunden, dass ich ein großer Tierfreund bin und so wollten sie mir an meinen letzten Abend noch eine besondere Freude bereiten.

Kaum im Park angekommen wurde mir klar, warum Duy zuvor die heimatlichen Chipsvorräte geplündert hatte. Ein kurzes Rascheln mit dem Säckchen und schon kamen unzählige pelzige Gesellen aus den Büschen und von den Bäumen gekrochen.

Possums! Unzählige von Possums! Possums sind nachtaktive, australische Beuteltiere die auch in den Parks und Grünflächen von Melbourne ihr Zuhause gefunden haben.

IMG_2046Unter Tags wirst du sie kaum zu Gesicht bekommen, aber zu später Stunde sind die possierlichen Tierchen in den Parks von Melbourne sehr aktiv. Wenn es dich interessiert etwas über ihre Lebensweise zu erfahren, kann ich dir also einen nächtlichen Spaziergang durch die Grünanlagen nur empfehlen. Bitte bedenke, dass es sich um Wildtiere handelt und Füttern daher eigentlich verboten ist. (meine Hosts haben es trotzdem gemacht, da die Tiere natürlich viel näher kommen wenn es eine Belohnung gibt) Mein Tipp: wenn du sie füttern möchtest, dann besorge dir wenigstens etwas gesünderes als eine Packung Chips, so musst du zumindest im Hinblick auf ihre Gesundheit kein schlechtes Gewissen haben!

Naked for Satan, Snacks (ab 1$/Stück) & Drinks (geniale Roof-Top Bar „Naked in the Sky“), 285 Brunswick St, Fitzroy 3065 Victoria, Australien, Tel: +61 3 9416 2238, E-Mail: naked@nakedforsatan.com.au

Bimbos, Pub & Pizza (Happy Hour mit Pizza um 4 $), Corner Brunswick Street & Rose Street Fitzroy,  3065 Victoria, Australia  Tel: +61 3 9419 8600, E-Mail: bimbo@bimbodeluxe.com.au

Vegie Bar, Vegetarische Küche, 380 Brunswick Street, Fitzroy, 3065 Victoria, Australia, Tel: +61 3 9417 6935, E-Mail: info@vegiebar.com.au

Bester Fotospot: King’s Bridge, Kings Way, Southbank, 3000 Victoria, Australia sowie die gesamte South Bank und die Princess Bridge. Extra-Tipp: Beim Crown Casino gibt es Abends zu jeder vollen Stunde eine Feuershow!

Entspannen am Strand von St. Kilda

Dienstag, 9. Dezember 2014: mein letzter Tag in Australien war gekommen und ich wollte ihn so entspannt wie möglich begehen. Was wäre da naheliegender als ein Ausflug nach St. Kilda, dem Heimatstrand der Melbourner?

Glücklicherweise war an meinem letzten Reisetag auch das Wetter gnädig und es versprach ein wunderbarer Tag am Meer zu werden.

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St. Kilda liegt etwa 7 km von Melbourne CBD entfernt und lässt sich leicht mit der Straßenbahn (Linie 96) erreichen. Die Fahrt dauert keine 30 Minuten und schon wähnt man sich in einer anderen Welt. St. Kilda ist bunt, lässig und entspannt. Die wichtigsten Straßen werden dominiert von Pubs, Cafés, Bäckereien und kreativen Shops. Ein bisschen erinnerte mich St. Kilda mit seinen bunten Häuschen, den kreativen Boutiquen und den zahlreichen alternativen Läden übrigens an den Stadtteil Fitzroy, den ich am Vortag besichtigt hatte. An schönen Sommertagen ist es jedenfalls schwierig in den beliebten Lokalen noch ein Plätzchen zu ergattern!

Für Melbourne ist St. Kilda ein bisschen wie Bondi für Sydney, allerdings geht es in St. Kilda deutlich entspannter und weniger exklusiv zu. Während sich in Bondi eine Millionenvilla an die nächste reiht, wird St. Kilda dominiert von der alternativen Szene mit Backpacker-Hostels, gemütlichen Cafés und kosmopolitischer Coolness. Außerdem ließ ich mir sagen, dass St. Kilda auch über ein ausschweifendes Nachtleben verfügt und besonders bekannt für seine Partyszene ist – ausprobiert habe ich es allerdings nicht, daher kann ich hier keine Empfehlung abgeben.

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Was macht man also nun, wenn man in St. Kilda angekommen ist? Nun generell spricht ja nichts dagegen, einfach einen faulen Tag am Meer zu verbringen. Der Strand von St. Kilda ist wirklich schön, sauber und vor allem auch sicher. Ideal um ein bisschen Sonne zu tanken und sich zwischendurch in den Fluten abzukühlen. Auch Wassersport Fans kommen dank der optimalen Windverhältnisse voll auf ihre Kosten.

Pier von St. Kilda mit Kiosk
Pier von St. Kilda mit Kiosk

Ansonsten empfehle ich dir einen Spaziergang am Pier entlang bis zum Yachthafen von Melbourne. Wenn du Glück hast kannst du am Ende des Piers Zwergpinguine beobachten; da diese dämmerungsaktiv sind stehen die Chancen dazu am Abend am besten. Für einen kleinen Snack oder eine gute Tasse Kaffee kannst du im St. Kilda Kiosk einkehren, ein entzückendes Häuschen mitten am Pier, das im Stil der Epoche von Edward VII erbaut wurde.

Yachthafen von St. Kilda
Yachthafen von St. Kilda

Um ein richtiges Mittagessen zu normalen Preisen zu genießen, rate ich dir allerdings an die Acland Street im Herzen von St. Kilda zurückzukehren. Wie an vielen Orten der Welt explodieren die Preise in Strandnähe geradezu, obwohl du anderswo viel besser speisen kannst! An der Acland Street reiht sich jedenfalls ein Café oder Pub an das andere und dazwischen locken Bäckereien, Eisgeschäfte und Smoothie Bars mit ihren sündig guten Köstlichkeiten. Es fiel mir daher wirklich schwer, mich für ein Lokal zu entscheiden aber schließlich fiel meine Wahl auf das vegetarische Sister of Soul Restaurant, nicht zuletzt wegen des sympathischen Zitats von George Bernard Shawan „Animals are my friends, and I don’t eat my friends“ am Eingang.

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Soul Burger (Vegetarisch)

Fazit: das Lokal bietet eine riesige Auswahl an vegetarischen und veganen Speisen, von Salaten über Suppen, Burger, Tacos und Curries ist alles dabei. Richtig einordnen kann man es nicht, hier treffen italienische, indische, mexikanische und asiatische Einflüsse aufeinander und vermischen sich zu einem köstlichen Potpourri aus verschiedenen Speisen. Preislich liegt das Ganze im Mittelfeld. Es gibt mit Sicherheit günstigere Lokale, aber man kann in Australien auch deutlich teurer speisen, von daher war ich ganz zufrieden. Rechne mit etwa 25-30$ pro Person für eine Hauptspeise mit Getränk. Für ein Dessert oder eine Vorspeise kannst du noch etwa 10 $ hinzurechnen. Das gesamte Menü kannst du übrigens hier ansehen.

Danach gönnte ich mir noch ein Eis vom nebenan gelegenen 7 Apples Icecream Store, das ich im nahegelegenen Luna Park genoss. Der Luna Park in Melbourne gilt übrigens als der älteste Vergnügungspark Australiens und ist daher im Zuge eines St. Kilda Rundgangs auch einen Besuch wert.

Abschied von Melbourne

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Melbourne City Life

Am Nachmittag beschloss ich noch einmal in die Stadt zu fahren. Mein Flug ging erst spät am Abend und mein Gepäck hatte ich dankenswerterweise bei meinen Hosts lassen können. So konnte ich eigentlich den gesamten Tag wirklich bis zuletzt auskosten. Zum Abschied hatte ich mich mit einem Bekannten meiner Airbnb Hosts, den ich auf der Christmas Party vom Sonntag (mehr dazu in meinem nächsten Artikel über die Airbnb Erfahrung in Melbourne) kennengelernt hatte, zu einer Art „Absacker“ verabredet. Er wollte mir unbedingt noch ein paar Geheimtipps in der Stadt zeigen, darunter auch sein Lieblingscafé und seine Lieblingsbar. Nach einem Espresso in Pellegrini’s Espresso Bar“, laut meinem neuen Bekannten DAS beste italienische Lokal in Melbourne ging es weiter durch die Seitenstraßen und Arkaden Melbourne’s bevor wir in der versteckten Bar „Cabinet“ mit einem Lemon, Lime & Bitters, ein in Australien extrem populärer Drink, auf meinen Urlaub und das Erlebte anstießen. Das „Cabinet“ liegt versteckt in einer Seitenstraße und bietet auf seiner kleinen Terrasse das perfekte Hideout. Neben einer vorzüglichen Auswahl an Drink gibt es auch Kleinigkeiten zu essen, wie Tapas, Flat Breads und kleine Salate.

Übrigens wieder einmal eine Location, die ich ohne Hilfe eines Locals niemals gefunden hätte. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an meine Airbnb Hosts Duy und Benny sowie deren Freunde und Bekannte, die sich alle bemühten mir den Aufenthalt in Melbourne so unvergesslich wie möglich zu gestalten. Ich hätte mir jedenfalls keine bessere Location wünschen können, um meinen Urlaub bei einem gemütlichen Drink ausklingen zu lassen.

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Melbourne Street Art

Tja und dann, dann war es auch schon soweit und es hieß Abschied nehmen. Abschiednehmen von Melbourne, einer Stadt in die ich mich innerhalb von nur drei Tagen unwiderruflich verliebte, Abschiednehmen von Australien, einem Kontinenten der mich mit seiner wunderschönen Natur- und Artenvielfalt von der ersten bis zu letzten Sekunde in seinen Bann gezogen hatte und natürlich Abschiednehmen von den vielen lieben Menschen, die ich während meiner Reise getroffen hatte. Ob ich wiederkommen werde? Mit Sicherheit!

Fazit: Melbourne hat sich meiner Meinung nach den Titel lebenswerteste Stadt der Welt mehr als nur verdient. Die mag nicht über die spektakuläre Skyline von Sydney verfügen aber dafür überzeugt Melbourne auf allen Linien als Stadt zum Leben. Sie ist sauber und gepflegt, man fühlt sich zu jeder Tages- und Nachtzeit sicher und die Auswahl an Shops und Restaurants ist riesengroß. Egal ob quirliges Großstadtleben oder beschauliche Grünoase, Haubenlokal oder Imbissbude, Designershop oder Second-Hand Laden. In Melbourne ist für jeden etwas dabei. Mit dem St. Kilda Beach bietet Melbourne zusätzlich ein riesiges Naherholungsgebiet mit Strandfeeling vor den Toren der Stadt. Was kann man sich da mehr wünschen?

Little Blue Restaurant Kiosk, Snacks & Kaffee, Pier Road, St Kilda, 3182, Victoria, Australia, Tel: +61 3 9525 5545, E-Mail: info@littlebluerestaurant.com.au

Sister’s of Soul Restaurant, Vegetarisch-Veganes Restaurant, 73 Acland Street, St Kilda, 3182 Victoria, Australia, Tel: +61 3 9593 8550, E-Mail: admin@sisterofsoul.com.au

7 Apples Icecream, Eiscreme, 73 Acland Street, St Kilda, 3182 Victoria, Australia, E-Mail: hello@7applesgelato.com

Pellegrini’s Espresso Bar, authentische italienische Küche, 66 Bourke Street, Melbourne, Victoria, Australia 3000, Tel: +61 3 9662 1885

Cabinet Bar, Snacks & Drinks, 11 Rainbow Alley Melbourne 3000, Victoria, Australia (Cnr of Swanston St and Lt Collins St), Tel: +61 3 9654 0915

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Autor

Hat 1 Jahr in Mexiko gelebt, ist solo durch Neuseeland & Australien gereist und war im Overlander im südlichen Afrika unterwegs. Lisa liebt Abenteuer- und Aktivreisen, spannende Herausforderungen und ist dabei immer auf der Suche nach dem perfekten Fotomotiv. Dafür schleppt sie auch gerne ihre gesamte Kameraausrüstung auf einen Berg.

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