Mit dem simplen Satz „Just across the water, but a world away!“ heißt der Tourismusverband von Kangaroo Island die Besucher auf seiner Homepage willkommen. Nachdem ich im Zuge meiner Australien Reise zwei Tage auf dieser Insel verbracht habe, kann ich mir keine bessere Beschreibung vorstellen, um dieses Naturjuwel im Süden Australiens in Worte zu fassen.

Hätte ich vorher gewusst was mich erwartet, hätte ich wohl etwas mehr Zeit eingeplant um diesen wunderbaren Teil des roten Kontinenten zu erkunden.

Kangaroo Island liegt ein wenig im Schatten anderer großer Touristenmagneten wie Cairns, Fraser Island, Whitsundays und Surfer’s Paradise. Auch die geographische Distanz sowie die Tatsache dass die Stadt Adelaide, perfekter Ausgangspunkt für einen Trip nach Kangaroo Island, nicht mit dem Ruf der pulsierenden Metropolen Sydney und Melbourne mithalten kann, tragen wohl einiges dazu bei, dass Kangaroo Island bei vielen Backpackern von der Bucket-List gestrichen wird.

Doch gerade wenn du naturverbunden bist, dich nicht nur für das Backpacker Partyleben sondern auch für Ruhe und Entspannung begeistern kannst und die australische Tierwelt hautnah erleben willst, kann ich dir einen Ausflug nach Kangaroo Island nur ans Herz legen.

Fünf gute Gründe, warum du die Insel nicht verpassen solltest stelle ich dir in diesem Beitrag vor:

  1.  Die Ruhe & Unberührtheit
5 Gründe für Kangaroo Island
Kangaroo Island Küstenlinie

Schon bei der Einfahrt in den Hafen überwältigt dich die absolute Schönheit und Unberührtheit dieser Insel. Glasklares türkises Wasser, zahllose kleine Bungalows die die Küste säumen, sattes Grün und endlose Strände. Das beschauliche Städtchen Penneshaw markiert mit seinen 1500 Einwohnern und dem wichtigsten Fährenhafen einen zentralen Dreh- und Angelpunkt der Insel. Wenn du mit dem Flieger landest kommst du übrigens in Kingscote an, der offiziellen Hauptstadt der Insel.

Falls du vor hast die Insel alleine mit dem PKW zu erkunden empfiehlt es sich – sofern du dich nicht schon am Festland mit dem nötigsten eingedeckt hast – in einer der beiden Städte deine Vorräte aufzustocken.

Sobald du die Stadt verlässt findest du dich in der puren Natur wieder. Es riecht nach Meerluft, getrocknetem Gras, Schafen und Lavendel. Die Hauptstraßen sind meist asphaltiert und gut zu befahren, doch wenn du dich weiter ins Hinterland hineinwagst, dominieren staubige Schotterpisten und unbefestigte Straßen. Sofern es dir finanziell möglich ist, rate ich dir auf Grund dieser Umstände übrigens zu einem 4Wd Mietwagen, da sich dadurch viel mehr Möglichkeiten bieten die Insel zu erkunden.

Kangaroo Island Robs Schaffarm
Rob’s Schaffarm

Unterwegs auf Kangaroo Island wirst du durch weitläufiges Farmland fahren, Kängurus neben der Straße grasen sehen, Koalas in den Bäumen beobachten und atemberaubende Küstenlinien entdecken. Lass die Seele baumeln in weitläufigen Lodges mitten in der Natur oder besuche Farmer und lerne, wie man Schafe schert oder Eukalyptus destilliert. Übrigens, an dieser Stelle sei erwähnt, dass dich nicht nur die Schönheit der Insel sondern auch die Gastfreundschaft ihrer Bewohner begeistern wird.

  1. Die Natur & Landschaft

Da Kangaroo Island gut konserviert wurde und durch die isolierte Lage nur wenige fremde Pflanzen und Spezies eingeführt wurden, gilt es unter Forschern als das Paradebeispiel wie Australien vor der Besiedelung durch die Europäer ausgesehen haben mag.

Kangaroo Island Remarkable Rock
Remarkable Rocks

Die facettenreiche Landschaft bietet nicht nur zahlreichen Wildtieren wie Koalas, Kängurus, Wallbies und über 260 Vogelarten eine Heimat sondern begeistert auch Jahr für Jahr tausende Besucher. Eines der wichtigsten Highlights mit spektakulären Naturmonumenten ist der Flinder’s Chase Nationalpark am Westende der Insel. Zu den bekanntesten und beliebtesten Attraktionen und Fotomotiven zählen die beeindruckende Felsformation „Remarkable Rocks“ sowie der gewaltige „Admiral Arch“ mit seiner Pelzrobbenkolonie. Ebenfalls einen Abstecher wert sind die Leuchttürme von Cape Borda und vom Cape du Couedic. Wer gerne zu Fuß unterwegs ist erfreut sich an den zahlreichen gut ausgebauten Wanderwegen die den Nationalpark durchkreuzen.

Übrigens: Im Jahr 2007 verbrannten bei einem riesigen Waldbrand fast 20.000 Buschland im Nationalpark, was fast 60% seiner Gesamtfläche entspricht. Die Zerstörung ist zwar immer noch erkennbar, aber mittlerweile hat die Natur wieder große Teile zurückerobert und blüht und gedeiht prächtiger als je zuvor.

  1. Die Strände:

Wie es sich für eine Insel gehört finden sich auf Kangaroo Island mit seinen 540 km Küstenlinie auch zahlreiche wunderschöne und größtenteils unberührte Strände. Doch Achtung, nicht überall ist Schwimmen sicher. Tückische Strömungen, Haie oder harter Wellengang könnten das Badeerlebnis schmälern, also informiere dich vorher genau, am besten, indem du mit den Einheimischen Rücksprache hältst.

Generell gilt, dass die Strände im Norden zu den sichersten und ruhigsten gehören. Im Süden ist das Klima etwas rauer, weshalb die Strandabschnitte auch bei Surfern sehr beliebt sind. Doch auch der Süden wartet mit einigen schönen Stränden auf. Hanson Bay und Vivonne Bay zählen zu den beliebtesten!

Emu Bay: liegt im Norden der Insel, nur etwa 20 min von der Hauptstadt Kingscote entfernt. Der weitläufige Strand mit seinem weißen Sand gilt als der populärste auf der Insel. Grund sind die lange Küstenlinie, das kristallklare Wasser und der leichte Zugang zum Strand, da es einer der wenigen ist, der sich direkt mit dem Auto anfahren lässt.

Zahlreiche Hütten und Unterkünfte säumen die Küste und den Strand und laden zum Verweilen ein. Wenn es deine Zeit erlaubt kannst du hier gemütlich ein paar Tage deine Seele baumeln lassen.

Kangaroo Island Hanson Bay
Hanson Bay

Hanson Bay: Ein Kleiner aber feiner Strand im Süden der Insel der mit puderweichem, schneeweißen Sand und glasklarem türkisen Wasser begeistert. Hanson Bay selbst wird vom gleichnamigen Wildlife Sacntuary dominiert, welches seinen Besuchern nicht nur die Möglichkeit bietet mit Wildtieren auf Tuchfühlung zu gehen sondern auch hübsche Selbstversorgungshütten mit Strandausblick zur Verfügung stellt.

Tipp: im Wildlife Sanctuary empfehle ich dir unbedingt zumindest den selbstgeführten Koala Rundgang zu machen. Selten hat man sonst die Möglichkeit diese putzigen Kerlchen in freier Natur aus solcher Nähe zu betrachten.

Kangaroo Island Vivonne Bay
Vivonne Bay

Vivonne Bay: Einer der schönsten Strände auf der Insel ist Vivonne Bay. Nicht verwunderlich daher, dass dieser langgezogene Traumstrand in einer Studie der Universität von Sydney zu einem der schönsten Strände Australiens gewählt wurde. Der schneeweiße Bilderbuchstrand überzeugt mit kristallklarem Wasser, einem hohen Maß an Privatsphäre und seiner Sauberkeit. Gleich in der Nähe befindet sich übrigens „Little Sahara“, die einzigen echten Sanddünen auf der Insel. Hier kann man wandern, picknicken, Quad fahren oder sogar Sandboarden.

Kangaroo Island Wallaby
Wallabies bei der Vivonne Lodge

Nur ein paar Meter entfernt befindet sich auch die Vivonne Bay Lodge, eine hübsche, mitten in der Natur gelegene Lodge mit einer großen Auswahl an Zimmern und großzügigen und sauberen Gemeinschaftsräumen. Ein kurzer Spaziergang führt direkt zum Strand; alternativ stehen Kajaks und Mountain Bikes für ausgiebige Erkundungstouren zur Verfügung.

Highlight: Wenn du Glück hast kannst du am Abend Kängurus und Wallabies in nächster Nähe der Barbecue- Stelle beim Grasen beobachten.

  1. Die Tierwelt

Einer der Hauptgründe um Kangaroo Island zu besuchen ist die vielfältige Tierwelt. Da die Insel isoliert vom Festland liegt und die Tiere kaum natürliche Feinde zu befürchten haben, konnte sich in den vergangenen 1000 Jahren eine einzigartige Artenvielfalt entwickeln. Durch die Isolation unterscheiden sich die auf Kangaroo Island heimischen Arten auch oft etwas von ihren Verwandten auf dem Festland. Das Kangaroo Island Känguru ist beispielsweise etwas gedrungener und stämmiger als das verwandte Western Grey Känguru und verfügt über ein seidiges dunkelbraunes Fell mit schwarzen Ohrspitzen.

Kangaroo Island Wallaby
Wallaby

Nirgendwo sonst in Australien lassen sich die tierischen Bewohner so leicht und häufig beobachten wie auf Kangaroo Island, weshalb die Insel oft auch als „großer Zoo ohne Zäune“ bezeichnet wird. Wenn du mit einer Tour unterwegs bis wird dein Guide sein bestes tun, damit du so viele Tiere wie möglich zu Gesicht bekommst. Falls du selbst mit dem Auto unterwegs bist, schalte einen Gang runter, reduziere deine Geschwindigkeit und nimm dir Zeit deine Umgebung zu beobachten. Das hilft dir nicht nur beim Entdecken der Tiere sondern dient auch ihrer Sicherheit, immerhin sind Autos der größte Feind der tierischen Bewohner der Insel.

Wenn du aufmerksam bist wirst du Kängurus auf den Weiden grasen sehen, Koalas in den Bäumen beobachten und mit neugierigen Wallabies den Barbecue Platz teilen. Wenn du Glück hast entdeckst du auch einen scheuen Ameisenigel, Possums, Leguane oder eine der heimischen Schlangenarten, wie die hochgiftige schwarze Tigerotter.

Kangaroo Island Seal Bay
Seal Bay

Am berühmten Seal Bay hast du die Möglichkeit australische Seelöwen in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten und über ihre Lebensweise zu lernen. Ausgebildete Ranger stehen bei Fragen zur Verfügung und bieten geführte Touren an, die dich ganz in die Nähe dieser faszinierenden Tiere bringen. Eine Kolonie von neuseeländischen Pelzrobben lebt rund um den Admiral’s Arch im Flinder’s Chase Nationalpark, wo sie sich gut vom Boardwalk aus betrachten lassen. Hier gibt es allerdings keine Möglichkeit direkt in die Nähe der Tiere zu kommen.

Kangaroo Island Koala
Hanson Bay Koala Sanctuary

Eine 100% Garantie die knuffigen Koalas zu Gesicht zu bekommen hast du im Hanson Bay Koala Sanctuary. Hierbei handelt es sich zwar um eine private Anlage, doch sind es wilde Tiere, welche ohne Zäune oder sonstige Barrieren in ausgedehnten Eukalyptus Wäldern leben. Bäume, auf denen Jungtiere zu finden sind werden übrigens von den Mitarbeitern mit roten Schleifen versehen, um das Erspähen einfacher zu machen.Ebenfalls bekannt und einen Besuch wert sind die Pinguin Kolonien in Penneshaw und Kingscote. In den Felsformationen an der Küste hat eine kleine Kolonie von „Kleinen Pinguinen“, der kleinsten Pinguin Art der Welt, ihren Rückzugsort gefunden. Untertags sind die Pinguine mit Nahrungsbeschaffung beschäftigt oder ruhen zwischen den Felsen, aber nach der Dämmerung lassen sich die kleinen Bewohner vom Boardwalk aus gut beobachten. Wer mehr Infos über das Leben und die Verhaltensweisen der kleinen Pinguine wünscht, kann auch an einer geführten Tour teilnehmen und sich von den erfahrenen Guides durch die Kolonie führen lassen.

Kangaroo Island Pelikane
Pelikane, American River

In Kingscote ist die Pinguin Tour übrigens mit der spektakulären Pelikanfütterung kombiniert. Jeden Tag um 17 Uhr tritt John- der Pelikan Mann auf und gibt während der Fütterung einen unterhaltsamen und informativen Einblick in das Leben seiner gefiederten Freunde. Dutzende Möwen und Pelikane finden sich am Hafen ein und kämpfen um den besten Platz um etwas Futter zu ergattern. Alle Tiere sind wild und daher nicht von der Fütterung abhängig, trotzdem sieht man ihnen die Freude über die extra Leckereien förmlich an. Es handelt sich jedenfalls um ein inselweite bekanntes Spektakel mit großem Unterhaltungsfaktor für Jung und Alt, das außerdem die perfekte Gelegenheit bietet die Tiere im Flug, beim Tauchen und bei der Interaktion aus nächster Nähe zu beobachten.

5. Der Honig

Kangaroo Island Honig
Clifford’s Honey Farm

Kangaroo Island ist die Heimat einzigartiger ligurischer Honigbienen. Diese wurden 1884 aus Italien importiert und auf der Insel ausgesetzt, wo Farmer bald mit der Gewinnung von Honig begannen. Durch die geographische Isolation – die 30 Kilometer Distanz zum Festland sind für eine Biene nicht überwindbar – hat sich auf Kangaroo Island der reinste und auch gesündeste Stamm dieser Bienenart weltweit erhalten. Um diese Einzigartigkeit zu erhalten und den Stamm zu schützen ist es beispielsweise streng verboten Bienen, Imkereiutensilien aber auch Honig auf die Insel zu bringen.

Die Honigbienen von Kangaroo Island produzieren einen der besten und sortenreinsten Honige Australiens in verschiedenen Geschmacksrichtungen und ich empfehle jedem Feinschmecker dringend diesen zu kosten!

Die Clifford’s Honey Farm ist einer der größten und bekanntesten Honigproduzenten der Insel und bietet auch die Möglichkeit an geführten Touren teilzunehmen, um mehr über das Leben und die Arbeit der ligurischen Honigbienen zu erfahren. Im dazugehörigen Shop hast du die Möglichkeit den Honig zu verkosten und diesen sowie viele andere Produkte wie Seifen, Kosmetik und Bienenwachskerzen etc. zu erwerben.

Geheimtipp: das selbstgemachte Honigeis nach Jenny’s altem Familienrezept ist wirklich sensationell und bietet Abkühlung an heißen Tagen!

Tour: Kangaroo Island Adventure Tours, 440 King William Street, Adelaide, South Australia 5000, Australien, Tel: +61 8 8202 8678

Unterkunft: Vivonne Lodge, Knofel Dr, Vivonne Bay SA 5223, Australien, Tel: +61 13 13 01

Highlights:

Rob’s Sheep Shearing Demos: Coranda Farm 550B Willough by Road Penneshaw, Tel: +61 8 8553 1068, E-Mail: roberthoward8@bigpond.com, Öffnungszeiten: Täglich von Dezember bis März um 10:30 (nur nach Terminvereinbarung!)

Flinder’s Chase National Park: S Coast Rd, Flinders Chase SA 5223, Australien, Tel: +61 8 8553 4450, E-Mail: flinderschase@sa.gov.au

Hanson Bay Wildlife Sanctuary: Hanson Bay Road, Karatta SA 5223, Australien, Tel: +61 8 8559 7344

Pelikanfütterung: 1 Anzac Drive, Kingscote Wharf, Kingscote SA 5223, Australien, Tel: +61 408 517 960, Täglich 17 Uhr

Honigverkostung: Clifford’s Honey Farm, 1157 Elsegood Road, Kingscote SA, Australien, Tel: +61 8 8553 8295, Geöffnet täglich 9-17 Uhr

 

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Autor

Hat 1 Jahr in Mexiko gelebt, ist solo durch Neuseeland & Australien gereist und war im Overlander im südlichen Afrika unterwegs. Lisa liebt Abenteuer- und Aktivreisen, spannende Herausforderungen und ist dabei immer auf der Suche nach dem perfekten Fotomotiv. Dafür schleppt sie auch gerne ihre gesamte Kameraausrüstung auf einen Berg.

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