Im Torres del Paine Nationalpark gibt es zwei große Wanderrouten: Das „W-Trekking“, für das man normalerweise 4-5 Tage veranschlagen sollte, und den großen Rundwanderweg, auch bekannt als der „Torres del Paine Circuit“ oder das „O-Trekking“, für den man mindestens 8 Tage einplanen sollte.

Auf meiner Patagonien- Rundreise erwanderte ich einen großen Teil des „W-Trekkings“ im Torres del Paine Nationalpark. Da wir allerdings nur 3 Tage Zeit hatten, ließen wir einen Abschnitt (zwischen Los Cuernos und Campamento Italiano) aus und nahmen stattdessen ein zweites Mal den Katamaran. Deshalb bezeichnete unser Guide diese Variante scherzhaft auch als das „Smart W“.

Das „W-Trekking“ im Torres del Paine Nationalpark im Detail

Zum besseren Verständnis habe ich dir hier die klassischen Wanderrouten des Standard W-Trekkings in 5 Tagen zusammengefasst:

  • Tag 1: Puerto Natales – Pudeto (Katamaran) – Refugio Paine Grande – Glaciar Grey (Refugio Grey/ Übernachtung)
  • Tag 2: Refugio Grey – kurzer Abstecher Richtung Campo Paso – Refugio Paine Grande (Übernachtung) Hinweis: ambitionierte Wanderer können theoretisch Tag 1 und 2 zusammenlegen und so das W-Trekking in nur 4 Tagen absolvieren!
  • Tag 3: Refugio Paine Grande – Campamento Italiano – Mirador Frances -Refugio Los Cuernos (Übernachtung)
  • Tag 4: Refugio Los Cuernos – Refugio Chileno – Campamento Torres (Übernachtung)
  • Tag 5: Campamento Torres – Base de las Torres (Sonnenaufgang) – Refugio Chileno – Hotel de las Torres – Puerto Natales

Hinweis: Rein theoretisch kannst du das „W“ natürlich auch in die entgegengesetzte Richtung laufen, anders als beim Circuit, bist du nicht an eine Richtung gebunden!

Hinweis 2: Im Gegensatz zum O-Trekking, kann man das W- Trekking auch ohne Camping und nur mit Übernachtungen in Refugios (Torre Central, Los Cuernos, Paine Grande und optional Refugio Grey) absolvieren. Es ist damit auch für Wanderer geeignet, die nicht ihr Zelt und ihren Schlafsack, sowie Proviant für mehrere Tage herumtragen wollen. Zelten ist allerdings auf jeden Fall die günstigste Variante!

Während du für das normale „W-Trekking“ im Torres del Paine Nationalpark also 4-5 Tage veranschlagen solltest, lässt sich das „Smart W“ schon in 3 Tagen begehen, ohne dass du auf eines der drei großen Highlights des Parks, nämlich den Lago und Glaciar Grey, das Valle Frances und die Base de las Torres verzichten musst.

Für alle die wenig Zeit haben bietet diese Variante eine gute Möglichkeit, relativ stressfrei die schönsten Plätze des Torres del Paine Nationalparks zu erkunden. Dabei sind nur zwei Übernachtung innerhalb des Parks notwendig (Refugio Torre Central/ Hotel de las Torres, Refugio Paine Grande).

Im folgenden Artikel möchte ich dir den genauen Ablauf unserer „Smart W“ Tour verraten, natürlich gespickt mit vielen schönen Bildern und nützlichen Informationen!

Trekking im Torres del Paine Nationalpark: Das „Smart W“ im Detail

Tag 1 des W-Trekkkings: Puerto Natales- Laguna Amarga- Hotel de las Torres via Refugio Chileno zur Base de las Torres

Am ersten Tag fahren wir mit dem Bus von Puerto Natales in den Torres del Paine Nationalpark und starten unsere Tour ganz klassisch beim Eingang Laguna Amarga. Wir haben unglaubliches Glück mit dem Wetter, weshalb schon die Fahrt zum Park ein Spektakel für sich ist. Da wir einen privaten Shuttlebus haben, können wir an einigen Viewpoints anhalten und die atemberaubenden Aussichten genießen. Kein Wölkchen trübt den Himmel und das Torres del Paine Massiv präsentiert sich in seiner gesamten Pracht.

Patagonien W-Trekking im Torres del Paine Nationalpark
Zufahrt zum Torres del Paine Nationalpark

Die Straßen zum Park sind generell ganz gut ausgebaut, sieht man von ein paar Schlaglöchern hie und da ab. Die größte Unfallgefahr geht wohl von den Guanacos aus, die in Herden die Straßen säumen und sich auch durch den Verkehr und knippsende Touristen nicht aus der Ruhe bringen lassen.

Generell ist aber weniger auf den Straßen los, als ich befürchtet habe. Berichten zur Folge soll der Torres del Paine Nationalpark ja ziemlich überlaufen sein, doch auf der Anfahrt ist es relativ ruhig.

Das "W-Trekking" im Torres del Paine Nationalpark
Die Straßen sind generell gut ausgebaut

Beim Eingang Laguna Amarga zahlen wir den Eintritt, bevor uns unser Fahrer weiter bis zum Besucherzentrum kurz vor dem Hotel de las Torres bringt, wo der Weg zum Refugio Chileno und in weiterer Folge zur berühmten Base de las Torres startet.

Hier können wir noch einmal die (wirklich ausgesprochen stylischen) Toiletten benutzen und unser Gepäck optimieren. Wir werden nur mit einem Tagesrucksack ausgestattet auf die Wanderung zur Base de las Torres gehen, da unser Hauptgepäck im Bus bleibt und  direkt ins Camp gebracht wird. Dieses Service ist nur  einer von vielen großen Vorteilen einer organisierten Tour!

Da es an diesem Tag ungewöhnlich warm ist, legen fast alle ein paar Kleidungsschichten ab und tragen ein paar zusätzliche Schichten Sonnencreme auf.

Das "W-Trekking" im Torres del Paine Nationalpark, Hotel de las Torres
Hinter dem Hotel de las Torres startet der Aufstieg zur „Base de las Torres“

Die Wanderung zur Base de las Torres startet unweit des „Hotel de las Torres“ mit einem ambitionierten Aufstieg in relativ exponiertem Gelände. Schattenspendende Bäume sind Mangelware und an sonnigen Tagen wie diesem, kann es hier überraschend heiß werden. Nimm unbedingt genug Wasser mit, an die zwei Liter, da du erst nach dem Refugio Chileno wieder auffüllen kannst! Das Thema Sonnenschutz brauche ich an dieser Stelle nicht noch einmal erwähnen, oder?

Das "W-Trekking" im Torres del Paine Nationalpark, Wandern
Über Stock und Stein geht es bergauf zum Refugio Chileno

Achte beim Aufstieg auf deine Schritte, aber vergiss nicht, dich zwischendurch auch einmal umzudrehen! Die Aussichten auf diesem Teilstück sind phänomenal! Wir haben unheimliches Glück mit dem Wetter und können das Panorama bei strahlend blauem Himmel genießen. Ein seltener Anblick, den wir sehr zu schätzen wissen!

Das "W-Trekking" im Torres del Paine Nationalpark
Am Wanderweg offenbart sich ein traumhafter Blick über das Tal

Hinweis: Manchmal kann es sein, dass du dir diesen Weg mit Pferden teilen musst, die entweder faule Touristen oder den Nachschub an alkoholischen Getränken auf den Berg transportieren müssen. Wenn sich eine Pferde Karawane nähert, mach den Weg frei und lass sie passieren, da der Pfad ziemlich eng ist.

Das "W-Trekking" im Torres del Paine Nationalpark
Manchmal trifft man auf dem Wanderpfad auf Pferde

Sobald der Sattel erreicht ist, das dauert etwa 1 Stunde, geht es relativ gemütlich und abfallend durch ein wunderschönes Tal Richtung Refugio Chileno. Ein bisschen erinnert mich dieses schroffe Panorama an meine Heimat Österreich! Im Refugio angekommen, kannst du neben dem Fluss ein wenig relaxen und dich stärken. Dieser Spot eignet sich hervorragend für ein Picknick. Wer Lust auf ein Bier oder einen Softdrink hat, kann für teures Geld etwas im Refugio erwerben und auch eine annehmbare Toilette steht den Wanderern zur Verfügung. Übrigens die Einzige auf dem gesamten Trek!

Das "W-Trekking" im Torres del Paine Nationalpark
Dieses Tal erinnerte mich an meine Heimat Österreich

Nach einer kurzen Rast setzten wir die Wanderung entlang eines Flusses weiter fort. Etwa 1:45 Stunden dauert es von hier bis zum berühmten Viewpoint an der Base de las Torres. Der Weg ist gut ausgeschildert und führt mit einer moderaten Steigung durch einen Wald. Die Bäume spenden angenehmen Schatten und  wir wähnen uns fast wie im Märchenland, so idyllisch ist es hier.

Patagonien Highlights
Die totale Idylle im Torres del Paine Nationalpark

Nach etwa einer Stunde erreichen wir eine Abzweigung zum Campo Torres. Dieser Zeltplatz ist gratis und sehr beliebt, da er es den Leuten, die hier übernachten, ermöglicht, die berühmten Torres del Paine bei Sonnenaufgang zu besuchen. Ca. 45 Minuten dauert es, um von diesem Camp zur Base de las Torres aufzusteigen und fast alle, die auf dem Standard W-Trekking unterwegs sind und hier die Nacht verbringen, stellen den Wecker und machen sich in den frühen Morgenstunden auf zum Aussichtspunkt.

Patagonien Highlights Base de las Torres
Aufstieg zur Base de las Torres. Die letzten 45 Minuten haben es in sich, da der Weg steil bergauf über eine Geröllhalde führt.

Der Aufstieg ist vergleichbar mit dem zur Laguna de los Tres in El Chaltén. Machbar, aber anstrengend, da es teilweise sehr steil bergauf geht und der Weg größtenteils unbefestigt über eine Geröllhalde führt. Am Schluss kletterst du quasi über Steine und musst manchmal auch deine Hände einsetzen, um die Balance nicht zu verlieren. Wer Trekking-Stöcke hat, ist hier klar im Vorteil!

Wie immer in Patagonien werden die Mühen aber belohnt. Das Panorama, das dich erwartet hat es in sich, speziell bei Sonnenschein.

Als wir erschöpft und außer Atem die Lagune erreichen bietet sich uns ein Anblick wie aus einer anderen Welt. Im Hintergrund erheben sich majestätisch die drei Türme und davor liegt ein Gletschersee, der in den schönsten Türkistönen  schimmert. Es ist wieder einmal fast zu kitschig, um wahr zu sein und ich muss mich zum wiederholten Male kneifen, um zu realisieren, dass ich tatsächlich hier bin!

Patagonien Highlights Base de las Torres
Die unglaublich beeindruckende Base de las Torres, Torres del Paine

Die Base de las Torres ist ein Ort voller Magie und strahlt eine ganz besondere Aura aus. So unglaublich ruhig und friedlich,  aber dennoch voll positiver Energie und einem ganz speziellen Vibe. Lass dir auf jeden Fall Zeit, um dieses wundervolle Plätzchen zu genießen und die Eindrücke in dir aufzunehmen!

Wir machen es uns auf einem der zahlreichen Felsen gemütlich, lassen uns die Sonne auf die Nase scheinen und versuchen dabei, diesen atemberaubenden Anblick in unseren Gehirnen abzuspeichern. Hier könnte man ewig sitzen und das Panorama genießen, doch leider muss man irgendwann wieder aufbrechen, um vor Einbruch der Dunkelheit beim Hotel de las Torres anzukommen bzw. um den Shuttlebus zu erreichen, wenn man ohne Tour unterwegs ist.

Fast ein wenig wehmütig reißen wir uns nach einer guten Stunde von diesem Anblick los.

Patagonien Highlights Base de las Torres
Sieht aus wie aus Photoshop, ist aber echt, ein Moment ganz für mich am Fuße der Torres del Paine!

Der Rückweg erfolgt auf dem gleichen Weg wie der Aufstieg und es dauert je nach persönlichem Tempo ungefähr 3- 4 Stunden, bis man wieder beim Hotel de las Torres ankommt.

Hier gibt es Shuttle Busse, die mit den öffentlichen Bussen abgestimmt sind, die nach Puerto Natales zurückfahren. Wer weiter wandern möchte, sollte entweder in dem Hotel oder in einem der Camps unterkommen. (Torre Central/ Torre Norte Camps)

Wir zelten heute in einem privaten Camp des Veranstalters und fallen nach einem köstlichen Abendessen müde, erschöpft aber unglaublich glücklich und dankbar in unsere Zelte. Wie gut, dass der Aufbau der Zelte für uns übernommen wurde, denke ich mir noch, bevor ich ins Land der Träume gleite.

Patagonien Highlights Zelten
Unser privater Zeltplatz für die erste Nacht im Torres del Paine Nationalpark

Tag 2 des W-Trekkings im Torres del Paine Nationalpark: mit dem Katamaran über den Lago Pehoé zum Refugio Paine Grande – Campamento Italiano – Valle Frances und retour

Tag zwei startet mit einem köstlichen Frühstück vor der atemberaubenden Kulisse des Torres del Paine Massivs. Selten zuvor habe ich so einen Ausblick beim Morgenkaffee genossen und wieder frage ich mich kurz, ob ich wirklich schon wach und tatsächlich hier bin, oder mich noch im Land der Träume wähne?

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Nach dem Frühstück bringt uns der Bus zum Anleger Pudeto und wir fahren mit dem Katamaran über den Lago Pehoé zum Refugio Paine Grande. Dort laden wir den Großteil unseres Gepäcks ab und starten wieder nur mit einem Tagesrucksack ausgestattet die Wanderung ins Valle Frances.

Das "W-Trekking" im Torres del Paine Nationalpark, Katamaran
Mit dem Katamaran geht es über den Lago Pehoé zum Refugio Paine Grande

Das Wetter ist an diesem Tag ungemütlich, der Himmel hüllt sich in eine dicke Wolkendecke, es nieselt und der starke Wind bläst uns beinahe davon. Aufhalten lassen wir uns jedoch nicht, denn in Patagonien kann sich das Wetter jederzeit wieder ändern. Ein Hoch auf das Zwiebelprinzip und los gehts auf einem moderaten Pfad entlang eines Sees mit dem höchsten Berg des Parks, dem Cerro Paine Grande, immer im Blickfeld. (soweit es die Wolken zulassen)

Patagonien Highlights Valle Frances
Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung

Nach etwa 2 Stunden kommen wir im Campamento Italiano an und nun macht uns das Wetter doch noch einen Strich durch die Rechnung. Wir können nicht ganz hinauf zum Aussichtspunkt „Mirador Britanico“, da der Weg wegen des Windes von den Rangern gesperrt wurde. Die Aussicht auf die Gletscher ist aber auch von weiter unten schon spektakulär.

Witzig auch zu sehen, die Wolkenfront auf der einen Seite und der blitzblaue Himmel im Tal. An diesem Tag erleben wir tatsächlich alle Jahreszeiten innerhalb weniger Stunden. Traumwetter im Tal, Sturm und Wolken auf dem Berg. Als Beispiel schaut euch das Foto oben und das nächste Bild an, sie wurden quasi vom selben Punkt aufgenommen, nur in verschiedene Richtungen.

Patagonien Highlights Valle Frances
Oben bläst uns der Wind um die Ohren, während im Tal die Sonne scheint

Glücklicherweise geht es auch heute auf dem selben Weg wieder zurück ins Tal. Nachdem der Aufstieg wegen des Wetters fototechnisch nicht sehr ergiebig war, kann ich das am Rückweg alles nachholen. „Don’t ask about the weather, you are in Patagonia“ lautet die Standardantwort hier und heute kommen mir die sprunghaften Wetterkapriolen schlussendlich sehr entgegen. Der Paine Grande und seine Umgebung präsentieren sich am Heimweg im schönsten Abendlicht.

Um das zu unterstreichen,  gibt’s hier noch ein paar extra Bilder von diesen Eindrücken!

Patagonien Highlights Valle Frances
Am Rückweg ist die dicke Wolkendecke einem strahlend blauen Himmel gewichen
Das "W-Trekking" im Torres del Paine Nationalpark, Cerro Paine Grande
Der Cerro Paine Grande in seiner ganzen Pracht
W-Trekking Torres del Paine
Rückweg zum Refugio Paine Grande
W-Trekking Torres del Paine: Lago Pehoé
Lago Pehoé Panorama

Wir übernachten heute im Camp des Refugio Paine Grande und auch hier hat ein guter Geist bereits die Zelte für uns aufgebaut. Nach dem Abendessen in der Kantine und einem Absacker an der Bar, ziehen wir uns alle relativ früh zurück, um unsere Energiereserven für den morgigen dritten Tag aufzuladen.

Tipp: wenn du auf eigene Faust zeltest schau, dass du einen Platz in der Nähe des kleinen Hügels bekommst, wo du etwas windgeschützer bist. Unsere Zelte standen mitten auf der offenen Fläche und ich hatte in der Nacht nicht nur einmal das Gefühl, dass die starken Windböen bald mein Zelt wegblasen würden!

Das "W-Trekking" im Torres del Paine Nationalpark, Refugio Paine Grande
Unsere Zelte im Refugio Paine Grande

Tag 3 des W-Trekkings im Torres del Paine Nationalpark: Von Refugio Paine Grande bis zum Mirador Lago Grey und retour

Als ich am nächsten Morgen das Zelt verlasse, schlägt mit frische, kühle Morgenluft entgegen und ich bin, trotz einer windbedingten ziemlich schlaflosen Nacht, innerhalb von Sekunden hellwach. Die Sonne strahlt vom Himmel und es verspricht, ein weiterer wunderbarer Tag im Torres del Paine Nationalpark zu werden.

Unweit unseres Zeltes schleicht ein kleiner Fuchs durch das Camp, vermutlich auf der Suche nach Essensresten. Es ist unglaublich, wie nah man hier in Patagonien an der Natur und ihren Bewohnern ist.

Das "W-Trekking" im Torres del Paine Nationalpark, Fuchs
Unser Besucher am frühen Morgen

Wir stärken uns beim Frühstück, holen unser Lunch-Paket ab und brechen zeitig auf zur letzten Etappe unseres „Smart-W-Trekkings“. Der Lago Grey mit dem gleichnamigen Gletscher steht heute auf dem Programm. Diese Etappe ist laut unserem Guide auch die leichteste der gesamten Tour und so freuen wir uns auf einen entspannten Tag, der weitere unvergessliche Eindrücke verspricht.

W-Trekking Torres del Paine
Traumwetter am dritten Tag des Trekkings

Das Wetter sieht jedenfalls schon einmal vielversprechend aus. Anscheinend spielt Wettergott heute am letzten Tag noch einmal alle Stücke für uns und wir können die gewaltigen Panoramen bei Traumbedingungen bestaunen. Wir wandern in das Tal hinein und genießen die tollen Ausblicke auf die umliegenden Gletscherseen.

Ich bedanke mich insgeheim bei allen höheren Mächten für dieses Wetterglück, denn die Vorhersagen auf dem Smartphone hatten ein paar Tage zuvor gar nicht gut ausgesehen!

Das "W-Trekking" im Torres del Paine Nationalpark, Lago Glaciar Grey
Die Wanderung zum Lago Grey bietet viele tolle Aussichtspunkte

Wir können aus Zeitgründen nicht ganz bis zum Campamento Grey, geschweige denn zum Campamento Paso wandern, sondern müssen uns mit dem Ausblick vom Mirador Grey „begnügen“. Die ist trotzdem schon gewaltig und ich muss mich wieder einmal setzen und mir ein paar Minuten Zeit für mich nehmen, um die Eindrücke in mir aufzunehmen. Irgendwie ist mein Hirn mit all dieser Naturschönheit komplett überfordert.

Das "W-Trekking" im Torres del Paine Nationalpark, Glaciar Grey
Die letzten Meter vor dem „Mirador Glaciar Grey“

In einigen Berichten habe ich gelesen, dass dieser Aussichtspunkt oft überfüllt sei, nicht so jedoch bei unserem Besuch. Wir teilen ihn uns nur mit einer kleinen Gruppe an Wanderern und können den Ausblick in Ruhe genießen. Auch auf dem Wanderpfad selbst ist nicht viel los und wir begegnen am Hin- sowie am Rückweg nur einer Handvoll an Leuten. Es hat wirklich einen Vorteil, wenn man nicht in der Hauptreisezeit, sondern in der Übergangszeit reist.

Das "W-Trekking" im Torres del Paine Nationalpark, Mirador Glaciar Grey
Eines meiner Lieblingsbilder aus Patagonien: Der Mirador Glaciar Grey

Auch heute geht es wieder auf dem selben Weg zurück ins Camp. Mittlerweile – es ist fast Mittag – ist es richtig heiß geworden und die meisten von uns müssen wieder ein paar Schichten loswerden. Erkenntnis:  Wenn man in Patagonien eines richtig lernt, dann ist es definitiv das Zwiebelprinzip zu perfektionieren!

Das "W-Trekking" im Torres del Paine Nationalpark, Lago Pehoé
Ausblick auf den Lago Pehoé

Zurück im Refugio Paine Grande haben wir es geschafft. 3 Tageswanderungen und knapp 70 Kilometer haben wir in den Beinen. Auf dem Übersichtsplan vor dem Camp lassen wir unsere Route noch einmal Revue passieren und staunen, was für gewaltige Strecken wir dabei zurückgelegt haben. Wir können definitiv stolz auf uns sein!

Das "W-Trekking" im Torres del Paine Nationalpark, Lago Pehoé
Übersichtsplan des Torres del Paine Nationalparks vor dem Lago Pehoé
Das "W-Trekking" im Torres del Paine Nationalpark, Fuchs
Fuchs im Torres del Paine Nationalpark

Mein Fazit des W-Trekkings im Torres del Paine Nationalpark?

Unser Smart-W-Trekking im Torres del Paine Nationalpark hat mir definitiv Lust auf mehr gemacht! Nur zu gerne hätte ich die gesamte Route erwandert, doch das war aus Zeitgründen im Rahmen dieser Rundreise leider nicht möglich.

Ich bin mir aber sicher, dass ich relativ zeitnah nach Patagonien zurückkehren werde, um mehr Zeit im Torres del Paine Nationalpark, aber auch im Nationalpark Los Glaciares in Argentinien zu verbringen. Ganz oben auf meiner To-Accomplish-Liste steht dabei der Torres del Paine Circuit, denn ich habe definitiv Blut geleckt und möchte diese Rundwanderung unbedingt absolvieren.

Das "W-Trekking" im Torres del Paine Nationalpark
Den Torres del Paine Nationalpark werde ich mit Sicherheit wieder besuchen

Außerdem möchte ich gerne mehr Zeit für Landschaftsfotografie in diesem schönen Fleckchen Erde haben. Im Rahmen einer Gruppenreise ist das Fotografieren ja nur relativ eingeschränkt möglich, da man an einen ziemlich starren Zeitplan gebunden ist und die Gruppe nicht dauernd warten lassen kann. Experimente mit Langzeitbelichtung und Stativ sind daher kaum möglich.

Daher schwebt mir für meinen nächsten Besuch in Patagonien eine Kombination aus Mietwagen und öffentlichen Verkehrsmitteln vor, um ein wenig flexibler agieren zu können. Mal sehen ob ich jemanden für diese Art von Roadtrip begeistern kann!

Hilfreiche Informationen & Tipps für das W-Trekking

Ich habe euch zahlreiche Insider- Tipps und hilfreiche Informationen bereits in meinem Artikel zur Planung und Vorbereitung einer Patagonien-Rundreise zusammengefasst. Wie ihr am besten für das unberechenbare Wetter in Patagonien packt, erfahrt ihr in meiner umfangreichen Packliste für Patagonien.

Trotzdem möchte ich euch hier noch einmal die wichtigsten Links und Informationen bereitstellen:

Wenn du das W-Trekking im Torres del Paine Nationalpark auf eigene Faust erwandern willst und auch noch in der Hauptsaison unterwegs bist (Dezember bis Mitte Februar), solltest du deine Unterkünfte im Voraus reservieren. Dafür gibt es je nach Sektor und Unterkunftsart verschiedene Anbieter.

  • Refugios und Lodges werden, je nach Sektor, von Vertice (Refugio Paine Grande, Refugio Grey) oder Fantastico Sur (Refugio Torre Central/ Torre Norte, Chileno, Los Cuernos) betrieben. Campingplätze reservierst du direkt bei der Parkverwaltung CONAF. Es gibt noch keine gemeinsame Buchungsplattform, die Betreiber müssen unabhängig voneinander angeschrieben werden.
Weitere hilfreiche Links und Informationen:
  • Der Eintritt für den Nationalparkark beläuft sich in der Hauptsaison (Stand März 2017) auf 21.000 CHL Pesos (ca. 30 €) für Erwachsene.
  • Von Oktober bis April fahren täglich verschiedene Busse von Puerto Natales zum Torres del Paine Nationalpark. Die Fahrt dauert ca. 2 Stunden. z.B. mit Bus Sur um 15.000 CHL Pesos (ca. 22 €) hin und retour. Vom Eingang bei der Laguna Amarga gibt es Shuttle Busse, die dich zum Start des Wanderwegs zur Base de las Torres bringen oder zum Anleger des Katamarans bringen. Mehr Infos gibt es hier.
  • Der Katamaran zum Refugio Paine Grande kostet 18.000 CHL Pesos (ca. 26 €) One -Way und wird an Board bezahlt (28.000 CHL Pesos hin- und retour). Ich empfehle dir, etwa 1 Stunde vor der Abfahrt vor Ort zu sein, um dir deinen Platz zu sichern. In der Hauptsaison fährt der Katamaran 5 Mal am Tag. Weitere Infos findest du hier.
  • Wenn du zeltest, benötigst du einen warmen Schlafsack (mindestens 0 Grad Komfortemperatur) und ein stabiles Zelt, wegen des starken Windes.
  • Dein Hauptgepäck kannst du, auch wenn du nicht dort übernachtest, immer in den Refugios oder Camps zurücklassen. z.B. beim Aufstieg zu der Base de Las Torres im Refugio Chileno oder beim Mirador Britanico im Campamento Italiano! Du brauchst nur gute Kleidung, Wasser und Sonnencreme (und eine Kamera) auf die steilen Abschnitte mitnehmen. Glaube mir, das Gewicht macht einiges aus und ich kann nur empfehlen, diesen Service in Anspruch zu nehmen!
  • Kleidungstipps für Patagonien und das Trekkking im speziellen findest du in meiner Packliste! Generell gilt: winddichte und wasserdichte Schichten, sowie gute Wanderschuhe sind ein Muss und wegen des wechselhaften Wetters empfiehlt sich das Zwiebelprinzip!
  • Der Torres del Paine Nationalpark ist sehr teuer, mehr Infos zu den Preisen findest du in diesem Artikel.
  • Wenn dir die Selbstorganisation zu kompliziert ist und du trotzdem nicht in einer Gruppenreise unterwegs sein willst, kannst du bei Fantastico Sur auch ein Komplettpaket für das Torres del Paine W- Trekking, wahlweise mit oder ohne Vollpension, buchen.  In diesem Paket sind alle Transfers (Bus, Katamaran), Unterkünfte und eben wahlweise auch die Mahlzeiten enthalten. Du musst quasi nur noch selbst laufen. Mehr Infos zu diesem Angebot findest du hier. Ein ähnliches Angebot hat übrigens auch der zweite Anbieter von Unterkünften, Vertice, zu bieten. Hier sind noch eine Bootsfahrt auf dem Gletschersee und der Besuch der Miloson Höhle mit enthalten und die Route ist etwas anders angelegt. Solche Komplettpakete gibt es im Übrigen natürlich auch für das O-Trekking!

Ich hoffe, dass meine Tipps für das W-Trekking im Torres del Paine Nationalpark für dich nützlich sind und dir bei der Planung helfen. Falls du es selber schon einmal gewandert bist und noch Geheimtipps hast, oder du einfach noch Fragen zu der Tour hast, hinterlasse mir doch einfach einen Kommentar! Ich freue mich über dein Feedback!

Tolle Eindrücke und einen ausführlichen Bericht über das W-Trekking im Torres del Paine Nationalpark findest du auch bei meiner Bloggerkollegin Elena von creativelena.com.

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Autor

Hat 1 Jahr in Mexiko gelebt, ist solo durch Neuseeland & Australien gereist und war im Overlander im südlichen Afrika unterwegs. Lisa liebt Abenteuer- und Aktivreisen, spannende Herausforderungen und ist dabei immer auf der Suche nach dem perfekten Fotomotiv. Dafür schleppt sie auch gerne ihre gesamte Kameraausrüstung auf einen Berg.

12 Kommentare

  1. Hallo Lisa,
    Wahnsinn – was für eine wunderschöne Tour! Und vor allem: welch traumhafte Fotos. Diese Tour zählt zu meinen absoluten Wunschreisen. Höhenangst sollte man hier sicher keine haben, oder? 😉 das könnte bei uns ein Problem werden. Wir wollen erst mal mit kleineren Mehrtagstouren starten. Ich freue mich auf weitere Fernweh-Patagonien Beiträge von dir. Schöne Ostertage und liebe Grüße, Anke

    • Hallo Anke,

      danke für die lieben Worte! Ich kann die Tour nur absolut empfehlen. Das mit der Höhenangst ist eigentlich kein Problem, die meisten Etappen sind relativ einfach, finde ich zumindestens! Ein paar Teilstücke sind schon steil, aber so Klettersteige, wie es sie bei uns in Österreich oft gibt, gibt es keine. An sich sollte jeder, der über eine gewisse Grundausdauer verfügt, diese Route problemlos schaffen. Es ist eher die Dauer der Etappen, die am Ende anstrengend wird. Man geht ca. 9-10 Stunden am Tag, vor allem, wenn man das ganze Trekking in 4 Tagen angeht. Die meisten anderen Patagonien-Beiträge (Vorbereitung, Packliste, Highlights, Video) sind übrigens schon online, du findest die unter „Reiseziele-Südamerika“.
      Liebe Grüße & ebenfalls frohe Ostern
      Lisa

  2. Hallo Lisa, tolle Fotos! Ihr hattet ja traumhaftes Wetter. Ich habe das W vor 10 Jahren mal gemacht, hatte aber nicht so viel Glück mit dem Wetter – ein Grund mehr, mal wieder hinzufahren 🙂
    Liebe Grüsse, Simone

    • Hallo Simone,

      ja mit dem Wetter hatten wir, bis auf die paar Stunden im Valle Frances, echt riesen Glück. Dabei hatte es am Telefon die Tage zuvor gar nicht so gut ausgesehen. Ich möchte auch nochmal hin und den großen Circuit wandern, Patagonien hat mich echt fasziniert und wird mich sehr bald wieder sehen 🙂 Vielleicht schon nächstes Jahr, im Anschluss an meine geplante Bolivien-Reise!

      Liebe Grüße
      Lisa

  3. Hallo Lisa, toller Bericht! Wo hast du denn dieses 3-Tages-Tour gebucht? Da ich auch nur drei Tage Zeit habe, möchte ich das auch gerne so machen ? die links von dir bieten leider nur ab vier Tage Touren an. Wäre super, wenn du mir noch einen Tipp geben könntest. Vielen lieben Dank!

    • Hallo Karin,

      diese Tour war Teil der G-Adventures Reise „End of Earth“ und ist daher nicht so buchbar. Du kannst es ber ganz problemlos alleine gehen. Das einzige was du brauchst ist eine Übernachtung beim Hotel de las Torres oder Refugio Torre Detral und eine Übernachtung im Refugio Paine Grande sowie die Hin- und Retourfahrt mit dem Katamaran! Das kannst du ganz easy auf eigene Faust buchen!

      Liebe Grüße
      Lisa

  4. Vielen Dank Lisa. Eine mehrtägige Wanderung war gar nicht auf meinem Plan, aber du machst mir echt Mut und auch Lust darauf! 🙂 die Unterkünfte sind leider zu teuer bzw schon ausgebucht, aber zur Not geht auch noch Camping. Werde mich da noch ein bisschen informieren, möchte das jetzt unbedingt machen! 🙂

    • Hallo Karin,

      erkundige dich mal beim Refugio Paine Grande nach Zeltplätzen. Wir haben dort auch einfach im Zelt übernachtet, soweit ich weiß vermieten die auch Zelte!

      LG
      Lisa

    • Hallo Thomas,

      ich kann mich nicht erinnern, dass wir Probleme mit den Schließzeiten hatten. Ich denke die haben damit zu tun, wie lange die Camps besetzt sind. Wir sind ja nur das kurze W-gegangen und haben beim Paine Grande in der Früh schon „eingecheckt“, bevor wir weiter zum Valle del Frances gelaufen sind, insofern war es quasi egal wann wir zurückkommen. Ich würde mich im Zweifel noch einmal per Email beim jeweiligen Betreiber erkundigen!

      Liebe Grüße
      Lisa

  5. Yay, super viele hilfreiche Tipps, ich danke dir!!! Ich möchte Patagonien auf jeden Fall machen, hab die Planung aber immer weiter weg geschoben, da mich das alles zu sehr gestresst hat. Dank deinem Artikel hab ich nun aber ne ganz gute Übersicht 😀

    • Liebe Cori,

      Patagonien ist toll und lohnt sich definitiv. Es freut mich, dass meine Tipps hilfreich für dich waren. Wenn du noch Fragen hast kannst du mir gerne schreiben!

      Liebe Grüße
      Lisa

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