Der Graufilter ist ein Teil, das ich in meiner Fototasche nicht mehr missen möchte. Ich startete meine ersten unbeholfenen Versuche, das Fotografieren mit Graufilter in der Praxis anzuwenden, 2014 in Australien und mittlerweile verreise ich nicht mehr ohne ihn.

Vielleicht denkst du dir jetzt „Oh mein Gott, was will die, ich habe mir gerade mal die vier Basisfunktionen meiner Kamera angeeignet und den Artikel mit den 12-Tipps für bessere Reisefotos durchgearbeitet, und jetzt redet sie schon was von Filtern.“ Keine Sorge, ich kann es nachvollziehen, denn mir erging es selbst nicht anders. Das Wort „Filter“ scheint manchmal leichte Panikattacken auszulösen und die Befürchtung zu schüren, dass da jetzt gleich eine ganz technische und hochkomplexe Erklärung folgt.

Aber ganz im Gegenteil. Ich möchte dir mit diesem Artikel zeigen, dass ein Graufilter und seine Verwendung a) gar nicht so schwer anzuwenden bzw. zu verstehen ist und b) ein Graufilter ein wirklich wunderbares Mittel ist, um spektakuläre Fotos mit beeindruckenden Effekten zu schießen

Sobald man ein paar Basics verinnerlicht hat, ist der Einsatz eines Graufilters wirklich kinderleicht. Und wenn du jetzt gleich siehst, was dir ein Graufilter alles ermöglicht, wirst du verstehen, dass es sich doch tatsächlich lohnt, sich ein wenig detaillierter mit diesem technischen Wunderwerk auseinanderzusetzen. Das Fotografieren mit Graufilter ermöglicht dir, an Stelle eines potenziell langweiligen Schnappschusses ein atemberaubendes Kunstwerk zu gestalten.

Klar, die richtige Anwendung erfordert ein wenig Übung, aber das Coole an der digitalen Fotografie ist, dass du so viel üben kannst wie du magst. Wenn dir ein Bild nicht gefällt oder das Ergebnis wirklich total daneben liegt, dann löschst du es ganz einfach wieder.

Sehen wir uns das Thema „Fotografieren mit Graufilter“ – ein Graufilter wird übrigens auch „ND-Filter“ oder „Neutraldichtefilter“ genannt – aber nun im Detail an. Folgende Themen werden wir in diesem  Artikel behandeln:

Wofür verwendet man einen Graufilter

Was bewirkt ein Graufilter

Wie berechne ich die richtige Belichtungszeit

Welches Zubehör brauche ich für eine Belichtung mit Graufilter

Empfehlenswerte Graufilter und Graufilter-Sets


Fotografieren mit Graufilter: Wofür verwendet man einen Graufilter?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten einen Graufilter kreativ in der Fotografie einzusetzen. Grundsätzlich verwendet man einen Graufilter, um bei Tageslicht Langzeitbelichtungen durchführen zu können.

Das ist zwar normalerweise nicht notwendig, aber die Langzeitbelichtung hat je nach Bildsituation ein paar nette Begleiterscheinungen, die wir uns für kreative und einzigartige Fotos zu Nutze machen können.

  • Fotosituation # 1: Der Schleier bzw. Nebeleffekt bei fließendem Wasser bzw. der Spiegeleffekt bei ruhigem Gewässer

Ich bin mir sicher du kennst sie auch, diese atemberaubenden Landschaftsfotos mit Wasserfällen, die wie ein weißer Dunst oder Nebel erscheinen und das Foto wie verzaubert wirken lassen. Dieser Effekt ergibt sich aber weder von selbst, noch ist er einer Bearbeitung in Photoshop geschuldet. Fließendes Wasser in Nebel zu verwandeln ist nur mittels einer Langzeitbelichtung möglich. In einem dunklen Wald mit wenig Sonneneinfall ist diese mit Glück schon ohne Filter umzusetzen, normalerweise benötigst du für solche Aufnahmen jedoch einen Graufilter.

Fließendes Wasser weichzuzeichnen, ist wohl das bekannteste Einsatzgebiet dieses vielseitigen Helferleins. Und keine Sorge, mit ein wenig Übung kannst du das auch!

Anbei habe ich dir ein paar Bilder eingefügt, um diesen schönen Effekt zu verdeutlichen.

Um dieses Bild, das bei einem Seitenarm der Victoria Falls in Sambia entstanden ist, aufzunehmen, musste ich 10 Sekunden lang belichten. Unmöglich bei Tageslicht, gerade in der harten Mittagssonne Afrikas. Ohne Filter wäre das Bild komplett weiß aus der Kamera gekommen. Ein ND-64 Graufilter verhalf mir schließlich zu diesem Ergebnis.

Die Zahl 64 bedeutet übrigens, dass du mit diesem Filter 64x länger belichten kannst als unter normalen Umständen notwendig. Ich möchte nun aber nicht zu weit ausschweifen, da ich weiter unten noch auf die genaue Berechnung der Belichtungszeiten eingehen werde!

Fotografieren mit Graufilter: Langzeitbelichtung von fließendem Wasser
Wasserfall bei den Victoria Falls, Sambia (ISO 100, Belichtungszeit 10 Sekunden, Blende 9)

Diesen kleinen Wasserfall fotografierte ich auf einer Wanderung in Patagonien. Ich hatte extra mein Stativ mitgeschleppt, um unter anderem die vielen Flüsse und Quellen kreativ in Szene setzen zu können. Um Wasser so wie bei diesem Beispiel leicht zu verwischen, reicht schon eine Belichtungszeit von 1 Sekunde. Da es an diesem Tag auch relativ bewölkt war und ich auch die Blende sehr weit schloss, reichte mir hier ein ND-8 Graufilter, um die Belichtungszeit entsprechend zu verlängern.

Fotografieren mit Graufilter: Schleiereffekt Wasserfall
Wasserfall in Patagonien (ISO 100, Belichtungszeit 1 Sekunde, Blende 16)

Meine Reise nach Island im August 2017 bot ebenfalls viele Möglichkeiten, mich mit dem Graufilter auszutoben. Wasserfälle sind einfach ein sehr dankbares Motiv dafür. Das Bild unten ist ebenfalls ein gutes Beispiel dafür, dass sogar schon eine Belichtungszeit von weniger als 1 Sekunde ausreicht, um einen schönen Effekt zu kreieren.

Fotografieren mit Graufilter Wasserfall Island
Island, Öxarárfoss (ISO 100, Belichtungszeit 1/3 Sekunde, Blende 11)

Die Langzeitbelichtung vermag aber nicht nur Wasser zu verwischen. Bei ruhigen Gewässern sorgt sie für einen genialen Spiegeleffekt, sprich das Wasser erscheint wie eine spiegelglatte Fläche und Bewegungen sind nicht mehr sichtbar.

Das Foto unten entstand zu Beginn der blauen Stunde am Neusiedlersee mit einer Belichtungszeit von 20 Sekunden. Es wäre zum Zeitpunkt der Aufnahme noch nicht dunkel genug gewesen, um 20 Sekunden belichten zu können, daher setze ich den Graufilter ein, um die notwendige Belichtungszeit zu realisieren.

Fotografieren mit Graufilter: glattes Wasser
Spiegelglatter Neusiedlersee dank 20 Sekunden Belichtungszeit (ISO 100, Belichtungszeit 20 Sekunden, Blende 9)
  • Fotosituation # 2: Dramatische Wolkenstimmungen durch den Wischeffekt

Architekturbilder mit dramatischen Wolkenformationen gehören zu meinen liebsten Fotomotiven. Durch eine Langzeitbelichtung kannst du mit den vorbeiziehenden Wolkenfronten spektakuläre Effekte im Bild erreichen, die viel Bewegung und Dynamik in die Aufnahme bringen.

Je nach Windsituation reicht die dafür notwendige Belichtungszeit von einigen wenigen bis zu 100 Sekunden oder sogar mehr.

Auch für diese spezielle Fotosituation habe ich dir wieder zwei Beispielfotos aus meinem Archiv rausgesucht. Das erste Bild entstand bei meinem Aufenthalt in Barcelona im Jänner 2017. Wir waren extra auf einen der besten Aussichtspunkte der Stadt – den Bunker del Carmel – gefahren, um tolle Fotos von oben zu machen. Leider verhielt sich das Wetter nicht zu unseren Gunsten. Es war diesig und bewölkt und die Stadt wirkte ziemlich trostlos. Nicht unbedingt die besten Voraussetzungen für spektakuläre Fotos.

Ich beschloss daher meinen Graufilter auszupacken, um eine Langzeitbelichtung zu probieren, die etwas mehr Dynamik in die Bilder bringen sollte. Da die Wolken ziemlich tief und hartnäckig über der Stadt hingen und es auch noch windstill war, musste ich die rekordverdächtige Belichtungszeit von 112 Sekunden einstellen, um den gewünschten „Wischeffekt“ zu erzielen. Um das zu schaffen, schraubte ich einen ND-1000 Filter auf.

Fotografieren mit Graufilter Barcelona
Barcelona vom Bunker del Carmel (ISO 100, Belichtungszeit 112 Sekunden, Blende 16)

Das zweite Bild stammt aus Sydney. Hier war es etwas windiger und ich musste nur rund 20 Sekunden belichten, um den gewünschten Effekt in den Wolken zu erreichen.

Fotografieren mit Graufilter Sydney
Sydney von der Ball’s Head Reserve (ISO 160, Belichtungszeit 20 Sekunden, Blende 11)

Und dann gibt es natürlich auch noch die Möglichkeit, Fotosituation 1 mit Fotosituation 2 kreativ zu verbinden. Ein Bild, das sowohl verwischte Wolken, als auch einen Nebeleffekt im Wasser enthält, wirkt besonders dramatisch, ja fast schon wie ein Kunstwerk. Das beste Foto, das mir hierzu gelungen ist, stammt ebenfalls aus Barcelona und ist auch das Titelbild dieses Artikels. Es entstand an einem verregneten Nachmittag an der Strandpromenade Barceloneta. Wir waren eigentlich aus einem ganz anderen Grund an den Strand gekommen, doch als ich diesen Ausblick sah, wusste ich sofort, was ich wollte. Ich konnte das fertige Bild quasi schon vor meinem geistigen Auge sehen, bevor ich überhaupt auf den Auslöser gedrückt hatte.

Fotografieren mit Graufilter Barceloneta
Barceloneta (ISO 100, Belichtungszeit 30 Sekunden, Blende 16)
  • Fotosituation # 3: Menschen und bewegte Objekte aus dem Bild verschwinden lassen

Eine Langzeitbelichtung hat neben den oben genannten kreativen Effekten noch einen weiteren, nicht zu verachtenden Vorteil. Wenn du lange belichtest, verschwinden sich bewegende Objekte, also auch Menschen, aus deinem Bild. Auf diese Weise kannst du selbst bei überlaufenen Touristenattraktionen menschenleere Fotos machen. Natürlich funktioniert das aber nur, wenn sich alle störenden Objekte bewegen. Falls jemand sitzt oder an einer Stelle steht, wird er immer zu sehen sein, egal wie lange du belichtest. Trotzdem wird dein Bild am Ende immer weniger überlaufen wirken, als wenn du es normal fotografiert hättest.

Ein Beispiel für diesen fast zauberhaften Effekt siehst du hier am Bespiel des Wiener Stephansdoms, einer der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Wiens:

Fotografieren mit Graufilter, Menschen verschwinden
Der Wiener Stephansdom, links das normale Bild, (ISO 100, Belichtungszeit 1/40, Blende 16), rechts mit ND-1000 Filter (ISO 100, Belichtungszeit 25 Sekunden, Blende 16)

Fotografieren mit Graufilter: Was bewirkt ein Graufilter?

Einen Graufilter benutzen wir, um bei Tageslicht Langzeitbelichtungen durchzuführen. Warum das manchmal notwendig ist und welche Effekte du damit erzielen kannst, habe ich dir im vorherigen Absatz schon erklärt. Da ein Bild bei Tageslicht aber schon bei einer Belichtungszeit von einer Sekunde komplett überbelichtet, also eigentlich weiß, sein würde, fotografieren wir mit einem Graufilter. Dieser Filter ist gleichmäßig abgedunkelt und bewirkt so, dass die Lichtmenge, die auf den Sensor fällt, reduziert wird. Damit lässt sich die Belichtungszeit trotz hellem Umgebungslicht verlängern.

Der Graufilter ist in verschiedenen Stärken erhältlich, die gängigsten sind 8x, 64x und 1000x. Die Namen sind eigentlich selbsterklärend: Mit einem Graufilter 1000x kannst du also 1000x länger belichten, also das bei normalen Lichtverhältnissen möglich wäre.

Damit kommen wir schon zur nächsten interessanten Frage:

Fotografieren mit Graufilter: Wie berechne ich die richtige Belichtungszeit

Wie bereits oben erwähnt, gibt die Stärke deines Graufilters an, um wieviel länger du belichten kannst. Also bei ND 8x wäre das eben 8 Mal länger, bei ND 64, 64x und so weiter. Wenn deine Kamera also z.B. 1/10 Sekunde als optimale Belichtungszeit ausspuckt, werden daraus bei Einsatz eines 1000x Graufilters 100 Sekunden.

Ich persönlich verwende fast immer die Zeitautomatik, auch Blendenvorwahl genannt. Ich bestimme also die Blendenöffnung und die Kamera berechnet automatisch die passende Belichtungszeit. In 98% der Fälle ergibt das bei modernen Kameras ein brauchbares Ergebnis. Bei einem Landschafts- oder Architekturfoto benutze ich meistens einen Blendenwert zwischen 9 und 11, sprich ich schließe die Blende, um eine möglichst hohe Tiefenschärfe zu erreichen.

Das Thema Blende ist übrigens eindeutig einen eigenen Artikel wert, wenn du dich näher mit der Materie befassen willst kann ich dir aber guten Gewissens den online Fotokurs unserer Bloggerkollegen von 22places empfehlen! Darin werden dir die Grundlagen der Fotografie auf sehr humorvolle und verständliche Weise nähergebracht!

Die Schwierigkeit? Belichtungszeiten sind immer in Zehntel oder Hundertstel angegeben. Um zu einem Ergebnis zu kommen, muss man also zumindest die Grundlagen des  Bruchrechnens beherrschen.

Siehe das Beispiel oben: wenn deine Kamera dir 1/10 Belichtungszeit ohne Filter ausspuckt und du einen ND 1000 Filter im Einsatz hast, lautet deine neue Belichtungszeit 1/10 x 1000 = 100 Sekunden. Bei einem ND 64 Filter wäre es 1/10 x 64, also 6,4 Sekunden.

Bei einer Ausgangsbasis von 1/10 oder 1/100 ist das Rechnen ja noch relativ einfach, schwieriger wird es wenn wir von Belichtungszeiten wie 1/250 oder 1/320 reden. Wenn man jetzt nicht gerade ein Mathematik-Genie ist (ich bin es definitiv nicht!), kann es da schon richtig mühsam werden.

Dann musst du entweder den Taschenrechner deines Smartphones zur Hand nehmen, oder du lädst dir (willkommen im digitalen Zeitalter) eine spezielle App herunter, die diese Aufgabe für dich übernimmt. Mit ein paar Klicks erhältst du so sofort die richtige Belichtungszeit. Beispiele für solche Apps sind ND Filter Rechner  (Android) oder Exposure Calculator (IOS / Android). Sehr cool und praktisch ist auch die von mir kürzlich entdeckte Moments App von Rollei, die dir sogar den Countdown der benötigten Belichtungszeit anzeigt! (IOS / Android)

Tipp: Die Filter sind nicht immer 100% korrekt. Es empfiehlt sich immer, ein paar unterschiedliche Aufnahmen zu machen. Also wenn du beispielsweise 8 Sekunden als Ergebnis für deine Belichtungszeit mit Graufilter erhältst, solltest du auch Bilder mit 7, 9 und 10 Sekunden machen und später am PC analysieren, welches Ergebnis das beste ist.

Achtung: Am Monitor auf der Kamera sehen die Bilder tendenziell heller aus, als sie wirklich sind. Ich habe die Monitorhelligkeit der Kamera daher immer auf -1 gesetzt. Trotzdem habe auch ich schon Fotos geschossen, die sich dann zuhause als deutlich unterbelichtet entpuppt haben!

Fotografieren mit Graufilter: Welches Zubehör brauche ich für eine Belichtung mit Graufilter?

Für eine Langzeitbelichtung mit Graufilter gelten eigentlich die gleichen Regeln, wie  bei einer normalen Langzeitbelichtung bei Nacht.

Erstens brauchst du für das Fotografieren mit Graufilter unbedingt ein Stativ. Abhängig von der Brennweite ist es normalerweise unmöglich, bei Belichtungszeiten von 1/40 oder länger aus der Hand zu fotografieren, ohne das Foto ordentlich zu Verwackeln. Profis schaffen vielleicht noch 1/20, aber bei Belichtungszeiten von einer Sekunde und mehr, ist wirklich Schluss.

Ich habe mich auf Grund des geringen Gewichts und des kompakten Packmaßes für das Compact Traveller Stativ von Rollei entschlossen und bin mit der Qualität wirklich zufrieden.

Ich habe hier auch ein hübsches Beispiel für eine danebengegangene Langzeitbelichtungen ohne Stativ. Das Bild stammt ebenfalls von einer Wanderung in Patagonien. Aus Gewichtsgründen hatte ich auf dem dreitägigen Trekking kein Stativ dabei, trotzdem wollte ich diesen Wasserfall gerne mit Graufilter fotografieren. Um die Belichtungszeit von 1 Sekunde zu realisieren, stützte ich meine Kamera auf meinem Schoß ab und versuchte nicht mehr zu atmen. Ganz scharf ist das Bild aber trotz aller Bemühungen nicht geworden.

Fotografieren mit Graufilter, Wasserfall
Wasserfall auf dem Weg zum Mirador Britanico (ISO 100, Belichtungszeit 1 Sekunde, Blende 16)

Falls deine Kamera über einen Verwacklungsschutz (bei Nikon VR / Canon IS) verfügt, schalte diesen aus, sobald du die Kamera auf dem Stativ montierst. Das klingt eventuell etwas paradox, aber wenn der Sensor permanent versucht das Bild zu stabilisieren, kann das unscharfe Fotos zur Folge haben.

Außerdem solltest du beim Abdrücken einen Fernauslöser verwenden, um das Bild nicht zu verwackeln. Alternativ tut es natürlich auch der Selbstauslöser deiner Kamera.

Weitere Tipps für das Fotografieren mit Langzeitbelichtungen findest du übrigens auch in unserem beliebten Artikel „Nachtaufnahmen Tutorial“.

Fotografieren mit Graufilter: Empfehlenswerte Graufilter und Graufilter-Sets

Dich hat der Artikel überzeugt und du kannst es kaum erwarten, deine ersten Fotos mit Graufilter zu schießen, aber es fehlt noch ein geeignetes Produkt? Kein Problem, zum Abschluss möchte ich dir noch ein paar empfehlenswerte Graufilter bzw. Graufilter-Sets vorstellen und ich verrate dir auch, welches davon ich für meine Bilder nutze.

Wie bei fast allen Produkten in der Fotografie gilt: Die Spannweite reicht von extrem günstig bis fast unverschämt teuer. Es gibt Einzelfilter, für die legst du das gleiche ab wie für ein ganzes Set eines günstigeren Anbieters.

Tipp: wenn du mehrere Objektive mit unterschiedlichen Filtergewinden in Verwendung hast, kaufe deinen Graufilter in der größten Größe und dazu entsprechende Adapterringe, um den Filter auch an den Objetiven mit kleinerem Filtergewinde nutzen zu können. Das spart dir enorme Kosten!

Hier eine Übersicht von empfehlenswerten Graufiltern (alle in ND 1000):

Der Einsteigerhit

Graufilter bekommst du schon ab einem Einstiegspreis von ca. 20 €, wie z.B. dieses Modell von DolDer beweist. Ich selber habe diesen Graufilter nicht getestet und kann dir daher keine persönlichen Erfahrungen schildern, die Bewertungen der Käufer sprechen jedoch für sich. Für alle, die gerne einmal mit einem Graufilter experimentieren wollen, ohne dafür viel Geld auszugeben mit Sicherheit eine gute Wahl!

Der Vernünftige

Die Graufilter von Haida sind meine erste Wahl und alle Bilder in diesem Artikel sind auch mit selbigen entstanden. Ich persönlich habe mich für die etwas teurere „Slim“ Variante entschieden, um mögliche Vignettierungen an den Rändern zu vermeiden. Da ich gerne für alle möglichen Fotosituationen gerüstet sein wollte, habe ich gleich in das praktische Filterset investiert, das die Varianten 8x, 64x und 1000x enthält. Die Filter werden außerdem in einem praktischen Stack-Container geliefert und lassen sich so platzsparend in der Fototasche unterbringen!

Hinweis: Auch Haida hat mittlerweile sei Angebot an Filtern weiterentwickelt und ausgeweitet und bietet nun mit der „PRO“ Serie ein Produkt, das im Hinblick auf Qualität noch höhere Ansprüche erfüllen soll und sich damit an anspruchsvolle Hobbyfotografen als auch Profis wendet. Auch die Filter der „PRO“ Serie lassen sich sowohl einzeln als auch im praktischen Filterset erwerben.

Der Exklusive

Für alle die gerne etwas mehr Geld ausgeben und auf deutsche Qualitätsarbeit setzen möchten, werden oft die Filter des Herstellers B+W empfohlen. Ich habe damit selber keine Erfahrung, da ich äußerst zufrieden mit meinem Set von Haida bin. B+W offeriert Filter in den gängigen Stärken 8x, 64x und 1000x. Neben der Standardlinie „Professional“ gibt es auch eine neue „Premium“ Linie mit extra-schmalen Filterfassungen zu extra-hohen Preisen!


Ich hoffe, dass dir meine Tipps und Empfehlungen zum Thema „Fotografieren mit Graufilter“ gefallen und auch weitergeholfen haben! Ich freue mich über dein Feedback in den Kommentaren! Wenn du möchtest, kannst du ihn natürlich auch auf Pinterest pinnen!

Noch mehr tolle Tipps für kreative Langzeitbelichtungen, u.a. mit brennender Stahlwolle, findest du übrigens hier.

Fotografieren mit Graufilter Fotografietipps für spektakuläre Bilder

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Autor

Hat 1 Jahr in Mexiko gelebt, ist solo durch Neuseeland & Australien gereist und war im Overlander im südlichen Afrika unterwegs. Lisa liebt Abenteuer- und Aktivreisen, spannende Herausforderungen und ist dabei immer auf der Suche nach dem perfekten Fotomotiv. Dafür schleppt sie auch gerne ihre gesamte Kameraausrüstung auf einen Berg.

8 Kommentare

  1. Hallo,
    schöner Artikel mit vielen Informationen. Ich experimentiere auch immer mal wieder mit dem Graufilter und mache dann eine Reihe mit unterschiedlichen Belichtungen, da es am Display der Kamera für mich oft schwer zu erkennen ist, ob das Bild wirklich gelungen ist.
    Und noch etwas: Man sollte (zumindest bei Canon) wissen, wie man die Kamera, dann auf über 30 Sekunden (Stichwort bulb) einstellt.
    Lg
    Thomas

    • Hallo Thomas,

      danke für dein Lob. Ich versuche immer, so viele Infos wie möglich auf halbwegs verständliche Art und Weise zu verpacken. Ich mag selber auch keine hochkomplexen Erklärungen. Bezüglich Bulb hast du Recht, das sollte ich bei Gelegenheit noch ergänzen oder am besten gleich einen eigenen Post darüber schreiben 😉

      Liebe Grüße
      Lisa

  2. Hallo,
    nach 12 Jahren Fotografie habe ich mich mal entschlossen mir einen Graufilter zu zulegen.
    Dazu habe ich noch einen Walimex Polifilter.
    Zu eurem Tipp: ich hab mir den Haida gekauft, allerdings vorerst nur den ND 1000.
    Nachtaufnahmen und vor allem Aufnahmen mit Wasser faszinieren mich schon immer sehr.
    Ich habe auf ein paar Seiten gelesen Polifilter + Graufilter, was sagt ihr dazu?
    Ansonsten Danke für eure Tipps und ich werde bei meinem nächsten Trips nach Montenegro (12-23.7) bzw Kroatien und Bosnien (9-20.8) gleich mal so einiges versuchen.
    Desweiteren ist mir aufgefallen, dass euch meine Heimatstadt Graz noch im Portfolio fehlt 😉
    Vielleicht schaut ihr mal vorbei & auf meiner Homepage (www.fotoschrisbauer.com) könnt ihr euch mal ein Bild von meiner Arbeit machen 🙂

    LG Chris

    • Hallo Chris,

      cool, dass du endlich einen Graufilter dein Eigen nennst! Du wirst ihn nicht mehr missen wollen! Bezüglich Kombination Pol- und Graufilter. Eigentlich sollte man vermeiden, mehrere Filter übereinander zu verwenden weil es doch Auswirkungen auf die Qualität hat! Pol-Filter nehme ich nur noch in Ausnahmesituationen, z.B. um SPiegelungen abzuschwächen oder manchmal, um den Himmel zu betonen. Das macht aber Lightroom über den Luminanz-Regler auch ganz gut 🙂

      Graz haben wir schon besucht aber nicht wirklich fotografiert! Das sollten wir dringend ändern! Auf deiner Seite schaue ich bei Gelegenheit gerne vorbei!

      Liebe Grüße
      Lisa

  3. Hi Lisa,

    ich möchte mich unbedingt an einem Graufilter testen, weiß jedoch nicht, ob sich die von dir mit 77mm vorgeschlagenen Filter an der Brennweite des Objektivs richten müssen. Ich besitze eine Sony Alpha 6000 mit einem 16-50 mm und einem 55-210 mm Objektiv.

    Kannst du mir sagen, ob deine „Vernüftige“ Empfehlung auch für meine Kamera geeignet ist?

    Liebe Grüße
    Kate

    • Hallo Kaitlyn,

      der passende Graufilter richtet sich nicht nach der Brennweite, sondern nach dem Filtergewinde! Du musst nachsehen, was für ein Filtergewinde dein Objektiv hat und den entprechenden Graufilter kaufen. 77mm ist nur ein Richtwert, bitte unbedingt aufpassen!
      LG
      Lisa

  4. Hallo,
    ich habe gerade meine Graufilter mit meiner BridgeKamera getestet, 8x, 64, 1000x.
    Funktioniert mit Blendenvorwahl und automatischer Belichtung sehr gut, nur nicht wenn ich 2 Filter kombiniere.
    Muss ich abgesehen davon anders vorgehen?
    Blende auwählen, mit der Blendenpriorität Belichtungszeit feststellen, (scharfstellen, auf MF gehen?)
    Filter auswählen und aufschrauben, Belichtungszeit errechnen, und jetzt alles manuell belichten? Maximale Belichtungszeit sind 60“
    Oder lieber alles der Nachtaufnahme überlassen?

    Grüße,
    Regina

    • Liebe Regina,

      wenn du zwei Filter kombinierst (ich nehme an du meinst zwei Graufilter), dann verlängert sich natürlich die Belichtungszeit entsprechend. Außerdem kann die Kamera die benötigte Belichtungszeit mit Sicherheit nicht mehr korrekt messen, wenn zwei Filter aufgeschraubt sind. Ich rate generell davon ab zwei Filter zu verwenden, sondern empfehle immer zuerst Blende weiter schließen oder ISO reduzieren.

      Fokussieren solltest du beim Fotografieren mit Graufilter bevor du die Filter aufschraubst, da gerade beim ND1000 der Autofokus meist nicht mehr funktioniert. Du kannst komplett manuell fokussieren, oder automatisch fokussieren und dann den Fokus am Objektiv auf manuell umstellen und damit speichern.

      Ich selbst benutze beim Graufilter immer den komplett manuellen Modus und errechne die Belichtungszeit mit der im Beitrag erwähnten App. Dann mache ich ein paar Fotos mit der errechneten, einer längeren und einer kürzeren Belichtungszeit, so dass ich relativ sicher gehen kann, dass ein passendes Bild dabei ist. Den Nachtaufnahmenmodus würde ich bei Filtern auf gar keinen Fall verwenden!

      Liebe Grüße

      Lisa

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