(Anzeige) Als Reisebloggerin und Fotografin bin ich viel unterwegs. Fast immer mit dabei ist meine professionelle Kameraausrüstung bestehend aus Vollformat-Kamera und diversen Objektiven. So stelle ich sicher, dass ich sowohl für den Blog als auch meine Kooperationspartner und Kunden Fotos in hoher Qualität anfertigen kann. Das Equipment hat aber auch einen Nachteil: Es ist ziemlich schwer und nimmt dementsprechend viel Platz im Gepäck weg. Fotografieren mit dem Smartphone kam für mich bis jetzt trotzdem nie in Frage, denn speziell in schwierigen Lichtverhältnissen wie nachts oder bei Dämmerung waren selbst die Ergebnisse der teuersten Handykameras nicht überzeugend.

Bis jetzt! Denn seit kurzem bereichert das iPhone 11 Pro mein Arbeitsequipment und ich muss ehrlich sagen, dass ich ziemlich überrascht von der fotografischen Performance dieses neuen Smartphones bin. Der erste Eindruck war so positiv, dass ich es sogar wagte, bei meiner Berlin Reise ausschließlich auf das iPhone zu setzen.  Wie sich die Kamera des iPhone 11 Pro im Test schlug und ob sie wirklich eine ernstzunehmende Alternative zu DSLR oder DSLM ist, erfährst du in diesem Artikel.

Der große iPhone 11 Pro Kamera Test

Beschreibung & Eindruck des iPhone 11 Pro

iPhone 11 Pro Gold
Das neue 3-Kamerasystem sticht auf der Rückseite des iPhones heraus

Wenn Apple eines kann, dann ist es Produkte zu kreieren, die auf den ersten Blick ein „haben wollen“ Gefühl auslösen. Es gibt mittlerweile viele gute Smartphones auf dem Markt, doch keines überzeugt mit seiner Haptik und Optik so wie das iPhone. Das iPhone 11 Pro ist aus Edelstahl und Glas gefertigt und verfügt natürlich über das Apple typische Design mit den abgerundeten Kanten. Schlicht, aber hochwertig verarbeitet, wie es sich für ein Produkt aus dem Haus Apple gehört. Das aus einem Stück gefräste Gehäuse liegt gut in der Hand und fühlt sich sehr angenehm an.

Wer wie ich von einem älteren Apple Modell auf das neue iPhone 11 Pro wechselt, wird vermutlich aber von dem vergleichsweise hohen Gewicht überrascht sein. Wenn man überlegt, wie viel Technik und Leistung in dem 14,4 x 7,14 cm großen Gerät verbaut sind, ist das aber auch kein Wunder. Wir werden sehen, ob die immerhin 188 Gramm Kampfgewicht auf Dauer zu Sehnenscheidenentzündungen führen.

Diese Features sind neu

Das wichtigste neue Feature für Fotografen ist das Kamerasystem mit drei Linsen. Mit der Kombination aus Ultraweitwinkelobjektiv, Weitwinkelobjektiv und Teleobjektiv deckt das neue iPhone 11 Pro einen 4x optischen Zoombereich ab, womit ganz neue Perspektiven fast ohne Qualitätsverlust möglich werden. Dazu komme ich aber später noch im Detail.

Sehr beeindruckend ist auch das superhelle neue XDR Retina-Display mit einem unglaublichen Kontrastverhältnis von 2.000.000:1. Selbst im grellsten Sonnenlicht kannst du so problemlos Bilder aufnehmen, auswählen oder bearbeiten.

Das neue iPhone 11 Pro überzeugt mit einem super hellen Display

Zusätzlich überzeugt es mit einer wirklich deutlich höheren Batterielaufzeit, die ich speziell im Vergleich mit dem 6S definitiv bestätigen kann. Wenn man es nicht mit Surfen und Fotografieren übertreibt, hält das iPhone 11 Pro locker 2 Tage aus. Und das ist für ein Smartphone der neuesten Generation wirklich beachtlich.

Wichtig zu wissen für alle, die überlegen ihr iPhone anstatt einer Action-Cam zu verwenden: Das neue iPhone 11 Pro ist staubgeschützt und wasserdicht bis zu einer Tiefe von 4 m und einer Dauer von 30 Minuten. Auch verschüttete Flüssigkeiten können dem Gerät laut Herstellerangaben nichts ausmachen, das habe ich aber natürlich nicht selbst getestet.

Welche Varianten des iPhone 11 Pro gibt es?

Das iPhone 11 Pro gibt es in zwei Varianten: Die klassische Version mit 5,8″ Bildschirm (14,7 cm Diagonale) und das größere iPhone 11 Pro Max mit 6,5″ Bildschirm (16,5 cm Diagonale). Für welches Modell du dich entscheidest ist Geschmackssache. Wer sein Smartphone nicht nur zum Telefonieren und für What’s App nutzt, sondern viele Mails schreibt, das Handy als E-Reader verwendet oder exzessive Bildbearbeitung betreibt, bevorzugt vermutlich die größere Variante. Ich habe mich für die Standardgröße entschieden, die mir persönlich eigentlich schon zu groß ist. Ich muss aber dazusagen, dass ich noch das iPhone 6S gewohnt bin, das ganz bequem in eine Hosentasche passt.

Beide Varianten gibt es in den Farben Silber, Space Grau, Gold und Nachtgrün und mit wahlweise 64, 256 oder 512 GB Speicherplatz. Da die Foto- und vor allem Videodateien sehr viel Speicherplatz einnehmen und man den Speicher beim iPhone leider nicht durch eine Micro-SD-Karte erweitern kann, würde ich dir mindestens die 256 GB Variante empfehlen.

Nützliches Zubehör für das iPhone 11 Pro

Das iPhone 11 Pro ist ein sehr exklusives Spielzeug, für das man eine Menge Geld hinblättern muss. Daher sollte es selbstverständlich sein, das Gerät zu gut wie möglich zu schützen. Gadgets, wie ein Smartphone-Stativ oder ein Selfiestick erweitern außerdem die kreativen Möglichkeiten.

iPhone Hüllen

Das absolute Minimum ist eine stoßsichere Hülle, um das iPhone bei Stürzen (die unweigerlich irgendwann passieren) zu schützen und Kratzer zu vermeiden.

Schutzfolien

Apple wirbt zwar mit dem härtesten Glas, das je in einem Display verbaut wurde, trotzdem schütze ich meinen Bildschirm zusätzlich mit einer Panzerfolie. Auch, weil für die Reparatur von Displayschäden gleich mehrere Hundert Euro fällig werden!

Smartphone-Stativ

Die Kamera des neuen iPhone 11 Pro ist sehr mächtig. Um neue Features wie die Langzeitbelichtung voll ausnutzen zu können, empfiehlt sich die Nutzung eines Stativs für dein Smartphone. So vermeidest du Verwackler und nimmst Bilder von höchstmöglicher Qualität auf. Alternativ kannst du auch nur einen Adapter für dein vorhandenes Stativ bestellen!

Selfiesticks & Gimbals

Wer gerne Selfies von sich und vor allem Gruppen knipst, wird um die Anschaffung eines Selfiesticks nicht herumkommen. Am besten kaufst du dir eine Stange, die sich auch in ein Stativ umfunktionieren lässt. Das spart Platz im Gepäck und natürlich Kosten.

Ein stabilisierendes Gimbal ist dann für dich interessant, wenn du dein Smartphone hauptsächlich für Videos verwenden willst. Man muss allerdings ehrlich sagen, dass die interne Bildstabilisierung des iPhone 11 Pro schon so gut ist, dass ein Gimbal in vielen Situationen gar nicht notwendig ist.

Das neue iPhone 11 Pro Kamerasystem im Test: Die Objektive

iPhone 11 pro Kamerasystem Unterschiede
Hier siehst du den unterschiedlichen Blickwinkel der drei verbauten Linsen

Wie bereits erwähnt sind in dem neuen iPhone 11 Pro erstmals 3 Kameras verbaut. Dank der drei Linsen mit unterschiedlichen Brennweiten vom Ultraweitwinkel bis zum leichten Tele erreicht man einen 4x optischen Zoombereich und kann Fotos aus nie dagewesenen Perspektiven schießen. Wie das aussieht siehst du auf dem Bild oben.

iPhone 11 Pro Kamera Test
Auf diesem Bild siehst du wie du stufenlos zwischen den 3 Kameras wechseln kannst

Der Übergang zwischen den drei Kameras ist dank aufwendiger Kalibrierung fließend möglich. Dies wird durch eine komplizierte Software und einen sehr leistungsstarken Chip ermöglicht. Tipp: Zoome, wenn möglich, immer auf den vollen Wert (0,5, 1 oder 2), denn die Abstufungen dazwischen werden mit dem digitalen Zoom errechnet, der von der Abbildungsqualität deutlich schlechter als der optische Zoom ist! Das gilt besonders für Fotos, die du später ausdrucken möchtest!

iPhone 11 Pro Kamera mit Ultraweitwinkelobjektiv

iPhone 11 pro Ultraweitwinkellinse
Die neue Ultraweitwinkellinse erlaubt ganz neue Perspektiven

Die vermutlich spannendste Linse des neuen Kamerasystems ist das Ultraweitwinkelobjektiv. Durch das weite Blickfeld von 120° sind mit dieser Linse wirklich außergewöhnliche Perspektiven möglich. Die Kamera verfügt über eine Brennweite von 13 mm und einen 12 MP Sensor. Speziell in der Landschafts-, aber vor allem auch in der Architekturfotografie, gelingen durch den weiten Bildausschnitt großartige Aufnahmen. Vor allem mit entsprechendem Vordergrund (siehe Bild oben die Pflastersteine) spielt dieses Objektiv seine Stärken aus.

Zwar sieht man bei genauem Hinsehen leichte Verzerrungen am Rand und auch die Schärfe nimmt in den äußeren Bildbereichen deutlich ab, dieses Problem kennt man aber auch von anderen Weitwinkelobjektiven. Einziger wirklicher Wehrmutstropfen: Die Blende dieses Objektivs beträgt „nur“ f/2,4. Damit ist es etwas lichtschwächer, als die anderen beiden verbauten Linsen, was sich auf die Bildqualität bei schlechtem Umgebungslicht auswirkt. Da auch der Nachtmodus leider nicht mit dieser Linse funktioniert, eignet sich das Ultraweitwinkel nicht so gut für Aufnahmen in der Dunkelheit.

iPhone 11 Pro Kamera mit Weitwinkelobjektiv (Standardlinse)

Die Standardlinse des iPhone 11 Pro verfügt über 26 mm Brennweite, eine Blende von f/1,8 und ebenfalls einen 12 MP Sensor. Die beste Performance liefert die Kamera des iPhone 11 Pro natürlich unter optimalen Lichtbedingungen wie Tageslicht. Durch die höhere Lichtstärke und auch die höhere maximale ISO von 3200 (vs. 2000 bei Ultraweitwinkel und Tele) sowie dem neuen Nachtmodus gelingen mit diesem Weitwinkelobjektiv aber auch bei schwachem Licht ganz passable Fotos. Wie gut Nachtaufnahmen mit dem iPhone 11 Pro wirklich funktionieren, zeige ich dir noch weiter unten.

Das Teleobjektiv des iPhone 11 Pro

iPhone 11 Pro Kamerasystem Teleobjektiv
Das iPhone 11 Pro verfügt über eine Kamera mit einem leichten Teleobjektiv

Eines der Features, dass das iPhone 11 Pro vom normalen iPhone 11 unterscheidet ist das Teleobjektiv. Zwar spricht man bei einer Brennweite von 52 mm noch nicht wirklich von einem echten Tele, immerhin handelt es sich aber im Vergleich zum Ultraweitwinkel um einen optischen 4-fach Zoom. Im Vergleich zur normalen Linse kommst du doppelt so nahe an dein Motiv ran. Du kannst es also formatfüllender ablichten und das ohne merkliche Qualitätsverluste.

Leider funktioniert beim Teleobjektiv der Nachtmodus nicht, du kannst aber mit Hilfe einer externen Kamera-App und einem Stativ bei schlechtem Licht manuell belichten und so auch schwierige Lichtverhältnisse meistern.

Fotografieren mit dem iPhone 11 Pro

iPhone 11 Pro Kamera Test
Hättest du gedacht, dass es sich bei dieser Aufnahme um ein Handyfoto handelt?

Was nützt die ganze Theorie, wenn wir uns nicht der Praxis widmen? Daher möchte ich dir ein paar Resultate meines iPhone 11 Pro Kamera Tests und verschiedene Anwendungsmöglichkeiten der Neuheiten zeigen.

Nachtaufnahmen mit dem iPhone 11 Pro

iPhone 11 Pro Kamera Test Nachtaufnahmen
Mit dem iPhone 11 Pro gelingen dir überraschend gute Nachtaufnahmen- Freihand!

Besonders begeistert hat mich der Nachtmodus des neuen iPhone 11 Pro. Das Foto vom Fernsehturm am Alexanderplatz in Berlin entstand quasi im Vorbeigehen und freihändig und dafür ist das Ergebnis wirklich beeindruckend. Um so eine Aufnahme mit meiner DSRL zu machen, müsste ich ein Stativ verwenden und eine Langzeitbelichtung von mehreren Sekunden anfertigen.

iphone 11 pro Kamera test Nachtmodus
Hier noch eine Detailansicht des Fernsehturms bei Nacht

Das iPhone berechnet die Aufnahme ganz einfach aus mehreren Fotos mit unterschiedlichen Belichtungszeiten. Und das so gut, dass sogar kleine Verwackler automatisch rausgerechnet werden. Im Endeffekt erstellt das iPhone also quasi ein HDR und übernimmt kameraintern Rauschreduzierung, Farbanpassung und Nachschärfung. Das alles passiert innerhalb von wenigen Sekunden, aber das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen.

Tipp: Wer das absolute Optimum aus dem Nachtmodus herausholen will, verwendet zusätzlich noch ein Stativ.

Freistellen/ Porträtmodus mit dem iPhone 11 Pro

Natürliche Porträts
Mit dem Porträtmodus kannst du ausdrucksstarke Porträts im Freien oder auch Indoor anfertigen

Richtig cool ist auch der Portraitmodus des neuen iPhone 11 Pro. Starke Porträts zeichnen sich normalerweise durch ein knackscharfes Motiv vor einem unscharfen Hintergrund aus. Das Motiv wird freigestellt und hebt sich fast plastisch vom Hintergrund ab. In der Fachsprache nennt man diese gewollte Unschärfe auch „Bokeh“.

Bei einer Spiegelreflexkamera ergibt sich der unscharfe Hintergrund durch die Verwendung eines lichtstarken Objektivs mit möglichst offener Blende sowie oft auch einem leichten Tele, um den Effekt zu verstärken. Beim iPhone berechnet die Software das Bokeh und das erstaunlich gut und realistisch, wie die Bilder oben zeigen. Wie bei einem „normalen“ Porträt ist es auch beim Fotografieren mit dem iPhone wichtig, dass du das Motiv etwas vor dem Hintergrund platzierst. Je größer der Abstand, desto stärker der Bokeheffekt!

iPhone 11 Pro Kamera Test Porträtmodus
Man kann den Porträtmodus auch dazu nutzen, Objekte in den Fokus zu rücken

Der Porträtmodus eignet sich aber nicht nur für Personen, sondern auch um Gegenstände in den Fokus zu rücken. „Freistellen“ nennt man das in der Fotografie. Auch dabei leistet das iPhone erstaunlich gute Arbeit, wie du auf dem Foto oben erkennen kannst. Wichtig ist hier, dass du dem iPhone durch Tippen auf die richtige Stelle sagst, wohin es den Fokus legen soll. Automatisch fokussiert es nämlich fast immer auf das Gesicht!

Das Bokeh des iPhone 11 Pro

iPhone 11 Pro Kamera Test Porträtmodus
Mit dem neuen Porträtmodus lassen sich nicht nur Portraits anfertigen, sondern auch Objekte schön freistellen

Wie bereits besprochen berechnet das iPhone im Porträtmodus ein künstliches Bokeh. Das gilt bei vielen Fotografen als verpönt, man muss aber auch ehrlich sagen, dass die Ergebnisse bis dato nie wirklich überzeugend waren. Die Kamera des iPhone 11 Pro leistet allerdings wirklich ganz erstaunliche Arbeit, wie vor allem das Bild oben von der Kirschblüte beweist. Auf den ersten Blick konnten sogar Profis das Ergebnis nicht von dem einer professionellen Kamera unterscheiden.

Test Schärfe und Unschärfe
Kaffeeauswahl im KdW in Berlin
Spiel mit Schärfe und Unschärfe
Der gewollte Einsatz von Unschärfe lenkt den Blick auf das Hauptmotiv

Der Porträtmodus macht also wirklich Spaß und fordert geradezu dazu auf, kreativ mit Schärfe und Unschärfe zu spielen. Geschickt eingesetzte Unschärfe lenkt den Blick des Betrachters und verleiht deinem Bild mehr Ausdruck und Tiefe. Ich finde es einfach genial, dass diese Technik jetzt auch mit dem Smartphone möglich ist!

Die Performance des iPhone 11 Pro bei schwierigen Lichtverhältnissen

iPhone 11 Pro Test Gegenlicht
Was das iPhone 11 Pro in schwierigen Lichtsituationen wie hier bei Gegenlicht herausholt ist beeindruckend

Bei meinem iPhone 11 Pro Kamera Test achtete ich sehr darauf möglichst viele Fotografiesituationen abzubilden. Eine klassische Herausforderung in der Fotografie sind schwierige Lichtverhältnisse wie Gegenlicht oder schlechte Beleuchtung in Gebäuden. Das neue iPhone meistert auch diese Challenge mit Bravour, was nicht zuletzt an der Funktion „Smart HDR“ liegt. Diese bewirkt, dass das iPhone in Situationen mit hohem Kontrast, wie zum Beispiel das Gegenlichtbild oben, beim Auslösen mehrere Fotos aufnimmt und diese innerhalb von Sekundenbruchteilen zusammenrechnet.

Das sorgt für mehr Details in den hellen und dunklen Bereichen sowie mehr Dynamik in deinen Bildern- ganz ohne Nachbearbeitung!

Beispiel Tele und schlechtes Licht
Die Kombination aus Tele und schlechtem Licht – Freihand!

Eine noch größere Herausforderung als hohe Kontraste sind schlechtes Umgebungslicht oder gar Dunkelheit. Um die Leistung des iPhones in diesen schwierigen Situationen zu verbessern, gibt es den Nachtmodus. Dieser funktioniert aber nur mit der standardmäßigen Weitwinkelkamera. Dass die Performance bei schlechtem Licht auch ohne Nachtmodus nicht zu verachten ist, beweist das Foto aus der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche.

Langzeitbelichtungen mit dem iPhone 11 Pro

iPhone 11 Pro Langzeitbelichtung
Mit dem iPhone 11 Pro sind auch Langzeitbelichtungen bei Tag möglich

Ich bin ein absoluter Fan von Langzeitbelichtungen bei Tag. Das Fotografieren mit Graufilter zählt zu meinen liebsten Spielereien in der Landschaftsfotografie und ich könnte mich wirklich stundenlang bei Gewässern aufhalten, um sie mit Filtern aufwändig in Szene zu setzen. Auf das neue iPhone 11 Pro kannst du zwar keine Filter schrauben, aber die Software-Ingenieure haben auch hier ganze Arbeit geleistet. So kannst du nun quasi mit einem Klick atemberaubende Landzeitbelichtungen erstellen und das mit ein bisschen Übung sogar Freihand ohne Stativ!

iPhone 11 Pro Effekte
Hier siehst du die Effekte, die aus einem „Live-Foto“ erstellt werden können

Wie das geht? Dazu musst du zuerst mit ruhiger Hand das Foto im „Live-Modus“ aufnehmen und danach die fertige Aufnahme nach oben wischen. Nun kannst du aus verschiedenen Effekten wählen und unter anderem auch eine Langzeitbelichtung erstellen. So kreierst du quasi auf Knopfdruck den verträumten Weichzeichner-Effekt bei fließenden Gewässern.

Sind Tierfotos mit dem iPhone 11 Pro möglich?

Kamera Test iPhone 11 Pro Tiere
Knackscharf hebt sich die Katze vom dank Portraitmodus unscharfen Hintergrund ab

Ich bin selbst eine begeisterte Tierfotografin. Natürlich war ich neugierig, wie sich das neue iPhone 11 Pro in der Tierfotografie schlägt und habe deshalb Nachbars Katze und ein paar Enten im Park als Models verpflichtet. Die Ergebnisse können sich meiner Meinung nach durchaus sehen lassen. Durch die Anwendung des bereits oben beschriebenen Portraitmodus, der ein künstliches Bokeh errechnet, lassen sich wirklich ausdrucksstarke Bilder anfertigen.

iPhone 11 Pro Kamera Test Katze
Nachbars Katze gab ein tolles Model

Einzige Voraussetzung: Das Motiv sollte sich so wenig wie möglich bewegen und keine oder nur eine geringe Fluchtdistanz aufweisen. Sprich, du solltest möglich nah an dein Motiv herankommen können. Bei Haustieren ist das normalerweise kein Problem, aber in der Wildtierfotografie sieht das schon anders aus. Um wilde Tiere in der Natur entsprechend in Szene setzen zu können, benötigt man lange Brennweiten von 300 mm oder mehr. So kannst du den durch die natürliche Scheu erforderlichen Abstand zum Objekt der Begierde kompensieren.

Tierfotografie mit dem Smartphone Enten
Enten im Park sind normalerweise an Menschen gewöhnt und daher problemlos mit dem iPhone abzulichten

Auch wenn das iPhone 11 Pro mittlerweile ein leichtes Teleobjektiv verbaut hat und zusätzlich sogar über einen digitalen 10x Zoom verfüg, stößt es hier an seine Grenzen. Das leichte Tele mit 52 mm ist immer noch viel zu kurz, um damit zum Beispiel auf Safari fotografieren zu können und beim digitalen Zoom leidet die Qualität enorm.

Ich würde dir das iPhone 11 Pro daher nicht als Hauptkamera empfehlen, um damit mir mir auf meine Fotoreise nach Tansania zu kommen, aber zum Ablichten deines Haustieres ist es definitiv gut zu gebrauchen. Speziell durch die Anwendung des Portraitmodus entstehen wirklich starke Aufnahmen, die sich kaum von den Ergebnissen mit einer Spiegelreflex- oder Systemkamera unterscheiden.

Kann ich mit dem iPhone 11 Pro RAW-Fotos aufnehmen?

Es gibt wenig, das mich am neuen iPhone 11 Pro ärgert. Doch die Tatsache, dass es nicht möglich ist mit der Standardkamera Fotos im RAW-Format aufzunehmen gehört definitiv dazu. Da verbaut man so ein tolles Kamerasystem, aber gibt den Nutzern nicht die Möglichkeit wirklich alles aus ihren Bildern herauszuholen. Grund für diesen Fauxpas ist mit Sicherheit Apples ausgeprägter Hang zur Simplizität. Egal ob Macbook, iPad oder iPhone, bei allen Produkten stehen die einfache Handhabung und die intuitive Anwendung im Vordergrund. Eine RAW-Datei, die erst entwickelt werden muss, um das volle Potenzial zu entfalten, passt offenbar nicht ins Konzept der Apple Produktmanager.

Zum Glück gibt es Abhilfe für dieses Problem, und zwar in Form einer „externen“ Kamera-App. Es gibt mehrere Anbieter von Kamerasystemen, die es ermöglichen manuelle Einstellungen vorzunehmen und die Fotos (auch) als RAW-Datei abzuspeichern. Empfehlen kann ich dir die Apps Halide und Pro Cam 7. Mit diesen kannst du nicht nur Bilder im RAW-Format aufnehmen, sondern wie erwähnt deine Fotos auch manuell belichten. Zwar lässt sich die Blende des iPhone 11 Pro nicht verstellen, sehr wohl aber der ISO-Wert und die Belichtungszeit.

Tipps für die Bildbearbeitung mit dem iPhone 11 Pro

iPhone 11 Pro interne Bildbearbeitung
Schon ein paar Klicks in der internen Bearbeitungssoftware lassen dein Foto anders wirken

Ich bearbeite meine Bilder normalerweise mit Adobe Lightroom. Auch alle in diesem Artikel veröffentlichten Bilder sind einmal durch Lightroom gelaufen, um sie für die Webseite zu komprimieren und kleinere Korrekturen wie Ausrichtung und perspektivische Verzerrungen zu korrigieren.

Allerdings ist auch das interne Bildbearbeitungsprogramm des iPhone 11 Pros schon sehr ausgereift. Oben siehst du, wie das Foto mit wenigen Klicks an Strahlkraft gewinnt und korrekt ausgerichtet wird. Wenn du Lust hast, kannst du aber viele Kanäle noch manuell nacharbeiten. Belichtung, Schatten, Lichter, Kontrast, Sättigung und Schärfe sind nur ein paar der Parameter, die du direkt im iPhone anpassen kannst. Dazu wählst du einfach das Bild aus und klickst rechts oben auf „bearbeiten“. Alterativ stehen dir auch vorgefertigte Filter – von denen ich persönlich kein Fan bin – zur Verfügung, die dein Bild mit nur einem Klick wärmer, kühler oder farbintensiver machen.

Tipp: Solltest du Adobe Photoshop und/ oder Lightroom nutzen, kannst du mit deinem Benutzerkonto natürlich auch die zugehörigen Apps Photoshop Express und Adobe Lightroom Foto Editor verwenden.

Wie gut ist die Videoqualität des iPhone 11 Pro?

Wie ihr wisst bin ich alles andere als ein Videograf. Meine Videos beschränken sich zumeist auf kurze Sequenzen für meine Instagram-Stories oder Erinnerungen für die Daheimgebliebenen. Allerdings möchte in Zukunft gerne auf meinen Fotoreisen auch Videos machen, um den potenziellen Teilnehmern noch bessere Eindrücke vermitteln zu können. Und dafür eignet sich das iPhone 11 Pro perfekt. Es zeichnet 4k Videos mit 60 fps (frames per second) und interner Videostabilisierung auf. Besonders die interne Stabilisierung ist wirklich fantastisch, so dass der Gebrauch eines Gimbals in den meisten Situationen völlig unnötig ist.

Außerdem kannst du die interne Bildbearbeitung nicht nur für Fotos, sondern auch für deine Videos nutzen. So kannst du dein Video mit wenigen Klicks beschneiden, farblich verbessern oder sogar Filter hinzufügen.

Was kostet das iPhone 11 Pro?

Wie alle Apple Produkte ist auch das iPhone 11 Pro kein Schnäppchen. Die Preise starten bei knapp über 1.100 € für das Basismodell mit 64 GB. Wie bereits erwähnt, sind 64 GB Speicherplatz aber für so ein leistungsstarkes (und nicht erweiterbares) Gerät nicht sehr viel. Ich empfehle dir deshalb mindestens die Version mit 256 GB zu kaufen. Ob sich der Aufpreis für das größere „Max“ Modell lohnt, ist genauso wie die Farbwahl Geschmackssache. Mir persönlich ist das große iPhone zu klobig und unhandlich, daher habe ich mich für das iPhone 11 Pro mit 256 GB entschieden.

Wie beim Kamerakauf macht es auch beim iPhone Sinn, in einen Laden zu gehen und das Gerät in die Hand zu nehmen. Falls du Geld sparen möchtest, kannst du dir auch das normale iPhone 11 ansehen. Es verfügt nicht über das Teleobjektiv mit 52 mm Brennweite, hat einen deutlich kontrastärmeren Bildschirm und nur eine einfache Bildstabilisierung. Ob dir diese Features wirklich abgehen bzw. ob sie dir den doch recht gesalzenen Aufpreis von 350 € wert sind, kannst nur du alleine entscheiden. Ich persönlich vermute mal, dass 90% aller Nutzer auch mit dem deutlich günstigeren Standard-iPhone sehr glücklich werden.

Wo kann ich das iPhone 11 Pro günstig kaufen?

Apple ist für deine strikte Preispolitik bekannt. Nachlässe gibt es kaum und die Preise orientieren sich immer stark am UVP. Deshalb wirst du auch auf diversen Vergleichsseiten keine großen Abweichungen zwischen den Anbietern finden. Um den aktuellen Bestpreis in Österreich zu finden, nutze ich persönlich gerne das Vergleichsportal Geizhals. Deutlich günstiger (und nachhaltig) ist die Anschaffung eines generalüberholten Produkts. Diese findest du zum Beispiel auf refurbed.at oder auch in den offiziellen Apple Stores.

Fazit: Ist das iPhone 11 Pro eine echte Alternative zur DSLR oder DSLM?

Blick auf Berlin mit dem Smartphone
Blick auf Berlin fotografiert mit dem iPhone 11 Pro

Als ich Anfang März nach Berlin flog hatte ich nur das iPhone 11 Pro im Gepäck. Es war das erste Mal seit langem, dass ich ohne meine geliebte DSRL verreist bin und mein Fazit fällt trotz anfänglicher Bedenken sehr positiv aus. Mit dem iPhone 11 Pro ist Apple wirklich ein Meisterstück gelungen, das das Mitschleppen einer schweren DSRL in vielen Situationen unnötig macht. Wer seine Fotos hauptsächlich für das Internet verwendet und ab und zu Mal ein Fotobuch druckt, braucht sich im Hinblick auf die Qualität keine Sorgen machen. Die 12 MP Kameras reicht sogar locker aus, um deine Fotos im A3 Format an die Wand zu hängen.

Durch die neue Ultraweitwinkelkamera, den intelligenten Portraitmodus und den überraschend guten Nachtmodus ergeben sich außerdem ganz neue fotografische Möglichkeiten. Vergleichbare Aufnahmen lassen sich mit einer Spiegelreflex- oder Systemkamera oft nur mit viel Aufwand und dem Einsatz von zusätzlichem Equipment – Stichwort Wechselobjektive, Stativ, Filter – erstellen.

Viele Fotografen schätzen aber auch genau diese Arbeit. Also das Einstellen, Berechnen, Ausrichten und Experimentieren. Auch für mich ist Fotografie ein Handwerk und ich spiele gerne mit den Möglichkeiten, die mir meine Spiegelreflexkamera bietet. Auch in fotografisch höchst anspruchsvollen Situationen, wie der Fotografie von Wildtieren, dem Einfangen des Nachthimmels oder in der professionellen Landschaftsfotografie kommst du auch in Zukunft um den Einsatz einer „echten“ Kamera nicht herum.

Nichtsdestotrotz ist das neue iPhone 11 Pro auch für mich als Fotografin ein äußerst gelungenes Produkt, das meine Ausrüstung sinnvoll ergänzt und in Zukunft gerade bei Kurztrips mit leichtem Gepäck vermehrt zum Einsatz kommen wird.


Offenlegung: Dieser Beitrag enthält Werbung für das iPhone 11 Pro. Der Inhalt des Testberichts und meine persönliche Meinung wurden dadurch nicht beeinflusst. Weitere Infos: www.trusted-blogs.com/werbekennzeichnung

Hinweis: Das Gerät habe ich selbst bezahlt!

Hat dir dieser Artikel gefallen?

12 Tipps für bessere Reisefotos E-BookUm keine Infos zu verpassen, folge mir auf Facebook, Twitter, Pinterest und Instagram. Alternativ kannst du meinen Blog auch auf Bloglovin' oder via RSS Feed abonnieren!

Möchtest du meine Reiseberichte und Fototipps direkt in deine Mailbox erhalten? Melde dich jetzt für meinen kostenlosen Newsletter an und erhalte 4-6 Mal pro Jahr eine Extraportion Reiselust, spannende Fototipps und exklusive Infos zu meinen Projekten.

Zusätzlich erhältst du als Dankeschön für deine Anmeldung gratis Zugriff auf das neue E-Book "12 Tipps für bessere Reisefotos"!




Dir gefällt dieser Beitrag? Dann teile ihn doch!
Autor

Hat 1 Jahr in Mexiko gelebt, ist solo durch Neuseeland & Australien gereist und war im Overlander im südlichen Afrika unterwegs. Lisa liebt Abenteuer- und Aktivreisen, spannende Herausforderungen und ist dabei immer auf der Suche nach dem perfekten Fotomotiv. Dafür schleppt sie auch gerne ihre gesamte Kameraausrüstung auf einen Berg.

Schreibe ein Kommentar