Patagonien ist ein Highlight für sich. Und sind wir uns ehrlich, meine Tour hat mir wohl nur einen kleinen Einblick in das gegeben, was Patagonien wirklich ausmacht. Ich habe vermutlich gerade mal an der Oberfläche gekratzt und ich bin mir sicher, dass da noch viel mehr ist, was es zu entdecken und bestaunen gibt, sich aber im Rahmen einer 15-tägigen Rundreise einfach nicht unterbringen ließ.

Daher ist es unheimlich schwierig Patagonien Highlights oder Must-Sees zu definieren, denn eigentlich lautet meine Empfehlung: Flug buchen, hinfahren und selbst erleben! Denn auch das beste Foto wird der tatsächlichen Schönheit dieser Region nicht einmal ansatzweise gerecht. Man muss Patagonien mit eigenen Augen gesehen haben, um die Faszination zu verstehen, die es ausmacht.

Trotzdem möchte ich dir meine drei persönlichen Höhepunkte der Reise natürlich nicht vorenthalten.

Hier kommen also nun meine absoluten Patagonien Highlights. Orte, die mich auf eine ganz besondere Weise berührt haben und mit Sicherheit immer einen speziellen Platz in meinem Herzen haben werden.

Patagonien Highlight #1: Wandern in El Chaltén

Ein Abstecher nach El Chaltén in Argentinien sollte auf keinen Fall auf deiner Must-See Liste für Patagonien fehlen. Das beschauliche und noch relativ junge Städtchen ist Dreh- und Angelpunkt für Trekkings und Wanderungen im Nationalpark und gilt somit als das Wandermekka in Argentinien.

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Das beschauliche Städtchen El Chaltén

El Chaltén ist eine zusammengewürfelte Ansiedlung aus bunten Holzhäuschen mit einer Hauptstraße und einfacher Infrastruktur, die im Grunde aus einer Tankstelle, zwei halbleeren Supermärkten und einem Geldautomaten (auf den man sich nicht verlassen sollte) besteht.  Es liegt noch ein Hauch von Aussteiger-Touch über der Stadt, auch wenn der Tourismus mittlerweile Überhand genommen hat. Das Örtchen El Chaltén verdankt seine Existenz ausschließlich den von weit hergereisten Besuchern, was bedeutet, dass es hauptsächlich aus Lokalen besteht, wo hungrige Wanderer verköstigt werden, sowie aus völlig überteuerten Outdoorshops, wo schlecht ausgerüsteten Touristen mit horrenden Preisen das Geld aus der Tasche gezogen wird.

Per se also nicht unbedingt spannend, die Ausgangslage für Wanderungen und unvergessliche Eindrücke ist allerdings optimal. In El Chaltén konnten wir einen  ersten Eindruck der wilden, ungezähmten Natur und der spektakulären Kulisse Patagoniens gewinnen. Immer im Blickfeld, das gewaltige Massiv des Cerro Torre mit dem beeindruckenden Berg Fitz Roy mittendrin.

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Cerro Torre Massiv mit Fitz Roy

Um einen ungetrübten Blick auf das atemberaubende Panorama werfen zu können, empfiehlt es sich mehrere Tage vor Ort zu verbringen, da sich der Fitz Roy nur zu gerne hinter einen dicken Wolkendecke versteckt. Nicht von ungefähr kommt daher sein Name in der Sprache der Ureinwohner: „El Chaltén“, zu Deutsch „rauchender Berg“, der dann auch namensgebend für die an seinem Fuße entstandene Stadt war.

Das bekannteste Trekking rund um El Chaltén führt dich direkt von der Stadt zur „Laguna de los Tres“. Dieser Viewpoint zählt – zu Recht – zu den bekanntesten Fotomotiven Patagoniens. Auch wenn der Aufstieg, speziell auf dem letzten Kilometer, hart ist, kann ich dir nur empfehlen durchzubeißen und dich bis zur Spitze hochzukämpfen. Deine Mühen werden mit einem atemberaubenden Ausblick auf das Panorama des Cerro Torre und die davorliegende, unwirklich blaue Lagune belohnt!

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Laguna de los Tres, Fitz Roy

Wer etwas mehr Zeit hat kann noch ein Stückchen weiter wandern und wird etwas versteckt hinter dem Geröllhügel auf der linken Seite eine zweite Lagune und einen kleinen Wasserfall vorfinden. Nicht minder schön als die Erste und etwas weniger überlaufen, da die meisten Besucher sich mit der Aussicht vom ersten Viewpoint begnügen.

Wer diese Aussicht bei Sonnenschein genießen will, sollte unbedingt mehrere Tage vor Ort verbringen, um möglichst flexibel zu sein. Auch wir hatten uns ein zweites Mal auf den Weg zur Lagune machen müssen, nachdem wir den ersten Versuch wegen schlechtem Wetter abbrechen mussten.

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Mirador Río de las Vueltas

Auf dem Weg zur Laguna de los Tres passierst du noch weitere Viewpoints, wobei der „Mirador Río de las Vueltas“ und der Aussichtspunkt „Fitz Roy“ zu den bekanntesten zählen.

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Der Aussichtspunkt Fitz Roy. Wer besseres Wetter möchte, muss sich in Geduld üben.

Für die Wanderung zur Laguna de los Tres solltest du mindestens 8 Stunden einplanen. Wer Pausen machen möchte, gerne fotografiert und die zweite Lagune besuchen möchte, lieber 10 Stunden. Laut Plan ist die Gesamtstrecke ca. 21 km lang. Allerdings schienen mir die argentinischen Kilometer im Vergleich zu den heimischen verhältnismäßig lang und auch meine Mitreisenden waren sich sicher, dass wir weit mehr gewandert waren, als laut Plan vorgesehen. Mein Iphone z.B. meinte, dass es knapp 30 Kilometer waren, die wir insgesamt unterwegs gewesen waren, aber auch diese Daten sind ja bloß grob geschätzt.

Patagonien Highlights: Wanderung Laguna de los Tres
Immer wieder bieten sich atemberaubende Fotomotive an! Nimm dir also genug Zeit für die Wanderung!

Der Großteil der Wanderung ist moderat und nicht besonders anstrengend, der letzte Kilometer zur Lagune hat es allerdings in sich. Eine Reihe von Warnschildern stehen vor dem Aufstieg und weisen die Wanderer auf mögliche Gefahren und die Voraussetzungen für die Begehung hin.

Aufstieg Laguna de los Tres
Ein Warnhinweis läutet den Aufstieg zur Laguna de los Tres ein

Über 400 Höhenmeter müssen auf dieser kurzen Distanz absolviert werden. Der Untergrund ist lose und rutschig und zum Teil müssen natürliche Stufen aus Gesteinsbrocken erklommen werden. Schwindelfreiheit, Trittsicherheit und gutes Schuhwerk sind unbedingt notwendig, um den Aufstieg und vor allem aber auch den Abstieg sicher und ohne Schwierigkeiten absolvieren zu können!

Patagonien Highlights Aufstieg Laguna de los Tres
Am Weg zur Laguna de los Tres entschädigen dich bombastische Aussichten für die Mühen

Tipp: Bleibe zwischendurch einmal stehen und genieße die Aussicht. Das Panorama ist wirklich atemberaubend, denn du überblickst das ganze Tal und kannst bei Schönwetter sogar bis in die patagonische Steppe hinein sehen!

Patagonien Highlights: Laguna de los Tres,
Die letzten Meter, bevor dir die unwirkliche blaue Lagune zu Füßen liegt

Bei Schlechtwetter ist der Aufstieg nicht zu empfehlen! Starker Wind und Schneefall auch im Sommer können nicht nur unangenehm, sondern höchst gefährlich werden. Informiere dich am besten im Besucherzentrum über die Wettervorhersage und die Beschaffenheit der Wege, aber habe immer im Hinterkopf, dass das Wetter in Patagonien extrem schnell umschlagen kann. Im Zweifel verlasse dich auf deinen gesunden Menschenverstand!

Patagonien Highlights
Am ersten Tag machten uns Nebel, Regen und starker Wind einen Strich durch die Rechnung!

Wir haben die Wanderung am ersten Tag auch abgebrochen und sind stattdessen auf einem Rundweg nach El Chaltén zurückgekehrt. Am zweiten Tag unseres Aufenthaltes war das Wetter deutlich besser, so dass wir einen weiteren und am Ende auch erfolgreichen Versuch starten konnten, die Laguna de los Tres zu erklimmen!

Patagonien Highlights El Chaltén
Wir kehrten stattdessen über einen Rundweg nach El Chaltén zurück

Weitere empfehlenswerte Wanderungen in und um El Chaltén:

Wer mehr als 2 Tage Zeit hat, findet in und um El Chaltén noch viele weitere Wanderung, die das Herz eines jeden Outdoor-Fans höher schlagen lassen.

„Mirador de los Condores“ und „Las Aguilas“

Wer es nach dem anstrengenden Trekking zur Laguna de los Tres gemütlicher angehen will, kann den „Mirador de los Condores“ und „Mirador las Aguilas“ in Angriff nehmen. Der Wanderweg startet beim Besucherzentrum und führt gut ausgeschildert hoch zu einem Aussichtspunkt, der eine tolle Rundumsicht auf das Tal und die Berge am Horizont bietet. Wie es der Name verspricht, lassen sich auch die majestätischen Kondore gerne blicken. Unsere Mitreisenden, die auf den zweiten Anlauf zur Laguna de los Tres verzichtet hatten, konnten von diesem Aussichtspunkt einige Kondore beobachten. Nach weiteren 15 Minuten erreichst du den „Mirador las Aguilas“, der dir eine grandiose Sicht über die patagonische Steppe bietet.

„Loma del Pliegue Tumbado“

Diese Wanderung wäre unsere Wahl für den zweiten Tag gewesen, wenn wir es beim ersten Versuch zur Laguna de los Tres geschafft hätten. Leider mussten wir uns dann entscheiden und konnten diesen Trek nicht mehr unterbringen, da wir zeitlich doch sehr limitiert waren.

Bei dieser Wanderung handelt es sich ebenfalls um einen ziemlich anspruchsvolles Trekking, das man nur mit ausreichend Fitness und guter Ausrüstung in Angriff nehmen sollte. An die 1000 Höhenmeter wollen auf einer Distanz von etwa 10 Kilometern (One-Way)  überwunden werden.

Bei gutem Wetter offenbart die Wanderung spektakuläre Aussichten auf das Massiv des Cerro Torre. Stichwort „gutes Wetter“: Ich habe mit einem lokalen Guide gesprochen und dieser riet mir, diese anstrengende Wanderung wirklich nur bei ausgezeichnetem Wetter in Angriff zu nehmen, da sich die Mühen bei Wolken und Nebel, wenn das Panorama verhangen ist, kaum lohnen! Dieser Trek lebt von der Aussicht, die er bei klarem Wetter bietet!

Für die Wanderung solltest du 7 bis 8 Stunden einplanen. Teilstücke sind sehr exponiert, das birgt einerseits die Gefahr, dass du dich bei Sonnenschein verbrennst (ein Sonnenschutz mit hohem LSF gehört unbedingt in den Tagesrucksack und regelmäßig neu aufgetragen) und andererseits kann der Wind auf den baumlosen Hochebenen sehr unangenehm bis gefährlich werden.

Diese Wanderung zählt nicht zu den Standard-Trekkings rund um El Chaltén (auf der offiziellen Seite der Stadt ist sie nicht einmal erwähnt), weshalb sie im Vergleich zur Tour zur Laguna de los Tres viel weniger überlaufen ist. Wer Ruhe und Natur pur, sowie atemberaubende Bergpanoramen sucht und körperliche Anstrengungen nicht scheut, dürfte auf dieser Wanderung sehr glücklich werden.

Loma del Pliegue Tumbado steht definitiv auf meiner Bucket-Liste für den mit Sicherheit folgenden nächsten Besuch in Patagonien! Dann wird es natürlich auch Fotos geben, um diesen Bericht zu ergänzen.

Einen ersten Eindruck kannst du einstweilen auf dem Blog von Jana gewinnen, die die Wanderung im Jänner absolviert hat!

Weitere Tipps für El Chaltén:

  • Offizielle Homepage für Infos und Aktivitäten
  • Es gibt täglich mindestens zwei Busse von El Calafate nach El Chaltén. In der Hauptsaison zwischen Oktober und April wird normalerweise eine dritte Fahrt zu Mittag hinzugefügt. Die aktuellen Fahrpläne kannst du dieser Seite entnehmen. Die Fahrt selbst dauert etwa drei Stunden und kostet 450 ARG Pesos (ca. 27 €) One-Way! Laut meinen Informationen stoppt der morgentliche Bus von El Chaltén nach El Calafate auf dem Weg in die Stadt auch beim Flughafen!
  • Nimm genug Bargeld aus El Calafate mit, da der Automat nicht immer gefüllt ist
  • Snacks wie Obst und Müsliriegel am besten ebenfalls in El Calafate einkaufen, da der Supermarkt sehr elementar ausgestattet ist.
  • Kein Wanderequipment vor Ort kaufen (oder nur im Notfall), da die Preise horrend sind.
  • Meine Lokal- und Hoteltipps habe ich dir in diesem Artikel zusammengefasst

Patagonien Highlight #2 : der Perito Moreno Gletscher

Patagonien ist voll von Gletschern, speziell auf der chilenischen Seite. Nicht alle sind sie jedoch so zugänglich und vor allem so spektakulär anzusehen, wie der weltberühmte Perito Moreno Gletscher im „Los Glaciares Nationalpark“ in Argentinien. Perito Moreno ist nicht einmal der größte oder älteste Gletscher der Region und dennoch zählt er zu den am meisten besuchten Attraktionen Argentiniens.

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Der Perito Moreno Gletscher in seiner ganzen Pracht

Der Grund? Der Perito Moreno Gletscher verfügt über eine perfekte, exponierte Lage und präsentiert sich den Besuchern damit wie ein Superstar. Majestätisch, ja fast ein wenig arrogant, erhebt sich eine Front aus blauschimmernden Eismassen in einem türkisen Gletschersee vor einer schneebedeckten Bergkulisse. Das perfekte Postkarten-Motiv, vor allem, wenn man so viel Wetterglück hat wie wir!

Schon die Anfahrt zum Gletscher ist spektakulär, vor allem wenn man mit einer Tour unterwegs ist und dein Guide einen musikalischen Countdown einleitet, der just in dem Moment endet, als sich die gigantische Eisfläche zum ersten Mal hinter einer Kurve zeigt. Ein echter Gänsehaut- Moment!

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Schon die Anfahrt zum Gletscher ist spektakulär

Doch der Gletscher ist mehr, als nur ein perfektes Fotomotiv. Anders als die meisten Gletscher der Region schrumpft der Perito Moreno Gletscher nicht, sondern scheint eine perfekte Balance zwischen Masseverlust und Ausdehnung gefunden zu haben. Diese Dynamik hat auch zur Folge, dass Perito Moreno zu den aktivsten Gletschern der Welt gehört und man dort in erstaunlicher Regelmäßigkeit und auch noch aus nächster Nähe Zeuge des sogenannten „Gletscher-Kalbens“ werden kann.

Als „Gletscher-Kalben“ bezeichnet man den Vorgang, wenn riesige Eisbrocken aus dem Gletscher brechen und mit ohrenbetäubendem Getöse in den See stürzen. Es ist ein unwirklicher und faszinierender Moment, wenn die fast magische Stille durch ein tiefes, sich immer weiter steigerndes Grollen unterbrochen wird, das mit einem lauten Krachen endet, wenn das Eisstück schlussendlich in das türkise Gewässer stürzt. Ich hätte diesem Naturschauspiel wirklich stundenlang zusehen können, ohne dass mir dabei langweilig geworden wäre.

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Ein Boardwalk bietet dir die Möglichkeit, den Gletscher von verschiedenen Perspektiven aus zu betrachten

Ein 4 Kilometer langer Boardwalk bietet dir die Möglichkeit, den Gletscher von verschiedenen Seiten aus zu bewundern und im Rahmen eines Spaziergangs das Kalben aus nächster Nähe zu betrachten.

Der Weg ist gut ausgebaut und auch mit Turnschuhen oder Sandalen gut zu begehen. Bedenke aber, dass es in der Nähe des Gletschers sehr kühl sein kann- auch an warmen Tagen – und kleide dich entsprechend ein.

Patagonien Highlights Perito Moreno
Der Boardwalk ist einfach zu begehen, geeignete Kleidung ist trotzdem ein Muss!

Am Ende des Weges liegt ein Besucherzentrum mit einer mittelmäßigen Kantine und einer schlechten WLAN-Verbindung. Wer sich das sparen möchte, nimmt Proviant mit, setzt sich auf eine der zahlreichen Bänke und genießt seine wohlverdiente Mahlzeit mit Blick auf den Gletscher.

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Auf einer Bootsfahrt kommst du ganz nahe an den Gletscher heran

Sehr zu empfehlen ist auch die etwa einstündige Bootsfahrt auf dem Lago Argentino (ca. 24 US $), die dich ganz nahe an den Gletscher heranbringt. Wenn du Glück hast, kannst du das Gletscher-Kalben aus wirklich unmittelbarer Nähe erleben. Es grollt und kracht im tiefsten Inneren der Eismassen, bis sich irgendwann ein Eisstück löst und ungebremst und mit so einer Wucht in den See stürzt, dass die Ausläufer der Wellen das Boot zum Schaukeln bringen. Hier bist du mitten drinnen in einer ungezähmten Naturgewalt, die ihresgleichen sucht!

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Ausläufer des Perito Moreno Gletschers vom Boot aus

Wer sich für die Bootsfahrt entscheidet, sollte unbedingt eine Kopfbedeckung, eine gute Sonnenbrille und ausreichend Sonnencreme mit hohem LSF mitbringen. Das Wasser und das Eis reflektieren die enorme Sonneneinstrahlung noch zusätzlich und wer nicht vorsorgt, kann sich leicht verbrennen, auch an bewölkten Tagen!

Eine weitere, aber recht teure (ca. 140 € inkl. Transfer aber ohne Eintritt in den Nationalpark) Möglichkeit den Gletscher kennenzulernen ist ein Mini-Trekking auf dem Eis. Gemeinsam mit einem Führer wanderst du rund 1,5 Stunden auf dem Gletscher und kannst so die faszinierende Eiswelt mit ihren Bächen, Höhlen und Gletscherspalten in all ihrer blauen Pracht aus nächster Nähe bewundern. Für den Gletscher-Walk werden dir vom Veranstalter Steigeisen zur Verfügung gestellt, die dir besseren Halt auf der Eisfläche geben. Sicherheit hat hier oberste Priorität! Die Wanderung selber ist einfach und auch für weniger sportliche Besucher möglich.

Auch für das Eis-Trekking gilt übrigens: Sonnenschutz ist unbedingt notwendig!

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Hier kann man die Eistrekker als winzige Punkte zwischen den Eismassen erkennen!

Alle Infos und Preise zum Eis-Trekking auf dem Perito Moreno Gletscher findest du hier.

Weitere Tipps für Perito Moreno:

  • die öffentlichen Busse fahren vom Busterminal in El Calafate morgens und Mittags zum Gletscher. Erkundige dich in der Touristeninformation nach den Fahrplänen. Die Fahrtdauer beträgt ca. 1,5 Stunden. Kosten z.B. mit CAL TUR 450 ARG Pesos (ca. 27 €) hin und zurück.
  • der Eintritt in den Nationalpark ist im Transferpreis NICHT enthalten. (500 ARG Pesos, ca. 30 €) Das gilt für die öffentlichen Busse genauso wie für Touren wie z.B. das Eistrekking.
  • Die Bootstour kostet 400 ARG Pesos (ca. 24 €) und startet jede Stunde zwischen 10 und 16 Uhr von der Anlegestelle „Bajo de las Sombras“. Mehr Infos gibt es hier.
  • Das Eistrekking schlägt in der Basisversion mit 2400 ARG Pesos (ca. 140 €) zu Buche (inkl. Transfer von und nach El Calafate, aber ohne Eintritt in den Nationalpark, dieser muss noch extra bezahlt werden- siehe oben)
  • Soweit ich mich erinnern kann, gibt es innerhalb des Parks einen Shuttle-Bus, der dich von einem zum anderen Ende des Boardwalks bringt. Wir hatten unseren eigenen Bus, daher habe ich es nicht ausprobiert.

Patagonien Highlight #3: Der Torres del Paine Nationalpark

Der absolute Höhepunkt unserer Reise war ein dreitägiges Trekking im Torres del Paine Nationalpark in Chile. Wir schliefen in Zelten mitten im Park und konnten so täglich direkt nach dem Aufwachen die spektakulären Bergpanoramen genießen. Torres del Paine sollte auf jeden Fall auf deiner Liste stehen und wenn es dir irgendwie möglich ist, nimm dir ein paar Tage Zeit, übernachte im Park selbst und versuche während deines Aufenthalts so viel wie möglich zu wandern. Zumindest die Tageswanderung zu der Base de las Torres ist Pflicht!

Patagonien Highlights Torres del Paine
Der Torres del Paine Nationalpark gehört zu den schönsten Orten, die ich je gesehen habe

Wie ich bereits in meinem Artikel zur Vorbereitung und Planung deiner Patagonien-Rundreise geschrieben habe, erfordert ein selbstorganisierter Aufenthalt im Torres del Paine Nationalpark einiges an Planung und Organisation. In der Hauptsaison müssen alle Unterkünfte im Voraus gebucht werden, das betrifft nicht nur die Refugios, sondern auch die kostenlosen Campingplätze.

Patagonien Highlights Refugio Paine Grande
Auch die Zeltplätze müssen im Voraus reserviert werden! Die Kulisse beim Aufwachen ist grandios!

Trekking im Torres del Paine Nationalpark

Im Torres del Paine Nationalpark gibt es zwei bekannte Trekking Routen. Das „W-Trekking“ welches wir zum großen Teil während unseres Aufenthaltes erwanderten und den anspruchsvolleren Rundwanderweg (schließt das W-Trekking mit ein), der oft auch als „O-Trekking“ bezeichnet wird und dich auch in abgelegenere Teile des Parks führt. Für den Torres del Paine Circuit musst du mindestens 8 Tage einplanen und deine Route wirklich ganz genau planen, da die Zeltplätze und Unterkünfte limitiert und vor allem in der Hauptsaison schnell ausgebucht sind.

Patagonien Highlights Lago Grey
Die Wanderungen im Torres del Paine Nationalpark werden dir den Atem rauben

Beachte: Laut meinen Informationen wird die Anzahl der Besucher zum Wohle des Parks und der Umwelt seit Oktober 2016 reguliert. Nur noch maximal 80 Personen dürfen sich pro Tag auf den Rundwanderweg machen und jeder, der im Park übernachten will, benötigt eine Reservierung. Außerdem ist nur noch eine Nacht pro Sektor erlaubt.

Klar, dass dies wie bereits weiter oben angesprochen, einiges an Organisation erfordert und dich in deiner Flexibilität stark einschränkt. Eine zusätzlich Schwierigkeit birgt die Tatsache, dass es drei verschiedene Anbieter bzw. Plattformen für die Buchung der Unterkünfte im Torres del Paine Nationalpark gibt. Vertice und Fantastico Sur für die Refugios und Lodges, sowie die Nationalpark-Behörde CONAF für die Campingplätze. Es gibt bis dato keine Webseite, wo alle drei gemeinsam präsent sind und auch keine wirkliche Kommunikation zwischen den Anbietern. Das bedeutet, dass du dir deinen Aufenthalt mehr oder weniger mühsam zusammenstückeln musst.

Patagonien Highlights Refugio Paine Grande
Das Refugio Paine Grande wird von Vertice Patagonia betrieben

Mehr Informationen zu diesem Thema findest du in diesem Artikel. Wie genau das „O-Trekking“ abläuft und was du bei der Planung beachten musst, hat Steve auf seinem Blog im Detail zusammengefasst und beschrieben. Solltest du mit der großen Rundwanderung liebäugeln, empfehle ich dir auf seiner Seite vorbeizuschauen, da er auch gute Tipps gibt, wie man für diese Mehrtages-Wanderung am besten packt!

Für den großen „Torres del Paine Circuit“, also das O-Trekking, solltest du körperlich fit sein und keine Probleme damit haben, dein eigenes Zelt zu tragen. Diese Rundwanderung ist, anders als das W-Trekking, wo du in Refugios unterkommen kannst, nur mit Übernachtungen auf Zeltplätzen zu absolvieren. Wer Geld sparen will, trägt auch die gesamte Verpflegung für die 8 Tage mit, theoretisch kannst du aber, um Gewicht zu sparen, deine Vorräte auch bei den Refugios auffüllen. Diese Variante kommt dir natürlich deutlich teurer, da die Preise für Verpflegung und Dienstleistungen im Park horrend sind. (Kekse kosten ca. 3-4 Mal soviel wie im Supermarkt in Puerto Natales)

Patagonien Highlights W-Trekking
Wir schummeln und legen einen Teil des W-Trekkings mit dem Boot zurück, „Smart W“ nennt unser Guide das!

Wir haben auf unserer Tour mit G Adventures einen großen Teil des „W-Trekkings“ erwandert, nur den Teil zwischen Campo Italiano und Refugio Chileno ließen wir aus Zeitgründen aus und nahmen stattdessen den Katamaran wieder zurück. „Smart- W“ nannte unser Tourguide diese Variante, die trotzdem die Höhepunkte des Parks Lago und Glaciar Grey, Valle Frances und Base de las Torres beinhaltete.

Auch zum W-Trekking hat Steve einen ausführlichen Bericht geschrieben. In seinem Artikel findest du alles was du brauchst, um das „W“ auf eigene Faust zu erwandern!

Alternativ habe ich dir in einem extra Artikel (geht in den nächsten Tagen online) zusammengefasst, wie genau unser „Smart W“ ausgesehen hat. Der Vorteil von unserer Variante? Sie lässt sich bequem in drei Tagen begehen und man braucht eigentlich nur 1 Übernachtung im Nationalpark im Voraus buchen. (Refugio Paine Grande)

Eine offizielle Karte des Parks mit Touren, Routen und Unterkünften findest du hier.

Wie überlaufen ist der Torres del Paine Nationalpark?

Wenn du dich für eine Wanderung auf dem W-Trekking entscheidest muss dir klar sein, dass dies der  am stärksten frequentierte Teil des Parks ist. Auch Tagestouristen wandern meistens auf den Routen des W-Trekkings, vor allem auf dem Weg zur Base de las Torres, dem absoluten Highlight des Parks.

Patagonien Highlights Base de las Torres
Die Base de las Torres, Highlight im Torres del Paine Nationalpark

In der Hauptsaion, speziell in den Monaten Dezember und Jänner kann es hier also recht voll werden und wer die absolute Ruhe sucht, ist vermutlich fehl am Platz. Ich habe auf anderen Blogs ein paar schlimme Geschichten von überlaufenen Aussichtspunkten und rücksichtslosen Touristen gelesen, muss aber ehrlich sagen, dass ich keine derartigen Erfahrungen gemacht habe. Wir waren allerdings auch Ende Februar im Torres del Paine Nationalpark unterwegs, quasi im Übergang zur Nebensaison.

Auf der Wanderung zur Base de las Torres war es noch recht voll – aber immer noch weit entfernt von überlaufen – an den anderen beiden Tagen, als wir zum Glaciar Grey und ins Valle Frances gewandert sind, haben wir nur vereinzelt Leute getroffen und hatten die Viewpoints fast für uns alleine.

Patagonien Highlights Glaciar Grey
Mirador Glaciar Grey- weit entfernt von überlaufen

Da auch das Wetter für patagonische Verhältnisse größtenteils traumhaft war, kann ich dir Ende Februar bis Mitte März als Reisezeit nur empfehlen!

Weitere Tipps für den Torres del Paine Nationalpark

  • Der Eintritt für den Park beträgt in der Hauptsaison (Stand März 2017) 21.000 CHL Pesos (ca. 30 €) für Erwachsene.
  • Von Oktober bis April fahren täglich verschiedene Busse von Puerto Natales zum Torres del Paine Nationalpark. Die Fahrt dauert ca. 2 Stunden. z.B. mit Bus Sur um 15.000 CHL Pesos (ca. 22 €) hin und retour. Vom Eingang bei der Laguna Amarga gibt es Shuttle Busse, die dich zum Start des Wanderwegs zur Base de las Torres bringen. Mehr Infos gibt es hier.
  • Alternativ kannst du in Puerto Natales bei verschiedenen Anbietern Tagesausflüge buchen, das würde ich dir allerdings nur im Notfall empfehlen. Für den Torres del Paine Nationalpark solltest du dir ausreichend Zeit nehmen, um den Aufenthalt wirklich genießen zu können. Die Kosten für eine Tagestour betragen ca. 150 € (exkl. dem Eintritt in den Park). Mehr Infos findest du z.B. hier.
  • Der Katamaran zum Refugio Paine Grande kostet 28.000 CHL Pesos (ca. 40 €) und wird an Board bezahlt. Ich empfehle dir, etwa 1 Stunde vor der Abfahrt vor Ort zu sein, um dir deinen Platz zu sichern. In der Hauptsaison fährt der Katamaran 5 Mal am Tag. Weitere Infos findest du hier.
  • Wenn du im Park übernachten möchtest, kümmere dich rechtzeitig um dein Quartier! Auch die kostenlosen Campingplätze müssen reserviert werden. Die Refugios und Lodges werden, abhängig vom Sektor, von Vertice oder Fantastico Sur betrieben. Zeltplätze reservierst du direkt bei der Parkverwaltung CONAF. Es gibt noch keine gemeinsame Buchungsplattform, die Betreiber müssen separat angeschrieben werden.
  • Wie überall in Patagonien ist das Wetter sehr unberechenbar und kann schnell umschlagen. Eine Regenhose, eine wärmende Jacke, eine winddichte Jacke, gutes Schuhwerk und eine Regenhülle für den Rucksack bzw. am besten ein Dry-Bag für Kleidung und Elektronik solltest du unbedingt dabei haben! Wenn du zeltest, benötigst du einen warmen Schlafsack mit einer Komforttemperatur von mindestens 0 Grad und ein stabiles Zelt wegen dem starken Wind!
  • Das Wasser ist von sehr guter Qualität, du kannst deine Flaschen an den Flüssen auffüllen, jedoch immer etwas abseits der Camps (stromaufwärts).
  • Der Torres del Paine Nationalpark ist teuer. 70 US $ für ein Bett ohne Laken im 6-Bettzimmer ohne Frühstück ist in der Hauptsaison normal. Wer es günstiger haben will muss zelten (ca.10- 12 US $ für den Zeltplatz). Mehr Infos zu Preisen und Planung habe ich dir in diesem Artikel zusammengefasst!
Patagonien Highlights Guanacos
Guanacos auf dem Weg zum Torres del Paine Nationalpark

Fazit: Der Torres del Paine Nationalpark ist ein absolutes Naturjuwel und birgt atemberaubende Panoramen und unberührte, traumhafte Landschaften, sowie eine Vielzahl an Tieren. Speziell die Artenvielfalt an Vögeln ist beeindruckend, aber auch Säugetiere wie Guanacos und Füchse lassen sich mit etwas Geduld aus nächster Nähe beobachten.

Ja, er ist teuer und du hast ihn nicht für dich alleine, trotzdem kann ich dir einen Besuch im Torres del Paine Nationalpark nur ans Herz legen. Für mich war er das absolute Highlight meiner Patagonien-Rundreise und ich möchte unbedingt einmal zurückkommen, um den großen Torres del Paine Circuit zu erwandern!


Das waren sie nun, die drei großen Highlights meiner Patagonien-Rundreise. Ich hoffe, dass dir das Lesen ebensoviel Spaß gemacht hat wie mir das Schreiben dieses Artikels, das viele tolle Erinnerungen an diese ganz besondere Reise zurückgebracht hat!

Warst du schon einmal in Patagonien? Lass mich in den Kommentaren wissen, was dir am besten gefallen hat, und welchen Ort ich bei meinem nächsten Besuch auf keinen Fall verpassen sollte!

Meine Patagonien- Highlights

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Autor

Hat 1 Jahr in Mexiko gelebt, ist solo durch Neuseeland & Australien gereist und war im Overlander im südlichen Afrika unterwegs. Lisa liebt Abenteuer- und Aktivreisen, spannende Herausforderungen und ist dabei immer auf der Suche nach dem perfekten Fotomotiv. Dafür schleppt sie auch gerne ihre gesamte Kameraausrüstung auf einen Berg.

4 Kommentare

  1. Super schön! Da geht dem Wanderbegeisterten das Herz auf. Ich hoffe, das ich das bald vor Ort sehen und erleben kann. Ganz liebe Grüße aus Brixen Südtirol

    • Hallo Claudia,

      Oh ja, Patagonien ist ein Traum für jeden Wanderbegeisterten! Wobei Südtirol ja auch ganz nett ist 🙂
      Ich wünsche dir jedenfalls, dass es bald klappt mit der Patagonien-Reise! Wenn du Fragen hast, kannst du dich gerne melden! Liebe Grüße Lisa

  2. Wahnsinns-Landschaft und deine Bilder sind wunderschön. Da könnte man sich im Fotografieren auch verlieren und Stunden verweilen…

    • Patagonien macht es dir auch relativ einfach mit den Motiven – sofern das Wetter passt! Ich möchte unbedingt nochmal hin und es individuell bereisen, mit mehr Zeit zum Fotografieren!

      LG

      Lisa

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