Meine Heimatstadt Wien überzeugt nicht nur mit mit wunderschönen Sehenswürdigkeiten und ihrem imperialen Flair, sondern auch mit vielen Grünflächen und Freizeitmöglichkeiten innerhalb der Stadtgrenzen. Daher überrascht es nicht, dass es in der Donaumetropole zahlreiche ausgeschilderte Wander- und Spazierwege gibt und Wandern in Wien zu den beliebtesten Freizeitmöglichkeiten zählt. Natürlich darfst du dir in Wien keine hochalpinen Touren erwarten, aber die Wanderungen eignen sich gut, um sich an einem Wochenende oder einem Nachmittag etwas Bewegung zu verschaffen und dabei auch noch ganz neue Ecken der Stadt  zu entdecken. Viele der Touren, die ich dir heute vorstellen möchte, bieten auch fantastische Ausblicke auf Wien und das vollkommen kostenlos. 

Das sind die besten Touren zum Wandern in Wien 

Die 14 Stadtwanderwege in Wien

Stadtwanderwege Wien Schild

Die bekanntesten Wiener Wanderwege sind die 14 Stadtwanderwege, die auf über 240 Kilometern in und um Wien verlaufen. Die Stadtwanderwege sind großteils gut ausgeschildert und mit öffentlichen Verkehrsmitteln leicht erreichbar. Je nach Strecke sind sie zwischen 4 und 23 Kilometer lang und dauern, abhängig vom Gehtempo, etwa 1,5 bis 6 Stunden. Ein großer Vorteil der Wiener Stadtwanderwege ist nicht nur die Beschilderung und die gute Erreichbarkeit, sondern auch die Tatsache, dass es auf allen Routen Einkehrmöglichkeiten und Bänke und Tische zur Rast gibt. Außerdem können fleißige Wanderer an den Stempelstellen ihren Wanderpass abstempeln lassen und so Wandernadeln erhalten. 

In den letzten Jahren bin ich alle Stadtwanderwege in Wien zumindest einmal gegangen und möchte sie dir daher nun kurz vorstellen. Meine persönlichen Favoriten sind übrigens die Wanderung auf den Hermannskogel, der Stadtwanderweg auf den Leopoldsberg und der Rundweg auf der Sophienalpe

Tipp: Wandern in Wien ist auch mit Hund gut möglich, mein Terriermix Speedy hat mich auf fast allen Wanderungen begleitet. Beachte allerdings, dass auf fast allen Wegen Leinenpflicht herrscht!

Stadtwanderweg 1 – Kahlenberg

Aussicht Stadtwanderweg 1
Blick vom Stadtwanderweg 1

Die vermutlich bekannteste Wanderung in Wien führt über den Stadtwanderweg 1 von Nussdorf auf den Kahlenberg. Der Kahlenberg ist vermutlich der bekannteste der drei Wiener Hausberge und auch ein beliebter Aussichtspunkt in Wien

Der Stadtwanderweg 1 startet bei der Endstation der Straßenbahnlinie D in Nussdorf und führt durch Weinberge, Wald und Wiesen hoch auf den Kahlenberg. Für die etwa 11 Kilometer lange Tour musst du mit etwa 3-4 Stunden reiner Gehzeit rechnen. Speziell im Sommer empfiehlt sich aber, etwas mehr Zeit einzuplanen, um zum Abschluss in einem Heurigen in Nussdorf einzukehren.

Start/ Ziel: Haltestelle Straßenbahnlinie D “Nussdorf”
Länge: ca. 11 km
Gehzeit: 3-4 Stunden
Stempelstelle: Josefinenhütte

Stadtwanderweg 1a – Leopoldsberg

Wandern in Wien am Leopoldsberg
Ausblick vom Leopoldsberg

Quasi parallel zum Stadtwanderweg 1 kannst du am Stadtwanderweg 1a von Nussdorf aus auf den benachbarten Leopoldsberg wandern. Der Leopoldsberg ist mein persönlicher Geheimtipp unter den Aussichtspunkten in Wien, da er mangels Infrastruktur deutlich weniger überlaufen ist als der Kahlenberg. Der Aufstieg über den Nasenweg ist ziemlich schweißtreibend, belohnt aber mit grandiosen Aussichten über Wien und die Donau. 

Oben angekommen wanderst du entlang der Wiener Höhenstraße gemütlich weiter bis zum Kahlenberg und kannst auch dort den Ausblick auf die Stadt aus einem etwas anderen Blickwinkel genießen. Achte auf die Beschilderung, denn beim Parkplatz vom Kahlenberg trennen sich die Stadtwanderwege 1 und 1a und führen jeweils auf einer anderen Route zurück nach Nussdorf. 

Tipp: Im Zuge der Wanderung am Stadtwanderweg 1a kommst du an den Buschenschänken Mayer am Nussberg und Sirbu am Nussberg vorbei. Beide kann ich dir für eine Einkehr mit regionalen Schmankerln und Wiener Wein bei herrlichem Ausblick über die Stadt sehr empfehlen! 

Start/ Ziel: Haltestelle Straßenbahnlinie D “Nussdorf”
Länge: ca. 11 km
Gehzeit: 3-4 Stunden
Stempelstelle: Josefinenhütte

Stadtwanderweg 2 – Hermannskogel

Ausblick Habsburgwarte Hermannskogel
Blick von der Habsburgwarte, der höchste Punkt am Stadtwanderweg 2

Mein persönlicher Favorit unter den Wanderungen in Wien ist der Stadtwanderweg 2, der von Sievering auf den Hermannskogel führt. Mit seinen immerhin 542 m Höhe ist der Hermannskogel der höchste Berg Wiens und ein beliebtes Ausflugsziel. Auf dem Gipfel befindet sich die Habsburgwarte, von deren Aussichtsplattform sich ein großartiger Blick auf Wien und den Wienerwald bietet. 

Die Route selbst führt durch eine abwechslungsreiche Kulisse mit Wäldern, Wiesen und zahlreichen Einkehrmöglichkeiten. Ein Highlight ist der Baumkreis am Himmel. Angelehnt an das keltische Baumhoroskop kann man hier seinen Lebensbaum entdecken oder einfach ein Picknick mit Aussicht genießen. 

Tipp: Ich empfehle dir, die Route in die entgegengesetzte Richtung zu wandern und zum Abschluss im gemütlichen Häuserl am Stoan einzukehren. Der Ausblick auf die Stadt von diesem rustikalen Wiener Wirtshaus ist wirklich atemberaubend!

Start/ Ziel: Sievering, Autobus 39A Endstation
Länge: ca. 10 km
Gehzeit: 3-4 Stunden
Stempelstelle: Gasthaus zum Agnesbrünnl

Stadtwanderweg 3 – Hameau

Wandern auf der Schwarzenbergallee in Wien
Wandern in Wien im Schwarzenbergpark am Stadtwanderweg 3

Ein wunderschöner und recht einfach zu begehender Stadtwanderweg in Wien ist der Spaziergang durch den Schwarzenbergpark Richtung Hameau. Der Schwarzenbergpark ist einer der weniger bekannteren Parks in Wien, doch er bezaubert mit seiner Lage direkt an den Ausläufern des Wienerwalds. Er war ursprünglich im Besitz des Grafen Lacy und wurde als erster englischer Landschaftsgarten in Österreich angelegt. 

Noch heute sind einige der historischen Gestaltungselemente erhalten geblieben, zum Beispiel die prachtvolle Allee, Teiche und auch eines der Häuschen, die der Graf am höchsten Punkt des Parks für seine Gäste errichten ließ. Beim Wandern durch den Schwarzenbergpark in Wien kannst du das historische Flair dieser Anlage genießen und gleichzeitig im Wienerwald dem Stadttrubel entfliehen. Es ist wirklich erstaunlich, wie viel Natur sich nur wenige Schritte von der Straßenbahnstation Neuwaldegg mitten in der Großstadt offenbart. 

Start/ Ziel: Neuwaldegg, Straßenbahn 43 Endstation
Länge: ca. 10,5 km
Gehzeit: 3-4 Stunden
Stempelstelle: Häuserl am Roan

Stadtwanderweg 4 – Jubiläumswarte

Jubiläumswarte Wien Aussicht
Die herrliche Aussicht von der Jubiläumswarte

Relativ ähnlich wie die Wanderung durch den Schwarzenbergpark präsentiert sich die Tour zur Jubiläumswarte im 16. Wiener Gemeindebezirk Ottakring. Sie führt durch den Dehnepark, der ebenfalls Teil des Wiener Waldes ist und ursprünglich ebenfalls als englischer Landschaftsgarten angelegt wurde. Heute überzeugt er mit seinem Altbaumbestand und naturnaher Atmosphäre. Er ist geprägt von Teichen, Lichtungen und sanften Hügeln sowie einer Wiese mit Obstbäumen. 

Der Stadtwanderweg 4 führt durch diesen landschaftlich sehr reizvollen Park und vorbei an Kleingartensiedlungen bis zur Jubiläumswarte. Diese Aussichtsplattform ist ein Geheimtipp unter den Wiener Aussichtspunkten. Sie geht zurück auf die Kaiser-Jubiläumswarte, die 1898 anlässlich des 50-jährigen Thronjubiläums von Kaiser Franz Joseph erbaut wurde. Diese fiel aber einem Sturm zum Opfer und wurde durch einen Eisenturm ersetzt, der nach dem 2. Weltkrieg abgerissen wurde; an seiner Stelle errichtete man die heutige Jubiläumswarte. 

31 Meter hoch, erbaut aus massivem Beton und Pfeilern aus Stahl trotzt sie Wind und Wetter und bietet Besuchern eine einmalige 360°-Aussicht auf Wien und den Wienerwald. Ich empfehle dir unbedingt, die 183 Stufen zu erklimmen, um den herrlichen Panoramablick zu genießen. Danach geht’s mit einem Abstecher über die Kreuzeichenwiese durch den Dehnepark zurück zum Ausgangspunkt. 

Start/ Ziel: Straßenbahn 49 Station Rettichgasse
Länge: ca. 7 km
Gehzeit: 2-3 Stunden
Stempelstelle: Waldschule Ottakring

Stadtwanderweg 4a – Ottakring

Stadtwanderweg 4a Ausblick
Ausblick vom Schloss Wilhelminenberg beim Wandern entlang des Stadtwanderwegs 4a

Wer den Wiener Bezirk Ottakring noch besser kennenlernen will, der wandert auf dem Stadtwanderweg 4a, der quasi eine längere Abwandlung des oben genannten Stadtwanderweges 4 ist. Diese Wanderung in Wien startet direkt bei der U3-Station Ottakring, lass dich also nicht vom allgegenwärtigen Großstadttrubel verunsichern. Auf dieser Route dauert es ein wenig, bis du Stadtlärm und Verkehr hinter dir gelassen hast und in die Natur eintauchst. 

Dann geht es auf beschaulichen Pfaden vorbei an Kleingartenhäusern und Weinreben und weiter durch den Wald bis zur Jubiläumswarte, wo der Stadtwanderweg 4a mit dem Stadtwanderweg 4 kreuzt. Achte auf die Beschilderung, damit du auf dem richtigen Weg bleibst. Dieser führt dich über die Kreuzeichenwiese und den Gemeindewald Richtung Schloss Wilhelminenberg, von wo aus du ebenfalls einen herrlichen Blick über Wien genießen kannst. 

Kurz danach lässt du die Naturidylle wieder hinter dir und wanderst durch das urbane Herz von Ottakring zurück zum Ausgangspunkt. Der Stadtwanderweg 4a verläuft im Gegensatz  zu den anderen Routen auf recht langen Teilstücken durch städtischen Raum, daher ist er nicht unbedingt geeignet für Leute, die Ruhe und Erholung im Grünen suchen. Aufgrund der vielseitigen Kulisse des multikulturellen Bezirks Ottakring und der herrlichen Aussichten ist er aber durchaus einen Besuch wert. 

Start/ Ziel: U3-Station Ottakring
Länge: ca. 10 km
Gehzeit: 2,5-3 Stunden
Stempelstelle: Waldschule Ottakring

Stadtwanderweg 5 – Bisamberg

Wandern in Wien am Bisamberg
Gute Chancen auf Tierbegegnungen hast du am Stadtwanderweg 5

Wer beim Wandern in Wien wirklich in die Natur eintauchen will und quasi Landleben innerhalb der Stadtgrenzen erleben möchte, der sollte unbedingt den Stadtwanderweg 5 am Bisamberg erwandern. Er führt vom beschaulichen Heurigendorf Stammersdorf, das besonders für seine idyllische Kellergasse bekannt ist, auf den Bisamberg. 

Aufgrund seiner exponierten Lage am nördlichen Donauufer war der 358 Meter hohe Bisamberg lange Zeit von großer strategischer Bedeutung. Mittlerweile ist der Verteidigungsgedanke längst in den Hintergrund gerückt, denn der Berg wird ausschließlich von erholungssuchenden Besuchern gestürmt. 

Die karge Landschaft des Bisambergs ist aber auch als Lebensraum von großer Bedeutung. Denn die Weingärten, Hecken und Wiesen bieten zahlreichen Tierarten einen Rückzugsort. Hasen, Rehe, Fasane und der vom Aussterben bedrohte Europäische Ziesel haben am Bisamberg eine Heimat gefunden. Besonders abends, wenn die untergehende Sonne die Stadt in ein pastellfarbenes Licht taucht, stehen die Chancen gut Wildtiere in ihrer natürlichen Umgebung beobachten und fotografieren zu können.

Zum Abschluss der Wanderung bieten sich die zahlreichen Heurigenbetriebe zur Einkehr an. Besonders hervorheben möchte ich das Weinhandwerk, ein gemütlicher, kleiner Buschenschank, der umgeben von Weinreben am Fuß des Bisambergs liegt. Die Betreiber haben hier einen naturnahen Kraftort mit einer einzigartigen Atmosphäre geschaffen. Hier kannst du mit einem Glas Wein in der Hand in der Hängematte chillen und dich an kleinen Gaumenfreuden aus Wildkräutern und Wildobst erfreuen. 

Start/ Ziel: Straßenbahn 31 Endstation Stammersdorf
Länge: ca. 10,3 km
Gehzeit: 3-4 Stunden
Stempelstelle: Magdalenenhof

Stadtwanderweg 6 – Zugberg-Maurer Wald

Föhrenwald am Zugberg
Blick in den Föhrenwald am Stadtwanderweg 6

Los geht diese ambitionierte Stadtwanderung bei der Endstation der Straßenbahnlinie 6o im pittoresken Wiener Stadtteil Rodaun. Hier links auf die Ketzergasse einbiegen und bis zur hübschen Bergkirche Rodaun laufen. Wer sich angesichts des winzigen Hügels fragt, woher die ambitionierte Bezeichnung »Bergkirche« kommt: Der Name leitete sich tatsächlich von der kleinen Anhöhe ab, auf der das bezaubernde Barockjuwel thront.

Steiler wird es erst danach, wenn es durch einen idyllischen Föhrenwald auf den Zugberg geht. Ein würzig-herber Duft hängt in der Luft und erinnert ein bisschen an Urlaub in Kroatien. Ganz in der Nähe, im früheren Rodauner Steinbruch, befindet sich übrigens die Mizzi-Langer-Wand, Wiens einziger Naturklettergarten und ein echter Geheimtipp, der mit überraschend anspruchsvollen Routen aufwartet. Klettern und Bouldern ist das ganze Jahr über kostenlos möglich, aber Vorsicht, da es keinen Betreiber gibt, erfolgt die Begehung auf eigene Gefahr.

Die Wanderung verläuft weiter bis zur Wiener Hütte, die sich perfekt für einen Boxenstopp eignet, und führt dich bis nach Breitenfurt in Niederösterreich. Den Abschluss dieser durchaus anspruchsvollen Tour bildet das Erholungsgebiet Maurer Wald, das im Sommer gerne zum Laufen und Radfahren genutzt wird. Neben Natur gibt es auf dieser Wanderung auch architektonische Highlights zu bewundern. Man passiert beispielsweise nach der Jägerwiese die 2. Wiener Hochquellwasserleitung und am anderen Ende des Waldes steht mit der Wotruba-Kirche ein weiteres, sehenswertes Bauwerk. 

Nach dem Kirchenbesuch spaziert man zum Abschluss über die Kalksburger Klause und den Promenadenweg vorbei an der Johann-Nepomuk-Kapelle wieder zurück zum Ausgangspunkt in Rodaun. Hier nimmt man entweder gleich die Straßenbahn oder kehrt auf einen Absacker in einem der zahlreichen Heurigenbetriebe ein 

Start/ Ziel: Straßenbahn 60 Endstation Rodaun
Länge: ca. 12,5 km
Gehzeit: 4-4,5 Stunden
Stempelstelle: Liesingtal Stub’n

Stadtwanderweg 7 – Laaer Berg

Wandern auf dem Wiener Stadtwanderweg 7
Überraschend beschaulich geht es auf dem Stadtwanderweg 7 am Laaerberg zu

Ganz im Gegensatz zur Wanderung auf den Zugberg steht die Runde über den Laaer-Berg im 10. Wiener Gemeindebezirk Favoriten. Die Route startet an einem der überlaufendsten Verkehrsknotenpunkte der Stadt, dem Verteilerkreis Favoriten, wo sich täglich tausende Autos in alle Himmelsrichtungen zerstreuen. Kaum zu glauben, dass es von diesem stark befahrenen Kreisverkehr aus nur ein kurzer Abstecher in die Natur ist. Sobald man jedoch den Böhmischen Prater erreicht, lässt  man Stadt und Verkehrslärm hinter sich. Der Böhmische Prater ist ein kleiner Vergnügungspark am Rand des Erholungsgebiet Laaerberg. Die Fahrgeschäfte sind teilweise fast 100 Jahre alt und versprühen einen Hauch von Nostalgie. 

Wer Lust hat, dreht eine Runde auf dem Karussell, bevor er weiter durch die Löwygrube Richtung Kurpark Oberlaa wandert. Weiter gehts vorbei an Weinreben und Feldern, von wo aus du einen Fernblick bis zum Zentralfriedhof genießt. Der Rückweg erfolgt entlang des malerischen Liesingbachs und der Per-Albin-Hansson-Straße zum Ausgangspunkt am Verteilerkreis Favoriten. Diese Wanderung in Wien ist definitiv eine der urbaner geprägten Touren, doch sie bietet vor allem auf dem Teilstück zwischen Löwygrube und Liesingbach überraschend viel Natur und Grünland. 

Lass dich von der beeindruckenden Länge von 15 Kilometern nicht verunsichern, der Weg verläuft größtenteils flach auf gut ausgebauten Wegen und ist ohne größere Anstrengungen zu begehen. 

Start/ Ziel: U1/Autobus 15A Station Altes Landgut
Länge: ca. 15 km
Gehzeit: 4-5 Stunden
Stempelstelle: Brückenwirt Biergasthaus

Stadtwanderweg 8 – Sophienalpe

Wandern auf der Sophienalpe, Stadtwanderweg 8
Blick von der Sophienalpe auf Wien

Am Rand des 14. Wiener Gemeindebezirks wartet mit dem Stadtwanderweg 8 auf die Sophienalpe eine ganz besonders schöne Tour auf euch. Sie führt euch durch den Wienerwald auf die Mostalm und über weitläufige Wiesen mit beeindruckender Fernsicht (Aussichtspunkt Franz-Karl-Fernsicht) weiter auf die Sophienalpe auf 477 m Seehöhe. 

Das Besondere am Stadtwanderweg 8  ist, dass ihr euch wirklich immer außerhalb der Stadt und inmitten der Natur bewegt. Daher eignet er sich ganz besonders gut zum Frischluft schnappen und Energie tanken im Grünen. Auch die Aussicht auf die Stadt aus einem ganz anderen Blickwinkel ist nicht zu verachten. 

Normalerweise verläuft der an sich gut ausgeschilderte Weg bei der Sophienalpe rechts hinab durch den Wald Richtung Rieglerhütte. Aktuell ist dieser Teil der Strecke aber ein forstliches Sperrgebiet, weshalb eine leider nicht sehr gut eingezeichnete Umleitung eingerichtet wurde. Das Problem ist, dass die Umleitung entgegen der eigentlichen Gehrichtung ausgeschildert wurde, sprich, sie ist gut ersichtlich, wenn du den Weg anders herum läufst als eigentlich beschrieben. Wer über die Mostalm auf die Sophienalpe wandert, muss schon bei der Franz-Karl-Fernsicht rechts abbiegen und dem Pfad durch den Wald und über die Mamsellwiese zur Rieglerhütte folgen. Nur gibt es an der Abzweigung leider kein Schild, das darauf hinweist, weshalb die meisten Wanderer dieses Teilstück wieder zurücklaufen müssen.

Sobald du die Rieglerhütte erreicht hast verläuft der letzte Abschnitt der Tour durch den wunderschönen Mischwald des Biosphärenparks Wienerwald zurück zum Ausgangspunkt. Besonders im Herbst, wenn die Blätter im warmen Licht in den schönsten Rot- und Orangetönen leuchten, ist diese Wanderung ein echtes Highlight.

Start/ Ziel: Postbus 450 Station Kasgraben
Länge: ca. 11 km
Gehzeit: 3-4 Stunden
Stempelstelle: Gasthof Mostalm

Stadtwanderweg 9 – Prater

Wiener Stadtwanderweg 9 Schild
Der Stadtwanderweg 9 verläuft durch den Wiener Prater

Der Stadtwanderweg 9, der durch den Wiener Prater führt, ist eine der ganz großen Überraschungen beim Wandern in Wien. Es gibt wohl kaum eine andere Stadt in der Welt, die direkt im Stadtzentrum über eine dermaßen weitläufige und naturbelassene Grünzone verfügt. Mit Ausnahme der wenigen Stellen, wo Autobahn- bzw. Zugbrücken den Wanderweg kreuzen, fühlt man sich beim Wandern durch den Prater in Wien wie bei einem Spaziergang in einem unberührten Waldgebiet. 

Ganz besonders hervorheben möchte ich den Abschnitt im unteren Prater, hinter dem Lusthaus. Hier hat sich der Prater seinen ursprünglichen bewahrt und lässt mit idyllischen Gewässern, verschlungenen Bäumen und versteckten Waldpfaden wahres Dschungelfeeling aufkommen. Das pittoreske Krebsenwasser rechts vom Wanderweg ist ein echtes Naturjuwel und erinnert an die ursprüngliche Auenlandschaft, die hier vor der Regulierung des Donaukanals weite Teile des Gebiets dominierte. 

Aufgrund der flachen Topographie ist die Wanderung durch den Wiener Prater trotz der Länge von 13 Kilometern ganz besonders gut geeignet für Familien mit Kindern. Außerdem lässt sie sich ganz hervorragend mit einem Besuch des gleichnamigen Vergnügungsparks oder einer Fahrt mit der Liliputbahn, verbinden. Dieser kleine Bummelzug zieht regelmäßig seine Schleifen zwischen Rummelplatz und Stadion und ist bei Groß und Klein gleichermaßen beliebt. 

Start/ Ziel: Bahnhof Praterstern
Länge: ca. 13 km
Gehzeit: 3-4 Stunden
Stempelstelle: Gösser Bierinsel

Stadtwanderweg 10 – Franz-Karl-Effenberg-Wanderweg in Donaustadt

Der Stadtwanderweg 10 in Donaustadt gehört zu den drei neueren Stadtwanderwegen, die erst seit kurzem das Wiener Wanderangebot ergänzen. Er bietet dir die Möglichkeit, den weniger bekannten und oft auch unterschätzten 22. Wiener Gemeindebezirk Donaustadt näher kennenzulernen. 

Zum Start wanderst vom Breitenleer Friedhof mit seiner hübschen Pfarrkirche über Felder, Wiesen und Äcker Richtung Rautenweg. Im Frühsommer blüht der Mohn und sorgt für Farbtupfer, im Herbst und Winter kann die Umgebung allerdings ein wenig trist wirken. Im weiteren Verlauf passierst du die Deponie Rautenweg, ihres Zeichens größte Mülldeponie Österreichs und dementsprechend nicht zu übersehen. Der Rückweg führt entlang des ausgeschilderten Rundumadum-Wanderwegs über weitläufige Felder und Wiesen zurück zum Ausgangspunkt.

Fazit: Ein kurzer und leicht zu begehender Stadtwanderweg und definitiv empfehlenswert, um eine andere Seite der sonst sehr industriell geprägten Donaustadt zu entdecken. Im Gegensatz zu vielen anderen Touren verläuft er aber ohne wirkliche Highlights vor einer landschaftlich wenig spannenden Kulisse. 

Start/ Ziel: Autobus 24A und 85A Station Breitenlee Friedhof
Länge: ca. 7 km
Gehzeit: 1,5-2 Stunden
Stempelstelle: Am Zwerchäckerweg

Stadtwanderweg 11 – Urbaner Gemeindebau-Wanderweg

Während der Großteil der Wiener Stadtwanderwege erfolgreich versucht, die grünen Seiten Wiens hervorzuheben und Stadtmenschen Erholung zu verschaffen, fokussiert sich der Stadtwanderweg 11 auf ein ganz anderes Thema: Stadtleben im berühmt-berüchtigten Wiener Gemeindebau. Ich persönlich konnte es kaum glauben, als ich zum ersten Mal von diesem Routenverlauf gelesen habe, aber der Stadtwanderweg 11 ist tatsächlich kein Scherz. 

Er führt vom Bruno-Kreisky-Park im 5. Wiener Gemeindebezirk entlang des stark befahrenen Gürtels bis zum Matzleinsdorfer Platz, wo aktuell wegen U-Bahnbau eine Großbaustelle herrscht, weiter bis nach Favoriten. Klingt nicht unbedingt ansprechend, ist es auch nicht wirklich, denn der Wiener Gürtel zählt zu den am stärksten überlasteten Verkehrsadern der Stadt. Auf was dieser ungewöhnliche Wanderweg in Wien aber abzielt, ist ein Blick hinter die Kulissen. Trau dich, den ausgeschilderten Pfad zu verlassen und die teils überraschend weitläufigen Innenhöfe der Wohnhausanlagen zu entdecken. Du wirst überrascht sein, wieviel Grün und Gartenkunst, mal mehr, mal weniger gepflegt, sich hier verbergen. 

Die Wiener Gemeindebauten sind mittlerweile Heimat für fast 500.000 Menschen und dieser Stadtspaziergang gibt dir die einmalige Gelegenheit in dieses spezielle Lebensgefühl einzutauchen und den speziellen Charme der Sozialbauten in Wien kennenzulernen.

Anders als die “klassischen” Wiener Stadtwanderwege ist diese Route nicht als Rundweg angelegt. Sie endet im 10. Wiener Gemeindebezirk beim Amalienbad neben der U-Bahn Station Reumannplatz. 

Tipp: Zwischen Mitte März und Ende September kannst du im legendären Eissalon Tichy am Reumannplatz hausgemachte Eissorten oder die weit über die Grenzen bekannten Eismarillenknödel verkosten!

Start/ Ziel: U4-Station Margaretengürtel, im Bruno-Kreisky-Park
Ziel: U1 Station Reumannplatz, Amalienbad
Länge: ca. 4 km
Gehzeit: 1-2 Stunden
Stempelstelle: Bei Station 3, direkt in der Filiale der Bäckerei MANN

Stadtwanderweg 12 – Wienerberg

Naherholungsgebiet Wienerwald
Erholungsgebiet Wienerberg

Der Stadtwanderweg 12 ist der jüngste und mit einer beeindruckenden Länge von fast 23 Kilometern auch bei Weitem der längste Wanderweg Wiens. Er ist auf Grund der flachen Topografie nicht schwer zu begehen, aber 23 Kilometer ziehen sich, daher solltest du einen ganzen Tag für diese Runde einplanen. Außerdem empfehle ich dir, Wasser und Proviant dabeizuhaben und eine Einkehr in der Mitte der Strecke. Die Runde ist über weite Strecken sehr exponiert, sprich, besonders im Sommer kann es beim Wandern sehr heiß werden. 

Eine weitere Besonderheit dieser Route ist auch, dass sie tatsächlich weit über die Wiener Stadtgrenzen hinaus verläuft und sogar die hübsche niederösterreichische Gemeinde Vösendorf durchquert. Ein weiteres Highlight auf der Strecke sind die Promenade am Liesingbach und  das weitläufige Erholungsgebiet Wienerberg. Leider kreuzt  diese Rundwanderung auch öfters die Autobahn bzw. verläuft auf Teilstücken direkt neben der Autobahn. Auch der Abschnitt in Industriezentrum Inzersdorf überzeugt nicht unbedingt mit Erholungswert. 

Das hat dann doch Auswirkungen auf die Beschaulichkeit und den Entspannungsfaktor beim Wandern. Nichtsdestotrotz empfand ich die Route als Herausforderung. 23 Kilometer am Stück zu gehen ist auch für Sportliche eine kleine Challenge und außerdem war ich natürlich auch neugierig, was dieser neue Wanderweg zu bieten hätte. 

Besuchern, Touristen und “Ersttätern” würde ich daher unbedingt zu einem der klassischen Stadtwanderwege 1-9 raten. Wer einfach nur die Herausforderung liebt oder zu Trainingszwecken eine längere Strecke absolvieren muss, kommt auf dem Stadtwanderweg 12 aber bestimmt auf seine Kosten. 

Start/ Ziel: Frödenplatz (Straßenbahn 11)
Ziel: U1 Station Reumannplatz, Amalienbad
Länge: ca. 22,9 km
Gehzeit: 5-6 Stunden
Stempelstelle: MA 2412-Tor und Briefkasten am Haus vom Gasthof Weinknecht

Rundumadum- Weg- einmal die Hauptstadt umrunden

Neben den 14 klassischen Stadtwanderwegen gibt es mittlerweile auch die Möglichkeit, beim Wandern in Wien die Hauptstadt einmal zu umrunden. Der so genannte “Rundumadum- Wanderweg” führt in 24 Etappen auf einer Länge von 120 km einmal um die österreichische Hauptstadt. Ziel und Start jeder Etappe sind öffentlich gut erreichbar. So kannst du je nach Lust und Laune nur eine Etappe wandern oder mehrere Abschnitte zu einer längeren Wanderung kombinieren. 

Damit eignet sich der Rundumadum-Wanderweg perfekt für einen Urlaub in der Heimat. Du kannst die gesamte Strecke innerhalb einer Woche absolvieren oder dir eine oder mehrere Etappen für ein Wochenende vornehmen. Gerade für Leute die mehr Zeit im Freien verbringen wollen und mehr Bewegung machen möchten, bietet dieser Rundweg den perfekten Anreiz.

Weinwandern in Wien

Beim Weinwandern in Wien im September 2018

Hast du gewusst, dass Wien die einzige Metropole ist, wo Weinbau im großen Stil betrieben wird? Etwa 700 Hektar Weingärten gibt es innerhalb der Wiener Stadtgrenzen, die von etwa 140 Betrieben bewirtschaftet werden. Wein ist somit ein ganz wichtiger Bestandteil der Wiener Kulinarik und die typischen “Heurigen” (Buschenschank) ein bedeutender Teil der Gastronomieszene. 

Kein Wunder also, dass es in Stadt sogar einen eigenen Weinwandertag gibt. Dieser findet normalerweise am letzten Septemberwochenende statt. Auf insgesamt 4 Routen kann man dabei durch und entlang der Wiener Weingärten wandern und dabei an zahlreichen Kulinarikstationen die edlen Tropfen und leckeren Schmankerl der Wiener Winzer verkosten. Selbstverständlich kann man die Weinwanderwege auch an anderen Tagen im Jahr absolvieren, dann allerdings ohne Kostproben, aber dafür auch mit weniger Trubel. 

Weitere Infos: https://www.weinwandern.at/weinwandern-wien/

Wandern in Wien: Mein Fazit

Ich schätze mich wirklich glücklich, Wien als Heimatstadt zu haben. Es gibt wohl kaum eine andere Stadt auf der Welt, die innerhalb ihrer Stadtgrenzen mit so viel Grün und Natur aufwarten kann. Natürlich kann man die Wanderungen in Wien nicht mit anspruchsvollen Bergtouren vergleichen, aber für Erholung und Bewegung an der frischen Luft bietet Wien tatsächlich großartige Möglichkeiten. 

Als Besucher kannst du beim Wandern in Wien ganz unbekannte und beschauliche Seiten der Stadt, abseits des Trubels rund um die bekannten Sehenswürdigkeiten, kennenlernen. Als Wiener bieten dir die zahlreichen Routen und Wanderwege Abwechslung und Tapetenwechsel. So kannst du dir vornehmen, jedes Monat einen Stadtwanderweg zu absolvieren oder jedes Wochenende zwei Etappen des Rundumadumwegs zu wandern, um mehr Bewegung in deinen Tagesablauf zu integrieren. 

Bist du schon einmal in Wien gewandert? Lass mich in den Kommentaren wissen, wie es dir gefallen hat und verrate mir gerne deine liebste Wanderroute in Wien!


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Autor

Hat 1 Jahr in Mexiko gelebt, ist solo durch Neuseeland & Australien gereist und war im Overlander im südlichen Afrika unterwegs. Lisa liebt Abenteuer- und Aktivreisen, spannende Herausforderungen und ist dabei immer auf der Suche nach dem perfekten Fotomotiv. Dafür schleppt sie auch gerne ihre gesamte Kameraausrüstung auf einen Berg.

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