Hast du schon einmal überlegt die Makrofotografie auszuprobieren, möchtest aber nicht gleich in ein teures Makroobjektiv investieren? Kleine Details ganz groß darzustellen ist definitiv faszinierend, erfordert aber auch viel Geduld und Ausdauer. Es ist etwas ganz anderes als Landschafts- oder Porträtfotografie und nicht bei jedem Fotografen springt der Funke (dauerhaft) über. Ich möchte dir heute ein tolles Produkt vorstellen, das es dir ganz einfach und zu einem sehr fairen Preis ermöglicht, erste Erfahrungen in der Makrofotografie zu sammeln. Die Rede ist von der NiSi Nahlinse, die seit Anfang des Jahres meine Fotoausrüstung komplettiert. 

Was die NiSi Nahlinse ausmacht, welche Effekte du mit ihr erzielen kannst und was du sonst noch beim Fotografieren mit dieser Makrolinse beachten musst, habe ich dir in diesem Beitrag zusammengefasst. 

Einstieg in die Makrofotografie mit der NiSi Nahlinse 

Wie funktioniert die NiSi Nahlinse?

Die Nahlinse wird vorne auf das Objektiv geschraubt

Die NiSi Nahlinse lässt sich ganz einfach auf ein normales Objektiv aufschrauben und reduziert den Mindestfokusabstand. Die Naheinstellgrenze deines Objektivs wird verkürzt, das heißt du kannst viel näher an dein Motiv heran als ohne Aufsatzlinse. Je nach Stärke der Linse erreichst du so ein Abbildungsverhältnis von 1:1 oder mehr. Vereinfacht gesagt, kannst du dir die Wirkung einer Nahlinse wie die einer Lesebrille vorstellen, die ja die Sehdistanz verkürzt. Wie bei einer Brille ist auch die Stärke der Nahlinse in Dioptrien angegeben.  

Wichtig ist, dass du bei der Auswahl deiner Nahlinse auf ordentliche Qualität achtest, denn minderwertige Verarbeitung und vor allem der Einsatz von schlechtem Glas, haben direkt Auswirkung auf die Abbildungsqualität. Verzerrungen, chromatische Aberrationen (Farbsäume) und Vignettierungen sind nur einige der unerwünschten Effekte, die auftreten können. Es gibt Produkte, die deutlich günstiger sind als die NiSi Nahlinse, doch die würde ich dir nicht unbedingt empfehlen, wenn du langfristig Freude an der Makrofotografie haben willst. 

Die NiSi Nahlinse selbst  ist aus doppeltem, optischen Glas in Objektivqualität gefertigt, was man auch am Gewicht merkt. Der Rahmen ist aus Aluminium und alles ist sehr wertig verarbeitet. NiSi verspricht keine Einbußen an Schärfe und keine unerwünschten Reflektionen oder Farbsäume. Nachdem ich die Nahlinse bereits ausführlich getestet habe, kann ich diese Aussage auch bestätigen. Ich bin jetzt kein nerdiger Pixelpeaker, aber mir wären in dieser Hinsicht keine Qualitätseinbußen aufgefallen. Eine leichte Vignette am Rand ist manchmal sichtbar, aber diese lässt sich mit wenigen Klicks in Adobe Lightroom korrigieren. 

Lieferumfang der NiSi Nahlinse

Die NiSi Nahlinse kommt mit einer stabilen Hülle, Deckeln und Adapterringen

Die NiSi Nahlinse wird mit einer Hülle zur Aufbewahrung sowie zwei Objektivdeckeln geliefert, die die Linse vor Kratzern und Schmutz schützen. Außerdem enthält das Kit zwei Adapterringe, so dass du die Nahlinse auch auf Objektiven mit geringerer Gewindegröße nutzen kannst. 

Gibt es die NiSi Nahlinse in unterschiedlichen Größen?

Die NiSi Nahlinse gibt es in zwei Größen und zwar 58 mm und 77 mm. Die kleinere Nahlinse kommt mit zwei Adapterringen von 58 auf 47 mm und von 58 auf 52 mm. Die größere Nahlinse lässt sich dank der Adapterringe auch auf Objektiven mit 72 bzw. 67 mm Filtergewinde verwenden. 

Die besten Ergebnisse mit der NiSi Nahlinse erreichst du bei der Verwendung von einem Teleobjektiv mit 70- 20 mm Brennweite. Die Vergrößerung deines Motivs steigt mit zunehmender Brennweite. Bei 200 mm entspricht der Abbildungsmaßstab etwa 1:1.

Die meisten Teleobjektive in diesem Brennweitenbereich verfügen über Filtergewinde von 67 oder 77 mm, daher würde ich dir persönlich zur größeren Nahlinse raten. Überprüfe aber vor dem Kauf auf jeden Fall noch einmal die Filtergewindegröße deines Objektivs. Mit dem Sigma 70- 200 mm f/2,8 ist die Nahlinse beispielsweise leider nicht kompatibel, da dieses Objektiv eine Gewindegröße von 82 mm hat. 

Was kostet die NiSI Nahlinse?

NiSi Nahlinse mit 77 mm Filterdurchmesser

Die NiSi Nahlinse mit 77 mm Gewindegröße kostet aktuell € 129,-. Die kleinere Variante ist schon für € 75,- zu haben. Damit ist die NiSi Nahlinse zwar bestimmt nicht die günstigste ihrer Art, aber immer noch deutlich billiger als ein Makroobjektiv, das je nach Hersteller mit > € 800,- zu Buche schlägt. Mit meinem Rabattcode NOWNISI sparst du außerdem 7% auf deinen Einkauf!*

Somit ist die NiSi Nahlinse wirklich perfekt für alle, die sich an die Makrofotografie herantasten wollen, ohne gleich ein großes Investment zu tätigen. Und auch für Profis ist sie als Alternative echt super, beispielsweise wenn man nicht so viele Linsen schleppen kann oder will, aber trotzdem die Möglichkeit für Makroaufnahmen haben möchte. Dank des geringen Packmaßes und des relativ kleinen Gewichts passt die Nahlinse eigentlich in jede Fototasche. 

Mit welchen Objektiven kann ich die NiSi Closeup-Lens verwenden?

Theoretisch kannst du die NiSi Nahlinse mit jedem Objektiv, das über ein Filtergewinde verfügt, verwenden. Sinn macht es aber nur im Telebereich, also ab etwa 50 mm Brennweite auf Vollformat. Die besten Resultate erzielst du aber in Verbindung mit einem Teleobjektiv mit 70- 200 mm oder 70- 300 mm. Erst bei höheren Brennweiten von mehr als 70 mm spielt die NiSi Nahlinse wirklich alle ihre Stärken aus, da mehr Brennweite für mehr Vergrößerung sorgt. Bei 200 mm erreichst du einen Abbildungsmaßstab von ca. 1:1, das heißt, wenn das Motiv 2 cm groß ist, wird es auch mit 2 cm Größe auf dem Sensor abgebildet. 

Empfehlenswertes Zubehör zum Fotografieren mit der NiSi Nahlinse

Bei der Makrofotografie ist einiges zu beachten, egal ob du mit einem Makroobjektiv oder der NiSi Nahlinse fotografierst. Eine große Herausforderung ist die Tiefenschärfe, denn die Kombination aus langer Brennweite und Nähe zum Motiv bedeutet, dass der Schärfebereich sehr klein ist. Eine offene Blende verstärkt diesen Effekt noch, daher solltest du bei Makroaufnahmen abblenden, um möglichst viel von deinem Motiv scharf zu bekommen. Hohe Blendenwerte (große Zahl, > 8) bedeuten aber auch weniger Licht auf dem Sensor, was wiederum zu längeren Belichtungszeiten und/oder höheren ISO- Werten führt. 

Lesetipp
Lesetipp: Den genauen Zusammenhang zwischen Blende, Verschlusszeit und ISO erkläre ich dir übrigens in meinem beliebten Artikel “Belichtungsdreieck verstehen”. Noch tiefer in die Materie dringt mein neuer Online Fotokurs ein, in dem ich dir Schritt für Schritt alle Funktionen und Zusammenhänge deiner Kamera erkläre.

Doch zurück zur Makrofotografie: Wenig Licht bedeutet, dass du entweder mit Stativ arbeiten musst oder alternativ einen Blitz verwenden solltest, um dein Motiv aufzuhellen. 

Welche Lösung zu bevorzugen ist, ist abhängig vom Motiv. Für unbewegte Objekte und Stilleben empfehle ich dir ein Stativ. So kannst du dich in Ruhe an die richtigen Einstellungen herantasten und ohne Probleme auch Verschlusszeiten von mehreren Sekunden anwenden. Solange sich dein Motiv nicht bewegt, ist es vollkommen egal, wie lange du belichtest. Perfekt, um Pflanzen oder Blumen, aber auch Essen oder Details irgendwelcher Gegenstände in deiner Wohnung abzulichten.  

Meine Stativempfehlung

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Anders sieht es bei bewegten Motiven, wie Insekten, aus. Abhängig von der Lichtsituation vor Ort, ist es oft gar nicht so einfach, eine geschlossene Blende für genug Tiefenschärfe mit kurzen Verschlusszeiten zum Einfrieren der Bewegung zu kombinieren. Entweder schraubst du deinen ISO- Wert hoch, um die Lichtempfindlichkeit des Sensors zu erhöhen oder du nutzt einen speziellen Makro- Blitz. Dabei handelt es sich entweder um einen Ringblitz, der vorne am Objektiv montiert wird, oder einen Zangenblitz, der mit Hilfe einer Halterung seitlich am Objektiv angebracht wird. Du kannst aber theoretisch auch entfesselt Blitzen und einen oder mehrere Aufsteckblitze auf ein Stativ stecken. So lässt sich das Licht besser formen, um die Konturen deines Motivs herauszuarbeiten. 

Meine Blitzempfehlung für Makrofotografie

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Weiteres empfehlenswertes Zubehör für das kreative Fotografieren mit der NiSi Nahlinse sind Pflanzenklammern, um störende Halme und Blätter aus dem Bildausschnitt zu entfernen, eine Sprühflasche*, um Wassertropfen zu formen und eventuell ein Dauerlicht* oder eine Taschenlampe* für noch bessere Ausleuchtung deines Motivs. 

Zum präzisen Fokussieren bietet sich auch ein Makroschlitten* an, aber dazu mehr im nächsten Punkt. 

Fokussieren mit der NiSi Nahlinse

Neben der richtigen Ausleuchtung ist auch das Fokussieren mit der Nahlinse zu Beginn oft eine Herausforderung. Durch die Nahlinse ändert sich die Naheinstellgrenze, das heißt du kannst viel näher an dein Motiv heran, als das ohne Aufsatzlinse der Fall ist. Mein Nikon 70- 200 mm f/2,8 Objektiv* hat beispielsweise normalerweise eine Naheinstellgrenze von 1,4 Metern. In Verbindung mit der NiSi Nahlinse ändert sich diese auf etwa 25 cm- ein gewaltiger Unterschied.

Für dich wichtig zu wissen ist, dass der Fokus deines Objektivs nur noch in einem gewissen Bereich funktioniert. Wo sich dieser Bereich befindet findest du heraus, indem du die Kamera vorsichtig auf dein Motiv zu bzw. weg davon bewegst. Gerade am Anfang braucht es dafür ein wenig Fingerspitzengefühl und Übung, doch bald wirst du die richtige Entfernung zum Scharfstellen gut abschätzen können. Sehr hilfreich beim Fokussieren ist auch ein Makroschlitten*, mit dem du die Kamera sehr präzise, quasi millimetergenau bewegen kannst. 

Tipp: Im Onlineshop von NiSi kannst du die Nahlinse und den Makroschlitten im Kit* erwerben und bis zu 15% im Vergleich zum Einzelkauf sparen. Mit meinem Coupon NOWNISI sicherst du dir zusätzlich 7% Rabatt auf deinen Einkauf.

Sobald du den Bereich gefunden hast, in dem die Kamera fokussiert, kannst du unbewegte Motive (Stillleben) sehr gut manuell fokussieren. So setzt du den Fokuspunkt sehr präzise und erreichst die beste Schärfe. Viele moderne Kameras unterstützen dich dabei mit einer Funktion namens “Fokus- Peaking”, mit Hilfe derer scharfe Bereiche farblich hervorgehoben werden. Bei bewegten Motiven kann es hingegen auch Sinn machen, den AF-C (kontinuierlicher Autofokus) zu verwenden, der die Schärfe nachführt. Ich habe so selbst bei starkem Wind die Marillenblüten in der Wachau mit 200 mm Objektiv und Nahlinse aus der Hand knackscharf bekommen. 

Beispielfotos

Nachdem ich dir jetzt so viel von den Vorzügen der Nahlinse erzählt habe, möchtest du wahrscheinlich auch Beispielfotos davon sehen. Ich habe hier einige der Aufnahmen herausgesucht, die ich im Laufe der letzten Monate mit der Nahlinse gemacht habe. Wie du siehst habe ich viel experimentiert und es ist von Insekten, über Wassertropfen bis hin zu Pflanzen und Alltagsgegenständen einiges dabei. 

Die Fotos wurden alle im RAW- Format aufgenommen und danach in Lightroom entwickelt und bearbeitet. Ich verwendete für alle Bilder neben der Nahlinse das großartige Nikon 70- 200 f/2,8 Objektiv. Sieh selbst ob dich die Abbildungsqualität der NiSi Nahlinse überzeugt. 

Fazit zum Fotografieren mit der Nahlinse von NiSi

Ich bin mit meiner Nahlinse sehr zufrieden und würde sie in meiner Fototasche nicht mehr missen wollen. Sie hat mir den perfekten Einstieg in die Makrofotografie ermöglicht und geradezu eine Faszination für Details ausgelöst. Ich bin wirklich begeistert, was man mit dieser kleinen Linse alles sichtbar machen kann. Da Makrofotografie für mich eher eine Spielerei und ein Hobby ist, wollte ich nicht direkt in ein teures Objektiv investieren.

Da kam es gerade recht, dass NiSi Österreich mich Ende letzten Jahres in sein Partnerprogramm* einlud und ich so auch die Nahlinse für mich entdeckte. Sie ist schnell montiert, einfach in der Handhabung und die Abbildungsqualität ist hervorragend und steht einem Makroobjektiv kaum etwas nach. 

Und selbst wenn ich mir irgendwann in Zukunft ein Makroobjektiv kaufen würde, würde ich die Nahlinse auf jeden Fall behalten, denn dank ihrer kompakten Größe kann ich sie auch auf längeren Wanderungen, wie während der Fotoreise in Patagonien, problemlos einstecken. So bin ich immer für Makroaufnahmen gerüstet, auch wenn ich sie vielleicht gar nicht erwarte oder meine Ausrüstung im Hinblick auf das Gewicht reduzieren muss.

Überzeugt und bereit die NiSi Nahlinse auszuprobieren? Dann hol sie dir gleich und sichere dir mit meinem Rabattcode NOWNISI satte 7% auf deinen Einkauf bei NiSi Österreich*.

(Versandkostenfrei nach Deutschland und Österreich. Schweiz auf Anfrage)

Transparenz: Dieser Artikel enthält Werbung für die NiSi Nahlinse. Meine Meinung ist wie immer meine eigene und ich habe meine Nahlinse selbst bezahlt. Wenn du meinen Rabattcode im Onlineshop von NiSi Österreich einlöst, erhalte ich eine kleine Provision für die Produktempfehlung. Damit unterstützt du mich bei meiner Arbeit und der Weiterführung dieses Blogs- vielen Dank!




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Autor

Hat 1 Jahr in Mexiko gelebt, ist solo durch Neuseeland & Australien gereist und war im Overlander im südlichen Afrika unterwegs. Lisa liebt Abenteuer- und Aktivreisen, spannende Herausforderungen und ist dabei immer auf der Suche nach dem perfekten Fotomotiv. Dafür schleppt sie auch gerne ihre gesamte Kameraausrüstung auf einen Berg.

2 Kommentare

  1. Für die Fototouren im Wald bin ich mit meinem 18-55er oft nicht nah genug dran. Wenn der Wald nicht so viel hergibt (was häufig vorkommt), dann geh ich auch gerne in den leichten Makro über.

    Die Linse wäre eine Option, jedoch kostet der Makro-Zwischenring bei meinem Hersteller weniger als die Linse hier.
    Jedenfalls, danke für den Tipp. Es ist immer gut, zu wissen was es auf dem Markt gibt. Vielleicht ist es ja doch noch eine Option für mich.
    Beste Grüße
    Christian

    • Hallo Christian,

      Danke für deine Rückmeldung zum Beitrag. Ja, es mag günstigere Alternativen geben, aber ich bin mit der Nahlinse echt zufrieden und die Handhabung ist einfach total unkompliziert, man muss nichts abschrauben, sondern einfach die Linse vorne drauf- fertig. 55 mm ist aber auch echt schon knapp von der Brennweite, die besten Ergebnisse erzielt man so ab 70 mm aufwärts.

      LG

      Lisa

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